Nael Salman, ehemals Bürgermeister und heute Ratsmitglied in Beit Jala, zeigt, wo die neuen Wohneinheiten entstehen sollen

Nael Salman, ehemals Bürgermeister und heute Ratsmitglied in Beit Jala,
zeigt, wo die neuen Wohneinheiten entstehen sollen

Die Bürger in Bergisch Gladbachs palästinensischer Partnerstadt Beit Jala sind tief beunruhigt: Israel hat den Bau weiterer 181 Wohneinheiten auf palästinensischem Territorium genehmigt. Das bestätigten jetzt auch internationale Medienberichte. Die Baumaßnahmen erweitern die jüdische Siedlung Gilo zulasten Beit Jalas.

„Diese weitere Siedlungsausdehnung beeinträchtigt die Lebensbedingungen der Menschen in Beit Jala aufs schwerste“, schlägt Beit Jalas Bürgermeister Nicola Khamis Alarm. „Unsere Stadt hat in den vergangenen Jahren 65 Prozent seiner Fläche durch die illegale Landnahme verloren.“

Das Siedlungsgebiet liegt östlich von Grüner Linie und Trennmauer im Westjordanland auf annektiertem Gebiet der Stadt Beit Jala. Israelische Besiedlung von besetztem Gebiet ist nach internationalem Recht illegal.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Bericht handelt es sich nicht um einen Bitrag der Redaktion, sondern um einen Text für den Partnerschaftsverein Beit Jala.

Gilo wurde Anfang der 70er Jahre begründet, hat heute rund 40.000 Einwohner und ist nach israelischer Sichtweise Stadtteil von Jerusalem. Die jetzt weitergebaute israelische Trennungsmauer im Cremisantal soll die ungehinderte Ausdehnung von Jerusalem nach Süden, in palästinensisches Gebiet sichern.

Die Siedlung Gilo (Mitte oben) breitet sch auf dem Territorium von Beit Jala aus

Auch Axel Becker, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach – Beit Jala e. V, ist empört: „Die Bundesregierung – wie die EU, die USA und die UN – hat den illegalen Siedlungsbau wiederholt verurteilt und als Hindernis für eine Friedenslösung bezeichnet. Das kommt auch in mehreren Schreiben des Bundeskanzleramtes und des Auswärtigen Amtes an die Stadt Bergisch Gladbach zum Ausdruck.“

Die Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaft haben immer wieder verdeutlicht, wie Landnahme, Siedlungsbau, Trennmauer und Siedlerstraßen das alltägliche Leben der Menschen in Palästina beschwert.

Ein Beispiel dafür nannten Mitglieder des Jugendstadtrates von Beit Jala erst kürzlich bei ihrem Besuch in der Strundestadt: Junge Menschen könnten nicht von zuhause ausziehen und eine eigene Familie gründen, weil sie keine Wohnung finden. Es gebe kaum mehr Bauland und die steigenden Mieten seien ohne hohe Verschuldung nicht aufzubringen.

Lesen Sie auch:

Beit Jala: „Kommt und seht. Dann geht und erzählt.”

Illegaler Mauerbau in Beit Jala wird fortgesetzt

Palästina zwischen Aufbruch und Verzweiflung

PDFDrucken

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.