In der Serie „Unangenehm anders” drehen wir die Perspektive um: Was muss geschehen, damit Bergisch Gladbach angenehmer wird? Dabei spielt der Verkehr eine zentrale Rolle. Gefragt sind bessere Angebote für Radfahrer und vor allem für Fußgänger.

Im April 2014 schrieb unser Bürgermeister zur Verkehrssituation: „… ist es für mich sehr wichtig, diese beiden Verkehrsformen Fahrrad und ÖPNV zu stärken und attraktiver zu machen – damit mehr Bürger umsteigen.“ Wir sollten ihn dabei unterstützen.

Als 1933 in der „Charta von Athen“ die autogerechte Stadt propagiert wurde, stand Europa am Anfang der Motorisierung. Das war vor fast 90 (!) Jahren: Damals waren in Deutschland etwas über eine halbe Million PKW registriert, 2017 über 45 Millionen.

Die Vision: Eine menschenwürdige Stadt

Das Konzept der Charta wird inzwischen überwiegend kritisch gesehen. Heute gilt die autogerechte Stadt als warnendes Beispiel für eine verfehlte Stadtplanung. Unser Ziel auch für Bergisch Gladbach muss die menschengerechte Stadt sein.

Die Zahl der Autos und der Verkehr nehmen weiter zu, die PKW werden immer größer, schwerer und breiter, Staus häufen sich. Und damit wachsen Straßenschäden und Belastungen durch giftige Emissionen.

Inzwischen haben wir gelernt: Neue Straßen bringen keine Entlastung. Deswegen ist die Reduzierung des Autoverkehrs in unserer Stadt wichtiger denn je.

Die Vision: Mehr Sicherheit durch Gleichberechtigung

Wenn wir ernsthaft wollen, dass mehr Menschen ihr Auto häufiger stehen lassen und mit dem Bus oder dem Fahrrad fahren, dann müssen wir die Stadt und ihre Angebote verändern: Eine menschengerechte, eine menschenwürdige Stadt ist eine Stadt für vor allem für Fußgänger, für Radfahrer, für den öffentlichen Nahverkehr.

Es ist eine Stadt für Kinder, für alte Menschen, für Menschen mit Handicap, für Mütter oder Väter mit einem Kinderwagen, für Menschen mit Rollatoren. Es ist eine entspannte Stadt zum Flanieren, zum Leben und Genießen, zum Wohlfühlen.

Über die Defizite bei Radwegen in unserer Stadt haben wir ausführlich berichtet. Wie sieht es für Fußgänger aus?

Wir müssen uns vom dem nach wie vor in unseren Köpfen verankerten Gedanken des Vorrangs für Autos verabschieden.

Und neue Lösungen anbieten: An Ampeln durch Gleichbehandlung auch der Wartezeit, an Fußgängerüberwegen durch Zebrastreifen und Fahrbahnverengungen, durch Tempo 30 in der ganzen Stadt mit Ausnahme der großen Achsen, durch die Verknappung von Parkplätzen in der Innenstadt. Und durch eine fortwährende Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV).

Deutlich wird die Dominanz des Autos in Bergisch Gladbach, wenn man sich die Überwege für Fußgänger anschaut. Zum Leidwesen vieler Verkehrsteilnehmer sind sie uneinheitlich gestaltet.

Warum? Weil sie vom Auto her gedacht sind. Wir brauchen aber mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

95,8 Prozent aller im Straßenverkehr verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger sowie 90,6 Prozent aller Radlerinnen und Radler verunglückten 2017 innerorts.

Bei Tempo 30 beträgt das Todesrisiko für Fußgänger 8 Prozent, bei Tempo 50 bereits 39 Prozent.

Unfälle innerorts

Der detaillierte Bericht des Statistischen Bundesamtes über die „Unfallentwicklung auf deutschen Straßen 2017“ ist sehr aufschlussreich.

