Eine erste Individualisierung des Kinos: rechts die Villa Zanders, links der Turbokreisel mit der geplanten Skulptur, dazwischen die Straße zum Markt

Es ist bislang nur eine Idee, aber sie könnte Gladbachs Innenstadt stark verändern: Auf dem Grundstücke der alten Stadthäuser sollen ein Kino mit großem Parkhaus gebaut werden. Gleichzeitig sollen die Busse hier verschwinden – was den Verkehr insgesamt entlastet und den Marktplatz wieder zur Einheit macht. 

Bernd Zimmermann ist seit Jahrzehnten als Architekt in Bergisch Gladbach aktiv, unter anderem hat er die alte Fußgängerzone gestaltet und zuletzt den Glaspalast am Gronauer Kreisel. Sein Büro hatte er gerade geschlossen, da bot sich im die Chance, noch einmal zur Rettung der City vor der Verödung anzutreten – und er hat sie genutzt. Mit einer ebenso einfachen wie genialen Verkehrsidee, an die sich eine sehr große und viele kleine Ideen anschließen.

Hintergrund ist der Bau eines neuen Stadthauses am S-Bahnhof. Damit werden in vier bis fünf Jahren die Grundstücke am Südrand der Innenstadt frei, auf dem jetzt die beiden alten maroden Stadthäuser stehen. Sie sollen abgerissen und das Filetstück neu genutzt werden. Aber wofür?

Hier kam das „Zentralkomittee” der Stadt ins Spiel, Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) und die Fraktionschefs der „Großen Kooperation”, Michael Metten (CDU) und Klaus Waldschmidt (SPD).

Sie fragten Bernd Zimmermann was ihm einfallen würde. Und es fiel ihm sehr viel ein. Sehr konkrete Dinge, die zum Teil schon mit einem potenziellen Investor für das Kino und mit den beiden großen Fraktionen besprochen und für gut befunden worden sind.

Dennoch ist Lutz Urbach, ebenso wie Metten und Waldschmidt, eines ganz wichtig: „Das ist keine Entwurfsplanung, sondern ein städtebauliche Idee, mehr nicht.” Metten ergänzt: „Wir finden das gut, aber jetzt sind erst einmal sehr viele Gespräche notwendig.”

Worum geht es im Detail?

Busse weg vom Markt

Der neue Turbokreisel soll drei Bushaltestellen bekommen, dafür fallen sowohl die Haltestelle am Markt als auch die Busspur zwischen Villa Zanders, Stadthaus und Rathaus weg. Die Busse fahren über den Driescher Kreisel in die Stationsstraße zum Busbahnhof; nur der Bus Richtung Paffrath / Schildgen / Leverkusen fährt über die Rampe zur Paffrather Straße, alle anderen Busse wieder zurück über das Driescher Kreuz.

Eine Lösung, die bei den Verkehrsplanern zunächst auf Skepsis stieß, nach einem Durchrechnen der Verkehrsströme aber auf Begeisterung. Denn damit würde der Rückstau der großen Gelenkbusse auf der Stationsstraße verschwinden, eine der zentralen Punkte für den Dauerstau Innenstadt beseitigt.

Zudem eine Lösung, die mit der angestrebten Verdichtung des S-11-Verkehrs auf einen Zehn-Minuten-Takt noch sehr viel dringender wird.

Raum für große Ideen

Gleichzeitig entstünde zwischen Marktplatz und Turbokreisel Raum für große Ideen, der die Innenstadt und das Verhältnis zwischen den beiden Teilen der Fußgängerzone neu ausbalanciert.

Im Zentrum steht der Neubau eines Kinocenters. Nach einer ersten Visualisierung schwingt sich ein Glaspalast kühn über die Grundfläche der beiden heutigen Verwaltungsbauten und des Stadthaus-Parkplatzes. Den Skizzen zufolge wird der Bau zum  Kreisverkehr Schnabelsmühle ausgerichtet, aber  von diesem durch eine kleine Piazza getrennt. In sechs Sälen soll das Kino bis zu 900 Besucher aufnehmen können.

