Mit der Entwicklung des Zanders-Gelände bewirbt sich Bergisch Gladbach für die Regionale. Foto: Regionale 2025 Agentur GmbH

In der nächsten Woche bekommen die ersten zwei Projekte der Regionale 2025 den „A-Stempel” und können umgesetzt werden. 23 weitere konkrete Vorhaben sind in der Pipeline. Zudem hat sich das Programm der Regionale konkretisiert. Es soll das ganze „Bergische RheinLand” verändern. 

Für Reimar Molitor als Geschäftsführer ist die Regionale 2025 bereits die zweite (nach der Regionale 2010), und er weiß natürlich, dass sich das allgemeine Interesse vor allem auf die einzelnen Projekte konzentriert. Was passiert in Bergisch Gladbach, in Gummersbach?

Gerade darum wird Molitor im Gespräch mit den lokalen Medien nicht müde, auf die übergeordnete Bedeutung der Regionale 2025 für das gesamte „Bergische RheinLand” hinzuweisen: „Diese Regionale bringt mehr als die Summe aller Projekt”.

Ihm gehe es darum, dass die Region ein eigenes Profil jenseits der Fixierung auf die Metropolen am Rhein bekommt. „Die Region kann mehr, sie bietet das Beste aus zwei Welten: die Urbanität und den Charme des Ländlichen”, sagt Molitor.

Zur Erinnerung: Der Kreis Rhein-Berg, der Oberbergische Kreis und der östliche Teil des Rhein-Sieg-Kreises hatten sich vor drei Jahren zum „Bergischen RheinLand” zusammen getan und gemeinsam den Zuschlag des Landes NRW für eine (weitere) Regionale erhalten. Dafür wurde die „REGIONALE 2025 Agentur GmbH” gegründet, die ihren Sitz im alten Zanders-Verwaltungsgebäude hat und von Reimar sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer Thomas Kemme geleitet wird.

Zwei von 150 Ideen umsetzungsreif

Derzeit sind aus der Region rund 150 Projektideen eingereicht worden, die von der Agentur Schritt für Schritt qualifiziert werden. Der Lenkungsausschuss der Regionale entscheidet, welche Projekt die jeweils nächste Stufe erreicht haben

Wer sitzt im Lenkungsausschuss?
Ihm gehören als stimmberechtigte Mitglieder die Hauptverwaltungsbeamten der drei Mitgliedskörperschaften (Landräte) und das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V. an. Als beratende Mitglieder gehören dem Lenkungsausschuss darüber hinaus an:

  • Land NRW; ständig vertreten durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung; themen- und bedarfsbezogen auch weitere Ressorts
  • Bezirksregierung Köln
  • 1 Bürgermeister/in der kreisangehörigen Kommunen aus dem Oberbergischen Kreis
  • 1 Bürgermeister/in der kreisangehörigen Kommunen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, derzeit ist das Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach
  • 1 Bürgermeister/in der kreisangehörigen Kommunen aus dem Rhein-Sieg-Kreis
  • 1 Oberbürgermeister/in der Kommunen Köln, Bonn und Leverkusen

Mehr Infos zu den Gremien der Regionale 2025 finden Sie auf deren Website. 

Bei der nächsten Sitzung am 10. April sollen zwölf weitere Vorhaben den C-Stempel bekommen, berichtet Molitor. Damit wären 20 Projekte als „tragfähige Idee mit solider Ausgangssituation und Potenzial” eingestuft.

Den B-Stempel hatte bislang ein Projekt, hier sollen zwei neue hinzukommen. Sie gelten dann als „gut konkretisiert mit weiterem Qualifizierungsbedarf”.

Den finalen A-Stempel sollen in der Sitzung die ersten zwei Projekte erhalten, die damit „offizielle Projekte der Regionale 2025 mit Empfehlung zur Umsetzung und Bestätigung der grundsätzlichen Förderwürdigkeit” aufrücken. Für diese beiden Projekte sei die Finanzierung bereits geprüft und gesichert, bestätigt Molitor. Welche Projekte es sind, verrät er vor der Entscheidung nicht.

