Kolja Ewert, TV Herkenrath

Kolja Ewert, TV Herkenrath

In der vergangenen Woche fanden in der italienischen Hafenstadt Ancona die „11th European Masters Athletics Championships Indoor“ statt, die europäischen Hallenmeisterschaften der Senioren. Mit Monika Gippert und Kolja Ewert hatten zwei der erfolgreichen Seniorensportler des TV Herkenrath für diese Meisterschaft gemeldet. Im Nachhinein lässt sich sagen, für beide hat sich die mühevolle Anreise an die Adriaküste mehr als gelohnt.

Monika Gippert, TV Herkenrath

Monika Gippert, TV Herkenrath

Monika Gippert, die zweifache Deutsche Hallenmeisterin dieses Jahres in der W 55, musste in Ancona noch einmal in der W50 starten, da in der internationalen Altersklasseneinteilung das Alter zum Wettkampfbeginn zählt, während auf DLV-Ebene das Geburtsjahr ausschlaggebend ist. So fehlten ihr zu einem Start in der W55 ganze 14 Tage, ihre Gegnerinnen in der W 50 waren bis zu fünf Jahre jünger.

Über 800m qualifizierte sich die Herkenratherin als dritte des erste Vorlaufs mit 2:43,18 Minuten locker für den Endlauf. Im Finale schlug die Favoritin Barbara Martinelli vom Start weg ein hohes Anfangstempo an. Schnell bildete sich eine Vierergruppe an der Spitze des Feldes mit der Weltmeisterin des Vorjahres, Zofia Wieciorkowska (Polen) und den beiden Deutschen Pfennig und Gippert. In der letzten Runde musste Monika Gippert dann abreißen lassen, lief aber als Vierte mit ausgezeichneten 2:34,19 Minuten einen neuen Deutschen Rekord in der W55. Übrigens: Um Europameisterin in der W 55 zu werden reichten 2:42,44 Minuten …

Auch im sehr stark besetzten 1500m Lauf sorgte Monika Gippert für ein hervorragendes Ergebnis. Vom Start weg setzten sich die beiden Favoritinnen aus Großbritannien und Irland vom übrigen Feld ab. Dahinter bildete sich eine fünfköpfige Verfolgergruppe, zu der auch die Läuferin vom TV Herkenrath gehörte. Das Rennen gewann schließlich die Britin Lucy Elliott in starken 4:43,59 Minuten vor der Irin Anne Gilshinan. Monika Gippert erkämpfte im Endspurt den fünften Platz. Mit ihrer Zeit von 5:12,81 Minuten verbesserte sie auch über diese Strecke den deutschen Seniorenrekord der W55.

Kolja Ewert startete in Ancona über 400m der M45. Nach einem lockeren Vorlaufsieg in 55,81 Sekunden, konnte der 46jährige auch das turbulente dritte Semifinale in 54,19 Sekunden gewinnen, knapp vor dem Niederländer van Dijk, der 54,23 Sekunden erzielte.

Das Finale begann Ewert auf der Außenbahn laufend eher verhalten. Als es nach 180m nach innen ging sicherte sich Herkenrather taktisch clever Position zwei, das Tempo gab van Dijk vor. Auf der Gegengeraden wehrte Ewert erfolgreich einen Angriff des Briten Baldock ab und lief nach außen versetzt hinter von Dijk.

Ausgangs der Schlußkurve dann die Attacke von Ewert. Er stürmte an van Dijk vorbei an die Spitze und hielt diese Position bis ins Ziel. In 53,78 Sekunden gewann Ewert überraschend den Europameistertitel über 400m. Silber ging an Henk van Dijk (53,85 sec.) und Bronze gewann der schnellste der Seminfinals, Steven Baldock, in 54,04 sec.

„Meine Taktik ist aufgegangen. Nach dem Semifinale wusste ich, dass es hinten raus wieder geht,“ resümierte der Augenarzt nach seinem ersten internationalen Einzeltitel.

Kolja Ewert mit der der deutschen 4x200m-Staffel M 45

Kolja Ewert mit der der deutschen 4x200m-Staffel M 45

Drei Stunden später stand Ewert erneut auf der Piste in Ancona. Gemeinsam mit Meinert Möller, Lars Klingenberg und Jörg Ritter sorgte der Herkenrather mit einem starken Rennen auf Position drei auch für den Sieg der deutschen 4x200m Staffel der M45 in 1:37,09 Minuten vor den Niederländern (1:37,47 min.) und Großbritannien (1:37:85min.).

Zwei Goldmedaillen bei einer Europameisterschaft – wer hätte das mehr verdient als Kolja Ewert, das Urgestein der Bergisch Gladbacher Leichtathletik?

Bereits 1987 stand Ewert als 18jähriger mit der 4x400m Jugendstaffel des LAZ Bergisch Gladbach im Finale einer Deutschen Meisterschaft. In den 90ern des letzten Jahrhunderts war er der schnellste Bergisch Gladbacher 400m Läufer mit einer Bestzeit von 47,75 Sekunden und auch heute noch, mit mittlerweile 46 Jahren und mehr als 30 Jahren „400m“, ist Kolja Ewert im Trikot des TV Herkenrath ein Vorbild in Sachen Disziplin, Trainingseinsatz und Wettkampfhärte.

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