Die eigenen Gefühle auf Leinwand gesprüht

Im Rahmen des DRK-Projektes „Leben mit dem Tod“ hatten jetzt 20 trauernde Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 15 Jahren die Chance, an einem Graffiti-Projekt teilzunehmen. Unterteilt in zwei Gruppen lernten die Teilnehmer unter der Anleitung des Künstlers Benny Niklas die verschiedenen Spray-Techniken kennen und verwandelten die Leinwände in echte Kunstwerke.

Doch der künstlerische Aspekt stand an den zwei Tagen gar nicht im Mittelpunkt der Arbeit. Vielmehr ging es darum, in den Bildern seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Wo ist der Verstorbene jetzt? Welche Verbindung habe ich noch zu dem Verstorbenen?

Hierbei entstanden wahre Kunstwerke, die die persönliche Verbindung zu den Verstorbenen deutlich machten. Neben zahlreichen Textpassagen wurden auch viele Symbole verwendet, die die Betroffenen an den Verstorbenen erinnern. Noten für die Liebe zur Musik; eine schwarze Tür, durch die der verstorbene Vater hindurch gegangen ist oder Federn als Symbol für die Hühner, die oft gemeinsam gefüttert wurden. In der abschließenden Gesprächsrunde konnte jeder sein Kunstwerk präsentieren und deren Bedeutung den anderen Teilnehmern erläutern.

Laut Aussage von Projektleiterin Stephanie Witt-Loers habe das Graffiti-Projekt die Betroffenen noch einmal näher zusammengeführt. „Jugendliche, die zuvor nur in der Einzelbegleitung betreut wurden, suchten den Austausch zu anderen Betroffenen und werden zukünftig auch an den Gruppenstunden teilnehmen,“ so Stephanie Witt-Loers. Diese Form der gemeinsamen Trauerverarbeitung sei sehr wichtig, da die Jugendlichen so erfahren, dass sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht alleine sind.

Möglich gemacht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung des Vereins „Bürger für uns Pänz“. Die Vorsitzende des Vereins, Sylvia Zanders, ist dem DRK-Projekt „Leben mit dem Tod“ sehr verbunden. Seit 2014 engagiert sie sich als Patin. „Ich unterstütze das Projekt, damit trauernde Kinder und ihre Familien auf ihrem schweren Weg nicht allein sind. Ich wäre selbst schon froh um eine solche Unterstützung gewesen.”, so Sylvia Zanders über ihr Engagement. Sie besuchte das Graffiti-Projekt und war von den angefertigten Kunstwerken sehr gerührt.

Dank der guten Kooperation mit dem Gymnasium Herkenrath konnte das Graffiti-Projekt zum wiederholten Male in der geschützten Atmosphäre des Schulhofs stattfinden.

Spendenkonto: Kreissparkasse Köln
IBAN: DE84370502990311001659
BIC: COKSDE33XXX
Stichwort: „Leben mit dem Tod“

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