So sieht es aktuell auf der Baustelle in Bensberg aus. Foto: Helga Niekammer

Bei der Planung der Treppe an der Schlossgalerie ist ein neues Problem aufgetreten: Weil ein Anlieger nicht mitspielt muss die Verankerung verändert werden. Es gebe einen Plan B, die Folgen seien „wenig spektakulär”, sagt die Stadt. Allerdings hat sie offenbar Zweifel, ob die Schlossgalerie im November eröffnet wird.

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Der Bau der Freitreppe und der angrenzenden Stützmauer zum Hang zwischen Schlossstraße und Markt in Bensberg ist umstritten und steht unter hohem Zeitdruck. Eigentlich sollte sie im November fertig werden, weil sie dann für die Anlieferung und als Fluchtweg für das neue Einkaufszentrum benötigt wird. Nachdem die Bürger eine neue Gestaltung der Mauer durchgesetzt hatten, war der enge Zeitplan für Genehmigung, Ausschreibung, Planung und Bau ins Rutschen geraten: nun soll ein Provisorium die Zeit bis zur Fertigstellung im Frühjahr überbrücken.

Der geänderte Entwurf für Treppe und Mauer: Am Hang soll es Sitzstufen geben

Nun mussten die Planer ein weiteres Problem lösen und die geplante Bauausführung verändern. Das gab die Stadtverwaltung am Mittwoch bekannt, nach einer Anfrage des Bürgerportals.

Die Verankerung der Stützmauer sollte eigentlich tief in den Felsen neben der Treppe getrieben werden. Erst jetzt, nach Abschluss der Ausschreibung, habe ein benachbarter Grundstückseigentümer „letzten Endes” seine Zustimmung verweigert.

Plan B mit „wenig spektakulären” Folgen

Allerdings hatte die Stadt „für alle Fälle einen Plan B schon in der Schublade“, sagt Martin Hardt, Leiter der Abteilung Verkehrsflächen. Daher seien die Folgen der Absage „wenig spektakulär”. Damit das Nachbargrundstück nicht tangiert wird, sollen nun mehr, aber kürzere Anker verbaut werden.

Die Ausschreibungen für die Treppenanlage sei abgeschlossen, die Verträge würden zur Zeit vorbereitet, so die Stadtverwaltung.

Die Änderungen bei der Verankerung würden zu keiner „wesentlichen Verzögerung der Bauarbeiten oder eine Explosion der Kosten”, führen, sagt Stadtbaurat Harald Flügge:

„Ein gewisser baulicher und finanzieller Mehraufwand wird hierdurch entstehen, diesen werden wir kurzfristig ermitteln. Eine erneute Ausschreibung ist nicht erforderlich. Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, dass wir nun unsere Zusagen nicht einhalten können. Im Frühjahr 2020 steht die Treppe.”

Indirekt lässt der Baurat erkennen, dass es in der Stadtverwaltung noch immer Zweifel gibt, ob der Investor Centerscape mit der Fertigstellung der Schlossgalerie so rasch voran kommt, dass sie  tatsächlich bereits im November eröffnet werden kann. Flügge sagt:

„Wenn die Schlossgalerie früher (als Frühjahr 2020, die Red.) eröffnet, werden wir auch ein Provisorium bereitstellen können.”

Bereits im Februar hatte Thomas von Einem, Prokurist des Bauherrn Centerscape, bekannt gegeben, dass die Eröffnung vom Sommer auf November verschoben werden müsse. Beim Richtfest im April und zuletzt im Mai hatte Centerscape bekräftigt, dass der Umbau rasch voran gehen und voll im Zeitplan liege.

Eine Anfrage, ob der November-Termin stehe, hat der Bauherr bislang nicht beantwortet.

Vermutungen, dass es bereits einen Rechtsstreit zwischen Centerscape und der Stadt, etwa über einen Schadensersatz für die Verzögerungen bei der Eröffnung oder für Einschränkungen beim Zugang zur Schlossgalerie, dementiert die Stadt eindeutig.

Provisorische Lösungen

Tatsächlich gibt es konkrete Pläne, wie die Zugänge zur Schlossgalerie auch vor Fertigstellung der Treppe gesichert werden können. Laut Stadtverwaltung wird es ein Gerüst geben, das aber nur als Fluchtweg aus den Parkdecks dient. Die Zuwegung zum 1. Obergeschoss soll über eine provisorische Treppe realisiert werden, die seitlich am Anbau des Gebäudes ansetzt. Den Zugang zum Erdgeschoss stelle Centerscape selbst her. Die Stadt sorge hier für den Anschluss an die Schlossstraße, zunächst mit provisorischem Pflaster.

Offen sei lediglich noch, wie die Anlieferung gestaltet wird. Das richte sich hauptsächlich nach dessen Baustellenlogistik des Unternehmens, dass die Stützwand baut.

