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ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

6 Kommentare zu “Menschengerecht statt autogerecht”

  1. Sehr geehrter Herr Kenfenheuer,

    wenn man weiß, dass Sie als Schriftführer im Vorstand der Bahndamm-Lobby “Autobahnzubringer e.V.” sitzten, kann man Ihre Argumentationen an manchen Stellen sogar nachvollziehen, verstehen kann man sie nicht.

    Herr Hansen behauptet nicht, er wiederholt lediglich Erkenntnisse von Fachleuten, die schon oft vorgetragen und denen m.E. nie widersprochen wurde. Nun zum zigsten Mal zu versuchen, mit der emotionalen Keule Anrainer wie die der Dolmannstraße für Ihre unselige Straße über den Bahndamm zu überzeugen, zeigt den Beton im Kopf der Bahndammbefürworter, die in 30 Jahren nichts gelernt haben. Wenn nur ein Teil dieser Zeit genutzt worden wäre, das “Mehrheimer Kreuz” zu erhalten oder wiederzubeleben, gäbe es nach meinem Dafürhalten heute keine Bahndammdiskussion mehr, die Entlastung Bergisch Gladbachs wäre längst gebaut.

    Welche “verkehrsreichen Achsen” funktionieren nicht, weil “Aufpflasterungen”,
    “Tempolimitierungen” und “versetzte Parkplätze” im Weg sind? Fehlende Parkplätze nehmen nur die Autofahrer war, die mit ihrem Fahrzeug auch bis zum . . . fahren.

    Natürlich haben alle Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln einzuhalten, natürlich sind Verfehlungen zu ahnden, aber wie sie das verlangen, klingt das nach überdimensionierter Kontrolle. Die Probleme entstehen weder durch Fußgänger noch durch Radfahrer sondern durch zu großen motorisierten Universalverkehr.

    Wenn Sie Herrn Hansens Artikel “drauflosschimpfen” nennen zeugt das von großer Ignoranz, weil er im Gegensatz zu Ihnen immer wieder den Finger in immer wieder neue Wunden legt, während Sie nur 30 Jahre alte Kamellen ohne Aussicht aufs Lutschen ohne Unterlass wiederholen.

  2. Sehr geehrter Herr Hansen,

    wo Sie Recht haben, haben Sie Recht, leider nicht in allen Punkten Ihrer Gedanken über Bergisch Gladbach.

    Einfach zu behaupten dass neue Straßen keine Entlastung bringen ist schlicht falsch. Denn neue Straßen entlasten alte, müssen lärmgeschützter und verkehrssicherer gestaltet werden. Kurz, Menschen die z. B. jetzt an der Dolmanstrasse wohnen würden durch einen Bypass entlastet werden. Das ist auch der Sinn von neuen Straßen.

    Es müssen für den ÖPNV neue Lösungen her. Richtig, es ist ein Unding, dass Gelenk-Busse die eine Beförderungskapazität von über 100 Personen haben, nur mit 4 bis 5 Fahrgästen sich teilweise täglich durch die engen Straßen unserer Stadt zwängen.

    Schauen Sie mal ins Internet unter „Ekobus Northeim“, das könnte eine Lösung sein.

    Richtig ist, dass die verkehrsstarken Achsen nicht funktionieren. Daraus folgt, dass die Menschen über Schleichwege durch die Wohngebiete dem zu entrinnen suchen. Die Hauptachsen müssen frei von Aufpflasterungen, Tempolimitierungen auf 30 km/h und versetzen Parkplätzen sein.

    Überhaupt sind fehlende Parkplätze ein Problem. Sie führen zu Parkplatzsuchverkehr, vermehren also unser Chaos, ganz zu schweigen von der Umweltbelastung.

    Schön ist, dass Sie die Ampelschaltungen für Fußgänger anprangern. Aber es muss sich ausnahmslos jeder an bestehende Verkehrssignale halten, mit strengen Kontrollen und Sanktionen, was auch für Halteverbote, Parkverbote und ähnlichem gilt, für Fußgänger, Rad- und Autofahrer.

