Lichter Fleck in der Stadtmitte: Die Radstation am Bahnhof

Die teure Radstation hat unter dem neuen Betreiber die Anlaufprobleme bewältigt und ihr Angebot deutlich ausgeweitet. Inzwischen ist der Glaspalast sehr gut ausgelastet.

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Nach Angaben der Stadt gibt es knapp zweieinhalb Jahre nach Eröffnung der „Mobilstation” am S-Bahnhof 170 Nutzer mit Dauerkarten, die ihre Stellplätze regelmäßig nutzen. Hinzu kommen 74 Inhaber von Chipkarten, die nur gelegentlich ihre Räder in die gläserne Station schieben. Bei insgesamt 220 Abstellplätzen sei sie damit zu über 80 Prozent ausgelastet und sehr gut angenommen worden.

„Die Radstation hat sich rasch als fester Bestandteil der mobilen Mitte etabliert”, urteilt Willi Schmitz, als Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach mbH (SVB) Bauherr der Einrichtung. Der hohe Auslastungsgrad zeige, dass es einen Bedarf an sicheren Abstellmöglichkeiten gibt.

Ein Eindruck, den Betriebsleiter Roland Neuschil bestätigt. Er arbeitet für den Verein IN VIA, der in Köln seit 13 Jahren Radstationen betreibt und dort in der Regel nicht auf so hohe Auslastungsquoten kommt. 

Nach der Fertigstellung blieb die Radstation zunächst schwach ausgelastet. 

Der Betreiberwechsel vom Verein Fahrrad-Umwelt e.V. zu IN VIA nach einer kurzzeitigen Schließung vor 15 Monaten hatte die Radstation nach ihren anfänglichen Kinderkrankheiten den entscheidenden Schub versetzt.

IN VIA hängte deutlich sichtbare Schilder auf und weitete das Serviceangebot deutlich aus, unter anderem durch eine Fahrradwerkstatt und den Verleih von Rädern. Neben E-Bikes steht jetzt sogar ein Lasten-Pedelec zur Verfügung.

Transportprobleme? Radstation vermieten Lastenpedelec

Die Stadtverwaltung versteht die Radstation tatsächlich als „Mobilstation”, als Verbindungsstück zwischen Bahn, Bus, Leihautos, E-Mobilität und eben dem Radverkehr. Daher sei sie ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzeptes und ein wichtiges Puzzleteil in der städtischen Verkehrsplanung, sagt SVB-Chef Schmitz.

Auch der ADFC ist (unter neuer Führung) mit seiner Geschäftsstelle und regelmäßigen Veranstaltungen fest in der Radstation beheimatet und mit der Einrichtung sehr zufrieden.

Um den Radverkehr und das Umsteigen zwischen Rad und Bahn oder Bus noch attraktiver zu machen stellt die SVG in den kommenden drei Jahren mit finanzieller Unterstützung der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) insgesamt 100 abschließbare Fahrradboxen auf – an der S-Bahn-Haltestelle Duckterath  und entlang der Haltestellen der Straßenbahnlinie 1.

Präsentieren das neue Lasten-Pedelec: Bernhard Werheid (ADFC), Roland Neuschil (IN VIA), Willi Schmitz (SVB), Daniel Euler (Mobilitätsmanager der Stadt)

Die Vermietung der Fahrradboxen soll ebenfalls IN VIA übernehmen. Betriebsleiter Neuschil sieht Bergisch Gladbach inzwischen als Vorreiter in NRW: „Ob Fahrrad-Parken, -Verleih oder -Reparatur, alle Bereiche zeigen, wie positiv sich die Fahrrad-Mobilität hier entwickelt. Mit dem Lastenrad im Verleih ist die Radstation zusammen mit der Stadt zu einem Vorreiter beim Thema Transport-Mobilität geworden.”

Die Radstation war im Juni 2015 in Betrieb gegangen. Statt der zunächst geplant 700.000 Euro hatte sie am Ende 830.000 Euro gekostet. Das hatte, in Kombination mit der im ersten Jahr schwachen Auslastung, zu heftiger Kritik in der Bevölkerung geführt. 

Der damalige Vorsitzende des ADFC und des Vereins Fahrrad-Umwelt e.V., Sven Bersch, hatte der SVB Konstruktionsmängel angelastet, die den Betrieb unmöglich machten –  und die Station sowie beide Vereine verlassen. Nach einer kurzen Schließung hatte die Stadt jedoch IN VIA gefunden und unter Vertrag genommen.

Die Radstation ist für die Inhaber der Chipkarten rund um die Uhr zugänglich. Die Serviceeinrichtungen sind geöffnet

  • montags bis freitags von 7 – 12.30  und von 14.30  – 18.30 Uhr
  • samstags von 9 – 18.30 Uhr. 

Die Preise für das Unterstellen eines Rads betragen:

  • pro Tag 0,80 Euro
  • pro Monat 8 Euro
  • pro Jahr 80 Euro
  • persönlicher Stellplatz pro Jahr 99 Euro

Mehr Informationen: Website der Radstation – Website des ADFC

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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