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In unseren Krimi-Tipps stellt sich ein harter Kerl dem Verbrechen in den Weg, sucht eine serbische Wissenschaftlerin im Nachkriegs-Kosovo nach Antworten und muss eine blinde Ermittlerin bis zum Äußersten gehen.

Lee Child: Der Anhalter
Blanvalet 2016, € 9,99

„Ich heiße Reacher. Vorname Jack. Kein zweiter Vorname. Ich diente in der Army bei der Militärpolizei.“
Sorensen fragte: „Und was sind Sie jetzt?“
„Arbeitslos.“
„Wo wohnen Sie?“
„Nirgends.“
„Was heißt das?“
„Was es besagt. Ich bin ständig unterwegs.“
„Warum?
„Warum nicht?“
„Und Sie reisen wirklich per Anhalter?“
„Ich trampe tatsächlich.“

Jack Reacher steht an einer Landstraße und hofft auf eine Mitfahrgelegenheit. Kein leichtes Unterfangen, denn dank einer frisch gebrochenen Nase sieht er nicht unbedingt vertrauenswürdig aus. Endlich hält ein Auto an, außer dem Fahrer mit noch zwei weiteren Passagieren, scheinbar Geschäftsreisende. Reacher merkt schnell, dass mit seinen Mitreisenden etwas nicht stimmt. Sie benehmen sich verdächtig. Sein Warnsystem schlägt an – und damit befindet man sich bereits mitten in seinem siebzehnten Fall.

Pia Patt und Birgit Jongebloed führen die Buchhandlung Funk in Bensberg

Ohne festen Wohnsitz, arbeitslos, latent ungepflegt, ausgestattet mit viriler Körperpräsenz, im Gepäck nur Reisepass und Zahnbürste, ist Reacher ständig in Bewegung. Manchmal wird er von alten Bekannten mit der halblegalen Klärung diverser Probleme beauftragt, meistens gerät er aber nur zufällig in Auseinandersetzungen. Er ist ein Einzelkämpfer, hat keinen Apparat von Mithelfern um sich und braucht keine moderne Technik, denn er schaltet Bedrohungen mit eher rudimentären Mitteln aus. Sein Hauptwerkzeug ist sein Kopf: Noch allerfeinste Nuancen werden genauestens wahrgenommen und analytisch seziert.

Das könnte alles wahnsinnig übertrieben wirken, wenn „Der Anhalter“ nicht in Lee Childs altbewährter Manier wunderbar beiläufig und lakonisch erzählt wäre. Man kauft diesem Jack Reacher einfach alles ab und genießt, wie er jeden durchschaut und austrickst. Es macht großen Spaß, ihn beim Einsatz seiner außergewöhnlichen Talente und unorthodoxen Methoden zu beobachten. Dies ist ein perfekt arrangierter Krimi, der beste Spannung garantiert.

Christian Schünemann & Jelena Volic: Pfingstrosenrot
Diogenes Verlag 2016, € 22,00.

„Pfingstrosenrot“ ist der zweite Krimi des Autoren-Duos Christian Schünemann und Jelena Volic. Thematisiert wird ein von Trauer, Wut und Misstrauen bestimmter Balkan, dessen Alltag auch Jahre nach dem Ende der Kriege von politischer Instabilität und einer anhaltenden gesellschaftlichen Zerrissenheit bestimmt ist.

Die Belgrader Kriminologin Milena Lukin begibt sich auf Spurensuche: Die Zeitungen berichten über die spektakuläre Hinrichtung eines alten Ehepaars im Kosovo. In der ermordeten Frau erkennt ihr Onkel seine Jugendliebe wieder. Politische Brisanz gewinnt der Mord dadurch, dass die Opfer Kosovo-Serben waren. Im Krieg aus dem Kosovo geflüchtet, waren sie erst vor kurzem mithilfe von Fördergeldern der EU erneut dort angesiedelt worden.

Die Stimmung in Serbien wie im Kosovo ist nationalistisch aufgeheizt, überall sind Ressentiments spürbar. Im Zuge ihrer Recherche stößt Milena auf einige Ungereimtheiten. Korrupte Regierungsmitglieder, militante Kosovo-Albaner, serbische Nationalisten – hier mischen einige unangenehme Gestalten mit. Wer hat das Ehepaar getötet?

Ein ruhiger, intensiver Krimi über skrupellose Politik und die weitreichende Aktualität von Vergangenheit. Er beruht auf wahren Begebenheiten.

Andreas Pflüger: Endgültig 
Suhrkamp Verlag 2016, € 19,95

Die Hauptperson von „Endgültig“, einem deutschen Krimi der Spitzenklasse, ist Jenny Aaron. Sie ist Agentin einer Spezialeinheit der Polizei, bestens ausgebildet, kampferprobt und hochintelligent. Bei einem Einsatz für die Spezialeinheit in Barcelona muss sie ihren Partner schwerverletzt zurücklassen und wird bei einer Verfolgungsjagd angeschossen, eine Kugel trifft ihren Kopf. Durch diese Verletzung erblindet sie.

Mithilfe ihres Vaters, eines hochdekorierten ehemaligen GSG-9 Beamten, kämpft sie sich zurück ins Leben und landet als Vernehmungsexpertin beim BKA. Um ihre Blindheit zu kompensieren, hat sie sich eine außergewöhnlich scharfe Auffassungsfähigkeit aller anderen Sinne antrainiert.

Einige Jahre später wird sie von ihren früheren Kollegen um Hilfe gebeten. Ein verurteilter Frauenmörder, gegen den sie früher ermittelte, hat im Gefängnis eine Psychologin getötet. Schnell muss sie feststellen, dass der Mörder stärker mit ihrer Vergangenheit verstrickt ist, als sie dachte, und sie nicht zufällig zu diesem Fall gerufen wurde.

Unglaublich temporeich und dicht erzählt: Dieser Krimi lässt einen nicht mehr los, Hochspannung bis zur letzten Seite!

Viel Spaß beim Lesen, Ihre Birgit Jongebloed

Die Buchhandlung Funk existiert seit vielen Jahrzehnten in Bensberg und ist seitdem Bestandteil des kulturellen Lebens von Bergisch Gladbach. Mehr als zehn Jahre waren Pia Patt und Birgit Jongebloed bereits in der Buchhandlung Funk beschäftigt, als sie im Oktober 2015 das Geschäft von Almut Al-Yaqout übernahmen.

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Buchhandlung Funk

Pia Patt, geboren 1974 in Köln, verheiratet, 2 Katzen, wohnt in Lindlar. Sie wurde in der Buchhandlung Funk zur Buchhändlerin ausgebildet und interessiert sich besonders für Kinderbücher, Krimis, und Belletristik. Wenn sie nicht gerade liest, kümmert sie sich um ihren Garten oder feilt an ihren...

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