Kreislandwirt Peter Lautz hat den CDU-Kreisvorstand in seiner jüngsten Sitzung über die Auswirkungen der außergewöhnlich langen Dürreperiode der vergangenen Wochen auf die rheinisch-bergische Landwirtschaft informiert – und eine Reihe wichtiger Fakten und Zahlen genannt.

In unserer Grünlandregion sei besonders das Gras von der Trockenheit betroffen. Für die meisten Betriebe sei der dritte und vierte Schnitt ausgefallen. Und seit Wochen hätten Kühe und Pferde kein ausreichendes Weidefutter mehr. So müssten bereits jetzt die ohnehin knappen Vorräte für den Winter an die rund 16.000 Rinder, ca. 7.000 Milchkühe und 5.000 Pferde im Kreisgebiet verfüttert werden.

Peter Lautz und CDU-Kreisvorsitzender Rainer Deppe

Das Wichtigste wäre, so Lautz, dass es jetzt große Regenmengen fallen, damit im Herbst das Gras noch einmal kräftig zu wachsen beginnt. Vielleicht könnten die Tiere dann noch länger als in anderen Jahren auf den Weiden verbleiben.

Wenn dies so einträte, wären die heimischen Landwirte noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon gekommen. Eine genaue Übersicht werde es erst gegen Ende der Stallhaltungsperiode im kommenden Frühjahr geben.

Lautz berichtete, dass die 407 landwirtschaftlichen Betriebe in Rhein-Berg, welche zu ca. 46 Prozent im Nebenerwerb bewirtschaftet werden, je nach Arbeitsschwerpunkt auch in unserem Kreis unterschiedlich stark betroffen seien.

Das von der Bundesregierung angekündigte Hilfsprogramm in Höhe von 340 Mio. Euro bewertet Lautz positiv, obwohl er davon ausgehe, dass – wenn überhaupt – nur einige wenige heimische Landwirte von der Hilfe profitieren werden. Im Moment gehen die Experten von rund 500 Betrieben in ganz NRW aus, die auf Leistungen aus dem Bund-Länder-Programm hoffen können.

Lobende Worte fand Lautz für die Politik von Bund, Land und Kreis, die bereits mit Ausnahmeregelungen zur Nutzung von ökologischen Vorrangflächen und Greeningmaßnahmen dabei helfe, weitere Härten abzumildern.

CDU-Kreisvorsitzender Rainer Deppe: „Zwei Drittel der gesamten Fläche des Rheinisch-Bergischen Kreises werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die flächendeckende Landwirtschaft gehört für die CDU untrennbar zum Bergischen Land. Wir werden in Extremsituationen, wie zum Beispiel in diesem Jahr, alles dafür tun, unsere nachhaltig wirtschaftenden Familienbetriebe zu unterstützen.“

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Welche Katastrophe muss denn zuschlagen, bis sich nicht nur in den Köpfen sondern auch im Handeln der Verantwortlichen Entscheidendes ändert? Wann wird man Klima- und Zukunftsforscher ernst nehmen, da sie weitere Klimaveränderungen und Umweltkatastrophen voraussagen? Die meisten Politiker, Parlamente, Industrieunternehmen und Bauern haben nur ihren Machterhalt bzw. ihre Einkommen im Blick. Daran kann nur die Bevölkerung, das Wahlvolk, etwas ändern.

  2. Vielleicht kommt die CDU ja der Lösung näher wenn sie die Kolumne von Petra Pinzler auf ZEIT ONLINE vom 9.8. nochmal lesen und dann im Zuge der FNP Entscheidung noch einmal in sich geht:

    “Die derzeitige Dürre zeigt leider, dass Politik, Teile der Wirtschaft und vor allem die Landwirtschaft die Warnungen nicht wirklich ernst genommen haben – obwohl es davon genug gab. Dass die Sommer heißer werden, sagen Klimaforscher, die modernen Nachfolger von Joseph, ja seit Langem. Die meisten von ihnen haben prognostiziert, dass wir mit extremen Wetterlagen rechnen müssen und frühzeitig etwas gegen den Klimawandel tun müssen.
    […]
    Nötig wäre nicht nur ein Umbau der Landwirtschaftssubventionen, der die Bauern weg von den extrem anfälligen Monokulturen und von der Hochleistungswirtschaft hin zu mehr Vielfalt und einem besseren Umgang mit der Natur lenkt. Damit Menschen die wochenlangen Hitzewellen in den Städten künftig gesund ertragen können, müssen mehr Grünflächen her und begrünte Fassaden. Denn die kühlen. Im Moment passiert jedoch genau das Gegenteil. In Berlin, München oder Hamburg werden die letzten Baulücken geschlossen und in den Vorstädten wachsen die Neubaugebiete. Dort ersetzen dann Steingärten die Wiesen und Wälder. Gerne mal mit einem Insektenhotel, nur ohne Insekten, weil nirgends mehr Blumen wachsen. Fehlen die Grünflächen, schwächt das nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Arbeitsfähigkeit der Menschen.

    Es gibt noch viele weitere Baustellen: Das Verkehrsministerium müsste seine Planung für den Bau von Straßen stoppen und komplett neu überdenken. Das Wirtschaftsministerium müsste die Energiewende beschleunigen, statt sie auszubremsen. Wir brauchen mehr Windräder. Denn gerade erleben wir, dass Kohlekraftwerke in heißen Tagen die sowieso schon überhitzten Flüsse noch mehr aufheizen – weil sie Kühlwasser brauchen. Und so die Fische sterben. Für die in letzter Zeit wieder häufiger als Klimaschützer beworbenen Atomkraftwerke gilt übrigens dasselbe. Auch sie brauchen in heißen Zeiten viel zu viel knappes Kühlwasser.
    […]
    Gut möglich, dass dieser Sommer in manchen Köpfen etwas verändert. Konkrete Vorschläge haben aber bisher nur die Grünen: Sie haben vor ein paar Tagen ein Anpassungsprogramm vorgestellt, mit allerlei klugen Ideen. Berichtet wurde leider oft nur über die horrende Summe von zwei Milliarden Euro, die die Partei für die Beseitigung der schlimmsten Klimaschäden veranschlagt hat, und dann noch mit dem Tenor: Die übertreiben mal wieder, die Grünen, und wollen Geld rauswerfen.