Arne Meinhardt von der BI Nussbaum moderierte – und hatte die FNP-Unterlagen mitgebracht

Bei der Infoveranstaltung der Grünen mit den Bürgerinitiativen über den Flächennutzungplan haben sich viele Bürger fassungslos über den Entwurf der Stadt gezeigt. Aber sie sind weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen.

„An wen können wir uns denn wenden mit einem Hilferuf, wenn die Stadt bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans scheinbar alle Vorgaben aus übergeordneten Vorgaben zur Bauleitplanung, zum Umwelt- und Flächenschutz ignoriert und unsere Argumente nicht wahrnimmt?“ 

In dieser Frage drückt sich der ganze Zorn der Bevölkerung im Angesicht der Planungswut der Stadtverwaltung aus. 

Gestellt wurde sie bei der Informationsveranstaltung „Wir hören zu” der Ratsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen zur Offenlage des Entwurfs zum Flächennutzungsplan am Donnerstag, zu der rund 170 Besucher in die Nelson-Mandela-Gesamtschule gekommen waren.

Insofern wäre das Zuhören auch für die Mitglieder der städtischen Institutionen, die sich aktuell mit dem Flächennutzungsplan beschäftigen, lohnend gewesen. Denn deutlich wurde: die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich nicht gehört und sind oft fassungslos, dass scheinbar rein ökonomische Interessen ausschlaggebend dafür sind, Grünzüge und Kaltluftschneisen, Wassergewinnungsareale und Naturschutzgebiete zu überplanen und unwiederbringlich zu zerstören.

Ganz zu schweigen von Problemen, die aus wachsendem Verkehr, zusätzlichen Emissionen und Lärmbelastung resultieren werden, sollten die Wachstumsfantasien Wirklichkeit werden, die sich im nun vorgelegten Entwurf niederschlagen.

Wer allerdings Resignation erwartet oder erhofft, der sollte sich nicht täuschen lassen. Die Akteure sind hellwach und weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen.

Auf politischer Ebene wird die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen weiter dafür kämpfen, dass der Natur- und Landschaftsschutz, und damit die Lebensgrundlage der Bevölkerung in Bergisch Gladbach nicht dem bloßen Profit geopfert wird.

Und genauso werden die gesellschaftlichen Akteure, individuell oder in den zahlreichen Bündnissen der Bürgerinitiativen, weiter dafür kämpfen, dass Bergisch Gladbach sein Image als drittgrünste Großstadt in Deutschland nicht verliert.

Und so war das Ende der Veranstaltung geprägt vom Geist des „Jetzt erst recht“ verbunden mit dem Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, sich mit Eingaben bei der Verwaltung zu melden und den Finger immer wieder in die Wunden zu legen, die mit der aktuell vorgelegten Planung geschlagen werden sollen.

Das Protokoll zur Veranstaltung finden Sie unten. 

Hilfestellung für Eingaben finden sich auf der neuen Website des Bündnisses der Bürgerinitiativen GL (BBiGL). Bis zum 9. Februar 2018 müssen die Eingaben, ob per Brief, persönlich oder auch per email, bei der Stadt eingegangen sein.

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  1. Sehr geehrte Frau Reul,

    Sie kommentieren den Bericht über unsere Informationsveranstaltung mit den Worten „ich bin gegen das Gewerbegebiet“!

    Ihr Kommentar ist sehr allgemein, da der vorliegende Entwurf des Flächennutzungsplans mehrere Standorte für eine evtl. zukünftige Gewerbeansiedlung beinhaltet.

    Ich möchte Sie daher ermutigen, Ihre Kritik zu konkretisieren und möglichst auch, mit entsprechender Begründung, im Rahmen der aktuellen Offenlegung, der Stadtverwaltung zu übersenden.

    Hilfestellung für Eingaben finden sich auf der neuen Website des Bündnisses der Bürgerinitiativen GL (BBiGL). Bis zum 9. Februar 2018 müssen die Eingaben, ob per Brief, persönlich oder auch per email, bei der Stadt eingegangen sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dirk Steinbüchel
    Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen