Die RheinBerg-Passage liegt direkt am S-Bahnhof. Auf dem Parkplatz davor soll das neue Stadthaus gebaut werden, auf dem Cox-Gelände oben links ein neues Viertel entstehen. Foto: BergischSchön

Die Pläne für ein neues Stadthaus und ein neues Viertel auf dem Cox-Gelände zeigen wirtschaftliche Folgen: Ein irischer Investor hat die RheinBerg-Passage für eine hohe Millionensumme gekauft. Das Einkaufzentrum soll „neu positioniert” werden.

Für 30 Millionen Euro hat das irische Unternehmen „Greenman Investments und Quilvest Real Estate”  die RheinBerg-Passage im Zentrum von Bergisch Gladbach gekauft. Das Einkaufszentrum mit einer gemischten Angebotsstruktur soll stärker auf den modernen Lebensmitteleinzelhandel ausgerichtet und  die Mieterstruktur verändert werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Wie sich das konkret auswirkt ist noch offen, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage. Ziel sei es, aktuelle Trends wie Erlebnisgastronomie und eine größeren Auswahl an Lebensmitteln zu berücksichtigen. Es liefen bereits Verhandlungen mit großen Lebensmitteleinzelhändlern. Auch die Frage des Betreibers vor Ort sei noch nicht geklärt.

So könnte die RheinBerg-Passage in Zukunft aussehen. Foto: MESA Development

Allerdings wollen die Investoren offenbar das Gebäude auch architektonisch massiv aufwerten. Ein Foto von Entwürfen zeigt den Betonklotz völlig verändert: im Erdgeschoss gibt es zur Innenstadt hin eine große Glasfläche mit der Aufschrift „Restaurant”, die erste Etage wird von einer gewaltigen geschwungenen Glasfassade dominiert.

Derzeit nimmt eine Marktkauf-Filiale den Großteil des Erdgeschosses ein, ergänzt durch kleinere Gastronomie- und Dienstleistungsflächen. Im ersten Stock befindet sich eine Penny-Filiale, darüber liegen große, wenig genutzte Parkdecks.

Die RheinBerg Passage soll aufgewertet werden. Im Hintergrund: Das LoewenCityCenter. 

Stadthaus und Cox-Gelände werten City auf

Hintergrund der ungewöhnlich hohen Investition ist offenbar die Aufwertung der Gladbacher City. Die Passage schließt unmittelbar an die Fußgängerzone an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße an. Sie liegt gegenüber dem Kopfgrundstück am S-Bahnhof, auf dem die Stadtverwaltung ein großes Stadthaus plant. Außerdem grenzt das Gelände der Cox-Kalköfen an; hier soll ein kleines Stadtviertel ganz neu entstehen.

30 Millionen Euro hat der neue Investor für den Kauf und die Transaktionskosten veranschlagt; Investitionen ins Gebäude sind dabei noch nicht enthalten. Für das gesamte Stadthaus kalkuliert die Verwaltung bislang mit 27 Millionen Euro; geht aber je nach Ausstattung davon aus, dass es teuerer wird.

In unmittelbarer Nähe liegen die moderne RheinBerg-Galerie und das deutlich in die Jahre gekommene LoewenCityCenter. Mit der Aufwertung der Passage direkt am Bahnhof wird sich Gladbachs Geschäftszentrum noch weiter in den westlichen Teil der Innenstadt verlagern, auf Kosten des Laurentiusviertels im Osten.

„Attraktive Immobilie in hervorragender Lage”

Ursprünglich beherbergte der Betonklotz der heutigen RheinBerg Passage den Busbahnhof. Er gehört seit  2008 der MEAG, die das Vermögen der Versicherungskonzerne Munich Re und ERGO verwaltet. Ein Sprecher begründete den Verkauf mit der „aktuelle Marktsituation”. Im Klartext: Das Unternehmen sah eine Chance, durch den steigenden Wert einen Gewinn zu realisieren.

Der Chef des neuen Eigentümers Geenmann, John Wilkinson, lobt die RheinBerg Passage  als „attraktive Immobilie in hervorragender Innenstadtlage, die hohes Wertschöpfungspotential aufweist”.

