Genetische Untersuchungen haben zweifelsfrei ergeben, dass es auch im Rheinisch-Bergischen Kreis wieder Wölfe gibt. Die Proben stammen von zwei toten Ziegen, die am 19. April in Rösrath gefunden worden waren. Insgesamt handelt es sich bereits um den zehnten Nachweis eines einzelnen Wolfs in NRW, doch um den ersten bekannten Fall in RheinBerg. Das teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) jetzt mit.

Der Täter im Wolfspelz konnte sehr genau identifiziert und seine Spur weiter verfolgt worden. Laut Landesumweltamt handelt es sich um einem Welpen, der im vergangene Jahr einem Rudel bei Cuxhaven geboren wurde. Spuren von ihm in NRW waren bereits Ende März im Kreis Lippe und am 6. April im Kreis Warendorf nachgewiesen werden.

Wölfe legen große Strecken zurück, daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Rösrather Wolf bereits wenige Tage später in der Nähe von Neuwied seine Spuren hinterließ. Sein aktuelle Aufenthaltsort ist unbekannt. Hinweise nimmt das Landesumweltamt unter 02361 3050 entgegen.

Wölfe genießen den höchst möglichen Schutz

Bereits seit fünf Jahren werden mit zunehmender Häufigkeit Wölfe in NRW gesichtet. Daher hat das Land längst einen  Arbeitskreis „Wolf in NRW“ eingerichtet, in dem Wissenschaftler, Naturschützer, Jäger, Schafhalter, Forstleute und Behörden zusammen arbeiten. Zudem hat das Land Wolfsberater ausgebildet, die allerdings nicht die Wölfe beraten – sondern Landwirte, die durch Wölfe geschädigt wurden.

Das Einfangen und Aussetzen von Wölfen an anderen Orten ist laut Landesregierung jedoch „weder erforderlich, noch vorgesehen”. „In Deutschland genießt der Wolf den höchst möglichen Schutzstatus nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Jagd auf Wölfe ist daher verboten“, betont Matthias Kaiser, Leiter der  Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“.

Vor 150 Jahren ausgerottet, jetzt erholen sich die Bestände

Er räumt aber ein, dass die Rückkehr des Wolfes eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen besonders herausfordert. Die Menschen müssten nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben.

„Der Wolf wurde im 19. Jahrhundert in nahezu allen Regionen vor allem durch menschliche Bejagung stark dezimiert, in West- und Mitteleuropa fast vollständig ausgerottet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts steht der Wolf unter internationalem Schutz und die Bestände erholen sich teilweise,“ sagte Kaiser.

Der Wolf meidet den Menschen

Angriffe von gesunden freilebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland seien in den vergangenen Jahrzehnte nicht dokumentiert sind. Der im Forstamt Ostwestfalen Lippe für das Thema Wolf zuständige Revierförster Dieter Wortmeier sagt: „Wölfe sind extrem scheu. Es ist überaus selten, dass Spaziergänger einen Wolf aus der Nähe zu Gesicht bekommen.“

Verhaltensregeln bei der Sichtung von Wölfen – hier klicken
Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder zu füttern.

Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.

Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.

Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.

Sichtung direkt an die zuständigen Behörden oder den zuständigen regionalen Wolfsberatern melden.

Beim Landesumweltamt (LANUV) können rund um die Uhr alle Wolfssichtungen gemeldet werden unter 02361 3050. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter 0201 714488.

Auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen galt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lässt sich nicht genau rekonstruieren. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern (Westfalen) das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen NRW dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden.

Aus dem Winter 1963/1964 soll es einen Abschuss eines einzelnen Wolfes in NRW bei Bergheim gegeben haben. Über die Herkunft des Tieres ist hingegen nichts bekannt. Der erste belegte Wolfsnachweis konnte 2009 bestätigt werden, als ein Wolf aus Nordhessen die Grenze von NRW (Kreis Höxter) überquerte. Dieser Wolfsrüde hatte seit 2006 im Reinhardswald in Hessen gelebt und war im April 2011 tot aufgefunden worden.

Weitere Informationen

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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