„An der Gohrsmühle” Richtung Driescher Kreuz: drei Autospuren, kein Radweg. © ADFC/B. Werheid

Die Straße „An der Gohrsmühle“ braucht auf der nördlichen Seite einen Fahrradweg, und zwar einen Zweirichtungsradweg. Die Situation, dass Fahrradfahrer vor dem Driescher Kreuz auf den Bürgersteig gedrängt werden, ist nicht mehr zumutbar.

Der Versuch, Fahrradfahrer von der Innenstadtseite aus auf die gegenüberliegende 4- bis 7-spurige Fahrbahn zu nötigen, wenn sie in West-Ost-Richtung fahren, ist absolut realitätsfremd. Die Praxis zeigt: Kein Radler fährt, muss er von der Poststraße zur Post oder in die Innenstadt, den regulären Radweg. Das wäre ein nicht zumutbarer Umweg, und heute in der Baustellensituation auch weltfremd (denn man weiß nicht, wo man da landet).

Der Zeitpunkt ist günstig. Jetzt müssen die richtigen Weichen für die Zukunft in Bergisch Gladbach gestellt werden. Das Mobilitätskonzept (Mobik GL) der Stadt gibt die richtigen Vorlagen. Wenn Radwege nicht jetzt realisiert werden, wann dann? Vor allen sichere Radwege bringen Verkehrsteilnehmer dazu, auf 4 Räder zu verzichten und sich mit 2 Rädern zu begnügen und auch noch Spaß an der Fortbewegung zu haben.

In Ost-West Richtung braucht hier der Kraftverkehr keine zwei Fahrspuren – außer einer Busspur – aber damit kommen die Radfahrer schon klar. Auf der gegenüberliegenden Fahrspur ist heute schon die Busspur eingerichtet – also alles Grün.

Der ADFC fordert mit allem Nachdruck, endlich wach zu werden und das MobiK GL zu leben und voranzutreiben. Alles für ein lebenswertes Leben in Bergisch Gladbach und die Einsicht, dass es so wie bisher geplant nicht mehr weitergeht.

Ach ja – demnächst reden wir über Feinstaub und CO2 und wirklich gute Lösungen für Radverkehr in unserer Stadt. Und vielleicht kriegen wir auch noch einen Radweg zu unserer Radstation – dahin müssen wir das Bike schieben (was aber auch niemand macht).

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Bernhard Werheid

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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6 Kommentare

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  1. Die von Euch angesprochene “Protected Bike Lane” in Köln war ein stundenweiser Versuch für einen geschützen “Einrichtungs”-Radweg. Diesen könnte man vom Driescher Kreisel bis zur Schnabelsmühle in Fahrtrichtung Kürten halbwegs sicher realisieren. Da stört eigentlich nur die Zufahrt zum Zanders Gelände und derzeit noch die Haltestelle. Davon ist aber keinem Radfahrer, der in die Innenstadt möchte geholfen, weil er die jetzigen Querungshilfen sowieso nutzen muss.

    In Gegenrichtung sind zu viele Ein/ Ausfahrten und Knotenpunkte, die einen geschützten Bereich, wie ihr diesen möchtet, unmöglich machen. Ein “normaler” Radfahrer sollte eigentlich die StvO kennen und sich daran halten. Wenn die Mehrheit der Radfahrer hier als Geisterfahrer unterwegs sein möchte, muss die Stadt bzw. die Polizei dort ordentlich kontrollieren um die paar wenigen Radfahrer, die Gesetzeskonform fahren, zu schützen. Diese haben schon genug mit dem Querenden KFZ Verkehr dort zu tun.

