Hartmut Schneider begleitet seit langem rechte Kundgebungen mit der Kamera. Auch beim Auftritt von AfD-Chef Meuthen und der voran gegangenen Gegendemonstration auf dem Marktplatz war der Bergisch Gladbacher dabei – wir dokumentieren die Fotos oben.

Am Rande der Veranstaltung  kam es zu zwei kleineren Zwischenfällen. Im Saal und vor der Tür.

Schneider war im Saal von AfD-Sicherheitsleuten angegangen worden. Ein Mann sei auf ihn zugestürzt und habe verlangt, die Kameras ausgehändigt zu bekommen, berichtet Schneider. Die Erklärung, dass man bei einer öffentlichen Versammlung akzeptieren müsse, auf Fotos zu erscheinen, führte zu Einschüchterungsversuchen. Der „Sicherheitsbeauftragte” der AfD, der seinen Namen nicht nannte, kontrollierte Schneiders Presseausweis und verlangte, die Kameras überprüfen zu können. Ein Ring von Sicherheitsleuten hielt den Fotografen fest.

Erst nach einigem Hin und Her und dem Verweis auf die Polizei, die vor dem Bürgerhaus stand, wurde Schneider frei gelassen. Zwei Polizisten überprüften Schneiders Personalien und Presseausweis. Eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung nahmen sie laut Schneider nur zögerlich auf. Als erfahrener Fotograf, so die Polizisten, müsse Schneider doch sehen, dass der „Sicherheitsbeauftragte” ein Laie und mit Presse- und Persönlichkeitsrechten nicht so vertraut sei.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Anzeige. Die AfD sei demnach mit sieben eigenen Security-Leuten im Löwen gewesen, plus den persönlichen Bewachern von Jörg Meuthen.

Vor der Tür war die Polizei nicht nur mit örtlichen Kräften auf dem Konrad-Adenauer-Platz, sondern hatte Verstärkung von einem Zug der Bereitschaftspolizei mit etwa 50 Beamten erhalten. Diese waren kurzfristig eingesetzt worden, nachdem Patrick Graf als Anmelder der Kundgebung die Zahl der Teilnehmer noch am Nachmittag von 50 auf 300 hoch gesetzt hatte.

Tatsächlich wurde die Bereitschaftspolizei kurz eingesetzt, als ein Trupp von 17 Gegendemonstranten von der Laurentiuskirche vor die Tür des Bergischen Löwen zog. Aufforderungen, den Platz zwischen Löwen und Villa Zanders zu räumen, kamen sie nicht nach. Daher wurden sie von den Bereitschaftspolizisten auf einen Abstand von 50 Meter abgedrängt, berichtet ein Polizeisprecher.

Das sei nötig gewesen, um mögliche Konflikte zwischen Besuchern der Veranstaltung und den Gegendemonstranten zu vermeiden. Die Störer hätten noch kurz versucht, Katz und Maus zu spielen und über die Tiefgarage oder den Park der Villa Zanders an den Eingang heran zu kommen, hätten aber schnell aufgegeben.

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8 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Schneider,

    selbstverständlich entschuldige ich mich bei Ihnen. Diese Geschichte ist mir so zugetragen worden, und da es eine ähnliche wirkende Ablauf bei einer AfD-Bundesveranstaltung vor einigen Monaten gab, als viele Einzelfotos von einem Fotografen mit gefälschtem Ausweis gemacht wurden, um sie auf linksextremen Internetseiten zu veröffentlichen.
    Das war offensichtlich der Hintergrund der Überreaktion gegen Ihre Person.

    Es tut mir sehr leid für die Unannehmlichkeiten, die Sie erlitten haben, aber ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um aufzuzeigen wie der AfD gegenüber ebenso Dinge einfach in den Raum gestellt werden. Aber nicht wie in meinem Fall, weil ich es nicht besser wusste sondern doch eher bewusst. “AfD fotografierte kritische Fragesteller”. Das stimmt absolut nicht. Vielleicht haben sogar Sie diese “kritischen Fragesteller” im Rahmen Ihrer Gesamtdokumentation fotografiert (s. auch Fotos hier).

    Herr Schneider, ich hoffe Sie können mit dieser Entschuldigung leben. Sie haben Ihren Job gemacht und irgendjemand hat überreagiert. Und ich habe es geglaubt, weil es diesen Fall schon einmal gab. Tut mir leid.

    Viele Grüße

  2. Erst heute lese ich die Kommentare zu dem Artikel, der mich betrifft.

    Lieber Manni,
    mit ihrem unsäglichen Kommentar bewegen sie sich genau auf der Ebene, die die AfD als Politik verkaufen will.
    Unterstellungen, Lügen, willkürliche Interpretation vermeintlicher Fakten usw.

