Centerscape-Manager Engelbert Leibl. Foto: Archiv

Der Investor Centerscape reagiert auf die Verzögerungen bei den städtischen Bauarbeiten rund um die Schlossgalerie und stellt das geplant Eröffnungsdatum in Frage. Jetzt müsse man erst einmal mit den künftigen Mietern sprechen. 

„Die deutlich verspätete Fertigstellung der öffentlichen Treppenanlage einschließlich der Vorplätze bereitet großes Unbehagen,“  erklärte Projektleiter Engelbert Leibl am Donnerstag.

Nachdem jetzt feststehe, dass die Stadtverwaltung die Freitreppe nicht im vorgesehenen Zeitraum fertigstellen werde, sei Centerscape in Gesprächen mit allen Mietern, wie das weitere Vorgehen aussehen soll.

Aber „erst wenn die konkrete Planung vorliegt, können wir mit unseren Mietern zusammen entscheiden, wie wir weiter vorgehen wollen“, erläuterte Leibl. „Deshalb können wir im Moment noch kein konkretes Datum für die Eröffnung nennen.“

Damit geht der Streit, wer für welche Verzögerungen verantwortlich ist, in eine neue Runde. Eine weitere Verschiebung des Eröffnungstermins so kurz vor dem Weihnachtsgeschäft würde nicht nur die Mieter in der Schlossgalerie treffen, sondern die ganze Schlossstraße.

Zunächst hatte es Jahre gedauert, bis Centerscape tatsächlich mit dem Umbau des ehemaligen Löwencenters zur Schlossgalerie begonnen hatte. Dann ging es ganz schnell, erst sollte das neue Einkaufszentrum schon in diesem Sommer fertig werden, später wurde das Datum auf November verschoben.

Denn inzwischen war die Stadtverwaltung in Verzug geraten, die gleichzeitig mit einem Umbau der gesamten Schlossstraße beginnen wollte und zwischenzeitlich auch die Neugestaltung der Freitreppe neben der Schlossgalerie von Centerscape übernommen hatte.

Dennoch hatte die Stadtverwaltung versichert, mit der Fertigstellung der Schlossgalerie werde sowohl die Treppe (die als Fluchtweg wichtig ist) als auch die Straße vor dem Eingang fertig sein. Dann hatte sie aber, nach Protesten der Bürger gegen die zunächst vorgesehene Gestaltung, neu planen müssen.

Nach aktuellem Stand soll die Treppe nun im Frühjahr fertig werden, die Zeit bis dahin soll mit Provisorien überbrückt werden. Die Details hatte die Stadt am Mittwoch veröffentlicht – und dabei auch durchblicken lassen, dass sie Zweifel habe, dass die Schlossgalerie bis November fertig sei.

Diese Aussage „irritiert” nun wiederum Centerscape. „Das Zieldatum ist allen seit Beginn unserer Baumaßnahme bekannt“, sagt Leibl. Vor allem der „massiv eingeschränkte Zugang zum ersten Obergeschoss“ sei ein Problem, so der Projektleiter – und meint damit den Plan der Stadtverwaltung, dafür ein Gerüst zu errichten.

Centerscape weist darauf hin, dass die Stadt schon seit Anfang des Jahres an einer Lösung arbeite. Allerdings steht auch bereits seit zwei Monaten – und nicht erst seit gestern – fest, dass die Freitreppe erst nächstes Jahr fertig wird.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Johann Wolfgang von Goethe: „Schloss und Dorf Bensberg liegen auf einem hohen Berge, von dem man viele Meilen voll Wälder, Äcker und Heiden, in der Ferne eine Strecke des Rheins und die berühmten sieben Berge sieht. Wir speisten in einer schönen Laube, dicht an einem Gärtchen voll Blumen, hinter dem Gärtchen öffnete sich ein Teil der großen Aussicht. So denke ich mir die Götter dann und wann auf einer silbernen Wolke nektarschlürfend sitzen und die Hälfte der Erde übersehen!“

  2. Es ist schon sehr erstaunlich wie die Bensberger Händler auf die neue Schlossgalerie setzen und das eigene Schicksal immer wieder im Kontext mit der Schlossgalerie und das Geschacher um Parkplätze sehen. Handel ist Wandel und es fehlt schlicht an neuen Impulsen das Sortimentsangebot in Bensberg zukunftsfähig auszurichten. Die Schlossgalerie setzt auf alt bewährte Nachversorgungskonzepte, die es bereits im Nahbereich gibt. Bensberg wird mit der heutigen Zielgruppe der „Best Ager“ und „Rentnern weitermachen und die junge Käuferschaft anderen Städten überlassen. Aber die Jungen Leute kaufen lt. vieler Händler eh nur noch im Internet, was natürlich völliger Quatsch und eigens Unvermögen ist. Schlafstadt im wahrsten Sinne…

  3. Hängt das Wohl und Weh oder sogar die Existenz der in der Schlossstraße agierenden Händler nur von Parkplätzen ab, wenn die IBH, wie im Kölner Stadt-Anzeiger zu lesen war, Centerscape bittet, nur ja die Parkplätze im halbfertigen Gebäude für Weihnachten bereit zu stellen?