Die Vision: Einfache, einheitliche und eindeutige Lösungen

Wenn man das umfangreiche Regelwerk von Maßnahmen und Vorschriften zu Fußgängerüberwegen durcharbeitet, empfindet man große Bewunderung für alle jene, die in den Ämtern diese Maßnahmen in die Tat umsetzen müssen.

Aber es wird auch schnell klar, dass kaum ein normaler Verkehrsteilnehmer die ganzen Regelungen im Kopf haben kann – schon gar nicht, wenn er noch ganz jung oder schon sehr alt ist.

Deswegen wäre eine einfache, eine eindeutigere Lösung – auch unter kreativer Auslegung des Regelwerks – ein Gewinn. Besonders in unserer älter werdenden Gesellschaft.

Kein Überweg für Fußgänger, die Streifen sind nur für die Autos da. Verwirrend.

Eine einheitliche, eindeutige und einfache Lösung für Fußgänger und Autofahrer könnte an allen Straßen der Zebrastreifen sein.

Die Forschung zeigt, dass richtig geplante und ausgestattete Zebrastreifen eine – unabhängig von der Verkehrsbelastung – vergleichbare Sicherheit bieten können wie Fußgängerampeln.

An der Ampel sind Fußgänger relativ sicher. Wenn die Grünphase reicht. Das schaffen Ältere nicht immer ganz leicht. Und zu mehr Sicherheit gehören natürlich immer auch die Leitsysteme für Blinde, Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer.

Bei normalen Querungshilfen aber haben Fußgänger kein Vorrecht, Behinderte überhaupt keine Hilfen. Alle müssen in der Mitte ausharren, bis die Straße frei ist – oder aber Autofahrer von sich aus rücksichtsvoll das Überqueren möglich machen.

Querungshilfe in der Buchholzstraße

Diese Baustelle ruht übrigens schon seit Monaten.

Links und rechts Querungshilfen am Herweg in Moitzfeld. Keine Zebrastreifen, die Autos haben Vorrang.

Fußgänger laufen über die Fahrbahn durch den Kreisverkehr an der Jakobstraße. Zebrastreifen an den Querungshilfen könnten richtig und sicher lenken, aber sie fehlen. Zum Glück nehmen viele Autofahrer Rücksicht.

Die Vision: Vorbeugend Unglück verhindern

Angenommen, unsere gewählten Vertreter im Rat der Stadt würden beschließen, Bergisch Gladbach zur fußgängerfreundlichsten Stadt der Republik zu machen, Standing Ovations wären ihnen gewiss. Vielleicht nicht von allen Autofahrern. Aber wir würden etwas für die Menschen tun, bevor sie verunglücken.

Unterstützt durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit über verkehrsgerechtes Verhalten von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern mit Akzeptanz und Rücksichtnahme für ein friedliches Miteinander – das wäre etwas Besonderes. Plakatkampagne, Informationen an alle Haushalte, PR in allen Medien. Mit kontinuierlicher Pflege der Bürgersteige und Überwege.

Unsere Stadt wäre angenehm anders.

Mehr Lesestoff:

FUSS e.V. – der Fachverband Gehverkehr Deutschland
Wikipedia: „Fußgängerüberwege“

Weitere Beiträge zum Thema:

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Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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7 Kommentare

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  1. Wie sehr sehr wichtig unserem hochverehrten Bürgermeister die zeitgeistgerechte und modische Förderung des ÖPNV und insbesondere des Fahrradverkehrs ist, zeigt z.B. der desolate Zustand der Radwege im ganzen Stadtgebiet. So erspart eine etwa die Fahrt von Moitzfeld gen Herkenrath per Rad den Gang zum Zahnarzt, weil einem spätestens in Herkenrath bereits alle Zähne durch die Bodenwellen und Schlaglöcher rausgefallen sind. Ganz beeindruckend wird der ÖPNV im Schulbusbereich gefördert, nämlich indem Schulbusse einfach nicht mehr fahren. Das ist auch fiskalisch sehr praktisch, denn dann kann man besser die angeblichen “Helikoptereltern” an den Schulen abpassen und Knollen verteilen. Der Artikel selbst ist ebenfalls ein typisches Kind des Zeitgeistes, es ist eine – bisweilen sozialistisch anmutende – Vision, den Individaulverkehr abschaffen zu wollen und zu können. Eine autogerechte, fahrradgerechte und fußgängergerechte Stadtgestaltung ist einen “menschengerechte” Stadtgestaltung. Alles hat seinen Platz.