In dieser ersten, inzwischen überholten Visualisierung ist der Anbau gut zu erkennen. Hier wird es ein Restaurant geben

Letzte freie Fläche vergeben

Nach Informationen des Bürgerportals ist inzwischen auch die letzte Fläche vermietet worden: in den 155 Quadratmeter großen Anbau, der vorne links in die Schlossstraße hinein ragt und der über eine Freifläche von rund 260 Quadratmeter verfügt, zieht ein japanisches Sushi-Restaurant.

Ankermieter im Untergeschoss der Schlossgalerie ist ein weitere Rewe-Markt von Ursula Wintgens. Im Obergeschoss gibt es Filialen von Ernsting’s Family, Takko, MyShoes sowie die Park-Apotheke.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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3 Kommentare

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  1. Warum wundert man sich ?Ist doch alles wie immer! Wir bekommen doch in Deutschland zu einem angegebenen Termin überall nichts fertig Warum soll es dann im kleinen Bensberg gelingen.
    Ist ja nicht so als wenn das Ganzen nichts kostet.Rat und Verwaltung wird doch für Ihre Arbeit nicht schlecht bezahlt Da dürfte man ja auch davon ausgehen das sie sich ernsthaft damit beschäftigen. und keine dilettantische Fehler machen.Weit gefehlt.Man müsste dazu übergehen und sie für ihre Fehler haftbar machen.Alles Peinlich und völlig unnötig wenn mit Verstand gearbeitet würde.Aber den kann man leider nicht im Supermarkt kaufen.
    Es hängen ja auch Arbeitsplätze daran denn die Mieter müssen ja dafür auch schon Vorsorge getroffen haben.Ware muss ja Zeitig geordert werden und was machen die jetzt mit der für das Weihnachtsgeschäft georderte Ware?Sind die erste Insolvenzen schon vor der Eröffnung vorprogrammiert.Das ist der Rattenschwanz der daran hängt an den keiner denkt.Was ist bloß aus unserem Land geworden.

  2. Herr Havermann, lassen Sie mich einen Punkt klarstellen: die „Nase“ des Nachbarn hat einen wesentlichen Beitrag dazu beigetragen, dass das bereits von Rat und Verwaltung beschlossene und genehmigte völlig überzogene erste Centerscape-Konzept nicht verwirklicht wurde, seine Umsetzung hätte die Bensberger Innenstadt für Generationen verunstaltet. Wir Bürger können dem Nachbarn für seine Standhaftigkeit dankbar sein, er hat geholfen, ein Fiasko zu verhindern.
    Nach der Übernahme der Treppenplanung durch die Stadt ist wohl keine rechtzeitige vertragliche Absicherung der Planungsvoraussetzungen mit dem Nachbarn erfolgt. Eine weitere Verzögerung dürfte damit vorprogrammiert worden sein, peinlich, aber wahr!
    Vielleicht gibt uns aber genau dieser Aufschub die Möglichkeit, den jetzt den geplanten „Murks“ zu überdenken, die berechtigten Kritikpunkte zu berücksichtigen und eine optimale Gestaltung der Treppenanlage zu hinzubekommen.

  3. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stadt mit Centerscape genau den Partner gefunden hat, der zu ihr passt. Diese Leute kümmern sich ebenso wenig um Terminangaben, Versprechen und Ankündigungen wie die Stadt nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Darum darf man auch dieses Mal gespannt sein, was an den neusten Aussagen von Baurat und Centerscape dran ist.

    Ein Grundstücksnachbar hat nun “letztendlich” seine Zusage zurückgezogen, Anker in den Fels unter seinem Grundstück zu treiben. Dieser Nachbar schafft es seit vielen Jahren, der Stadt immer wieder eine Nase zu zeigen. Nur gehören zu einem solchen Dilemma immer zwei und die Stadt hat ebenso lange alles getan, das jetzt “Schlossgalerie” genannte Objekt immer wieder zu verzögern. So viel Dilettantismus macht einen sogar in einer Stadt wie BGL sprachlos, denn dieses Murks hat man trotz vieler negativer Erfahrung selbst der hiesigen Verwaltung nicht zugetraut.

    Gestern wurde die erneute Veränderung der Verankerung veröffentlicht, die seit Jahren in trockenen Tüchern sein müsste. Hat man sich eine kleine Ewigkeit auf mündliche Zusagen verlassen, wird das die letzte “Nase” des Nachbarn sein?

    Schlossgalerie, Treppe, Schlossstraße, ein Desaster ohnegleichen, immer wieder verschoben, fehlgeplant, beschnitten und der Lächerlichkeit Preis gegeben.

    Armes Bensberg, das hast du nicht verdient!