    Übrigens, die Verkehrsstatistik haben Sie nicht bis zum Ende gelesen. Im letzten Jahr sind wesentlich mehr Radfahrer verunglückt als all die Jahre zuvor. Hier fehlt von Ihnen eine Antwort. Auch auf die Frage: sollen ältere Menschen, die heute noch (zugegeben teilweise unsicher) mit dem Auto unterwegs sind, auf das Rad umsteigen, auch bei Regen, Kälte und Frost?

    Eine Öffentlichkeitsarbeit ist schön, leider in unserer Gesellschaft kommt sowas nicht bei vielen an. Es muss kontrolliert und sanktioniert werden.

    Ist das Vorgehen von Lohmar, die zweckentfremdete Garagen in den Fokus nehmen, auf unsere Stadt übertragbar?

    Also nicht einfach drauflos schimpfen, helfen Sie aktiv mit, dass unsere Stadt schöner wird.

    Es grüßt Sie Reinhard Kenfenheuer

  3. Vielen Dank, Herr Hansen. Ihr Artikel legt mal wieder den Finger in viele Wunden, was den Straßenverkehr in unserer Stadt aber auch generell anbelangt. Nur scheint mir eine Änderung der Situation durch den Rat und die jetzige Stadtverwaltung nicht möglich. Wer einen FNP aufstellt bzw. selbigen genehmigt, in dem Potentialgebiete für Wohnen und Gewerbe in übertriebenem Umfang ausgewiesen sind und die nach der Besiedelung zu erwartenden, erheblichen Verkehrszuwächse völlig außer Acht lässt, hat trotz aller Beteuerungen kein Interesse an einer Änderung der Verkehrssituation. Ein weiters Beispiel für das mangelnde Interesse der Stadtväter (?) ist der lächerliche Versuch, Radwege auf dafür unbrauchbaren Straßen wie der Kölner Str. in Bensberg anzulegen oder solche auf der Buddestr. zu planen. Der für Radfahrwege gegründete runde Tisch wurde sehr bald vom Bürgermeister ersatzlos gestrichen.

    Die Manie für den motorisierten Individualverkehr sitzt in den Köpfen wie die Gedanken zur Macherhaltung. Viel europäische und Großstädte auf der ganzen Welt geben Beispiele, wie man z.B. mit Pendlern umgeht. In La Paz werden täglich über die 2000 Höhenmeter hinweg von den Wohngebieten zu den Arbeitsplätzen 100.000e mit einer Seilbahn befördert. Wie wäre so was zwischen Spitze und Busbahnhof in Bensberg?

    In Stockholm gibt es höchst attraktive und effiziente Radwege, die fast kreuzungslos über oder unter allen Hindernissen hinwegführen. Das wäre auch hier möglich, würde man besonders steile Wege mit Rolltreppen o.ä. überwinden helfen.

    In Koblenz wurde dem Antrag an die Welterbe-Institution stattgegeben, die Seilbahn über den Rhein, die nur für die damalige Bundesgartenschau genehmigt worden war, weiter bestehen zu lassen.

    Es gibt viele solcher Beispiele, wo die Entscheider über die den bisherigen Beton in ihren Köpfen Möglichkeiten angegangen sind, die nun als beispielhaft gelten.

    Seilbahnen, Hochbahnen, ertüchtigte Radwege, Cargo-Liner unter dem Bahndamm, Straßenbahn auf dem Bahndamm, verdichteter PÖNV, dies alles sind Möglichkeiten, mit denen sich bisher kein Politiker oder Verwalter in BGL erkennbar befasst hat. Aber eine Straße über einen Bahndamm mit 7 Brücken bis zur Auffahrt Bensberg, durch Naherholungsgebiete und Über/Unterkreuzung von Straßen und Bahnlinien,unter Abholzen von 1000er Bäumen und der Verdoppelung der Schadstoffbelastung von Wohngebieten ist das große Thema – bei den Politikern wie den Lobbyisten.

