Nicht nur der Verkehrsclub hat für die Barrierefreiheit bei der S 11 gekämpft, auch die Bürger bewegt das Thema intensiv. Das zeigte die Beteiligung zum Ausbau der S-Bahn-Linie, und das schlägt sich nun auch in den Planungen nieder.

Bei der 3. Bahnknoten-Konferenz im Februar in Köln wurde erstmals mitgeteilt, dass der barrierefreie Ausbau an vielen Haltepunkten der S-Bahn-Linie S 11 jetzt neu in die Planungen aufgenommen worden ist.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hob bei der Konferenz die gute Resonanz auf die frühe Bürgerbeteiligung hervor, die das „Bündnis für Mobilität“ beim S-11-Ausbau im Rahmen eines Pilotprojektes verfolgte: „Die rege Beteiligung an den Infomessen und dem Online-Dialog beweist, wie sehr der Ausbau des Bahnknoten Köln die Region bewegt. Ein Thema in den Anregungen war das Thema Barrierefreiheit, das wir jetzt umsetzen. So werden wir den barrierefreien Ausbau an vielen Haltepunkten deutlich früher angehen als zunächst angedacht.“

Friedhelm Bihn, Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD) im Rheinisch-Bergischen Kreis (RBK), hatte bei den Infomessen in Köln-Mülheim und Bergisch Gladbach intensiv für die Barrierefreiheit auf der S 11 gekämpft. Bihn, gleichzeitig Vorsitzender des Inklusionsbeirates der Stadt Bergisch Gladbach und des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen des RBK, hatte eine Liste aller Haltepunkte der S 11 zwischen Köln Hbf und Bergisch Gladbach vorgelegt, in der er detailliert die Defizite in Sachen Barrierefreiheit festgehalten hatte.

Auf dieser Grundlage hatten Ministerium, NVR und DB verhandelt und jetzt ein neues Programm aufgelegt, mit dem – wie zu erfahren war – 11 Mio. Euro in den barrierefreien Ausbau investiert werden sollen. Bihn äußerte sich hoch erfreut: „Ich begrüße sehr, dass damit ein großer Schritt in Richtung bequemer Zugang zur S-Bahn für alle Fahrgäste gemacht wird.“

Die Haltepunkte Köln-Dellbrück, Köln-Holweide und Duckterath, die zunächst nicht Bestandteil des S-11-Kernpakets waren, werden jetzt bereits mitgeplant.

  • Dellbrück und Holweide sollen auf 96 cm angehobene Bahnsteige erhalten, um einen ebenerdigen Einstieg in die Fahrzeuge zu ermöglichen.
  • In Duckterath soll es eine ca. 150 m lange Fußgängerrampe zum neuen Bahnsteig auf dem ca. 6 m hohen Bahndamm geben. Ein Aufzug und eine Brücke zum Bahnsteig sind nur im Rahmen des von der Stadt geplanten Parkhauses auf der heutigen Park-and-Ride-Fläche vorgesehen.
  • Beim Bahnhof Köln Messe/Deutz sind die ersten Maßnahmen für einen barrierefreien Ausbau geplant.

In einer ergänzenden Machbarkeitsstudie sollen die Anforderungen an eine weitergehende Barrierefreiheit möglichst vieler direkter Umsteigewege noch weiter untersucht werden. Ziel ist es, im Rahmen des S-11-Kernpakets alle S-Bahnhalte zwischen Köln Hbf und Bergisch Gladbach barrierefrei auszubauen.

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