Einmal Gummersbach, einmal Bergisch Gladbach

Allerdings hatte die TH Köln bereits bekannt gegeben, dass ihr Gummersbacher Campus einen „Innovation Hub“ mit einem IT-Lab und einer Modellfabrik in der Halle 51 auf dem Steinmüllergelände bekommen soll. Dazu trage die regionale Wirtschaft mit 1,2 Millionen Euro bei, zudem werden fünf Millionen Euro Fördergelder von der Landesregierung erwartet.

Welches Projekt in (der Kreisstadt) Bergisch Gladbach den Zuschlag erhält, ist offen. Die Stadt selbst ist mit dem Zanders-Gelände im Rennen. Hinzu kommt das kreisweite Projekt eines Agger-Sülz-Radwegs. Und dann gibt es noch die Idee eines „Innovationszentrums Digitale Bildung für Handwerk und Mittelstand”, das der Kreis gemeinsam mit der Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderung (RBW) und der Kreishandwerkerschaft eingereicht hatte.

Molitors Agentur will aktive Rolle spielen

Der sogenannte Ideenspeicher ist zwar mit 150 Vorschläge gut gefüllt; Molitor rechnet aber damit, dass noch viele Projekte in weiteren Wellen dazu kommen. Vorschläge sind noch bis 2023 möglich.

Die Agentur werde auch selbst initiativ werden, auf mögliche weitere Projekte hinweisen und deutlich machen, in welchen Bereichen noch mehr möglich sei – um die inhaltlichen Ziele der Regionale tatsächlich zu erreichen. „Wir müssen eine klare Haltung entwickeln und schauen, wo noch Bedarfe sind”, beschreibt Molitor seinen Anspruch.

Als Leitschnur dient der Agentur dabei eine Programmatik, die sie intern in Form eines Hauses darstellt. Das Dach bildet die Leitidee „Das Bergische RheinLand – Das Beste aus zwei Welten”.

Konkret wird es bei den fünf thematischen Projektfeldern im Mittelbau:

  • Fluss- und Talsperrenlandschaft
  • Ressourcenlandschaft
  • Wohnen und Leben
  • Bildung, Arbeit und Innovation
  • Gesundheit und Soziales

Jede Projekt, dass eine Realisierungschance haben wolle, müsse sich hier einsortieren lassen, erläutert Molitor: „Wir stellen immer wieder den Kontext zu den Inhalten und Programmen her; wir dürfen die Projekte nicht isoliert betrachten.”

Dabei sind die vier Querschnittsthemen die tragenden Säulen:

  • Heimat und Identität
  • Mobilität und Digitalisierung
  • Planungslabore und Experimentierräume
  • Neue Kooperationen und Zusammenarbeit.

Kooperation birgt große Chancen

Gerade in der Kooperation und Vernetzung über kommunale Grenzen hinweg könne die Region viel gewinnen, weit über den Nutzen der einzelnen Projekte hinaus, erläutert Molitor. Das zeige sich bereits jetzt, wenn Kommunen und Kreise sich miteinander an einen Tisch setzen und ihre Ideen zusammenführen.

Grundsätzliche wolle die Regionale jeden weiteren Flächenverbrauch verhindern. Die Region biete ausreichend viele brachliegende Flächen, die man aktivieren könne – in Form von Konversion, Umbau, Nachnutzung, Transformation oder auch einer temporären Bespielung.

Selbst der Abriss von Bauruinen oder nicht mehr genutzter Industrie- und Infrastrukturanlagen könne ein gutes Regionale-Projekt sein, wenn es die Region verbessere.

Am Ende zählt die Akzeptanz der Bürger

Finanzielle Beschränkungen gibt es für die Regionale 2025 nicht. Zwar wird das Fördervolumen auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt – aber der ist nirgendwo fixiert. Denn das Geld kommt ja nicht von der Regionale selbst, sondern aus einer Vielzahl von staatlichen Fördertöpfen und privaten Investitionen.

Molitor bringt es auf den Punkt: „Am Ende kommt es auf die Qualität der Projekte an. Für den Erfolg ist nicht so sehr das finanzielle Gesamtvolumen entscheidend, sondern welchen Nutzen die initiierten Projekte für die Menschen vor Ort haben und wie die Bevölkerung sie annimmt.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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