Die aktuelle Lage an der Schlossstraße; Plakate mit Stellenanzeigen und Eröffnungsterminen sind überholt

Ausgerechnet die umstrittene und komplizierte Treppenanlage bildet den ersten Bauabschnitt für die neue Schlossstraße. Die Arbeiten sollen in Bensberg jetzt endlich beginnen, das Zieldatum und andere Punkte bleiben aber vage. Wir haben die Details – und den Stand der Dinge beim Emilienbrunnen.

Die Treppe, der kleine Stadtplatz und die Fläche direkt vor der neuen Schlossgalerie bilden den ersten Bauabschnitt für die umfassende Neugestaltung der Schlossstraße zum „Boulevard der Begegnungen”. Erst danach folgen die nächsten drei Bauphasen – aber schon beim allerersten Schritt klemmt es. Wohl erst im Frühjahr wird die Treppe fertig, wann die Schlossgalerie eröffnet, ist offen.

Der Bau der Treppenanlage selbst ist wiederum in zwei Abschnitte aufgeteilt, beide sind bereits ausgeschrieben worden, aber nur der erste Bereich ist bislang an ein Bauunternehmen vergeben worden.

„Voraussichtlich noch im September” sollen hier die Bauarbeiter anrücken, erklärt die Stadt auf Nachfrage.

1 Treppe, 2 Schritte

In diesem ersten Abschnitt werde der Hang stufenweise abgetragen und die Böschung mit einer Spritzbetonschale gesichert.

Damit entstehe ein freies Baufeld für den zweiten Abschnitt: dort wird das Fundament für die L-Steine gegossen, die später die Mauer bilden und die aufwendig verankert werden müssen. Anschließend wird die Treppe hoch zum Markt gebaut, außerdem die kleinere Dreieckstreppe weiter unten und der kleine Stadtplatz dazwischen. Dieser zweite Schritt, so die Verwaltung, soll „noch im Herbst” beginnen.

Skizze des Club L94 mit den Sitzstufen, der Dreieckstreppe im Vordergrund, darüber der kleine Stadtplatz sowie die Treppe hinauf zum alten Markt

Entwurf in Arbeit

Wie genau diese wichtigen Gestaltungselemente (Mauer mit Sitzstufen, kleine und große Treppe, Stadtplatz) aussehen werden, ist noch nicht klar.

Denn abgesehen von Skizzen der Architekten vom Club L94 und einer bunten Visualisierung, die mit der Realität nicht ganz übereinstimmt, gibt es kein Anschauungsmaterial. Neue Pläne oder Visualisierungen könne sie nicht vorlegen, sagt die Stadt; die Entwurfsplanung für die gesamte Schlossstraße sei noch in Arbeit.

Das heißt, dass diese Unterlagen dem interfraktionellen Arbeitskreis sowie den Händlern und Eigentümern der Schlossstraße erst nach Start der Bauarbeiten vorliegen.

Keine Veränderungen

Vermutungen, die Architekten hätten ihre Planungen als Reaktion auf die notwendig gewordene andere Verankerung der Betonmauer geändert, womöglich gar die Lage der Mauer oder den Zuschnitt des Stadtplatzes verändert, beantwortet die Stadt mit einem klaren „Nein”.

Weniger klar sind die Angaben zu möglichen Terminen. Der zweite Abschnitt soll „im Herbst” beginnen, die gesamte Treppe werde „im Frühjahr” fertig werden. Eine Konkretisierung sei derzeit nicht möglich.

Dabei wäre eine realistische Einschätzung für den Investor Centerscape, die bereits mehrfach vertrösteten Mieter des neuen Einkaufszentrums und die anderen Geschäftsleute der Straße wichtig. Forderungen auf Schadenersatz von Centerscape an die Stadt aufgrund des Verzugs seien der Verwaltung „nicht bekannt”.

Das Unternehmen selbst gibt derzeit keine Stellungnahme ab. Klar ist aber, dass die Planungen der Mieter (u.a. Rewe Wintgens und dm), im November eröffnen zu können, längst Makkulatur sind. Mit einem Bezug noch in diesem Jahr rechnet niemand mehr. Auch die Bauarbeiten an der Schlossgalerie haben sich deutlich verlangsamt; ursprünglich hatte Centerscape gesagt, das Gebäude werde noch im Sommer (2019) bezugsfertig.

Der Emilienbrunnen

Und der Emilienbrunnen?

Wenig Neuigkeiten gibt es beim künftigen Standort des Emilienbrunnens. Dazu hatte die Stadtverwaltung im Sommer eine Bürgerbefragung durchgeführt. Dabei habe sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen, dass der Brunnen bleibt, wo er ist. Es hätten sich auch einige Ideen für neue Standorte ergeben – womit sich die Planer jetzt beschäftigten. Details nennt die Stadt im Moment nicht.

Straßenausbaubeiträge

Offene Fragen gibt es bei den Anliegern auch in Sachen Straßenausbaubeiträge: rund drei Millionen Euro sollen sie nach aktuellem Stand für die neue Straße aus eigener Tasche zahlen. Diese Beiträge werden, so die Stadtverwaltung, nach aktueller Gesetzeslage alle Eigentümer betreffen. Allerdings wird über dieses Thema gerade im Landtag beraten, die Regeln könnten sich ändern.

Kein Thema im Ausschuss

Auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr am Mittwoch taucht die Schlossstraße nicht auf. Allerdings haben Bensberger Bürger, eine Initiative, der ADFC und die Klima Freunde zu einer Kundgebung während der Sitzung im Innenhof des Rathauses aufgerufen: sie machen sich für den Erhalt aller gesunden Bäume in der Schlossstraße stark.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Wem fehlen nicht die Worte, wenn der Zustand der Planung von Bensbergs wichtigstem Fortkommen und damit die Fehlleistungen der Stadt erklärt werden sollen? 15 Jahre (?) Einkaufsgalerie und keine Ende! 5 Jahre (?) Schlossstraße und kein Ende! 2 Jahre Parkplatzdiskussion und kein Ende! Der Bürgermeister hat zwar am Beginn seines Schaffens in BGL geäußert, auf Bensberg würde er sein besonderes Augenmerk legen. Das aber muss er im stillen, anonymen Kämmerlein vollzogen haben, denn die Katastrophen in seiner Amtszeit, was Bensberg anbelangt, sind mannigfaltig. Selbst jetzt, wo etliche, Angesagte Termine verflossen sind, Ankermieter der neuen Galerie wohl nicht mehr lange ausharren werden, der Fortgang mit der Straße fortwährend der Parkplatzdiskussion unterliegt und der Bau der Treppe immer noch von bisher nicht gekannten und immer neuen Problemen eingeholt wird, übt sich die Stadt in wagen Nichttermin-Angaben und gibt sich immer weiter der Lächerlichkeit hin.

    Armes Bensberg!

  2. Die Ausschreibungen für diesen Bauabschnitt sind gelaufen. Und für den ersten Teil gibt es auch einen Vertrag.

  3. Das wir den großen Flughafen in Berlin nicht hinbekommen, daran haben wir uns ja langsam gewöhnt. Aber das wir nicht mal eine popelige Treppe hinbekommen ist schon lächerlich. Wenn jetzt erst die Ausschreibung losgeht, dann kann man nicht glauben, dass im September der Bau schon beginnt. Den Emilienbrunnen sollte man wirklich da lassen, wo er ist, erstens ist er da richtig, zweitens sonst geht das auch noch in die Hose. Mein Gott ist das alles peinlich, man denkt, wir sind in der dritten Welt.