Thomas Hartmann

Der gemeinsame Antritt von Grünen, SPD und FDP bei der Bürgermeisterwahl stößt bei der CDU auf Verwunderung. Sie sieht sich darin bestätigt, die Mitglieder entscheiden zu lassen. Was alle machen.

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Die Kampfansage der drei Parteien, die mit Frank Stein einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wollen, hat die CDU offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. Zwar wusste auch sie seit langem, dass SPD-Mitglied Stein mit SPD und Grünen spricht. Aber nun ist auch die FDP im Boot und alle drei präsentieren bereits ein umfangreiches Grundlagenprogramm – mit dem erklärten Ziel, der CDU das Bürgermeisteramt und die Vorherrschaft im Stadtrat abzunehmen.

„Es hat sich ja schon in den letzten Wochen angebahnt. Dennoch bin ich angesichts dieser Vorstandsentscheidung mehr als verwundert“, erklärt der CDU-Vorsitzende Thomas Hartmann in einer Pressemitteilung. Die CDU bleibe dabei, „mit allen Mitgliedern zusammen den besten Kandidaten aus unserer Partei zu suchen.“

Dabei unterschlägt Hartmann aber, dass auch Grüne, FDP und SPD genau das tun werden – und dass dieses Verfahren im Wahlgesetz vorgeschrieben ist. Bislang gibt es einen Vorschlag der Parteivorstände, entschieden wird auf separaten Mitgliederversammlungen.

Der Unterschied: bei der CDU treten mit Christian Buchen und Oliver Renneberg zwei Kandidaten an, bei den anderen Parteien gibt es nach aktuellem Stand keine Bewerbungen gegen Frank Stein.

Und was ist mit dem FNP-Streit?

Allerdings hat  Hartmann auch inhaltliche Zweifel am neuen rot-grün-gelben Bündnis: „Für mich bleibt ein großes Fragezeichen, was das inhaltliche Fundament dieses Bündnisses ist. Beim Flächennutzungsplan, als ein Beispiel, haben die drei komplett widersprüchliche Positionen vertreten. Und auch beim wichtigsten Thema für Bergisch Gladbach – der Lösung der Verkehrsprobleme – liegen die Vorstellungen bislang meilenweit auseinander.“

Dagegen betonen SPD, Grüne und FDP, auch auf diesen Gebieten überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt zu haben, was sich im Grundlagenpapier auch niederschlage. Zum Beispiel bei der Forderung, städtische Parkplätze zu überbauen und damit weniger Flächen aus dem FNP in Anspruch nehmen zu müssen. Oder dem Vorrang des Radverkehrs.

Die Termine für die Mitgliederversammlungen

Die CDU Bergisch Gladbach wird am 6. November ihren Bürgermeisterkandidaten bei einer Mitgliederversammlung wählen. Nach vielen Sondierungsgesprächen stellen sich aktuell die beiden Bewerber, Christian Buchen und Oliver Renneberg, in der Stadt vor. „Ich bin mir sicher, dass wir einen geeigneten Bergisch Gladbacher mit sehr guten Argumenten und Positionen ins Rennen schicken werden“, freut sich Thomas Hartmann auf den Wahlkampf 2020.

Die Mitgliederversammlung der SPD ist am 11.11. im Refrather Treff, der FDP am 9. November im Kreishaus und der Grünen am 8. November ebenfalls im Kreishaus.

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SPD, Grüne und FDP fordern die CDU heraus

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3 Kommentare

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  1. Ja, da had’der Recht, der gute Havermann.

    Mag man bei den schwarzen Erbhofverwaltern auch nicht unbedingt geschlafen haben, reichte die dort ohnehin mangelnde Phantasie jedenfalls nicht aus, sich vorzustellen, dass irgendwelche Politkrümel oder gar der bislang folgsam gewesene rote Hilfsregent es gar wagen würden …

    Und falls doch wagen, dass solches, am Strundeufer mit politischer Blasphemie gleichzusetzende Unterfangen auch noch ernste Aussichten auf Erfolg haben könnte …

    Dem nun zur wuchtigen Wende entschlossenen kleineren Partner der „Großen Kooperation” indes wird die klammkalte Befürchtung befallen haben, dass der sonst so genügsame hiesige Wähler am 13.09.20 irgendwem die Rechnung für das träge „grosskooperative” Dahingewanke der dann abgelaufenen Wahlperiode prâsentieren kõnnte, insbesondere für die leider ausgefallene bzw. nur lustlos simulierte „Stadtplanung“.

    Also gerade noch rechtzeitig (oder auch nicht) die Devise: Wir hätten ja, wenn wir nur gedurft haben würden – Aber wenn wir erst mit anderen regieren dürfen, dann …

    Es wird am besagten 13.09.20 spannend, zu sehen, ob dieses Kalkül aufgeht und auch schon vorher, wie die praktisch nun in Scheidung lebende „Große Kooperation” ihre noch tristere Restlaufzeit herumbringt,
    und ebenso, ob sich schon vor den Wahlen etwas vom bislang schwärzlich unterdrückten wahren Gestaltungsgeist des kleineren Grosskooperanten zur Erscheinung bringt …

  2. Geschlafen hat Sie, die CDU. War ihr schon die neue Partei FWB eher lästig als gefährlich scheint man nun begriffen zu haben, dass sich am Horizont üble Gewitter zusammenbrauen. Das ist ganz anderes Bündnis als die ehemaligen BBI-ler, das die CDU aufs Korn nimmt. Gut, von der SPD ist das schon gemein, die Bösen, haben nichts gesagt und Mama im Ungewissen gelassen. Und selbstverständlich werden sich einige Schuldige finden lassen, die, mit Urbach + Metten an der Spitze, für das wahrscheinliche Desaster bei der Kommunalwahl verantwortlich zeichnen sollen. Urbach ist dann weg, Metten ebenfalls, die können sich nicht mehr wehren. Vielleicht gibt es ja einen Weg, auch den Nicht-Wahlbeamten Flügge zu suspendieren, dann kann man auch auf dem rumschlagen (der hätte es auch am meisten verdient).

    Die Hoffnung auf einen anderen, bürgernahen, zukunftsorientierten, umweltbewussten und an der Lösung des Verkehrsproblems interessierten Stadtrat scheint nun Platz greifen zu können. Anti-GroKo Sympathisanten aller Stadtteile, tut am 13.09.2010 das, was nötig ist.