  2. Sehr geehrter Herr Kenfenheuer,

    wenn man weiß, dass Sie als Schriftführer im Vorstand der Bahndamm-Lobby “Autobahnzubringer e.V.” sitzten, kann man Ihre Argumentationen an manchen Stellen sogar nachvollziehen, verstehen kann man sie nicht.

    Herr Hansen behauptet nicht, er wiederholt lediglich Erkenntnisse von Fachleuten, die schon oft vorgetragen und denen m.E. nie widersprochen wurde. Nun zum zigsten Mal zu versuchen, mit der emotionalen Keule Anrainer wie die der Dolmannstraße für Ihre unselige Straße über den Bahndamm zu überzeugen, zeigt den Beton im Kopf der Bahndammbefürworter, die in 30 Jahren nichts gelernt haben. Wenn nur ein Teil dieser Zeit genutzt worden wäre, das “Mehrheimer Kreuz” zu erhalten oder wiederzubeleben, gäbe es nach meinem Dafürhalten heute keine Bahndammdiskussion mehr, die Entlastung Bergisch Gladbachs wäre längst gebaut.

    Welche “verkehrsreichen Achsen” funktionieren nicht, weil “Aufpflasterungen”,
    “Tempolimitierungen” und “versetzte Parkplätze” im Weg sind? Fehlende Parkplätze nehmen nur die Autofahrer war, die mit ihrem Fahrzeug auch bis zum . . . fahren.

    Natürlich haben alle Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln einzuhalten, natürlich sind Verfehlungen zu ahnden, aber wie sie das verlangen, klingt das nach überdimensionierter Kontrolle. Die Probleme entstehen weder durch Fußgänger noch durch Radfahrer sondern durch zu großen motorisierten Universalverkehr.

    Wenn Sie Herrn Hansens Artikel “drauflosschimpfen” nennen zeugt das von großer Ignoranz, weil er im Gegensatz zu Ihnen immer wieder den Finger in immer wieder neue Wunden legt, während Sie nur 30 Jahre alte Kamellen ohne Aussicht aufs Lutschen ohne Unterlass wiederholen.

  3. Sehr geehrter Herr Hansen,

    wo Sie Recht haben, haben Sie Recht, leider nicht in allen Punkten Ihrer Gedanken über Bergisch Gladbach.

    Einfach zu behaupten dass neue Straßen keine Entlastung bringen ist schlicht falsch. Denn neue Straßen entlasten alte, müssen lärmgeschützter und verkehrssicherer gestaltet werden. Kurz, Menschen die z. B. jetzt an der Dolmanstrasse wohnen würden durch einen Bypass entlastet werden. Das ist auch der Sinn von neuen Straßen.

    Es müssen für den ÖPNV neue Lösungen her. Richtig, es ist ein Unding, dass Gelenk-Busse die eine Beförderungskapazität von über 100 Personen haben, nur mit 4 bis 5 Fahrgästen sich teilweise täglich durch die engen Straßen unserer Stadt zwängen.

    Schauen Sie mal ins Internet unter „Ekobus Northeim“, das könnte eine Lösung sein.

    Richtig ist, dass die verkehrsstarken Achsen nicht funktionieren. Daraus folgt, dass die Menschen über Schleichwege durch die Wohngebiete dem zu entrinnen suchen. Die Hauptachsen müssen frei von Aufpflasterungen, Tempolimitierungen auf 30 km/h und versetzen Parkplätzen sein.

    Überhaupt sind fehlende Parkplätze ein Problem. Sie führen zu Parkplatzsuchverkehr, vermehren also unser Chaos, ganz zu schweigen von der Umweltbelastung.