    Ihre Wünsche, Herr Hansen, teilen wohl die meisten Bergisch Gladbacher mit Ihnen. Wir müssen für deren Erfüllung jedoch wesentlich mehr Druck auf Politik und Verwaltung ausüben. Die nächste Wahl bietet neben fortwährenden Protesten aller Interessierten eine gute Gelegenheit.

  4. Danke, Herr Hansen, für Ihre -dringend notwendige- Vision. Die Verkehrssituation, nicht nur in unserer Stadt, entwickelt sich ja zunehmend ins Aus. Man braucht nur die Länge der täglichen Staumeldungen zu verfolgen. An die wir uns leider fast schon gewöhnt haben. Es fehlt halt ein bundesweites neues Verkehrskonzept, welches aus einem ganzen Bündel von Maßnahmen bestehen müsste. Dazu würden m.E. auch Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrs bestehen müssen, wie die Förderung dezentraler Treffpunkte. Wie lange müssen wir darauf noch warten? Es scheint mir sehr fraglich, dass unsere augenblickliche Regierung dazu in der Lage ist. Es ist sicher auch nichts von heute auf morgen zu verwirklichen. Aber es müsste angefangen werden – in einem ganzheitlichen Konzept. Und das geht nur mit Visionen. Es kann aber nicht schaden, wenn unsere Stadt mit einer lokalen Vision anfangen würde. Und das ist Ihr Verdienst, Herr Hansen, dass Sie solche grundsätzlichen Fragen immer wieder anschaulich verdeutlichen. Die “fußgängerfreundlichste Stadt der Republik” scheint mir allerdings eine Etage zu hoch gegriffen zu sein. Eine fußgängerfreundliche Stadt wie z.B. Erfurt werden wir nie wieder einholen können. Aber ein Stadtratsbeschluss, Bergisch Gladbach zur fußgängerfreundlichen (ohne Superlativ) Stadt werden zu lassen, erscheint mir sehr wünschenswert. Vor der Verzettelung in kleinliche Einzelmaßnahmen, die sich dann noch gegenseitig widersprechen, müsste ein solcher Ratsbeschluss her. Und danach die Durchsetzung dieses Beschlusses gegen die -oder mit der- Verwaltung und regelmäßiges Nachhaken. Aber ist ein solcher Beschluss bei unserem Rat zu erwarten? Gut- man soll die Hoffnung nie aufgeben.

  5. Ich bin kein Fan von Zebrastreifen und halte diese für gefährlicher als Verkehrsinseln. Fußgänger erwarten Vorrang und Autofahrer sind teils an komplexen Kreuzungen überfordert, an denen die Aufmerksamkeit nicht mehr voll für die Zebrastreifen ausreicht. Auch beim Abbiegen gelangt das Licht nicht in die Innenkurven um überhaupt etwas zu erkennen. Es gibt immer mal wieder Unfällen auf Zebrastreifen. Von Unfällen an Verkehrsinseln habe ich dagegen noch nicht gelesen.

    Beim unteren Bild ist der Weg durch den Kreisel kürzer als über die Verkehrsinseln links. Es werden wohl kaum mehr Leute den Umweg wählen, wenn es an der Inseln ein Zebrastreifen geben würde. Eine bessere Lösung kenne ich leider auch nicht.

  6. Danke für diesen Beitrag!

    So zögerlich, wie die hiesige Politik an das Thema herangeht, werden eher die Autos von selbst verschwinden als der Straßenraum gerecht aufgeteilt werden. Vielleicht ist das der Plan? In 15 Jahren werden Privatautos aus den Städten verschwunden sein, ersetzt durch ÖPNV, Fahrrad und autonome Taxen. Ist es am Ende billiger und weniger konfliktträchtig, abzuwarten und irgendwann die Markierungen für ‘Selbstfahrer’ anzupassen?

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