    Ist diesen Damen und Herren nicht schon genug Wind aus allen Richtungen ins Gesicht geweht, weil auch sie seit der Parkplatzdiskussion scheinbar wenig Interesse hatten, Schloss-Galerie und -straße so schnell wie möglich fertigzustellen?

    Das monatelange Geschacher um 50 Parkplätze mehr oder weniger, wobei schon die Zählungen der verschiedenen Verhandlungs-Partner (?) strittig waren, wirkt sich, o welche Überraschung, nun aus. Einen größeren Teil des Schadens aber ist m.E. der Stadt anzulasten, die scheinbar meinte, verschiedene Dinge aussitzen zu können statt sie voranzutreiben.

  4. Lieber Herr Havermann, da darf ich Sie korrigieren, es handelt sich hier nicht um ein seit Wochen bekanntes Problem Treppe, das gibt es wohl auch, auch schon länger, allerdings kam die erste offizielle „leichte Terminverschiebung“ für ein Projekt mit einer Laufzeit von 5 Monaten auf kritischem Projektpfad, die gab es quasi sang und klanglos, auch fast klaglos Mitte Juni 2019.

    Es handelt sich jetzt allerdings um ein neues Problem mit der Treppe, wie Herr Flügge meint, mit „wenig spektakulären Folgen“, welches Centerscape nun veranlasst darüber nachzudenken, wie Sie sagen, den Stecker zu ziehen.

    Wie man der Presse KStA entnehmen kann scheint es für die IBH zwar beunruhigend, aber doch auch irgendwie ausreichend, wenn zum Weihnachtsgeschäft zeitgerecht die Parkplätze der neuen Marktgalerie eröffnet werden und natürlich der Aufzug, also die neue Marktgalerie als IBH Parkhaus zur Verfügung steht.

    Die eigentlichen für die Zukunft der Innenstadt viel gravierenderen Themen, die scheinen bei der Kurzfristbetrachtung des Einzelhandels ausgeblendet. Abends, nach Geschäftsschluss wird die Kasse „gemacht“ und gut ist.

    Und die Stadtverwaltung kündigt an, mit den Händlern im Gespräch zu bleiben. Man sucht nach gemeinsamen Lösungen. Ja was denn sonst ihr Lieben.

    So lange man eine 45 Meter lange x 3 Meter hohe Mauer zwischen Haus und Hang als das Gestaltungselement der Wahl für die Trennung von Urban und Grün ansieht, bekommt der Ausspruch von Herrn Flügge: „Stadtkrone mit neuem Glanz“ eine völlig neue Bedeutung.

    2016 strahlte Elisabeth Sprenger vor Glück. „Es ist großartig, dass wir diesen Schatz für Bensberg heben können”, sagt die städtische Fachbereichsleiterin Grundstücksnutzung mit Blick auf ein Paket von Projekten, die aus Bensberg endlich wieder das machen könnten, was es einmal war: „die Krone der Stadt”.

    Ob es das war, was wir heute sehen, woran Frau Sprenger damals gedacht hat? Da haben die Verwaltung und der Investor der Stadt eine neue Krone aufgesetzt, in der Tat.

    Hinweis der Redaktion: Mit dem letzten Absatz verweist Lothar Eschbach auf zwei Fotos, die große technische Aufbauen auf dem Dach der Schlossgalerie zeigen. Fotos werden in Kommentaren nicht angezeigt, Sie finden die Fotos hier:
    https://in-gl.de/wp-content/uploads/2019/08/Bensberg-Krone-1.jpg
    https://in-gl.de/wp-content/uploads/2019/08/Bensberg-Krone-2.jpg

  5. Ist das wirklich zu fassen?

    Man kann Centerscape weiß Gott vorhalten, jahrelang mit diesem Objekt gespielt zu haben. Das aber ist das Recht eines Investors, wobei sich die Stadt diesen Investor ausgesucht hat. Mit Beginn des Abrisses der alten Gebäude schien nun Dampf in den Kessel gekommen zu sein. Aber auch der wurde immer wieder wegen aller möglichen Kalamitäten abgelassen.

    Im vergangenen Jahr hieß es, im Sommer würde alles fertig, wobei die Stadt schon da Probleme sah, auch die neu geplante Schlossstraße zu diesem Zeitpunkt eröffnen zu können. Das sich dann anschließende Drama mit Treppe, Parkplätzen, Luisenbrunnen und was weiß ich noch, kennt jeder. Nun kommt Centerscape wieder daher und will den Stecker ziehen, was Eröffnung etc. anbelangt und das Wochen, nachdem das Problem „Treppe“ bekannt war.

    Die Bewohner unseres schönen Bensbergs werden von allen Seiten für dumm verkauft. Die Stadt hudelt ohne Ende, Centerscape möchte scheinbar eigene Fehler auf die Stadt abwälzen, die Händler wollen zu viele Parkplätze, die Immobilieneigentümer lassen kein Parkhaus an der Steinstraße zu, und alle zusammen werden wohl jetzt bis zum Sommer nächsten Jahres in die Röhre gucken. Gelackmeierte sind die Bensberger, die seit 15 und mehr Jahren von allen, die für das Gesamtobjekt verantwortlich zeichnen, vera . . . . . werden.