Direkt an das Kino angebaut, über die Stadthausfläche hinaus und über die jetzt ungeordneten privaten Parkplätze hinweg soll ein Parkhaus gebaut werden. Vielleicht mit 200 Parkplätzen, unter Umständen aber auch mit 400.

Mit Helmut Brunotte, Eigentümer des Bensberger Kinos und Marktführer im Großraum Köln, wurden bereits Gespräche geführt. Er gibt zu Protokoll: „Einen Kinoneubau am Konrad-Adenauer-Platz könnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Schließung des Viktoria-Kinos hat in der Stadt ein Vakuum hinterlassen. Die Chance, diese Lücke an solch zentraler Stelle in der Stadt wieder schließen zu können, ergibt sich wohl kaum noch ein zweites Mal.“

Die Frage, ob tatsächlich neue Parkplätze, so viele neue Parkplätze benötigt werden, wischen Urbach und Metten vom Tisch. Ob am Kino 200, 400 oder noch mehr Stellplätze entstehen, werden sich erst später herausstellen. Die Parkplätze könnten tagsüber von Beschäftigten und Kunden der Geschäfte in der Innenstadt, abends von Kinobesuchern genutzt werden.

VR Bank kann einbezogen werden

Darüber hinaus hat Zimmerman auch das Bürogebäude Hauptstraße 192 einbezogen. Auch das war von der Stadtverwaltung belegt gewesen, die ist jedoch inzwischen ausgezogen, die VR Bank hat das Gebäude gekauft – und will es in Zukunft ausbauen.

Zimmermann würde die alte graue Front zum Marktplatz gerne aufbrechen und moderne, kleinere Einheiten schaffen. Eine Idee, für die der Vorstandsvorsitzender Lothar Uedelhoven durchaus offen ist: „Als direkter Nachbar hat die VR Bank selbstverständlich Interesse an einer positiven Entwicklung des Areals. Daher sind wir gerne bereit, uns bei der Planung und Konzeption konstruktiv einzubringen.“

Ein Marktcafé vor die Villa Zanders

Der Architekt hat aber noch mehr Ideen – und sie auf seinem Plan für einen ganz neuen Markt (siehe oben) auch eingezeichnet. Zum Beispiel ein Marktcafé am Rande des Parks der Villa Zanders, komplett verglast und mit bestem Blick auf das Kunstmuseum wie auf den Konrad Adenauer Platz.

Am liebsten würde Zimmermann auch die Paffrather Straße ein Stück weit beruhigen und in den Markt mit einbeziehen, mit einer einheitlichen Pflasterung. Dann könnte das Wirtshaus am Bock auch  die gegenüberliegende Fläche auf dem Marktplatz bespielen.

Forum bleibt erst einmal außen vor

Außen vor geblieben ist bei der Ideensuche die Stadtbücherei am Forum. Auch sie soll ihren Platz im neuen Stadthaus finden, auch hier wird das Grundstück frei. „Irgendwo muss man mal einen Schnitt machen”, erklärt Lutz Urbach. Zudem sei erst in letzter Zeit klar geworden, dass die Bücherei ebenfalls ins Stadthaus zieht, ergänzt Metten.

Aber früher oder später wird auch diese Frage auf dem Tisch liegen.

Noch steht man ganz am Anfang

Alle Beteiligten betonen, dass noch sind keine Verträge geschlossen sind – und noch mehrere Jahre vergehen, in denen sich die Sichtweisen noch einige Male verändern werden. Konkret könnten die alten Stadthäuser wohl frühestens 2022 abgerissen werden, aber vielleicht noch 2023 das neue Kino eröffnen.

Unter anderem wurden für das Parkhaus private Flächen überplant; mit den Besitzern muss als nächstes geredet werden.

Aber die Verkehrsregelung kann man vorziehen

Allerdings, darauf verweist Metten, spricht nichts dagegen, die Verkehrsregelung mit der neuen Streckenführung der Busse vorzuziehen. Dafür muss sich bei den Stadthäusern gar nichts ändern und der neue Turbokreise müsste lediglich durch die drei zusätzlichen Haltestellen aufgerüstet werden; der Platz dafür ist vorhanden.