    Ohne irgendein Indiz oder gar Faktum versuchen sie den Eindruck zu erwecken, ich hätte “jeden” Besucher fotografieren wollen, ich hätte möglicherweise einen gefälschten Presseausweis und stellen die Frage, wozu ich “Einzelfotos” brauche.

    Die Realität sieht so aus, dass ich nicht ein einziges Einzelfoto gemacht habe von Leuten, die nicht am Rednerpult waren, auch nicht – wie fälschlich vom Stadt-Anzeiger berichtet von Securityleuten. Daraus ergibt sich, dass ich nicht “jeden” Besucher fotografieren wollte. Mein Presseausweis in Verbindung mit meinem Personalausweis wurde bei der Eingangskontrolle akzeptiert und später von der Polizei ebenfalls als gültig registriert.

    Wenn sie Anstand besitzen, sollten sie sich für ihre unberechtigten Verdächtigungen entschuldigen.

  3. Ich helfe @Manni da gern auf die Sprünge bei der Einordnung und zitiere hierzu den gestern veröffentlichten Artikel vom Kölner-Stadt-Anzeiger:

    “Polizeisprecher Richard Barz bestätigte den Vorgang im Grundsatz. Gegen 22 Uhr am Dienstagabend hätten in dem Saal zunächst AfD-Anhänger Personen aus dem Publikum, die kritische Fragen an AfD-Chef Jörg Meuthen formuliert hätten, fotografiert. Daraufhin habe der Fotograf die AfD-Ordner abgelichtet, was diese wiederum nicht hätten hinnehmen wollen. Die Ordner hätten den Fotografen mehrere Minuten festgehalten, woraufhin der Mann Anzeige wegen Nötigung und Freiheitsberaubung erstattet habe.”

    – Quelle: http://www.ksta.de/24851516 ©2016

    Meine Fragen nun:
    Wozu braucht die AfD Einzelfotos von kritische Fragen stellenden Anwesenden?
    Ist wirklich jede Frage willkommen, wenn die Fragesteller_Innen dabei fotografiert werden?

    Im Sinne des fairen, sachlichen Meinungsaustauschs bitte ich um Antworten, die nicht auf die üblichen Unterstellungen zum Thema Presse hinaus laufen.

    Schönen Abend noch!

  4. @Manni „Es soll jemanden gegeben haben, der …” Sie schüren Gerüchte, die Sie zwei Sätze später dann schon als Fakt darstellen. Und das auch noch aus der Anonymität heraus. Nennen Sie die Quelle und Ihren Namen, dann können wir der Sache nachgehen.

  5. Sehr geehrter Herr Havermann,

    in der AfD gibt es keine unliebsamen Fragen. Jede Frage ist und war auch bei Prof. Meuthen willkommen und wurde ruhig und sachlich beantwortet. Für einige Fragen gab es sogar Beifall aus dem Plenum. Können Sie sich das vorstellen? Allerdings braucht ein Diskurs auf Augenhöhe keine Begriffe wie “braun” , “Volkstümler” oder Assoziationen zu 1933. Was soll das bezwecken?
    Und die sehr souveräne Arbeit der Polizei mit “schlimmen Gerüchen” zu verbinden, finde ich einfach unangebracht.

    Ansonsten, willkommen zum sachlichen und fairen Meinungsaustausch.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
    Viele Grüße

  6. Auch “Manni” traut sich nicht, unter seinem vollen Namen zu schreiben, feige. Aus welcher Ecke er kommt, ist ersichtlich. Einen ausgewiesenen Pressefotographen an seiner Arbeit zu hindern, ihn anzugehen und festzuhalten, ist nur bei den Braunen üblich. Man sollte lesen und kapieren können, Manni, bevor man Herrn Schneider u.a. mit der Frage kritisiert, wofür er Einzelfotos braucht. Einzelfotos wurden durch die AFD von den Menschen gemacht, die unliebsame Fragen stellten, eine Vorgehensweise, die auch 1933 hätte geschehen können. Warum wohl dokumentiert der Fotograph so oft wie möglich rechte Versammlungen, Manni? Damit diese Volktümler hinterher keine Unwahrheiten verbreiten können, wie das oft geschieht. Dass die Polizei eher zögerlich mit der Anzeige Herrn Schneiders umging, hat einen schlimmen Geruch.

  7. Es soll jemanden gegeben haben, der jeden einzelnen AfD-Besucher fotografieren wollte. War das dieser Herr? Eventuell auch noch mit falschem Ausweis?

    Dieser Satz könnte dafür sprechen:
    “Hartmut Schneider begleitet seit langem rechte Kundgebungen mit der Kamera.”

    Dann wird wohl im Sinne des Schutzes der Anwesenden richtig gehandelt worden sein.

    Wozu braucht er Einzelfotos?

  8. Hallo …
    bekomme leider mit Ubuntu als Betriebssystem
    und Firefox als Browser die Meldung :
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