Das frühere Lowencenter an der Schlossstraße in Bensberg steht seit Jahren leer

Bürgermeister Lutz Urbach hat bestätigt, dass der Eigentümer Centerscape neue Pläne für die geplante Marktgalerie in Bensberg vorgelegt hat. Dabei verzichte das Unternehmen auf den bislang vorgesehenen Abriss des alten Betonklotzes Loewencenter, die Höhe und Fläche des Gebäudes werde erheblich reduziert. Über dieses grundsätzliche Kehrtwende hatte das Bürgerportal Anfang der Woche bereits berichtet.

Nach Angaben des Bürgermeisters befinde sich Centerscape in einer intensiven Abstimmung mit der Stadtverwaltung. Der neue Gestaltungsbeirat der Stadt habe sich am Mittwoch mit dem Thema befasst und einige Änderungsvorschläge gemacht, die der von Centerscape beauftragte Architekt positiv aufgenommen habe, sagt Urbach in der Ratssitzung am Donnerstag.

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Laut Urbach sehen die neuen Pläne der Marktgalerie vor, dass die Front zur Schlossstraße nur noch dreigeschossig wird; hier waren zuletzt vier Geschosse plus Aufbau vorgesehen gewesen. Die für den Einzelhandels vorgesehenen Flächen würden von 5000 auf rund 4000 Quadratmeter reduziert.

Da das neue Projekt das Volumen des alten Loewencenters nicht wesentlich überschreite gehe die Stadtverwaltung davon aus, dass das Projekt auf der Grundlage des alten Bebauungsplans genehmigt werden kann. Die Stadt werde aber sicher stellen, dass die in der Zwischenzeit neu aufgestellten städtebaulichen Zielsetzungen eingehalten werden. Die Pläne sollen in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses Anfang Dezember vorgestellt werden.

Centerscape nimmt neuen Anlauf für die Marktgalerie

Centerscape hatte die Marktgalerie mehrfach neu konzipiert, war aber letztlich an der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Anwohner für das Riesenprojekt gescheitert. Im Frühjahr hatte der Investitionsfonds versucht, das ganze Objekt an einen mittelständischen Projektentwickler zu verkaufen, ebenfalls ohne Erfolg.

In Bensberg argumentieren Architekten und Immobilienfachleute seit langem, dass der teure Abriss des Loewencenters die Centerscape-Pläne unrentabel machen und plädieren für eine sogenannte Revitalisierung des alten Gebäudes.

Die unendliche Geschichte der Marktgalerie in Bensberg

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Heute wird in der Presse (siehe KStA) berichtet, dass die neue Marktgalerie im Oktober 2018 eröffnet werden soll. So weit so gut. Quasi en passant wird dabei eingestanden, man habe sich hinsichtlich der benötigten Deckenhöhe verrechnet. Zur Erinnerung: Mit das wichtigste Argument für den ursprünglich geplanten Komplettabriss und Neubau des Gebäudes war die Aussage, dass die derzeitige Deckenhöhe für die unterzubringende Technik nicht ausreichen würde. Dies war von den Kritikern wiederholt angezweifelt worden. Und wenn man sich die alten Neubaupläne anschaut, gab es da auch tatsächlich keinen Unterschied zur bisherigen Situation. Auch das ist von den Kritikern vorgetragen worden.
    Von daher müsste es eigentlich heißen: Centerscape hat sich nicht verrechnet, sondern die Bürger und die Verwaltung – ich muss es mal bewusst so ausdrücken – vorsätzlich vorgeführt und falsch informiert, wobei ich eigentlich nur schwer glauben kann, dass die Verwaltung die Abweichung von Aussage und Neubauplanung nicht realisiert hat.
    Das Verhalten von Centerscape ist alles andere als vertrauensbildend.
    Mal schauen, was die Firma tun wird, um dieses ramponierte Image wieder aufzubessern.