Willi Carl, Leiter der Entsorgungsdienste, erläutert die Planung für den neuen Wertstoffhof

Die Würfel sind gefallen, schon lange. Im Mai 2015 hatte der zuständige Ausschuss nach langer Suche entschieden, den Wertstoffhof in Gronau anzusiedeln, im Gewerbegebiet zwischen FHDW, Bahndamm, Kreishaus und dem Unternehmen Roplasto. Inzwischen zeichnet sich ab, dass es dafür auf Zanders-Gelände womöglich besser geeignete Flächen gegeben hätte, doch für eine Neuplanung ist es zu spät. 

Bei einem Ortsbesuch in Gronau zeigt sich, dass die Arbeiten rasch fortschreiten. Die Bäume entlang des Stichweges zum Refrather Weg wurden gefällt, alte Auf- und Anbauten abgerissen und eine noch nutzbare Halle im Zentrum des Geländes freigelegt.

Links liegt der Bahndamm, dort soll später die freigelegte Strunde fließen. In der Halle wird die Innenstadtreinigung untergebracht. Im Hintergrund sind die Wohn-Geschäftshäuser am Refrahter Weg, das Finanzamt und das alte Kreishaus zu erkennen.

Schon im Oktober soll hier der bislang in Obereschbach untergebrachte Wertstoffhof und die Innenstadtreinigung eine neue Basis bekommen, kündigt Willi Carl, Geschäftsführer der Entsorgungsdienste Bergisch Gladbach GmbH (EBGL GmbH) an. Der Zeitplan sei sportlich, aber notwendig – weil anschließend in Obereschbach umgebaut werden soll. 

Der Blick vom FHDW-Wohnheim nach Süden über den FHDW-Parkplatz auf den künftigen Werkstoffhof. Im Hintergrund das Kreishaus.

Der zentrale Standort hat einige Vorteile: Die Mitarbeiter der Innenstadtreinigung sind sofort an ihrem Einsatzort und müssen sich nicht durch den Berufsverkehr von Obereschbach in die Innenstadt quälen. „Das bringt eine Fahrzeitersparnis von einer Stunde täglich, die für eine intensivere Reinigung genutzt werden kann“, sagt Carl. Umgekehrt ist der Wertstoffhof für die meisten Bürger schneller zu erreichen.

Blick nach Westen: rechts liegt das FHDW-Gebäude, geradeaus das Werksgelände von Roplasto

Sorgen der Anwohner versucht Carl anhand der aufwendigen Planung zu entkräften. Es seien Vorkehrungen getroffen, die dafür sorgen, dass das Umfeld (einige Anwohner am Refrather Weg, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und die Studenten der FHDW) nicht belästigt werden – und auch der Verkehr nicht zusätzlich belastet wird.

Immerhin drei Millionen Euro werden hier investiert – „da bin ich zuversichtlich, dass der Standort am Ende von der Nachbarschaft als nicht störend empfunden wird”, sagt Carl.

Den folgenden Übersichtsplan können Sie mit einem Klick vergrößern: 

Für die im Schnitt rund 140 Autos pro Tag wurde auf dem Gelände reichlich Platz geschaffen: die Kunden fahren in zwei Spuren im Norden außen um das Gelände herum, werden auf der Stirnseite im Osten in Empfang genommen und zu den jeweiligen Entsorungsstellen gelotst. Einen Rückstau auf der Stichstraße (auf dem Plan links) auf den Refrather Weg werde es daher auch an besucherstarken Samstagen nicht geben. 

Die Abfahrt der gesammelten Stoffe erfordert nach Angaben von Carl nicht mehr als zwei Containerfahrzeuge pro Tag. 

Der Wertstoffhof im Entwurf – vom Bahndamm aus gesehen, rechts liegt das Wohnheim der FHDW. Die Fahrzeuge kommen von oben rechts, werden unten eingewiesen, halten auf den entsprechenden Parkplätzen und bringen ihre Abfälle per Trolley zu den jeweiligen Sammelcontainern.   Foto: Entwurf/Stadt GL

Die Sammelstellen und Presscontainer werden in offenen Hallen, sogenannten Remisen untergebracht. Die sind sechs Meter hoch, die Dachflächen werden begrünt. Was den Lärm dämmt und vor Regen schützt. 

Einen zusätzlichen Lärmschutz sollen Hartplastikmatten liefern, die unter die Container gelegt werden. Die bezieht Carl aus den Niederlanden und wurden in deutschen Wertstoffhöfen bislang noch nicht eingesetzt. 

Auf dem Gelände gibt es Sammelcontainer für Schadstoff, Altpapier und Pappe, Altholz, Verpackungsmaterialien und andere Kunststoffe, Kleinmengen Bauschutt und Baumischabfälle, Metalle, Altreifen, Dispersionsfarben, Glas, Alttextilien und -schuhe, Elektroaltgeräte, Batterien und Altöl. 

Der Parkplatz wird derzeit noch von Kreisbeschäftigten genutzt und fällt weg. Hier stehen später die überdachten Sammelcontainer. Links das Kreishaus, geradeaus das Gelände von Roplasto

Ganz neu im Programm ist die kostenfreie zentrale Annahmestelle für Sperrmüll; dafür musste man bislang einen Abholtermin vereinbaren 

Nur Laub, Reisig und andere Grünabfälle müssen nach wie vor nach Obereschbach gebracht werden.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Guten Tag,
    ist Ihnen vielleicht bekannt, was in Gronau, Am Kuhlerbusch (rechte Seite)
    baumäßig geplant wird.
    Dort finden zur Zeit Abriss und Baumfällarbeiten statt.

    Vielen Dank im Vorraus für Ihre Antwort…
    Mit freundlichem Gruß
    R. Büscher