Nichts zu tun: In der Unterkunft in Katterbach können die Flüchtling nur beim Aufräumen und Putzen helfen.

Rund 1.600 Flüchtlinge sind während der letzten Monate in unsere Stadt gekommen und leben hier in unterschiedlichen Unterkünften. Nach der Frage der Unterbringung und Erstversorgung stellt sich im nächsten Schritt die nach der Integration der Menschen in unsere hiesige Gesellschaft und auch in die Arbeitswelt. Dazu greift die FDP in einem Antrag ein schon erfolgreich praktiziertes Modell auf.

Mit ihrer Initiative will die FDP auch hier in Bergisch Gladbach Impulse setzen, die nach den gemeinsamen Anstrengungen der Unterbringung und Erstversorgung nun die nächsten dringlichen Aufgaben stärker in den Fokus nehmen:

  1. Eine schnellere Integration arbeitsfähiger Neuankömmlinge in die Gesellschaft durch tägliche Kontakte zu Einheimischen
  2. Frühzeitige Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern bzw. Lehrherren für mögliche Arbeits- und Ausbildungsplätze
  3. Verbesserung der Qualifikation durch Learning by Doing (sowohl bezüglich der Deutschkenntnisse als auch durch das Erlernen von Fertigkeiten am Arbeitsplatz)
  4. Sinnvoll ausgefüllte Tagesabläufe und damit eine Reduktion von Unzufriedenheit und Aggression.

Die FDP hat daher für die Ratssitzung am 8.3. den Antrag gestellt, dass die Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach beauftragt wird, eine Initiative zur sofortigen Integration auch neu angekommener Flüchtlinge in die Arbeitswelt zu organisieren. Die Verwaltung soll sich dabei von den Kollegen der Stadt Iserlohn informieren und beraten lassen, die mit ihrem Modell bereits in wenigen Wochen 100 Flüchtlinge in Stellen (Ein-Euro-Jobs) vermittelt haben. Initiator und Ansprechpartner dort ist das Büro der 1. Beigeordneten Katrin Brenner.

Kooperationen suchen

Die Verwaltung soll aufgefordert werden, dazu – wie in Iserlohn erfolgreich praktiziert – in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit die Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft und mit den örtlichen Unternehmen zu suchen.

Lesen Sie mehr: Iserlohner Modell, WAZ

Die FDP folgt mit ihrem Vorstoß der Begründung der „Pionier-Kommunen“: Für die Flüchtlinge bietet sich danach (aufgrund ihrer oft geringen Qualifikation und wegen der niedrigen formalen Hürden) das Ein-Euro-Modell für Langzeit-Arbeitslose an. Die Flüchtlinge sind Leistungsbezieher; wie die Erfahrung in Iserlohn zeigt, sind sie sind trotz der geringen Bezahlung von ein Euro/Stunde motiviert, diese Möglichkeit zu ergreifen.

Für die Unternehmen und Handwerksbetriebe, für die die Flüchtlinge in dieser Phase zumeist der Betreuung und Anleitung bedürfen, hält sich somit zumindest die finanzielle Belastung in Grenzen. Sie sind nach den Erfahrungen (nicht nur in Iserlohn) dann eher bereit, den Flüchtlingen diese Möglichkeit zu geben.

Keine Konkurrenz

Eine „Konkurrenz“ für andere Arbeitnehmer oder auch Dienstleister oder Handwerker dadurch, dass diese Arbeitskräfte „nichts kosten“, ist offenkundig nicht gegeben – sind es doch gerade die Handwerksverbände, die dieses Modell federführend unterstützen.

Genau wie beispielsweise in Iserlohn soll die Initiative für alle Flüchtlinge vom ersten Tag an gelten, auch wenn noch nicht über deren Asylantrag entschieden ist. So erhalten sie – vom ersten Tag an – die Gelegenheit, aus den Unterkünften heraus und mit dem Leben draußen in Berührung zu kommen.

Die FDP möchte mit diesem Vorschlag einen Anstoß geben, die Herausforderung der Integration konkret anzupacken und gelungene Beispiele aus anderen Kommunen aufzugreifen. Natürlich unterstützt sie dabei auch jeden weiteren zielführenden Ansatz.

Die Umsetzung auch dieses Vorschlags ist mit Aufwand verbunden. Aber er ist in den Augen der FDP durch das gerechtfertigt, was man im Sinne der Flüchtlinge und damit letztlich im Sinne unserer Gesellschaft damit erreicht.

FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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