Die Stadt lehnt es ab, auf dem Rheinhöhenweg und der Feldstraße durchgehend Tempo 30 vorzuschreiben und ist nur zu kleinen Einschränkungen bereit. Das ist in den Augen der Anwohner Stückwerk und rückwärtsgewand. Am Mittwoch wird das Thema im Ausschuss verhandelt. 

Seit Oktober 2018 verfolgt die Initiative „Initiative Tempo 30 Feldstraße/Rheinhöhenweg”  die Integration der beiden Straßen in die Tempo-30-Zone des gesamten Wohngebiets. Im Juni 2019 wurden Bürgermeister Lutz Urbach die Unterschriften von über 100 anliegenden Haushalten übergeben, die die Initiative unterstützen.

Am Mittwoch soll im Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) die entscheidende Abstimmung über die Beschlussvorlage der Ordnungsbehörde stattfinden. Diese empfiehlt den Antrag der Tempo-30-Initiative abzulehnen, und schlägt stückwerkhaft vor, auf einem Teil der Straße alternierendes Parken einzurichten und im Bereich des Kindergartens im Rheinhöhenweg streckenbezogen Tempo 30 anzuordnen (s.a. Dokumentation unten).

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Beitrag der Initiative. Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Institutionen und Initiativen der Stadt zur Verfügung. 

Die Initiative Tempo 30 Feldstraße/Rheinhöhenweg kritisiert diese halbherzige Empfehlung der Stadtverwaltung deutlich. Sie ist Stückwerk, rückwärtsgewandt und stellt den Autoverkehr in den Mittelpunkt.

Die Initiative hat am 17.6.2019 eine ausführliche Stellungnahme zu der Vorlage der Ordnungsbehörde FB-32 vorgelegt. In der Stellungnahme wird u. a. auch auf die Verkehrsmessungen eingegangen, die deutlich kritisch zu bewerten sind.

Die Feldstraße führt von Heidkamp bergauf über den Rheinhöhenweg bis nach Sand

Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität

Überall in der Politik wird darüber gesprochen, wie der Verkehr in den Städten reduziert und die Lebensqualität von Menschen verbessert werden kann, offenbar aber nicht in der Bergisch Gladbacher Verwaltung.

Der Straßenzug Feldstraße/Rheinhöhenweg liegt in einem Wohngebiet aus den 50er & 60er Jahren, das stark gewachsen ist und weiterhin durch Neubauten wächst, die Infrastruktur ist aber unverändert geblieben. Hier leben viele Menschen, wie Familien mit Kindern, die regelmäßig den Straßenzug Rheinhöhenweg/Feldstraße queren müssen, um anliegende Schulen und Kitas zu erreichen.

Zudem sind Wohngebiet und Straßenzug umgeben von hochfrequentierten Hauptverkehrsadern wie Bensberger Straße und Hauptstraße. Dies führt dazu, dass der Straßenzug missbraucht wird, um den Verkehr der Hauptverkehrsadern zu umfahren.

Der Initiative Tempo 30 für den Straßenzug Rheinhöhenweg/Feldstraße geht es insbesondere um eine Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität der Anwohner durch

  • Abbau des Flickenteppichs und einheitliches Tempo 30 im gesamten Wohngebiet,
  • mehr Sicherheit durch Tempo 30 für Radfahrer und Fußgänger,
  • Reduktion von Lärm und Schadstoffen.

Es gibt genug Beispiele in Bergisch Gladbach, wo Tempo 30 auch in Straßen gelebt wird, die vom Verkehr ebenso hoch frequentiert sind, wie der Straßenzug Feldstraße/Rheinhöhenweg.

Es gibt Vorbilder in GL

Als Beispiel möchten wir die Bernard-Eyberg-Straße in Refrath anführen: In der gesamten Straße besteht Tempo 30, es gibt Parktaschen für alternierendes Parken, es gibt eine Buslinie mit Haltestelle und eine Fußgängerampel für eine sichere Straßenquerung an einem kritischen Straßenabschnitt!

Wir appellieren an die Ausschussmitglieder des AUKIV, ihre Verantwortung für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr in dieser Reihenfolge im Sinne der Anwohner für eine höhere Lebensqualität im Wohngebiet, eine Verringerung der Fahrzeugbewegungen, des Lärms und der Abgase wahrzunehmen.

Es gibt kein vernünftiges Argument gegen eine Tempo-30-Regelung!

Wenn die Tempo-30-Regelung rechtlich möglich ist, sollte sie auch politisch möglich sein!

Dokumentation: Der Vorschlag der Verwaltung

Weitere Beiträge zum Thema:

Feldstraße: Initiative fordert Tempo 30

Neues von der Feldstraße

Feldstraße hat keinen Platz für Fahrräder

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2 Kommentare

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  1. Vorab: Benutze diese Straße sowohl als Radfahrer auch als Autofahrer. Und zwar täglich.
    Die Verkehrsmenge Rheinhöhenweg/Feldstrasse ist sehr übersichtlich. Bedingt durch die bereits rechts und links vorhandenen Parkplätze auf der gesamten Strecke wird das Durchfahrtstempo limitiert auf sicherlich 30 km/h oder weniger. Trotzdem kann man Verständnis haben für den Anwohner Wunsch. Aber dies zu argumentieren , es wäre die Ausweich Route der Bensberger resp. Hauptstrasse ist wohl völlig daneben !! Sowohl für den Verkehr aus Bensberg ( nach Gladbach) oder aus Herrenstrunden(nach Gladbach). Selbst der Verkehr aus Sand /Herkenrath .

  2. Temo 30 ist für Wohngebiete ohne durchgangsverkehr eine feine Sache.
    Leider werden in GL zunehmend auch Hauptstrassen mit diesem Tempo belegt.
    Als Quasi-anwohner der Feldstraße empfand ich das Tempo 50 noch nie als störend. denn es gibt hinreichend Hindernisse, um auch langsamer zu fahren.
    Der Bus fährt ebenfalls diese Strecke.Die Kita könnte wie viele anderen auch einfach ein Geländer auf dem Bürgersteig anbringen.
    Doch wenn man diesen Bürgerinitiativen raum gibt, kann man auch gleich stadtweit Tempo 30 einführen. Und natürlich die Blitzen an jeder Ecke. Sonst ist es eh vergeben Liebesmüh.

    In de Niederlanden ist es übrigens Standard, in den Nebenstraßen Tempo 30 zu haben. Und 50er Straßen werden dort generell mit Fahrradwegen begleitet.
    womit wir wieder beim Lieblingsthema der Gladbacher wären. Aber nun ist Schicht im Schacht.