Schon in der Direktannahme zeigen sich mitunter Probleme, doch erst eine gründliche Inspektion legt alle Schwächen offen.

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In der Direktannahme können sich Probleme zeigen, die Inspektion legt alle Schwächen offen.

Nicht nur beim Automobil neigt man zu glauben, dass ein neues Produkt eigentlich ewig halten müsste und Wartungen oder Inspektionen vernachlässigt werden können. Ist das wirklich so? Ein Blick auf die wichtigsten Details hilft, diese Frage zu beantworten.

Die folgende Auflistung ist zwar alles andere als vollständig, da für jeden Arbeitsschritt einer Wartung viele gute Argumente sprechen. Aber sie liefert eine klare Antwort.

Die Leistungen

Grundsätzlich wird bei den Inspektionen die Funktionsfähigkeit der Wichtigsten Komponenten geprüft; Verschleißteile, die für die Fahrsicherheit wichtig sind, werden ausgetauscht. In der Regel handelt es sich dabei um eine Sichtprüfung bzw. Messung verschiedener Flüssigkeiten und Drücke. Wenn keine besonderen Einflüsse auftreten sind, werden auch keine Defekte festzustellen sein.

Markus Lüttgen

Bei dieser Durchsicht anhand einer vom Fahrzeug-Hersteller definierten Checkliste entdecken gut ausgebildete Techniker alle Mängel, die aufgrund von Materialermüdung und äußeren Einwirkungen entstanden sind. Als Beispiel: Leicht einseitig abgefahrene Reifen deuten darauf hin, dass in der Fahrwerksgeometrie etwas nicht stimmt; Spur oder Sturz sind verstellt. Ursache ist oft ein „Fremd-Kontakt“, es reicht schon aus, einen Bordstein hart angefahren oder ein tiefes Schlagloch erwischt zu haben.

Wir empfehlen dann eine Vermessung des Fahrwerkes und entsprechende Korrektur der Einstellwerte. Der Reifen läuft nicht mehr einseitig ab und muss nicht so schnell getauscht werden, und schon hat man, obwohl zunächst Geld investiert werden muss, zukünftige Kosten gespart.

Das Motoröl

Der Schmierstoff des Motors bietet häufig Gesprächsstoff, insbesondere beim Preis gibt es immer wieder emotionale Diskussionen. Wenn man allerdings im Baumarkt ein vermeintlich günstiges Motoröl entdeckt hat, sollte man folgende Argumentation nicht aus den Augen verlieren: Motorenhersteller und Entwickler bzw. Hersteller von Öl arbeiten eng zusammen. Jeder Fahrzeughersteller empfiehlt eine bestimmte Sorte (nicht Marke).

Dabei geht es nicht nur um die allgemeine Kennzeichnung (z.B. 5W30), die für die Viskosität des Öls bei Temperaturunterschienden steht – je besser diese Schmierfähigkeit ist, desto schneller werden bei niedrigen Temperaturen alle Bereiche des Motors mit Öl versorgt und somit gegen Verschleiß geschützt.

Wichtiger noch ist die Herstellerspezifikation bzw. Herstellerfreigabe. Motoröl ist mit Zusätzen versehen, die Motordichtungen angreifen und somit zu Undichtigkeiten führen können.

Für uns gilt die Devise: Lieber ein paar Euro mehr für das richtige (und damit gutes) Motoröl ausgeben. Denn Alternative kann, und das gar nicht so selten, ein kapitaler Motorschaden sein. Und nicht zu vergessen: Gutes Motoröl mindert Schadstoffemissionen und oft sogar den Kraftstoffverbrauch – bis zu drei Prozent „Sprit“ können laut Studien tatsächlich eingespart werden.

Alle diese wichtigen Eigenschaften sind aber auch mit einem „Verfallsdatum“ versehen. Je nach Motoröl und Herstellervorgaben sollten die Ölwechselintervalle eingehalten werden. Öle nehmen Rückstände im Motor auf, die dann im Ölkreislauf gefiltert werden. Irgendwann verliert das Öl alle positiven Eigenschaften.

Die Bremsen

Hier wird es jetzt wirklich ernst: Beim Kauf eines Fahrzeuges wird oft, viel und gerne über den Antrieb, den Motor gesprochen, wieviel Kraftstoff er verbraucht und wieviel Leistung er hat. Leider denken wir alle kaum darüber nach, wie man die so erzeugte Geschwindigkeit wieder reduziert, und dies manchmal auch möglichst schnell.

Die Bremsen? Die funktionieren doch. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn wenn diese nicht funktionieren entsteht unmittelbare Gefahr für das Fahrzeug und, viel schlimmer, das eigene Leben oder das Leben anderer.

Und warum können Bremsen nicht funktionieren? Bremsbeläge verschleißen durch die Reibung bei der Verzögerungsarbeit. Je besser die Bremsbeläge sind, desto länger dauert die Abnutzung. Und je öfter und stärker man bremst, desto schneller geht es.

Und nicht jedes Fahrzeug zeigt an, wann diese abgenutzt sind. Bei einem Inspektionsaufenthalt wird dies und in der Regel auch der Zustand der Bremsscheiben geprüft und frühzeitig – zu einem Zeitpunkt, an dem noch alles funktioniert – empfohlen, die Beläge zu wechseln.

Eine weitere wichtige Komponente ist die Bremsflüssigkeit: Wer schon einmal sehr lange im Gebirge bergabgefahren ist und dabei nicht in ausreichendem Maß die Motorbremse eingesetzt hat, wird festgestellt haben, dass sich das Bremspedal deutlich weiter hat durchtreten lassen als gewöhnlich. Im Extremfall kann die Bremse komplett ausfallen.

Ursache dafür ist oft eine viel zu hohe Temperatur der Bremsflüssigkeit, die somit den Druck aufs Pedal nicht mehr an die Bremsen überträgt. Auch diese Bremsflüssigkeit wird regelmäßig bei der Wartung geprüft und nach Herstellerangaben ausgetauscht.

Alles andere als unsinnig – aber es gibt Spielräume

Inspektionen sind also alles andere als unsinnig. Aber auch dabei gibt es natürlich Spielräume, abhängig davon, wie das Fahrzeug genutzt wird. Deshalb ist eine Dialog-Annahme mit dem Fahrzeug auf der Hebebühne, wie wir sie z.B. bei uns durchführen, sehr hilfreich.

Der Leistungsumfang wird zwischen Fachmann und Kunden vor Beginn der Arbeiten besprochen und der Preis wird festgelegt. Der Kunde erfährt, was für seine Sicherheit notwendig ist und entscheidet, was getan wird. So kann die Inspektion sogar Spaß machen.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Markus Lüttgen

Das Autohaus Lüttgen wurde 1928 vom Bergisch Gladbacher Huf- und Wagenschmied Jean Lüttgen als einer der ersten zehn Fordhändler in Deutschland gegründet. Heute führen seine Enkel Markus und Michael Lüttgen das Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern. Vor 87 Jahren ging das Unternehmen die mutige Verpflichtung ein, mindestens vier „Motorwagen“ im Jahr abzunehmen. Derzeit verkauft Lüttgen mehr als 800 Neu- und Gebrauchtwagen jedes Jahr.

Odenthaler Str. 153, 51465 Bergisch Gladbach
Website, Facebook, Mail: service@luettgen.de

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Markus Lüttgen

geboren 1968, hat in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und ist verheiratet. Seit 1994 arbeitet er im Familienunternehmen Autohaus Lüttgen, seit 1998 in verantwortlicher Position. Sein Auto ist ein Ford Mustang, rot.

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