Aus dem Film: "Schwarz auf Weiß" (2009) - Wallraff als Kwami Ogonno

Aus dem Film „Schwarz auf Weiß” (2009)

Im Rahmen der Ausstellung „Schwarzarbeit” im Kunstmuseum Villa Zanders zeigt Günter Wallraff am Dienstag den 6.9. um 19:30 Uhr einen Ausschnitt aus dem Film „Schwarz auf Weiß” und liest aus seinen Reportagen. Im Anschluss folgt eine Diskussion.

Wohl kaum ein anderer Autor wird mit der Aufdeckung illegaler Arbeitsverhältnisse derart in Verbindung gebracht wie Günter Wallraff. Er steht seit Jahrzehnten für einen investigativen Journalismus, der packend über undurchsichtige Machenschaften berichtet. Im Schwedischen hat sich sogar das Verb “wallraffa” für die mit den Mitteln der Tarnung arbeitende Undercover-Reportage eingebürgert.

1942 in Burscheid geboren, verfasste Wallraff nach Abschluss einer Buchhändlerlehre schon früh seine ersten Reportagen. 1966 erschien “Wir brauchen dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben”, wo er seine in verschiedenen Betrieben gewonnenen Erfahrungen verarbeitet. Es folgen 1969 “13 unerwünschte Reportagen” mit ersten sogenannten Rollenreportagen, in denen er etwa über seine Erfahrungen in der Rolle eines Alkoholikers, eines Obdachlosen oder eines Chemiefabrikanten berichtet.

Foto: Christoph Hardt

Foto: Christoph Hardt

1973 erschienen die gemeinsam mit Bernd Engelmann verfaßte Reportagensammlung “Ihr da oben, wir da unten” und die in Zusammenarbeit mit Jens Hagen entstandene Chronik einer Industrieansiedlung “Was wollt ihr denn, ihr lebt ja noch”. 1975 folgte die Dokumentation einer 1974 in Athen durchgeführten Protestaktion Wallraffs gegen das griechische Obristen-Regime “Unser Faschismus nebenan. Griechenland gestern – ein Lehrstück für morgen”.

Besonderes Aufsehen erregte Wallraff mit seinen verdeckten Recherchen innerhalb der Redaktion der Bild-Zeitung in “Der Aufmacher. Der Mann, der bei Bild Hans Esser war” (1977). Als politisch wirksam erwies sich Wallraffs Reportage in der Rolle des Ali über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern: “Ganz unten” (1985) hatte in Deutschland eine Auflage von vier Millionen und wurde in 33 Sprachen übersetzt.

Dunkle Zeiten im Kunstmuseum Villa Zanders

Günter Wallraff testete auch die rassistischen Reaktionen der Deutschen auf einen Schwarzen. 2009 erschien sein Bericht über seine Erfahrungen als somalischer Flüchtling Kwami Ogonno im Reportageband “Aus der schönen neuen Welt – Expeditionen ins Landesinnere”, dem der Film “Schwarz auf Weiß” folgte.

Das gesamte Begleitprogramm zur Ausstellung „Schwarzarbeit” finden Sie hier.

Lesung mit Günter Wallraff – Kunstmuseum Villa Zanders
6. September., 19:30 Uhr
Karten inkl. Spende an die Günter-Wallraff-Stiftung:

25 Euro / 20 Euro für Mitglieder des Galerie+Schloss e.V.
10 Euro für Schüler und Studenten

Vorverkauf: Buchhandlung Funk, Schlossstr. 71, Bensberg (Tel. 02204-54016)
und im Kunstmuseum Villa Zanders (Tel. 02202-142356 oder -142334)

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Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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