Eigentlich hatte Hildegard Allelein das Amt der Behindertenbeauftragten schon lange abgegeben.  Dennoch hat sie mit allen Beteiligten noch einen neuen Aktionsplan 2018 – 2022 erarbeitet. Der Entwurf war fertig und vom Inklusionsbeirat einstimmig verabschiedet. Doch jetzt hat ihn die Verwaltungsspitze vorerst gestoppt. 

Der gültige Aktionsplan läuft mit Jahresende ab. Daher hatte Allelein gemeinsam mit vielen Beteiligten ein neues Papier entwickelt. Mitgearbeitet hatte der Inklusionsbeirat unter Leitung von Friedhelm Bihn, Vertreter der Menschen mit Behinderung, ihrer Vereine sowie einzelner Akteure aus vielen Verbänden und der Stadtverwaltung

Unter der Überschrift „Vielfalt in Bergisch Galdbach” steckt der Plan in vier großen Kapiteln ab, welche Aufgaben die Stadt m Bereich der Inklusion bis 2022 angehen soll (siehe Dokumentation unten, auch in Leichter Sprache).

Einige der Verbandsvertreter hatten während der Arbeitssitzungen und zuletzt bei der Beratung im Inklusionsbeirat auf ehrgeizigere Ziele und eine stärkere Verpflichtung der Verwaltung gedrängt. Dagegen hatte Allelein für vorsichtige Formulierungen und realistische Prioritäten plädiert, um eine Umsetzung im Einvernehmen mit den zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung zu fördern. 

Anders sehen – einander verstehen

Der Beirat billigte den Plan einstimmig, am 30. November sollte er im Sozialausschuss offiziell beraten werden. Doch von der Tagesordnung ist er inzwischen verschwunden.

Das sei veranlasst worden, da der Plan innerhalb der Stadtverwaltung „noch nicht umfassend kommuniziert war”, erklärt die Sprecherin der Stadt. Zudem sei aus einigen Abteilungen der Wunsch gekommen, sich mit dem Aktionsplan und den beschriebenen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Es handele es sich aber nur um eine Verschiebung.  

Damit kann der Aktionsplan in diesem Jahr allerdings nicht mehr verabschiedet werden – der Sozialausschuss tagt nur vier oder fünfmal im Jahr, der nächste Termin ist für Februar 2018 geplant. 

Bereits zum 1. Januar tritt die neue Behindertenbeauftragte ihr Amt an, für die der Plan eine Arbeitsgrundlage sein sollte. Dabei handelt es sich um Monika Irlenbusch. Sie hatte eine Ausbildung in der Stadtverwaltung von Bergisch Gladbach gemacht und war dann nach Wermelskirchen in die Kämmerei gewechselt. Für sie ist der Aufgabenbereich Neuland. 

Hildegard Allelein

Allelein war 20 Jahren lang Behindertenbeauftragte und im Frühjahr in den Ruhestand gegangen. Sie hatte die Arbeit aber auf Honorarbasis weiter geführt, bis die Vakanz gefüllt war.

Allelein engagiert sich weiterhin für Inklusion, inzwischen ist sie zur Vorsitzenden des „Clubs Behinderter und ihrer Freunde im Rheinisch Bergischen Kreis” (CBT) gewählt worden.

Wir dokumentieren den Entwurf für den Aktionsplan – weiter unten auch in Leichter Sprache.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Die Vorgehensweise hat schon jetzt ein „Geschmäckle“. Ich wage mal zu unken, dass sich irgendwer das Konzept schnappt, es leicht verändert umsetzt, sich dann die Federn an den Hut steckt und sich stolz auf die Brust trommelt.