Der Leerstand im Herzen von Bensberg wird nur notdürftig kaschiert

Der Leerstand im Herzen von Bensberg wird nur notdürftig kaschiert

Nach dem gescheiterten Versuch, das leerstehende Loewencenter mitten in Bensberg zu verkaufen, arbeitet der Eigentümer Centerscape jetzt wieder „mit Hochdruck” an Plänen, das Projekt „Marktgalerie” doch noch selbst umzusetzen. Das Projektteam sei dabei, das neue Konzept mit der Stadtverwaltung und den Anwohner abzustimmen, sagte Centerscape-Vertreter Steffen Mittag jetzt dem Bürgerportal.

„Wir mussten von Grund auf neu anfangen”

Mittag kümmert sich als Entwicklungskoordinator in der Centerscape-Niederlassung Nürnberg gemeinsam mit Niederlassungsleiter Thomas von Einem und Bauleiter Engelbert Leibl um den Problemfall  Marktgalerie: „Alleine ist das nicht zu bewältigen, wir mussten ja von Grund auf neu anfangen.”

Die unendliche Geschichte der Marktgalerie in Bensberg

Der Investmentfonds Centerscape war 2015 mit seinen Plänen auf Grund gelaufen; zuletzt hatte sich herausgestellt, dass für eine geplante Verankerung des Baukörpers im Fels unter der Kadettenstraße Grundstücke von Anwohnern notwendig waren, die aber nicht verkaufen wollten. Daneben gab es diverse Klagen – und Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Konzeptes.

Danach hatte Centerscape an die mittelständische List-Gruppe verkaufen wollen; doch die war rasch wieder aus den Verhandlungen ausgestiegen.

Revitalisierung – das neue alte Zauberwort

Wie gründlich die aktuelle Neuplanung von Centerscape tatsächlich ist, bleibt vorerst offen. Weder zu den Inhalten des neuen Konzeptes noch zum Zeitplan macht Projektleiter Steffen Angaben. In der Händlerschaft vor Ort kursieren Hinweise, dass sich Centerscape noch im Oktober öffentlich erklären wolle.

Unter Umständen könnte Centerscape auf den teuren Abriss der Betonruine verzichten und sich auf eine Revitalisierung der bestehenden Struktur einlassen. Damit würde der Investor nicht nur Kosten sparen, sondern auch das Genehmigungsverfahren abkürzen.

Lokale Experten wie der Architekt Michael Neuendorff, der bereits 2011 und 2013 entsprechende Pläne vorlegte, plädieren seit langem für diesen Ansatz.

Weitere Bensberger Akteure haben sich in den vergangenen Monaten zudem Gedanken über eine alternative Finanzierung eines neues Konzeptes Gedanken gemacht, für den Fall, dass Centerscape erneut aufgibt. Aber jetzt liegt der Ball – wahrscheinlich zum letzten Mal – bei dem Projektteam in Nürnberg.

Lesen Sie mehr, reden Sie mit:

Facebook-Debatte zum Thema

Noch eine Facebook-Debatte: Markthalle statt Marktgalerie 

Eine neue Chance für Bensbergs City

Neuendorff legt nach: Denkanstoß 2 für Bensberg

Grandioser Entwurf für die Bensberger City

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich freue mich sehr darüber,, dass Centerscape ganz offensichtlich auf den Pfad der (wirtschaftlichen) Vernunft (zurück)gefunden hat. Bei der Verwaltung, und hier insbesondere bei unserem BM Lutz Urbach dürfte die Erleichterung riesengroß sein.

    Aber vor zuviel Euphorie sollten wir uns in acht nehmen. Centerscape muss nämlich erst einmal das in der Vergangenheit verspielte Vertrauen zurückgewinnen.
    Und das bedeutet: Klare und offene Kommunikation, ehrlicher Umgang aller Beteiligten mit- und untereinander in einem möglichst transparenten Verfahren, also unter Einbezug der Bürger, die das Vorhaben begeistern muss, damit es letztlich auch wirtschaftlich zu einem großen Erfolg wird.

    Und eines ist auch klar: Die nächste gelbe Karte für Centerscape würde zum Platzverweis führen.

  2. Zum Glück haben sich ja mittlerweile für Centerscape einige Randbedingungen geändert und man kann hoffen, dass diese auch berücksichtigt werden:
    – Centerscape, die Politik und Verwaltung dürften zur Kenntnis genommen haben, dass ein großer Teil der Bürgerschaft einen monströsen Fremdkörper in der Bensberger Innenstadt kategorisch ablehnt und die Anlehnung an die vorhandene Baustruktur und deren teilweise Einplanung bevorzugt.
    – Centerscape dürfte eingesehen haben, dass sich ihr einst angekündigtes „Nicht kleckern, sondern klotzen“ Totalabriss-/ Neubauprojekt nicht markt- und bedarfsgerecht rechnen lässt und dass wir alle, einschließlich CS, froh sein können, dass die Verunstaltung von Bensberg durch diese Erkenntnis, vielleicht aber auch erst durch eine juristische Notbremse verhindert wurde,
    – Die Bürgerbeteiligung zum InHK Bensberg hat sicherlich zu einer Sensibilisierung aller Meinungsbildner und Entscheidungsträger geführt.
    – Und ganz wichtig: dieses Mal wird sicherlich der städtebauliche Aspekt vom neu geschaffenen Gestaltungsbeirat bewertet und angemessen berücksichtigt.