Stimmen zum Projekt

Architekt Bernd Zimmermann: „Bei unserem Vorgespräch waren der Bürgermeister und ich einer Meinung, dass die Stadtmitte nach langer Zeit wieder einen zentralen, von Bussen befreiten Marktplatz braucht, der geeignet ist, die beiden Enden der Fußgängerzone zu verknüpfen und nicht zu trennen. Auch die Parksituation im Bereich obere Hauptstraße kann weiter entschärft werden, wenn dem Kinogebäude ein Parkhaus angegliedert wird.“

Bürgermeister Lutz Urbach: „Ich möchte sehr frühzeitig aufzeigen, welche Vorteile die örtliche Verlagerung der Stadtverwaltung haben kann. Denn an unseren zentralen Platz gehören viel eher Nutzungen, die Leben in die Stadt bringen, insbesondere abends und am Wochenende. (…) Regionale 2010, Strunde hoch vier, der Bau unserer Einkaufszentren, die Entwicklung des Zanders-Geländes – all dies sind Projekte, die direkt unsere Stadtmitte betreffen und bereits viel Positives bewirkt haben. Mir ist es wichtig, den gesamten Fußgängerbereich vom Laurentiusviertel bis zum Driescher Kreuz als lohnenswertes Ziel für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gestalten und zu erhalten. Da spielt der Konrad-Adenauer-Platz nach wie vor eine ganz zentrale Rolle.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Metten: „Wir haben uns in den letzten Jahren sehr intensiv mit der Innenstadt auseinandergesetzt und erkennen in der Neugestaltung der westlichen Platzkante ein großes Potenzial. Bereits jetzt in die öffentliche Diskussion einzusteigen, zeugt von städtebaulicher Weitsicht. Sowohl in Bezug auf die verkehrliche Situation als auch auf die Nutzung einer so zentralen Fläche sehen wir große Entwicklungschancen für die Innenstadt. Wir können uns gut vorstellen, dass ein solcher Neubau auch sehr schnell weitere attraktive Nutzungen nach sich zieht, wie zum Beispiel zusätzliche Außengastronomie.“

SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt:  „Ich freue mich auf die Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern von Bergisch Gladbach über die künftige Gestaltung rund um den Konrad-Adenauer-Platz. Der Vorschlag von Architekt Bernd Zimmermann ist ein interessanter Beitrag hierzu, mit dem die Freizeit- und Kulturmöglichkeiten in unserer Stadt spürbar verbessert werden könnten.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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12 Kommentare

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  1. @Rolf Havermann:

    Das mit den Bussen haben Sie in der Tat ziemlich falsch verstanden, bitte nochmal nachlesen. Es soll nur noch eine Linie über die ‚Rampe‘ vom Busbahnhof zur Paffrather Straße fahren – am Kreisel würden die meisten Linien halten, die jetzt noch die Haltestelle ‚Markt‘ anfahren. Das wäre (rad-)verkehrstechnisch eine ziemliche Katastrophe, und es würde die Erreichbarkeit der Innenstadt erschweren, was für den Einzelhandel nicht förderlich wäre.

    Damit ist nicht gesagt, dass die Planung eines Kino-Neubaus an dieser Stelle falsch ist. Aber das zugehörige Verkehrskonzept ist nicht durchdacht und würde dazu führen, dass Menschen verstärkt mit dem Auto statt mit Fahrrad oder Bus in die Stadt kommen – also das genaue Gegenteil von intelligenter Verkehrsplanung.

