Anita Rick-Blunk, Ortsverbandsvorsitzende und Landtagskandidatin der FDP

Anita Rick-Blunck ist Landtagskandidatin der FDP

Am 8. März war Weltfrauentag. In der Villa Zanders fand heute ein Empfang aus diesem Anlass statt, bei dem viel über Frauenförderung gesprochen wurde – und darüber, dass unsere Gesellschaft auf die vielen klugen weiblichen Köpfe nicht verzichten könne.

„Die Quote“ und „Equal Pay“ wurden als Allheilmittel gepriesen. In der Tat gibt es viele unnötigen Hürden, vor denen engagierte Frauen auch heute noch stehen.

Die Politik stellt viele junge Paare noch immer vor eine schwere Entscheidung (wie ich als Mutter einer erwachsenen Tochter weiß): Finanzielle Sicherheit und berufliches Fortkommen beider Partner ODER Gründung einer Familie. Doch aus diesem Dilemma führen weder Lippenbekenntnisse noch plumpe Quoten.

Wir fordern längere und flexiblere Betreuungszeiten

Für meine Partei, die FDP, ist es höchste Zeit, die realen Bedingungen zu verbessern:  Allem voran längere und flexiblere Betreuungszeiten in Kitas, damit berufstätigen Müttern (und zunehmend Vätern) der zeitliche Druck genommen wird – oder damit sie überhaupt ihren Wunsch-Beruf ausüben können.

Gerade auch in Bergisch Gladbach sieht die Realität anders aus, wie uns ein Blick in den Bericht des Bürgerportals am Donnerstag zeigt: Wie die meisten Städte und Kommunen in NRW hat auch unsere Stadt zunehmend Probleme, Kindergartenplätze in der benötigten Menge zur Verfügung zu stellen – 168 fehlen, eine Versorgungsquote von 68 Prozent, Tendenz fallend, mit noch größeren Lücken in den Zuzugsgebieten Bensberg, Frankenforst und Refrath. Und das aus finanziellen Gründen.

Die Gelder werden falsch verteilt

Kindern einen Kita-Platz zu verwehren ist jedoch keine Alternative. Die Lösung kann auch nicht sein, die Eltern mit noch höheren Beiträgen oder die Allgemeinheit mit noch höheren Steuern in die Pflicht zu nehmen! Die Einnahmen des Staates sind hoch wie nie, die Gelder werden nur völlig falsch verteilt.

Hier hat die Landesregierung keine schlüssigen Maßnahmen ergriffen, sondern bloß die Qualitätsschraube in der Kinderbetreuung nach unten gedreht. Die Gefahr besteht auch bei den hiesigen Maßnahmen, die nun auf die Schnelle den ärgsten Mangel beheben sollen.

Die Abschaffung der Elternbeiträge ist keine Verbesserung

Genau das jedoch monieren die Eltern: Ihnen geht es nicht nur um Quantität, sondern insbesondere auch um Qualität! Auf ihrer Wunschliste stehen: Bessere Betreuungszeiten, mehr Personal, bessere Bezahlung der Erzieherinnen und mehr Mittel für die Kita-Ausstattung! Nur wenn die Qualität stimmt, geben Eltern ihre Kinder guten Gewissens in fremde Betreuung.

Was jedoch zumeist nicht auf diesem Wunschzettel steht: Die grundsätzliche Abschaffung der Elternbeiträge! Im Gegenteil, fast die Hälfte der Eltern wäre für mehr Personal und eine bessere Ausstattung der Kitas sogar zu höheren Beiträgen bereit. (So das Ergebnis einer aktuellen Bertelsmann-Studie)

Daher unsere Forderung an die regierenden Parteien in Düsseldorf: Von ihren teuren Plänen zur Abschaffung der Elternbeiträge abzurücken und das Geld stattdessen in mehr Erzieherinnen und bessere Kitas zu investieren – zumal einkommensschwächere Familien von den Beiträgen ohnehin befreit sind. Und in Öffnungszeiten, die berufstätigen Eltern das Leben erleichtern.

FDP-Antrag für die nächste Ratssitzung

Das ist auch Gegenstand eines Antrages, den unsere FDP-Fraktion für die nächste Ratssitzung hier in BGL eingebracht hat: Den tatsächlichen Bedarf an Randstundenbetreuung zu ermitteln und für eine solche ein Modell plus deren Finanzierung zu entwickeln.

Es ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, dass in unserer Stadt keine KiTa länger als bis 17 Uhr geöffnet hat – und das die Zahl derer mit sogenannten „erweiterten Öffnungszeiten“ auch noch von 12 auf 8 gesunken ist!

DAS ist ein Hemmnis für viele Frauen, einer Vollzeittätigkeit nachzugehen. Und ein unsäglicher Stressfaktor für viele Familien, die ihre Lebensplanung erheblich limitiert. Dass die Landesregierung versäumt hat, ihrer Verpflichtung zu bedarfsgerechten Öffnungszeiten nachzukommen, darf uns nicht davon abhalten, uns dieser Aufgabe auf kommunaler Ebene zu stellen und sie im Sinne der Eltern zu lösen!

Wir Freien Demokraten haben uns auf die Fahnen geschrieben, eine „weltbeste Bildung“ hier in NRW einzufordern und voran zu treiben. Und die beginnt bei unseren kleinen Kindern. DAS ist gelebte Chancen-Gerechtigkeit – denn hier werden die Weichen für die künftige Bildungs-Laufbahn gestellt.

Über diese Themen wird nun in Kürze der in Kita-Fragen versierte Landtagsabgeordnete Marcel Hafke hier in BGL mit Experten und Betroffenen diskutieren. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich mit ihren Fragen und Ideen an der Podiumsdiskussion zu beteiligen. Am 3. April 2017 um 18:00 Uhr im Tennis-Clubhaus des SVR Refrath / Frankenforst (Heuweg 7 in Refrath).

FDP Vorsitzende Bergisch Gladbach

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.