  2. Radverkehr an der Gohrsmühle: Kurze Wege vs. Lange Wege
    Es ist offensichtlich, dass die Situation für Radfahrer an der Gohrsmühle zwischen Schnabelsmühle und Driescher Kreuz sowohl für die Ost-West- als auch die West-Ost-Richtung unzumutbar ist. Die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer als Lösungsvorschlag wurde interessanterweise von Holger M. schon 2011 als Petition eingebracht, aber leider abgelehnt und scheint mir auch aktuell als Wiederauflage im MobiK noch nicht gesichert.
    Stattdessen bürgern sich die von Mike Gürgens beklagten „falschen“ kurzen Wege der „Geisterradler“ ein, z.B. an der Gohrsmühle, die ja auch im weiteren Verlauf der Ost-West-Fahrer zwischen unterer Hauptstr. und Cederwaldstr. häufig anzutreffen sind. Die Alternative von längeren, aber sichereren Wegen, ist prinzipiell richtig, geht aber in der Praxis an der „Denke“ vieler normaler Radfahrern vorbei und scheitert auch an der extrem schlechten Wegweisung und den fehlenden Ortskenntnissen. Der gut gemeinte Versuch der Polizei, das Problem mit Aufklärung wie „Fahr fair“ zu lösen oder Forderungen nach mehr Kontrollen und Bußgeldern helfen bei Geisterradlern m.E. auch nicht weiter.
    Das Problem an der Gohrsmühle und am Driescher Kreuz kann nur durch Investitionen in einen Ausbau des Radwegenetzes gelöst werden. Wie Bernhard Werheid richtig vermerkt, ist der verfügbare Verkehrsraum in diesen beiden Bereichen mit mehrspurigen Straßen riesig, er ist aber einseitig für den Autoverkehr optimiert worden. Durch die von ihm vorgeschlagene einspurige Autostraßenführung in diesem Bereich ließe sich sicherlich eine gute technische Lösung für Radfahrer erzielen, z.B. geschützte Fahrradstreifen ähnlich wie die aktuellen Protected Bike Lanes in Köln.
    Interessanterweise ist in dem vom Rat verabschiedeten Mobilkonzept der Bereich an der Gohrsmühle nur an einer Stelle erwähnt, nämlich auf Seite 47 als 3. Unfallschwerpunkt (sic!), direkt hinter dem 2. Unfallschwerpunkt untere Hauptstraße. Für die untere Hauptstr. hat das MobiK auf S. 54 zumindest 2 Vorschläge parat:
    1. „Kurzer Weg“ gegen die Einbahnstraße, aber bereits von der Politik verworfen wegen Kosten von 380.000€.
    2. Alternative Führung nördlich am Driescher Kreisel vorbei über die Kalkstr. und einseitigen Schutzstreifen als „langer Weg“, der mit Polizei, Ordnungsamt und Verkehrsflächenabteilung als Detailplanung zu besprechen sei. Nur eine wirklich gute Lösung kann hier abhelfen und bei den Radlern Akzeptanz für den Umweg schaffen. Zeitlicher Horizont ist lt. MobiK 2018(?), aufgrund der vielen „Caveats“ wurde eine Kostenschätzung gar nicht versucht. Daher ist es vermutlich auch von Planung bis Realisierung ein „langer Weg“ und der Weg kann mit finanziellen Argumenten vermutlich schnell verschüttet werden, da Investitionen im unteren 6-Stelligen Bereich für den Radverkehr anscheinend indiskutabel sind? (zum Vergleich: Kosten für Strunde hoch 4: mehr als 24 Mio €!).
    Fazit: Das finanzielle Argument (und der Wegfall von Parkplätzen) wird immer wieder gerne als Karte gezogen, um Verbesserungen in der Fahrradinfrastruktur zu hintertreiben. Im Dezember wird vom Stadrat der Gladbacher Haushalt für 2017 nachjustiert. Ich bin gespannt, welche Prioritäten dann die Maßnahmen aus dem MobiK erhalten werden!

  3. Ich kann den Ausführungen von Mike Gürgens und Thomas Bolder nur zustimmen.

    Gerade dieser kurze Abschnitt ist mit so vielen Einfahrten versehen, dass
    ein Radweg die Gefahr für extrem erhöht. Vor Anlage der Baustelle
    an der Schnabelsmühle konnten regelmäßig Unfallberichte von
    Zusammenstößen zwischen Radfahren und KFZs in diesem Bereich
    in der Polizeipresse gelesen werden.

    U.a. deshalb, weil es dort m.E. keine sinnvolle Möglichkeit einer gesonderten
    Radverkehrsführung geben kann, da Zweirichtungswege an Einmündungen
    ein bis zu 12mal erhötes Unfallrisiko haben, hatte ich im September 2011
    in einer Petition die Freigabe der Fußgängerzone für den Radverkehr gefordert.