    Schön ist, dass Sie die Ampelschaltungen für Fußgänger anprangern. Aber es muss sich ausnahmslos jeder an bestehende Verkehrssignale halten, mit strengen Kontrollen und Sanktionen, was auch für Halteverbote, Parkverbote und ähnlichem gilt, für Fußgänger, Rad- und Autofahrer.

    Übrigens, die Verkehrsstatistik haben Sie nicht bis zum Ende gelesen. Im letzten Jahr sind wesentlich mehr Radfahrer verunglückt als all die Jahre zuvor. Hier fehlt von Ihnen eine Antwort. Auch auf die Frage: sollen ältere Menschen, die heute noch (zugegeben teilweise unsicher) mit dem Auto unterwegs sind, auf das Rad umsteigen, auch bei Regen, Kälte und Frost?

    Eine Öffentlichkeitsarbeit ist schön, leider in unserer Gesellschaft kommt sowas nicht bei vielen an. Es muss kontrolliert und sanktioniert werden.

    Ist das Vorgehen von Lohmar, die zweckentfremdete Garagen in den Fokus nehmen, auf unsere Stadt übertragbar?

    Also nicht einfach drauflos schimpfen, helfen Sie aktiv mit, dass unsere Stadt schöner wird.

    Es grüßt Sie Reinhard Kenfenheuer

  4. Vielen Dank, Herr Hansen. Ihr Artikel legt mal wieder den Finger in viele Wunden, was den Straßenverkehr in unserer Stadt aber auch generell anbelangt. Nur scheint mir eine Änderung der Situation durch den Rat und die jetzige Stadtverwaltung nicht möglich. Wer einen FNP aufstellt bzw. selbigen genehmigt, in dem Potentialgebiete für Wohnen und Gewerbe in übertriebenem Umfang ausgewiesen sind und die nach der Besiedelung zu erwartenden, erheblichen Verkehrszuwächse völlig außer Acht lässt, hat trotz aller Beteuerungen kein Interesse an einer Änderung der Verkehrssituation. Ein weiters Beispiel für das mangelnde Interesse der Stadtväter (?) ist der lächerliche Versuch, Radwege auf dafür unbrauchbaren Straßen wie der Kölner Str. in Bensberg anzulegen oder solche auf der Buddestr. zu planen. Der für Radfahrwege gegründete runde Tisch wurde sehr bald vom Bürgermeister ersatzlos gestrichen.

    Die Manie für den motorisierten Individualverkehr sitzt in den Köpfen wie die Gedanken zur Macherhaltung. Viel europäische und Großstädte auf der ganzen Welt geben Beispiele, wie man z.B. mit Pendlern umgeht. In La Paz werden täglich über die 2000 Höhenmeter hinweg von den Wohngebieten zu den Arbeitsplätzen 100.000e mit einer Seilbahn befördert. Wie wäre so was zwischen Spitze und Busbahnhof in Bensberg?

    In Stockholm gibt es höchst attraktive und effiziente Radwege, die fast kreuzungslos über oder unter allen Hindernissen hinwegführen. Das wäre auch hier möglich, würde man besonders steile Wege mit Rolltreppen o.ä. überwinden helfen.

    In Koblenz wurde dem Antrag an die Welterbe-Institution stattgegeben, die Seilbahn über den Rhein, die nur für die damalige Bundesgartenschau genehmigt worden war, weiter bestehen zu lassen.

    Es gibt viele solcher Beispiele, wo die Entscheider über die den bisherigen Beton in ihren Köpfen Möglichkeiten angegangen sind, die nun als beispielhaft gelten.

    Seilbahnen, Hochbahnen, ertüchtigte Radwege, Cargo-Liner unter dem Bahndamm, Straßenbahn auf dem Bahndamm, verdichteter PÖNV, dies alles sind Möglichkeiten, mit denen sich bisher kein Politiker oder Verwalter in BGL erkennbar befasst hat. Aber eine Straße über einen Bahndamm mit 7 Brücken bis zur Auffahrt Bensberg, durch Naherholungsgebiete und Über/Unterkreuzung von Straßen und Bahnlinien,unter Abholzen von 1000er Bäumen und der Verdoppelung der Schadstoffbelastung von Wohngebieten ist das große Thema – bei den Politikern wie den Lobbyisten.

