Jochen Gippert, TV Herkenrath

Bevor Sprinter Jochen Gippert vom TV Herkenrath am letzten Sonntag zu den Senioren-Weltmeisterschaften ins spanische Malaga flog, hatte er sich von seinen Teamkollegen mit den Worten verabschiedet: „Ich reise als Tourist nach Malaga, ich habe sehr große Zweifel, ob ich den Vorlauf überhaupt unverletzt beenden kann.“

Grund für den Pessimismus des Hallen-Europameisters dieses Jahres war eine Verhärtung im rechten Oberschenkelbeuger, die seit Mitte August ein Sprinttraining unmöglich machte. Statt schneller Läufe standen für Gippert Besuche beim Arzt und dem Physiotherapeuten auf dem Programm.

Doch es kam anders als gedacht. Gippert gewann seinen Vorlauf am Mittwochabend in 11,26 Sekunden. Auch in seinem Semifinale am Donnerstagmittag lag der 41jährige in 11,18 Sekunden vorn. Der verletzte Beuger hatte sich allerdings nach 80 Metern „leicht bemerkbar gemacht“.

Im Finale am Donnerstagabend hieß es dann: Alles oder nichts. Gippert kam gemeinsam mit dem Briten Dominic Bradley am schnellsten aus den Blöcken, deutlich besser als der favorisierte Schwede Lion Martinez, der in diesem Jahr bereits 10,90 Sekunden gelaufen ist.

Während Gippert auf der zweiten Streckenhälfte den Briten ziehen lassen musste („da spürte ich wieder den Beuger“), konnte er den immer mehr verkrampfenden Schweden knapp in Schach halten und gewann die Silbermedaille.

Seinen großen Erfolg kommentierte Gippert: „Damit hatte ich nie gerechnet. Silber ist sensationell. In der diesjährigen Freiluftsaison lief es einfach nicht. Nach den 6,99 Sekunden über 60m in der Halle hatte ich eine 10,80 über 100m erwartet. Doch meine Achillessehnenverletzung ließ im Training keine Sprungbelastungen zu. Und dann kam zu allem Übel auch noch die Verletzung am Beuger hinzu.“

Das Ergebnis im Detail:

1. Dominic Bradley Großbritannien 11,08 sec.
2. Jochen Gippert Deutschland 11,18 sec.
3. Lion Martinez Schweden 11,18 sec.
4. TJ Ossai Großbritannien 11,31 sec.
5. Rachid Chougal Malta 11,33 sec.
6. Mensah Elliot Großbritannien 11,34 sec.
7. Silviu Adrian Nisu Rumänien 11,41 sec.
8. Rawle DeLisle USA 11,43 sec.

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