Markus Otto, Geschäftsführer der Handwerkskammer und des Einzelhandelsverbands

Tausende Handwerker sind täglich im Kundenkontakt und mit Dieselfahrzeugen unterwegs. „Fahrverbote kommen einer kalten Enteignung von Handwerksbetrieben gleich“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Marcus Otto, die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig.

Noch vor wenigen Monaten galt die Devise, dass Dieselfahrzeug-Käufer ein zukunftsfähiges Investment getätigt haben. Alle Käufer von Diesel-Fahrzeugen – so auch die Handwerker – haben ihre Ausgaben für eine normale Lebensdauer kalkuliert. Der entstehende Wertverlust geht in die Milliarden.

Sicherlich gilt nun das Hauptaugenmerk auf den Ausnahmereglungen, die auch für Handwerker gelten sollen. Außerdem keimt ein Funken Hoffnung darin, dass die betroffenen Städte ihre Luftreinhaltepläne auf Verhältnismäßigkeit prüfen sollen. Jedoch überwiegt so kurz nach der Entscheidung der Richter zunächst der Schock.

Die Deutsche Umwelthilfe hat auch Köln und Leverkusen im Visier. „Fahrverbote in diesen beiden Städten würde besonders die Handwerker, die bei der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land angeschlossen sind, aufgrund der regionalen Lagen besonders hart treffen“, argumentiert Hauptgeschäftsführer Otto.

In den nächsten Tagen muss es von oberster Priorität sein, sowohl die Entscheidung gewissenhaft zu analysieren als auch einen Forderungskatalog für Umrüstungsmaßnahmen für betroffene Fahrzeuge zu erstellen, der schnellstmöglich dem Bund vorgelegt werden muss. Es gilt weiterhin zu verhindern, dass Millionen Dieselbesitzer die Zeche für die Verweigerungshaltung der Hersteller bezahlen müssen.

Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land vertritt als freiwilliger Unternehmerverband Handwerk die Interessen ihrer rund 2.300 Mitgliedsunternehmen in den dreizehn verschiedenen Handwerker-Innungen in Rhein-Berg, Oberberg und Leverkusen.

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3 Kommentare

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  1. Naja ein „ Harter Schlag gegen das Handwerk“ ist doch recht übertrieben formuliert, gerade vor dem Hintergrund das es hier Ausnahmen geben soll.

    Ich bin froh über diese höchstrichterliche Entscheidung, da diese frei von politischen Interessen getroffen wurde und in Teilen endgültige Klarheit schafft. Endlich werden Verwaltungen stärker in die Pflicht genommen zu handeln. Der wirtschaftliche – und vor allem gesellschaftliche Schaden den Feinstaub in Gänze verursacht ist weitaus höher als der hier Skizzierte Werteverlust (dieser Werteverlust lässt sich übrigens durch Umrüstung abmildern) in Dieselfahrzeuge. Gerne kann man sich beim Umwelt Bundesamt informieren https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-der-bevoelkerung-durch-feinstaub#textpart-1 Weiter bin ich der Meinung, dass niemand in den letzten 2,5 Jahren vor der ungewissen Situation zum Thema Diesel (als nur ein Bestandteil im Problem Feinstaub) unbewusst Dieselfahrzeuge angeschafft hat. Das Urteil kommt ja jetzt nicht aus dem Nichts. Klar sollte es Maßvolle Übergangsregelungen geben aber das Ziel muss es doch sein, schädliche Fahrzeuge aus dem Alltag zu entfernen.
    Gerade hier können Verwaltungen als Vorbild fungieren und die Fahrzeugflotten Schritt für Schritt auf umweltfreundliche Modelle oder alternative Antriebsarten umstellen.

    mfg
    Robert Martin Kraus
    Mitglied des Rates der Stadt Bergisch Gladbach

  2. Man kann verstehen, dass sich die Handwerker, die aus bekannten Gründen Dieselfahrzeuge nutzen, durch das Urteil sehr verlassen fühlen. Warum erhebt eigentlich niemand Protest gegen die m.E. viel zahlreicheren Kleintransporter, die für X + Y deren bestellte Produkten ins Wohnzimmer tragen, die in vielen Straßen deswegen in 2. Reihe parken und den Verkehr behindern, die teilweise in Mehrfamilienhäusern die Klingeln rauf und runter nutzen, um die Pakete loszuwerden, deren Fahrer von den Arbeitgebern leistungs- und zahlungsmäßig regelrecht ausgepresst werden aber keinen Betriebsrat bekommen?

    Das ist m.E. verkehrte Welt, wenn man auch noch die Hersteller die schadstoffspuckenden Fahrzeuge aus ihrer Verantwortung entlässt. Allerdings kann ich auch nicht verstehen, wie eine Firma, der man betrügerische Absichten nachgewiesen hat, 11,4 Milliarden Gewinn in einem Jahr machen kann. Das schulden die Käufer der Umwelt.