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Sascha Häusler, Regionaldirektor für Bensberg/Refrath

Die Renten wurden zum 1. Juli 2019 erhöht, doch der Bedarf zur privaten Vorsorge bleibt. In seinem Gastbeitrag klärt Sascha Häusler, Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln, weit verbreitete Irrtümer rund um die Riesterrente auf.

In einem sind sich die meisten Berufstätigen heute einig: Die gesetzliche Rente allein wird kaum ausreichen, um einen finanziell sorgenfreien Ruhestand zu genießen. An einer naheliegenden Möglichkeit zur Vorsorge scheiden sich jedoch die Geister: der Riesterrente.

Wenn in der Beratung dieses Stichwort fällt, ist die erste Kundenreaktion oft verhalten. Doch im weiteren Gesprächsverlauf zeigt sich häufig, dass die Skepsis auf veralteten Informationen beruht – immerhin wurde die Riesterrente seit ihrem Start 2002 mehrfach verändert. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, mit einigen verbreiteten Mythen rund um die Riesterrente aufzuräumen.

„Riester ist unflexibel.“ Auch wenn der Grundgedanke auf langfristiges Ansparen ausgerichtet ist, bietet Riester flexible Optionen. Um nur drei zu nennen: Raten können während der Ansparphase erhöht, gesenkt oder zeitweise ausgesetzt werden. Riesterguthaben kann vor Renteneintritt für die Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums eingesetzt werden. Und bei Renteneintritt können 30 Prozent des Guthabens einmalig abgerufen werden, zum Beispiel für eine Weltreise.

„Riester ist kompliziert.“ Es gibt viele Möglichkeiten, die Riesterförderung zu nutzen, das ist richtig. Sie beim Ermitteln der für Sie optimalen Variante zu unterstützen, verstehen wir als unsere Aufgabe. Auch vor dem Antrag auf die jährliche Zulage braucht niemand zurückzuschrecken. Einmal gemeinsam mit dem Berater ausgefüllt, erfolgt die Beantragung per Dauerzulagenantrag in Zukunft stets automatisch.

„Riester lohnt sich nicht.“ Wichtig zu wissen ist: Im Gegensatz zu manch anderer Altersvorsorgelösung wird bei Riester eine lebenslange Rente ausgezahlt. Zudem bietet der grundsätzlich langfristige Anlagehorizont gute Renditechancen. Und: Ganz gleich, wie sich die Anlage entwickelt – bei Renteneintritt sind die eingezahlten Beiträge plus Zulagen immer garantiert.

Wenn Ihr Vertrag vor Renteneintritt mehr als Ihr Beitragsguthaben erwirtschaftet hat, ist sogar eine Erhöhung der Beitragsgarantie auf bis zu 200 Prozent der eingezahlten Beiträge möglich. Hinzu kommt die staatliche Förderung (pro Jahr 175 Euro als Grundzulage und bis zu 300 Euro für jedes Kind) sowie eventuelle Steuervorteile. Nachfolgendes Beispiel verdeutlicht, dass eine Riesterrente mitunter zu erheblichem Anteil aus staatlichen Zulagen aufgebaut werden kann.

Beispielrechnung 1: Musterfamilie (bitte aufklappen)
Unsere Musterfamilie hat zwei junge Kinder (2 und 4 Jahre). Ein Elternteil (32 Jahre) ist rentenversicherungspflichtig beschäftigt mit einem Jahresbrutto von 45.000 Euro, dies entspricht etwa dem Durchschnittsverdienst einer Vollzeitkraft in Deutschland. Das andere Elternteil (34 Jahre) kümmert sich um Haushalt und Erziehung, ist kindergeldberechtigt und bezieht derzeit kein Gehalt, in unserem Beispiel sei dies einmal der Vater. Bei umgekehrter Rollenverteilung ist die Rechnung selbstverständlich identisch. Möchte die Familie die staatliche Zulage voll ausschöpfen, gestalten sich die beiden Riesterrenten wie folgt:

Vater: Die Einzahlung beträgt lediglich 60 Euro pro Jahr, das entspricht dem sogenannten Sockelbetrag. Die Zulagen für Vater und beide Kinder, zusammen 775 Euro, fließen dem Vertrag der Mutter zu, da dies bei der gegebenen Einkommenssituation die günstigere Variante für die Familie darstellt.

Mutter: Für den Erhalt der vollen Zulage sollen als Vorsorgebetrag jährlich 4 Prozent des Vorjahresbruttos in die Riesterrente fließen. Bei einem Verdienst von 45.000 Euro entspricht dies 1.800 Euro. Davon können jedoch die Zulagen für Mutter, Vater und Kinder abgezogen werden. Bleibt eine jährliche Eigenleistung von 850 Euro oder umgerechnet rund 71 Euro pro Monat.

Alles in allem fließen somit jährlich 1.860 Euro in die beiden Riesterrenten, davon 950 Euro Zulagen. Dies entspricht einer Förderquote von 51 Prozent – mehr als die Hälfte der Altersvorsorge steuert in diesem Beispiel also der Staat bei. Und noch eine letzte Zahl: Schöpft die Familie auch über die Folgejahre die Zulagen voll aus, summiert sich die staatliche Förderung bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren auf über 26.000 Euro.