    Zitat aus meiner Ansprache:

    “””
    Man kann aus dem Trotzenburgweg nur in Richtung Westen abbiegen, da der Tunnel
    ein Überqueren der Gohrsmühle unmöglich macht. Entweder auf dem unzumutbaren
    Radweg, oder aber auf der 2-spurigen Fahrbahn. Bis zur Poststraße sollte man sich
    dann allerdings auf der linken (3.) Abbiegespur einsortiert haben um dort mittels U-
    Turn wieder in die richtige Richtung zu gelangen. Hier gibt es erneut einen Radweg,
    der allen Regeln der Kunst wiederspricht. Bei Nässe oder Dämmerung ist sein Verlauf
    an der alten Bushaltestelle noch nicht einmal mehr zu erkennen. Wenn man nun die
    Bensberger Str. gequert hat, geht es noch ein wenig auf der Fahrbahn bis zur Ampel
    am Quirls – danach entspannt sich die Situation wieder.
    In den Augen der Stadtverwaltung sieht so ein für Radfahrer gut erschlossener Be-
    reich aus.
    Wenn man wenigstens die schwach besuchte östliche Fußgängerzone befahren dürfte,
    so könnte man zumindest durch die Durchfahrt am Stadthaus bis zur Post gelangen.
    Auf dem Rückweg könnte man bis zur Kreuzung Schnabelsmühle fahren und die dortige
    Fußgängerampel mit 5m schieben als Querungshilfe erreichen.
    Meine Tochter darf übrigens genau so fahren!
    “””

    Das abschliessende Argument der Stadt gegen die Freigabe der Fußgängerzone lautete:

    “””
    Die vorgeschlagene Regelung widerspräche auch allen Überlegungen, die über
    mehrere Jahre in Sachen Regionale angestellt wurden.

    Die Verwaltung empfiehlt daher, der Anregung nicht zu folgen.
    “””
    http://holger.outgesourced.org/site_media/uploads/pdf/0164_2011_antrag_gem_sect_24_go.pdf

    Man fragt sich, was die dort überlegt haben?

  4. Separierte Radspuren “separated bike lanes” wie sie in den USA/Kanada mehr und mehr in die Großstädte (wie zB. in Vancouver, Portland, Chicago etc.) Einzug erhalten – sind eine großartige Sache, fördert den Radverkehr und verleiht ein positives Sicherheitsgefühl.

    Siehe hier: https://momentummag.com/wp-content/uploads/2015/01/lajnsf.jpg

    Jedoch ohne ein ganzheitliches Straßendesignkonzept sind “separated bike lanes” eins zu eins auf Bergisch Gladbach nicht so einfach übertragbar. Um einen separierten Zweirichtungsradweg für den Radverkehr tatsächlich attraktiv und sicher zu gestalten müssen Querungen vom motorisiertem Verkehr so weit es geht vermieden werden. Auch würde es nicht ausreichen diese separierte Zweirichtungsspur für den Radverkehr nur auf 200-300 m (quasi bis zur nächsten Ein/Ausfahrt) zu beschränken. Ich denke, dass eine breite Rad-Einrichtungspur realisierbarer wäre für die Gohrsmühle.

  5. Diese Forderung ist nicht gut durchdacht worden. Genau in dem Bereich gibt es viele Ein-Ausfahrten, die stark frequentiert werden. Neben Parkhaus und Parkplätzen kommen noch mehrere Zufahrten hinzu. Vom Driescher Kreisel zur Poststraße ist ein viel zu schmaler Gehweg, der nur in Fahrtrichtung für “Radfahrer frei” gegeben wurde. Auf diesen kann man nicht gedrängt werden da man den Gehweg, von West nach Ost, nicht befahren darf. Wer zur Post möchte, kann immer noch ein gutes Stück legal und sicher über die Stationsstraße fahren und dann die FGZ (derzeit noch zu Fuß) queren.
    Die Idee ist zwar verlockend aber generell abzulehnen. Selbst wenn man eine Fahrspur für “einen separierten Radweg” nutzen würde, empfiehlt es sich diesen nur als Einrichtungsweg zu gestalten, da ansonsten weiteres Konfliktpotential geschaffen wird. Bei einer kombinierten Radweg/ Busspur schließt sich das “Gegen die Richtung fahren” ebenso aus. Nicht an jeder Stelle ist ein “kurzer Weg” das richtige. Auch nicht für Radfahrer.

  6. Radweg? Wo werden Radfahrer vor dem Driescher Kreuz auf einen Radweg gedrängt? Da ist ein Fußgänger Weg mit Radfahrer frei Schild. Hier kann ich nur empfehlen sehr präsent auf der Straße zu fahren.