  2. Beziehen Sie sich auf den Abschnitt? „Der neue Turbokreisel soll drei Bushaltestellen bekommen, dafür fallen sowohl die Haltestelle am Markt als auch die Busspur zwischen Villa Zanders, Stadthaus und Rathaus weg. Die Busse fahren über den Driescher Kreisel in die Stationsstraße zum Busbahnhof; nur der Bus Richtung Paffrath / Schildgen / Leverkusen fährt über die Rampe zur Paffrather Straße, alle anderen Busse wieder zurück über das Driescher Kreuz. “ Ich denke sie haben das etwas falsch gelesen.
    Mir fallen spontan Linie 227, 400,426 und ich glaube 453? ein die dann die drei Haltestellen nutzen werden müssen. Also alles was über Haupt/ Bensberger Str. und Schabels/Gohrmühle an ÖPNV fährt. Mit einer normalen Haltestelle ist das bei der derzeitigen Taktung kaum realisierbar. Teilweise müssen zwei Busse gleichzeitig unter kommen. Folge – Rückstau in den T-Kreisel.
    Gegen die Vision ist nichts ein zu wenden. Ansätze sind davon auch gut und richtig. Die kritische Anmerkung sei mir aber dennoch gestattet und man sollte frühstmöglich auf solche Probleme hinweisen. Sonst passiert es so wie am Driescher kreisel. Radfahrer komplett vergessen und mit einer lebensbedrohlichen Notlösung versucht was zu kitten. Dass Parkhaus ist am Forumspark allein wegen der Zufahrt besser aufgehoben und entzerrt den Verkehr um den Bereich Schnabelsmühle.

  3. Herr Mike Gürgens,

    habe ich den Text des Artikels so falsch verstanden? Soll nicht nur noch der Bus nach Paffrath, der auch anders geleitet werden könnte, am Markt halten? Muss eine städtebauliches Highlight zugunsten nur eines wenn auch stark vernachlässigten Teils der Bevölkerung weichen? Sollten nicht Visionen, deren Vorhanden sein in den Köpfen unserer Stadtpolitiker ansonsten schwer zu finden sind, einmal erlaubt sein?
    wo das hinführt, bleibt abzuwarten. Aber gleich am 1. Tag der Vorstellung eines solchen Vision alles strikt abzulehnen, scheint mir sehr voreilig. Dass für die Radfahrer im gesamten Stadtgebiet dringend mehr getan werden muss, steht außer Zweifel. Darüber aber eine solche Vision total zu negieren, halte ich für kleibürgerlich.

  4. Herrr Rolf Havermann,
    wenn sie sich die Ideen Skizze anschauen, erkennen Sie das direkt hinter dem T. Kreisel in höhe des jetzigen Stadthausparkplatzes eine Bushaltestelle entstehen soll. Der dortige Rad/Gehweg ist Benutzungspflichtig. Erst nach dem Stadthaus wird der Radfahrer zukünftig auf die Umweltspur geschickt oder darf wahlweise auf dem nicht benutzungspflichtigen Rad/Gehweg weiter fahren.
    Wie man auf der Skizze erkennt, wird der Geh/Radweg rechts direkt an der Haltestelle vorbei geführt.
    Wie es in Deutschland ja leider üblich ist, lässt man Radfahrer wieder bewusst in Bushaltestellen, wo wartende Fahrgäste sowie Ein/ Aussteigeverkehr herrscht hinein fahren.
    Haltestelle Poststraße zum Beispiel, wo diese Konflikte stattfinden sollte reichen um zu verstehen was ich meine. Es ist noch nicht so lange her, da war der Bereich auch noch Benutzungspflichtig.
    Gerade die Markthaltestelle ist stark frequentiert und teilweise stehen bis zu drei Busse aufgrund der Taktung gleichzeitig dort. So einen großen Warteraum wird man dort nicht realisieren können, um Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden.

  5. Ein genialer Plan: Busse raus heißt letztlich doch Bürger raus, oder? Heute können die Bürger an der Haltestelle „Markt“ mit dem Bus bis mitten ins Zentrum und in die Mitte der Fußgängerzone fahren. Nicht umsonst ist die Haltestelle „Markt“ eine der am stärksten frequentierten Haltestellen in der Stadt. All diese Bürger sollen künftig zu Fuß vom Rand (z.B. von der anderen Seite der Gohrsmühle) in die Innenstadt laufen müssen – sehr Bürger- und Einzelhandels-freundlich!

