Die Fußgängerzone in der Innenstadt von Bergisch Gladbach

Im Oktober letzten Jahres haben die Bezirksvertretung Innenstadt und der Verkehrsausschuss die Öffnung der Fußgängerzonen rund um den Dom, der Hohe Straße und der Schildergasse von 20 Uhr abends bis 11 Uhr morgens beschlossen. Dies wurde nun von der Verwaltung umgesetzt. Sonn- und feiertags sowie an einigen Passagen auch werktags werden die Straßen sogar ganztägig geöffnet.

Diese Meldung des ADFC Köln im Oktober 2016 bezog sich leider nur auf die Mini-Fußgängerzone in der Kleinstadt Köln. In der Großstadt Bergisch Gladbach mit ihrer gigantischen Fußgängerzone wäre dies natürlich undenkbar ;-)

So – Scherz beiseite. Die vollständige Öffnung der Fußgängerzone ist Bestandteil des von den zuständigen Ratsausschüssen beschlossenen Mobilitätskonzeptes MobiK GL. Eine von etlichen für 2017 geplanten Einzelmaßnahmen, die vom Rat noch im Detail abgesegnet werden muss, offenbar allerdings noch nicht konkret vorbereitet wird.

Zwischenzeitlich hat die Stadt bekanntlich die Monsterbaustelle „Strunde hoch vier“ angestoßen, was sicher alle Verkehrsteilnehmer nervt.

Aber insbesondere die Radfahrer sind durch die verengten Wege gefährdet und suchen derzeit wöchentlich neue Wege durch die Stadt. Hier wäre es äußerst hilfreich, die Fußgängerzone schon jetzt zeitweise für den Radverkehr und damit eine fahrradtaugliche Ost-West-Achse für den Berufsverkehr zu eröffnen.

Es ist nicht einzusehen, weshalb gegenwärtig zur Anlieferzeit bis zu 200 Pkw und Lkw ganz legal durch Fußgängerzone fahren dürfen, es den Radfahrern aber unter Strafandrohung untersagt ist!

Der ADFC fordert hiermit die Stadtverwaltung eindringlich auf, baldmöglichst konkrete Planungen zur Öffnung der Fußgängerzone vorzulegen und plädiert dafür,  die geplante vorläufige und zeitlich begrenzte Öffnung der Fußgängerzone vorzuziehen.

Dies dient der Entlastung des Straßenverkehrs, der Erhöhung der Verkehrssicherheit und gleichzeitig der Verbesserung des Fahrradklimas in Bergisch Gladbach.

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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8 Kommentare

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  1. Fahrradfahrer haben auf Zebrastreifen, anders als Fußgänger, keine Vorrechte. Daher ist es empfehlenswert, abzusteigen und sein Fahrrad zu schieben. Für Autofahrer sieht das so aus, als würde der Radfahrer die Straße extra langsam überqueren. Mit fahren wäre er ja viel schneller. Das ist die Folge einer 6unangepaßten Rechtslage. Radfahrer haben sich das nicht ausgedacht.

  2. sometimes it’s hard to find the words to say … im pseudo-duell kfz vs. fahrrad sind auf dem zebrasteifen beide gleichberechtigt … d.h. beide muessen aufeinander aufpassen !

    du gehn weg oder ich fahrn dich um … geht nicht / nogo !

  3. Hallo mareike maleike,

    ich habe von mangelnder Rücksicht geschrieben und nicht das Radfahrer zwingend absteigen müssen. Hier die Informationen der Polizei (https://www.polizei.nrw.de/hamm/artikel__9601.html) in Auszügen:

    Oft sind Radfahrer der Ansicht, dass sie einen Fußgängerüberweg, oder umgangssprachlich Zebrastreifen, mit dem gleichen Vorrecht überfahren dürfen, wie Fußgänger oder Rollstuhlfahrer. Dies ist leider ein Irrtum.
    […]
    Der Irrtum einiger Radfahrer, einen Zebrastreifen mit dem gleichen Vorrecht überqueren zu dürfen wie Fußgänger oder Rollstuhlfahrer, kann zu brenzligen Situationen führen. Denn für andere Verkehrsteilnehmer ist es schwerer und erst spät zu erkennen, ob ein fahrender Radfahrer einen Zebrastreifen überqueren möchte oder nicht. Kommt es in einer solchen Situation zu einem Unfall, droht dem Radfahrer eine Mitschuld.
    [….]
    Ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro droht, wenn herannahende Fahrzeugführer wegen eines kreuzenden Radfahrers ihre Fahrt verlangsamen oder unterbrechen müssen. Denn dadurch begehen Radfahrer eine vermeidbare Behinderung. Gleiches gilt für Radfahrer, die ohne anzuhalten und mit erhöhter Geschwindigkeit den Zebrastreifen bei gleichzeitiger Nutzung durch Fußgänger, Kranken- oder Rollstuhlfahrer befahren. Auch sie müssen mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Denn von Radfahrern wird erwartetet, dass sie Rücksicht nehmen auf die anderen Verkehrsteilnehmer und zum Beispiel absteigen oder zumindest mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
    […]
    Absteigen müssen Radfahrer zur Überquerung des Fußgängerüberweges also nicht zwangsläufig. Dann müssen sie aber einige Spielregeln befolgen. Gelangt der fahrende Radfahrer an die Querungsstelle, so empfiehlt es sich, sich den Zebrastreifen „wegzudenken“. Mit dem Bewusstsein, keine Vorrechte zu haben, gegebenenfalls bevorrechtigten Verkehrsteilnehmern Vorrang und Vorfahrt zu gewähren und mit einem angepassten Fahrstil können sie den Fußgängerüberweg fahrend passieren.

  4. … see §26 (1) stvo fuszgaenger ueberwege

    … nirgendwo ! steht in der stvo, dasz man sein fahrrad ueber den zebrastreifen schieben musz … !

    die situation beruht auf §1 stvo … gegenseitiger ruecksichtnahme !

  5. Es ist richtig, dass viele Fußgängerzonen in vielen Städten für Fahrräder frei sind, und das seit vielen Jahren. In ebenso vielen scheint es wie in BGL zu sein: Fahrradfahrer sind wenig rücksichtsvoll, nutzen Fußgängerzonen, um schnell vorwärts zu kommen und behindern mit ihren Zickzackfahrten vor allem in Stoßzeiten die Zone, die eigentlich – oder ist der Wortsinn ein anderer? – für Fußgänger angelegt wurde. Ziegerichtetes Einkaufen oder gemütliches Flanieren ist nicht mehr möglich.

  6. Dann sollten die besagten Radfahrer aber auch bitte darauf achten, dass sie am >Fußgänger<überweg am Drieser Kreisel absteigen oder wenigstens äußerst vorsichtig die Straße queren! Manche fahren leider durch ohne zu schauen! Radfahrer haben eigentlich KEIN Vorrecht an einem Zebrastreifen. Nur leider wissen sie das nicht. Ganz im Gegenteil: Sie sind in solchen Situationen teilweise unberechenbar. Und wenn es dann mal knallt sind wieder die bösen Autofahrer schuldig.

  7. Das wäre toll, wenn schon so wie viele andere Städte auch, wir Bergisch Gladbacher ein gutes Miteinander, Fußgänger und Radfahrer in der Fußgängerzone schaffen würden!
    Platz ist genug.
    So ist doch jedes Fahrrad ein Auto auf der Straße weniger und ein freier Parkplatz mehr.