Er sei überzeugt, Greenmann könne „zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Center und Verbesserung der Attraktivität der Innenstadt beitragen“.  Er verweist darauf, dass Bergisch Gladbach mit einem Kaufkraftindex von 116,9 zu den kaufkraftstärksten Städten Deutschlands zählt.

Unklar ist die Rolle des Unternehmens Quilvest Real Estate, das als Partner in einem Joint Venture mit Greenman an dem Projekt RheinBerg Passage beteiligt ist. Hinter dem internationalen Unternehmen steht die deutsch-argentinische Familie Bemberg, die auf einen Brauer aus Augsburg zurück geht und zu den Reichsten der Welt zählt.

Sie S-Bahngleise führen direkt auf die RheinBerg Passage zu. Rechts ist die RheinBerg Galerie zu sehen.

Nach Angaben von Marc Manasterski, Geschäftsführer von Quilvest Real Estate, ist der Kauf seine dritte Akquisition in Deutschland in den letzten 18 Monaten. Neben der „interessanten Immobilie in attraktiver Lage” habe das Knowhow von Greenman auf dem deutschen Einzelhandelsimmobilienmarkt überzeugt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

9 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Richtig, es geht den Investoren um Gewinn. Warum sollten die dann was dahin bauen, das keiner in GL will ?
    Die wollen die Leute dahin locken damit diese dort Geld ausgeben.
    Ich freu mich drauf. Leben wir im morgen und nicht im gestern.

  2. Was für ein Schei… !! Wozu ein neues Kino, in Bensberg gibt es den riesigen Cineplex , das ist sogar mit dem Bus nur 10 min.
    DER MARKTKAUF MUSS BLEIBEN !!!
    Was haben wir denn noch in Bergisch Gladbach ??
    Diese beschissene Stadt entwickelt sich nur noch zur Fressmeile & Handyscheiße , jeder dritte Laden ist eine Bäckerei / Imbiss oder son blöder Mobilfunkladen !! Oder viel zu überteuerte Klamottenläden. Es reicht nicht, das der Aldi schon aus der City vertrieben wurde !!
    Und dann soll uns der schöne Marktkauf genommen werden ?? Ein Geschäft wo man vieles von Lebensmitteln bis hin zu Haushaltwaren & Hauselektro kaufen kann ?
    Unsere kleine Gruppe geht 4-5 mal im Monat groß einkaufen im Marktkauf, und uns würde er sehr fehlen. Sollte dort wirklich der Marktkauf rausgeschmissen werden, werden wir den neuen Betonklotz meiden , und das auch all unseren Faceebookfreunden & Bekannten mitteilen !!
    Warum werden nicht die Bewohner gefragt ??
    Da kommen irgendwelche Milliardäre aus Irland und wollen unsere Stadt umkrempeln , sollen die doch Ihre scheiß Insel umbauen

  3. Da es in erster Linie wieder um Gewinnmaximierung der Investoren geht, bleibt abzuwarten ob für Bergisch Gladbach was sinnvolles dabei rumkommt.
    Jetzt geht ja aus dem Artikel nicht hervor ob es in Zukunft noch einen Marktkauf geben wird. Diesen würde ich nämlich schmerzlich vermissen…

  4. Neues Kino, Zara, Mango, Burger King fehlt in Gladbach anstatt so eine blöde langweilige Passage wie (Marktkauf) dahin gebaut zu haben.

  5. Hat jemand in der Redaktion diesen Artikel korrekturgelesen?
    Da sind viele interessante Ansätze drin und die Recherche war sicher zeitaufwändig. Richtig geschrieben wäre der Beitrag echt gut!

  6. Das Geld wäre in sozialen konzepten deutlich besser aufgehoben als so einen schwachsinn planem

  7. Klar, damit noch mehr “ Arbeiter “ kommen und unser bgl bald wie kalk Chorweiler oder wesseling belebt wird? Und ab 8 uhr sich niemand mehr raus traut?…. Ganz toll, super Pläne hast du da..

  8. Ist ja fast der Kaufpreis für einen guten Fußballer.
    Ob man den Investor dazu überreden kann günstige Sozialwohnungen in Bergisch Gladbach zu bauen? Vielleicht findet sich ja in der Stadtverwaltung jemand der genügend Engagement aufbringt und versucht diesen zu überzeugen.