    Und dies mit der Verkehrssituation auf der Stationsstraße zu begründen, stellt die Sache auf den Kopf: Nicht die Busse sind dort das Problem, sondern die Unmenge von Pkws. Konsequente Verkehrsentlastung muss hier anfangen!

  6. Und wieder kein sozialer Wohnungsbau, wenn es nach Herrn Wagner gehen würde. Der passt auch nicht an diese Stelle, sodass man von der Verwaltung fordern kann, in dieser Richtung endlich die mehrjährigen Versprechen mal anzugehen. Da ist bisher tote Luft, man gibt sich lieber solchen Luxusprojekten hin. Trotzdem kann man Visionen haben, an denen es gerade in Bergisch Gladbach fehlt.

    „Torsten“ meint, im Parkhaus des Löwen wären ständig Plätze frei. Sicher nicht jeden Abend, wie ich erlebt habe, sondern oft ist alles besetzt. Außerdem stehen keine Plätze für 400 Autos zu Verfügung. Die ständen dann bei mittlerer Auslastung des Kinos überall, wo sie nicht gewollt sind.

    Herr Gürgens bedauert die Radfahrer, die es wirklich nicht leicht haben. Dieses Konzept der Verwaltung für die Hauptstraße scheint man sich in Schilda abgeguckt zu haben. Was er aber mit „3 Bushaltestellen in die benutzungspflichtigen Radwege“ meint, ist mir schleierhaft. Vielleicht aber habe ich ja falsch gelesen, wenn ich davon ausgehe, dass bis auf den Bus nach Paffrath alle anderen sonst wo halten sollen und auch der könnte außen rum geführt werden. Polemik, auch wenn sie für die gebeutelten Radfahrer gelten soll, ist fehl am Platze. Gemeinsam muss die Kuh vom Eis, nicht nur für Zweiradfahrer ohne Motor.
    Außerdem ließe sich ein kleineres Parkhaus (200 Plätze) sicher anderswo bauen und dann käme vielleicht endlich ein Parkleitsystem nach BGL.

    Ich bin keineswegs wie Herr Wagner skeptisch in Bezug auf das Kino. Herr Brunotte hatte in Bensberg schon Erfolg. Das Einzugsgebiet an diesem neuen Platz wärfe wesentlich größer und wenn die Einzelhändler ihre Läden bis 22:00 Uhr geöffnet hielten, sind die meisten Filme längst zu Ende.

    Leider diskutieren wir maximal um ein mittelfristiges Objekt. Bis das alte Stadthaus darnieder liegt, vergehen noch 5 Jahre und nicht nur wir als Bevölkerung haben schon viele Pferde vor der Apotheke k . . . . n sehen.

  7. Es sind eine Reihe guter Ideen, aber in Bezug auf das Kino bin ich sehr skeptisch. Ob bei zunehmenden digitalen Unterhaltungsmöglichkeiten bis zu 900 Plätze für ein weiteres Kino in Bergisch Gladbach dauerhaft Interessenten finden werden bezweifle ich stark. Das Kino soll die Innenstadt beleben ? Ein nur abends , wahrscheinlich mäßig besuchtes Kino ist keine nenneswerte Belebung, vor allem KEIN hier so benötigter Frequenzbringer für den Handel der zur Kinozeit bereits geschlossen hat. Daraus ergibt sich auch, dass der Parkraumbedarf für ein Kino abends doch locker in der benachbarten Tiefgarage zu decken wäre. Bei der baulichen Ergänzung des Adenauerplatzes sollte man unbedingt den jetzigen architektonischen Charakter erhalten. Das auf dem Foto abgebildete Modell ist vielleicht preisverdächtig für ein Großstadtparkhaus, passt sich aber nicht an den vorhandenen Baustil an. Wie wäre es denn mit einem innerstädtischen Wohnhaus der gehobenen Klasse mit Shops, Cafe und Restaurant im Erdgeschoss. Das würde auch zu Geschäftszeiten Frequenz in die Fußgängerzone bringen und den Handel stärken. Eine innerstädtische Wohnlage am Adenauerplatz direkt am Stadtpark wäre sicher auch für überregionale Investoren interessant.