    Ihre Wünsche, Herr Hansen, teilen wohl die meisten Bergisch Gladbacher mit Ihnen. Wir müssen für deren Erfüllung jedoch wesentlich mehr Druck auf Politik und Verwaltung ausüben. Die nächste Wahl bietet neben fortwährenden Protesten aller Interessierten eine gute Gelegenheit.

  5. Danke, Herr Hansen, für Ihre -dringend notwendige- Vision. Die Verkehrssituation, nicht nur in unserer Stadt, entwickelt sich ja zunehmend ins Aus. Man braucht nur die Länge der täglichen Staumeldungen zu verfolgen. An die wir uns leider fast schon gewöhnt haben. Es fehlt halt ein bundesweites neues Verkehrskonzept, welches aus einem ganzen Bündel von Maßnahmen bestehen müsste. Dazu würden m.E. auch Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrs bestehen müssen, wie die Förderung dezentraler Treffpunkte. Wie lange müssen wir darauf noch warten? Es scheint mir sehr fraglich, dass unsere augenblickliche Regierung dazu in der Lage ist. Es ist sicher auch nichts von heute auf morgen zu verwirklichen. Aber es müsste angefangen werden – in einem ganzheitlichen Konzept. Und das geht nur mit Visionen. Es kann aber nicht schaden, wenn unsere Stadt mit einer lokalen Vision anfangen würde. Und das ist Ihr Verdienst, Herr Hansen, dass Sie solche grundsätzlichen Fragen immer wieder anschaulich verdeutlichen. Die “fußgängerfreundlichste Stadt der Republik” scheint mir allerdings eine Etage zu hoch gegriffen zu sein. Eine fußgängerfreundliche Stadt wie z.B. Erfurt werden wir nie wieder einholen können. Aber ein Stadtratsbeschluss, Bergisch Gladbach zur fußgängerfreundlichen (ohne Superlativ) Stadt werden zu lassen, erscheint mir sehr wünschenswert. Vor der Verzettelung in kleinliche Einzelmaßnahmen, die sich dann noch gegenseitig widersprechen, müsste ein solcher Ratsbeschluss her. Und danach die Durchsetzung dieses Beschlusses gegen die -oder mit der- Verwaltung und regelmäßiges Nachhaken. Aber ist ein solcher Beschluss bei unserem Rat zu erwarten? Gut- man soll die Hoffnung nie aufgeben.

  6. Ich bin kein Fan von Zebrastreifen und halte diese für gefährlicher als Verkehrsinseln. Fußgänger erwarten Vorrang und Autofahrer sind teils an komplexen Kreuzungen überfordert, an denen die Aufmerksamkeit nicht mehr voll für die Zebrastreifen ausreicht. Auch beim Abbiegen gelangt das Licht nicht in die Innenkurven um überhaupt etwas zu erkennen. Es gibt immer mal wieder Unfällen auf Zebrastreifen. Von Unfällen an Verkehrsinseln habe ich dagegen noch nicht gelesen.

    Beim unteren Bild ist der Weg durch den Kreisel kürzer als über die Verkehrsinseln links. Es werden wohl kaum mehr Leute den Umweg wählen, wenn es an der Inseln ein Zebrastreifen geben würde. Eine bessere Lösung kenne ich leider auch nicht.

  7. Danke für diesen Beitrag!

    So zögerlich, wie die hiesige Politik an das Thema herangeht, werden eher die Autos von selbst verschwinden als der Straßenraum gerecht aufgeteilt werden. Vielleicht ist das der Plan? In 15 Jahren werden Privatautos aus den Städten verschwunden sein, ersetzt durch ÖPNV, Fahrrad und autonome Taxen. Ist es am Ende billiger und weniger konfliktträchtig, abzuwarten und irgendwann die Markierungen für ‘Selbstfahrer’ anzupassen?