Die Berechnung erfolgte über den Riesterrechner unseres Verbundpartners Deka, sie kann unter www.deka.de/riester auch selbst nachgerechnet werden. Die Ergebnisse beruhen neben den gemachten Angaben zum Teil auf Annahmen und können nicht zugesichert werden. Grundlage sind die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

„Riester lohnt sich nur für Familien.“ Welche Vorteile Familien mit Kindern durch die staatlichen Zulagen erfahren können, hat vorgenanntes Beispiel gezeigt. Doch auch für Einzelpersonen ohne Kinder kann sich Riester lohnen. Denn die jährliche Eigenleistung als auch die Zulage können bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Über die jährliche Steuererklärung kann somit der persönliche Grenzsteuersatz von bis zu 42 Prozent erstattet werden.

Beispielrechnung 2: Mustereinzelsparer (bitte aufklappen)
Unser Mustersparer (35 Jahre) ist ledig, hat keine Kinder und bezieht ein Jahresbrutto von 70.000 Euro. Da 4 Prozent davon über dem förderfähigen Höchstbetrag liegen, gelten ebendiese 2.100 Euro als jährlicher Vorsorgebetrag. Abzüglich der 175 Euro Grundzulage bleibt eine Jahreseigenleistung von 1.925 Euro oder rund 160 Euro im Monat.

In diesem Beispiel errechnet sich eine Steuerersparnis in Höhe von 808 Euro pro Jahr. In der Summe kommen somit staatliche Zuschüsse von 983 Euro zusammen, was einer Förderquote von etwa 47 Prozent entspricht.

Die Berechnung erfolgte über den Riesterrechner unseres Verbundpartners Deka, sie kann unter www.deka.de/riester auch selbst nachgerechnet werden. Die Ergebnisse beruhen neben den gemachten Angaben zum Teil auf Annahmen und können nicht zugesichert werden. Grundlage sind die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen.[/su_highlight]

Wenn auch Sie sich Riester nun einmal näher anschauen möchten, fühlen Sie sich herzlich eingeladen, sich in einer unserer Filialen Ihre persönliche Förderquote ermitteln zu lassen. Mehr Informationen zur Riesterrente finden Sie auch auf unserer Website.

Ihr Sascha Häusler


Die Kreissparkasse Köln betreut in ihrem Geschäftsgebiet – dem Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischen Kreis und Oberbergischen Kreis – rund 1 Millionen Menschen in allen Fragen rund ums Geld. Sie bietet ein umfassendes Finanzdienstleistungsangebot für Jedermann – für Schüler und Studierende, Arbeitnehmer und Freiberufler, Kleinbetriebe und Mittelständler bis hin zum Großunternehmer.

Mit ihren Filialen, SB-Stellen und Mobilen Filialen ist die Kreissparkasse Köln in der Region flächendeckend und bedarfsgerecht für ihre Kundinnen und Kunden präsent – so auch im Raum Bensberg/Refrath. Die Sparkassenberater freuen sich auf Ihren Besuch vor Ort und sind auf Wunsch gleichfalls über das Internet erreichbar – persönlich und nah auch per Video- oder Textchat unter www.ksk-koeln.de.

Zum Selbstverständnis der Sparkasse gehört zudem ein intensives gemeinnütziges Engagement. So unterstützt die Kreissparkasse Köln Jahr für Jahr Initiativen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen über Spenden, Fördermittel aus der PS-Lotterie oder Ausschüttungen ihrer 14 Stiftungen – darunter auch zahlreiche im Raum Bensberg/Refrath.

Zur Person: Sascha Häuser verantwortet als Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln das Kundengeschäft im Raum Bensberg/Refrath. Der 39-Jährige ist seit rund 20 Jahren bei dem Geldinstitut beschäftigt und war vor seinem Wechsel nach Bensberg viele Jahre im Private Banking der Kreissparkasse Köln tätig.

Kontakt
Kreissparkasse Köln, Regional-Filiale Bensberg,
Schloßstr. 46-48, 51429 Bergisch Gladbach
Telefon: 0221 227-7312
Mail: sascha.haeusler@ksk-koeln.de
Web: ksk-koeln.de

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4 Kommentare

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  1. Herr Häuser nennt nicht einen einzigen zu beachtenden Nachteil. Das ist die Beratung der Banken. Die hohen Kosten durch die verschiedenen Träger der RR, dass die 30 Prozent mögliche Auszahlung natürlich nachversteuert werden, die laufen Renditen die von der Banken erwirtschaftet werden und zu minimalen Steigerungen der Rente über das eingezahlte Geld hinaus führt usw.

  2. Anlageberatung der Banken 02/2016 im Vergleich
    Es ist sicherlich nachvollziehbar dass iGl auf Werbepartner benötigt.
    Anlageberatung durch Banken und Sparkassen ist ein sehr komplexes Feld.
    Anlageberatung bei der Kreissparkasse Köln ist bei der Stiftung Warentest nur knapp einem Ausreichend entgangen. Nur 3 von getesteten Instituten haben mit gut abgeschnitten.

  3. Wir kennzeichnen bezahlte Beiträge eindeutig. Wir würden gerne auf Werbung verzichten. Aber dafür müssten deutlich mehr LeserInnen für unsere Dienste bezahlen. Hier können Sie sich anmelden: https://in-gl.de/unterstuetzen/ Die Redaktion

  4. Es ist eigentlich eine ziemliche Frechheit, einen bezahlten Beitrag nur so klein zu kennzeichnen und wie einen redaktionellen Beitrag aufzumachen.