Der genehmigte Demo-Weg

Zahlreiche Schulen wollen mit geschlossenen Klassenverbänden an der Klimaschutz-Demo in Bergisch Gladbach teilnehmen. Offizielle Vertreter der Stadt sind nicht dabei, Bedienstete können sich aber Urlaub nehmen. VCD, ADFC und Grüne wollen Parkplätze in Beschlag nehmen. 

Die Bergisch Gladbacher Aktion im Rahmen des globalen „Klima-Streiks” am Freitag werden von den Klima Freunden Rhein-Berg, dem Ortsverband von „Fridays for Future“, dem BUND Rhein-Berg und dem ADFC RheinBerg-Oberberg organisiert.

Sie starten um 10 Uhr auf dem Marktplatz zu einem Marsch durch die Innenstadt, ab 11:30 Uhr ist auf dem Konrad-Adenauer-Platz eine Kundgebung mit Musik und Reden geplant. Inhaltlich soll es vor allem darum gehen, was in Bergisch Gladbach passieren muss, um die Folgen der Klimakrise zu begrenzen.

Nach Angaben der Klima-Freunde melden sich immer mehr Schulen, die ganze Klassenverbände im Rahmen von sogenannten Bildungsexkursionen mit Lehrern zur Demo schicken.

Die Stadtverwaltung berichtet auf Nachfrage, dass weder der Bürgermeister noch andere Vertreter offiziell an der Veranstaltung teilnehmen; das sei auch gar nicht angefragt worden.

Städtische Bedienstete, die sich am „Klima-Streik” beteiligen, können sich Urlaub nehmen oder Überstunden abfeiern. Das sei „selbstverständlich” möglich, erklärt Bürgermeister Lutz Urbach. Ebenso selbstverständlich sei aber auch, dass der normale Betrieb der Stadtverwaltung sichergestellt sein muss.

Park(ing) Day will Parkplätze erobern

Parallel zum Klima-Streik veranstalten der Verkehrs-Club Deutschland (VCD), der ADFC und die Grünen Bergisch Gladbach zu gleichen Zeit und am gleichen Ort einen „Park(ing) Day“.  Ab 10 Uhr sollen die Parkbuchten vor dem Rathaus am Konrad-Adenauer-Platz besetzt werden.

Die Akteure wollen damit wie schon einmal vor zwei Jahren aufzeigen, wie Verkehrsflächen anders genutzt werden können – und in Frage stellen, wie viel Fläche in den Städten dem Autoverkehr eingeräumt werden soll. Beim VCD ist dies eingebunden in die bundesweite Aktion „Erober‘ Dir die Straße zurück“, mit der in lebenswerten Städten langfristig Straßen und Parkplätze als öffentlicher Raum den Menschen zurückgegeben werden sollen.

Das Programm am Freitag

10 Uhr: Treffpunkt Konrad-Adenauer-Platz zum Demonstrationszug durch die Innenstadt (Bensberger Straße, Richard-Zanders-Straße, Hauptstraße, Fußgängerzone, Konrad-Adenauer-Platz)

11:30 Uhr: Abschlusskundgebung mit Infoständen, Redebeiträgen, Künstlern und Livemusik auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus.

Reden werden u.a. die Künstlerin Mary Bauermeister, Mark vom Hofe (Vorsitzender des Rheinisch-Bergischen Naturschutzsvereins), Christian Gollmer (Gründer des Forums für Nachhaltigkeit), Lena (Fridays for Future RBK/GL) und Roland Vossebreker (Pianist und Komponist).

Für die Musik sorgen die Akustonauten, die Brüder Roland, Bernd Kämmerling und DJ Responski. Die Moderation hat Robert Wagner von Stoning Roll-Projekt übernommen.

Polizei warnt vor Verkehrsbehinderungen

Die Polizei rechnet nur mit rund 500 Teilnehmern. Sie weist aber auf Straßensperrungen und erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtzentrum hin. Unter anderem die Bensberger Straße, die Richard-Zanders-Straße und die Hauptstraße werden zwischen 10 und 12 Uhr zeitweilig gesperrt.

Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, sich frühzeitig um eine alternative Route zu kümmern und den Bereich um die Innenstadt großzügig zu umfahren.

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5 Kommentare

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  1. @Bastardo: Es geht nicht darum, dass wir alle ab sofort in Askese in Baumhäusern leben, mit dem Fahrrad fahren und Tofu essen müssen. Es wäre für die Umwelt schon viel geholfen, wenn jeder sein eigenes Verhalten ein wenig reflektiert und nach seinen Möglichkeiten verändert. Muss es zum Beispiel Kohle- und Atomstrom sein, wenn man sich auch Ökostrom leisten könnte? Muss man wirklich sieben Tage die Woche billigstes Fleisch auf dem Teller haben, statt seltener und dafür besser? Wenn man an anderer Stelle schon etwas für die Umwelt tut, missgönnt einem doch niemand den Flug nach Malle. Aber wenn wir gar nichts machen, wird die Umwelt uns bald zum Handeln zwingen, und dann wird es tatsächlich bitter für alle.

  2. Der Sinn? Der würde darin liegen, zu belegen, dass die Behauptung des selbsternannten „Bastards“ zutrifft. Was nicht der Fall ist. Von daher haben Sie wahrscheinlich recht, die Frage ist sinnlos. Aber nicht sinnfrei.

  3. Liebe Redaktion,
    Ihre Antwort empfinde ich als völlig sinnfrei.
    Worin liegt in diesem Zusammenhang der Sinn darin ein Bild zu senden?
    Liebe Grüße Mike

  4. Man sollte mal ein Bild von den Schulen machen. So um 14 Uhr. Wenn 80% der Schüler von ihren Eltern im dicken SUV abgeholt werden. Geht ja natürlich schneller als mit Bus und Bahn. Und glaubt einer das ein Schüler auf einen Urlaub auf Mallorca verzichten würde? Ist doch alles nur bla bla bla