  8. Mike Gürgens hat Recht: Eine stark frequentierte Bushaltestelle, an der mehrere Linien halten, würde den Fahrradverkehr an dieser Stelle quasi unmöglich machen. Die gerade erst neugebaute Ost-West-Verbindung über die ‚Umweltspur‘ fiele dadurch gleich wieder weg. Welche Alternative ist vorgesehen? Oder wurden Radfahrende (mal wieder) schlicht vergessen?

  9. Und wieder ist die gerade in Babyschuhen steckende Radinfrastruktur dahin, weil bei der ganzen Euphorie nur über PKW und maximal ÖPNV nachgedacht wird. Setzt ruhig drei Bushaltestellen in die benutzungspflichtigen Radwege, dann können und dürfen wir endlich wieder auf der Straße fahren ;-) Weitere Konfliktstellen zwischen Radfahrern und Fußgänger schaffen gehört ja zum Gesamtkonzept Mobilität in unserer Stadt. Die reguläre Umfahrung der FGZ gleich damit zu torpedieren – Klasse Plan und nur halbwegs durchdacht. Setzt bitte noch die Parkhauseinfahrt so, dass auch hier Rechtsabbiegeunfälle gleich vorprogrammiert werden!! Schwungvoll aus dem Turbokreisel ins Parkhaus!! Ob nun Kino oder Multifunktionshalle für Konzerte/ Musical/ Theater/ Kino oder Tanzveranstaltumgen. Lasst das Parkhaus dort weg und fördert den Umstieg auf andere Alternativen zum PKW. Ein Parkhaus am Forumspark macht dann mehr Sinn von der Zufahrt her. Das würde auch das Laurentiusviertel stärken

  10. Selten kommt ja von mir in der letzten Zeit Lob für die Stadtverwaltung und/oder den Rat, wenn es um die Nutzung von Flächen geht. Dieses Mal hat das „Zentralkomitee“ sehr früh einen Plan ins Auge gefasst, die bald brach liegende Fläche des dann ehemaligen Stadthauses für städtebauliche Verschönerungen zu Nutzen. Wenngleich man vorschützt, das alles seine nur Ideen, so ist doch Architekt Zimmermann m.E. ein großer Wurf gelungen. Der schöne Entwurf lässt ein gewisses Großstadtfeeling aufkommen, das man in Bergisch Gladbach bisher vermisst. Auch die weiter gehenden Idee Herrn Zimmermanns lassen einen sehr interessanten Kern BGLs entstehen.

    Nur eine weitere Konzentration von verbrennungsmotogetriebenem Individualverkehr kann nicht Ziel einer Innenstadtplanung sein. Die Busse, hoffentlich bald mit Elektroantrieb oder ähnlichen, umweltfreundlicheren Motoren sollten weiterhin – und das in kurzen Takten – die Menschen zur Innenstadt bringen. So kann auch den eindrücklichen, eindeutigen Wünschen der Bevölkerung Rechnung getragen werden.

  11. Das neue Kino würde ich auch sehr begrüßen, die Parkplätze sehe ich etwas kritischer. Sie würden den Verkehr wieder in Richtung Markt leiten.
    Abends stehen in der Tiefgarage am Bergischen Löwen die Plätze leer, vielleicht reichen diese aus. Seit Jahrzehnten ärgere ich mich über die alten „Bausünden“ am ansonsten schönen Marktplatz. GL hat gerade die Chance sich an einigen Stellen positiv zu entwickeln und die Bausünden der Vergangenheit zu korrigieren.

  12. Busse weg, Parkhaus hin – eine solche Planung führt fast zwangsläufig dazu, dass Kinogängerinnen und Einkäufer mit dem Auto kommen statt mit dem Bus. Ist das beabsichtigt?

    Davon abgesehen eine durchaus reizvolle Idee, die dem Marktumfeld mehr Leben geben kann.