Mary Bauermeister © VG BILD-KUNST Bonn, 2017. Sketch for Tanglewood, 1966.
Foto: Michael Wittassek

„Zeichen, Worte, Universen” lautet das Motto der Ausstellung, die im Kunstmuseum Villa Zanders ab Anfang Dezember zu sehen ist. Das künstlerische Werk Mary Bauermeisters umspannt weit über 50 Jahre und  zählt alleine aufgrund seiner Vielseitigkeit zu den ungewöhnlichsten Gesamtwerken der zeitgenössischen Kunst.

Weit über 50 Jahre umspannt dieses enorm produktive Schaffen, das bereits 1962 zu einer ersten bahnbrechenden Museumspräsentation im Stedelijk Museum in Amsterdam führte.

Mary Bauermeister lebt in Rösrath. Foto: 1965, Hans Namuth

Mary Bauermeisters Werk ist ebenso schillernd und facettenreich wie ihre Persönlichkeit. Früh experimentierte sie mit außergewöhnlichen Materialien wie optischen Linsen, Prismen, Leinentüchern, Kieselsteinen und vielem mehr.

In ihren Zeichnungen, Bildern und Objekten, aber auch in ihren als Gesamtkunstwerk angelegten Land-Art-Projekten manifestiert sich eine ganz eigene, die Grenzen von Bild und Skulptur in eine utopische Dimension erweiternde Bildsprache, mit der sie vor allem in den USA für Furore sorgte.

Nicht minder weitreichend war ihr Einfluss als Katalysator für die Musik- und Kunstszene im Köln der 60er Jahre, als ihr Atelier in der Kölner Lintgasse zum Zentrum einer künstlerischen Avantgarde wurde und Musiker und bildende Künstler aus aller Welt anzog. Mary Bauermeister gilt als Schlüsselfigur der Fluxus-Bewegung, die im Umfeld des Studios für Elektronische Musik des WDR entstand.

Mary Bauermeister © VG BILD-KUNST Bonn, 2017. rechts draussen, 1962, Foto: Peter Hinschläger

Bis heute zieht sie die Menschen in ihren Bann und fasziniert mit einem eigenwilligen Werk, das von einem tiefen Gespür für den Einklang von Mensch und Natur geprägt ist und universelle Phänomene von Struktur, Rhythmus und Zahl in immer neuer Form zum Ausdruck bringt.

Hinweis der Redaktion: Zur Ausstellung gibt es einen umfangreichen Katalog; wir dokumentieren den Katalog weiter unten. 

Logik und Mathematik beschäftigen Bauermeister ebenso wie Musik und Klang, Märchen und Mythen, Licht und Schatten. Sie wendet sich existentiellen Fragestellungen zu und findet zu mal zauberhaften, mal provokanten oder abstrakten Antworten. Immer liegt ihren Äußerungen jedoch ein beeindruckendes Menschenbild zugrunde, das fest in der Natur und in archaischen Traditionen verwurzelt ist.

Der Garten von Mary Bauermeister in Rösrath. Foto: Michael Wittassek

Die Ausstellung konzentriert sich auf den großen Komplex ihres Werkes, der durch Chiffren, Zeichen, Worte und Zitate gekennzeichnet ist. Hier greift die stets die intellektuelle Herausforderung suchende Künstlerin Kernfragen des Seins auf und bindet sie mit spielerischer Leichtigkeit und kraftvoller Vitalität in ihr ganzheitlich geprägtes Universum.

Mary Bauermeister © VG BILD-KUNST Bonn 2017. Needless Needles Vol.5, 1964. Foto: Peter Hinschläge

„Ortstermin“ ist eine Ausstellungsreihe, die seit 1993 durch die VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen gefördert wird. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kettler Verlag, 96 Seiten, 19 Euro.

Die wichtigsten Daten der Ausstellung auf einen Blick:

  • Vernissage am 10.12.17 um 11:30 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Lutz Urbach und Frau Dr. Petra Oelschlägel, Einführung durch Frau Dr. Wibke von Bonin, Musikalischer Beitrag von Simon Stockhausen. 
  • Dauer  der Ausstellung vom 10.12. 2017 bis 08.04.2018

Begleitende Veranstaltungen:

  • Dienstag, 23.01.2018 um 19:30 Uhr – Gespräche im Roten Salon
    Mary Bauermeister als Mitbegründerin der Fluxus Bewegung und Katalysator der Kunststadt Köln
    Prof. Wulf Herzogenrath, Berlin und Dr. Petra Oelschlägel im Gespräch mit Mary Bauermeister.
  • Sonntag,  11.03.2018 um 11:30 Uhr Ausstellungsrundgang mit Mary Bauermeister und Lesung aus ihrer Autobiografie 
  • Sonntag,  08.04.2018 um 17:00 Uhr – Finissage: Ausstellungsrundgang mit der Künstlerin und Konzert ihres Sohnes Simon Stockhausen 

Mary Bauermeister © VG BILD-KUNST Bonn, 2017. Stone Arrow/Error, 1966. Foto: Peter Hinschläger

Dokumentation: Der Katalog zur Ausstellung

Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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2 Kommentare

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  1. Eine wunderbare musikalisch vibrierende Ausstellung an wunderbarem Ort.
    Eine Ort mit Geschichte, wieviele Briefe mögen auf Zander- Papier in die Welt geschickt worden sein?
    Ein Ort mit schrecklicher Unterbrechung, der zu Aufbruch und Neuem inspiriert und verpflichtet. Mary Bauermeister, eine Entseckung des Selbst, des Jedermann, jeder Frau. 1+1 =3
    Informieren Sie mich gerne über die jeweilige Entwicklung.
    Über Ränder zu schauen macht mir besondern Spass.
    Dank für die gelungene Führung mit Kaffee und Kuchen, netten Gästen und Gesprachen und den wunderbarebn Katalog auf Zanderpapier oder?
    Elfriede Heide, Bern

  2. Eine wunderb are Austellung an wunderbarem Ort
    mit Geschichte,
    die vor und nach einer schrecklichen Unterbrechung
    zu Neuem und Aufbruch inspiriert und verpflichtet.
    Mary Bauermeister ist eine Entdeckung des Selbst,
    Des Jederman und Jederfrau
    Eins plus ein ist eben 3

    bitte informieren Sie mich unbedingt über die weitere Entwicklung.
    Über Ränder zu schauen macht mir schon immer Spass
    In diesem Sinne herzlichen Dank für den gelungenen Nachmittag
    elfriede Heide aus Bern