Jörg Krell ist Fraktionschef der Liberalen im Stadtrat

Ist die Politik wirklich entschlossen ist, die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben? Und kann die Verwaltung diesen Wandel schaffen? Davon ist nur rund jeder sechste Deutsche überzeugt. 85 Prozent der Bürger wären jedoch bereit, ihre Behördenanliegen und den Austausch mit der Verwaltung komplett online zu erledigen – wenn man sie denn ließe!

Wir haben wenig Grund zu der Annahme, dass die Erwartungen der Bürger und der Gewerbetreibenden in unserer Stadt sich davon wesentlich unterscheiden. Daher drängen wir Freien Demokraten seit geraumer Zeit darauf, das Thema „Digitalisierung“ auch in der Verwaltung von Bergisch Gladbach entschlossen anzupacken.

Digitalisierung wird die Art und Weise verändern, wie wir kommunizieren, lernen, denken, arbeiten und in unserer Gesellschaft zusammenleben. Digitalisierung wird zu einem radikalen Wandel in der Wirtschaft wie auch in der öffentlichen Verwaltung führen. Digitalisierung stellt uns vor viele neue Herausforderungen, aber sie liefert uns auch die Instrumente dafür, Probleme besser zu bewältigen – sie schafft Chancen zur Lösung.

Digitalisierung in der Verwaltung beginnt mit einer Entrümpeln von Prozessen – sie führt somit geradezu zur Effizienz in der Bewältigung von Aufgaben und zu einem besseren, schnelleren Service für Bürger und Unternehmen. Dazu gehört jedoch im ersten Schritt der Wille, sich dieser Herausforderung entschlossen zu stellen.

Unser Fraktionsvorsitzender Jörg Krell, der sich beruflich mit Digitalisierungs-/ Industrie 4.0-Initiativen in der Wirtschaft beschäftigt, hatte Bürgermeister Lutz Urbach und Fachbereichsleiter Michael Möller bei einem Treffen im Februar dieses Jahres einige Ideen für ein Konzept und für ein Vorgehen zur Digitalisierung der Stadtverwaltung unterbreitet und seine Mithilfe angeboten. Die Reaktion war durchaus positiv.

Konkrete Handlungsfelder, die von einer Digitalisierung der Verwaltung profitieren würden, gibt es genug. Genannt seien nur: Das Dokumenten-Management in Politik und Verwaltung, Online-Bürgerservices für Antrags- und Genehmigungsverfahren (z.B. bei Personalausweisanträgen oder Baugenehmigungen) und die Einrichtung digitaler Arbeitsprozesse in der Verwaltung (z.B. bei der Bedarfsermittlung und der Zuteilung von Kinderbetreuung in Kitas und Schulen).

Wichtiger Bestandteil unseres Vorschlags ist die Einrichtung eines interdisziplinären Projektteams in der Verwaltung – unterstützt von einem Lenkungsausschuss mit Mitgliedern aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft.

Jetzt hoffen wir auf einen baldigen Startschuss.

FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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3 Kommentare

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  1. Hallo Frau Rick-Blunck,

    oh, dann wird das wohl nichts geben. Die Bewerbung zur “digitalen Stadt” hat, zumindest nach außen, keine neuen Entwicklungen gebracht. Mitr sind jedenfalls keine neuen Services dieser Art aufgefallen.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  2. Lieber Ernst Meier,

    da stellen Sie durchaus eine berechtigte Frage! – Die Antwort ist eher unerfreulich …

    Kurz und (nicht) gut: Da ist bis heute nichts Konkretes herausgekommen, ausser das die Verwaltung jetzt nach dem Beschluss der letzten Ratssitzung einen Antrag zur Beteiligung am Wettbewerb „Smart Cities“ des BMI vorbereitet.

    Unser Antrag wurde zunächst verschoben wegen Mangels an Ressourcen. Dann hat die GroKo bei der Verabschiedung des Haushalts im Dez. 2018 die zwei Stellen, welche die Verwaltung zur Bearbeitung des Themas haben wollte, gestrichen. – Unsere erneute schriftliche Anfrage zum Einstieg über Digitale Services im April diesen Jahres wurde mit Allgemeinplätzen „beantwortet“. Zwischenzeitlich erfuhren wir, dass es eine Absprache gäbe, einen interfraktionellen Arbeitskreis mit je einem Vertreter der Fraktionen einzurichten. Realisiert wurde auch das bis heute nicht – die Einrichtung des Arbeitskreises ist nach unserem letzten Verständnis jetzt an den Fortgang der Beteiligung bei „Smart Cities“ geknüpft.

    Kämmerer Stein hat das Thema in seinem Haushaltbegleitbeschluss im Mai 2018 aufgenommen, bis dato nur eine Absichtserklärung.

    Anstatt sich um dieses Thema zu kümmern, fliegen zwei Vertreter der Stadt mit Herrn Urbach für mehrere Tage nach China, um die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft abzuklopfen. So viel zu den Prioritäten in BGL.

    Anita Rick-Blunck, FDP-Vorsitzende

  3. Über ein Jahr später stellt man sich die Frage: Was wurde aus diesem Projekt?
    Sicht- oder spürbare Änderungen hat es noch nicht gegeben.