Die Feuerwehr muss jeden Punkt der Stadt innerhalb weniger Minuten erreichen können. Um das zu gewährleisten soll eine Feuerwache Süd gebaut werden

Der Vorschlag der Verwaltung, die neue Feuerwache Süd in einem Zipfel des Königsforsts zu bauen, trifft bei den lokalen Parteien auf Wohlwollen – für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie gibt es eine breite Mehrheit. Auch das rot-grün-gelbe Bündnis lehnt eine Fällung von Bäumen nicht rundheraus ab. Nur bei den Grünen gibt es Widerspruch.

Die CDU will noch keine Einschätzung abgeben und sich erst einmal den Verwaltungsvorschlag für eine Machbarkeitsstudie anschauen, die im Januar im Stadtrat vorgelegt werden soll. „Wir kennen zu dem Thema noch keine Details und werden uns damit im neuen Jahr auseinandersetzen”, sagen der CDU-Vorsitzende Thomas Hartmann; Fraktionschef Michael Metten schließt sich an.

Ausführlicher fällt die Stellungnahme von Christian Buchen aus, der Kandidat der CDU für die Bürgermeisterwahl im Herbst 2020. Er betont die Notwendigkeit einer neuen Feuerwache Süd und verweist auf die seit sechs Jahren laufende Suche nach einem Standort. Das Grundstück in Frankenforst komme dafür in Frage, grundsätzlich sei eine Machbarkeitsuntersuchung ein sinnvoller nächster Schritt. Dabei müssten viele Perspektiven wie Realisierbarkeit, Verkehr, Lärm, Umwelt- und Klimaschutz, Risiken und Kosten untersucht werden.

Sehr ähnlich äußert sich Frank Stein, der als Dezernent in der Stadtverwaltung für die Feuerwehr zuständig ist und für das Bündnis von SPD, Grünen und FDP bei der Kommunalwahl gegen Buchen antritt. Fest stehe nur, dass das Grundstück „einsatztaktisch” geeignet sei, weil die Feuerwehr von dort aus gut ihren Einsatzbereich abdecken kann. Ob es „auch in ökologischer Hinsicht vertretbar ist, dort eine Feuerwache zu errichten, hängt von der entsprechenden fachlichen Bewertung ab”, die es noch nicht gebe.

Eine Machbarkeitsstudie, so Stein, könne Klarheit bringen. Erst dann könne man sagen, ob der Standort „umweltfachlich verantwortet werden kann”. Und auch erst dann stehe die Frage an, ob eine Entscheidung für die Fällung von Bäumen politisch vermittelbar sei.

Für die SPD weisen Fraktionschef Klaus Waldschmidt und der Parteivorsitzende Andreas Ebert darauf hin, dass die Feuerwehr gerade an einem neuen Brandschutzbedarfsplan arbeitet. Die Nähe zur Autobahn sei wichtig, weil die Einsatzkräfte dann schnell in die südlichen Stadtteile gelangen.

Von dem neuen konkreten Standort habe die SPD aber gerade erst gehört; daher habe weder Partei noch Fraktion bislang darüber diskutiert. Grundsätzlich kämen auch andere Grundstücke in Frage, Alternativen müssten untersucht werden. Aber für die meisten Grundstücke, die in Frage kämen, wäre eine Änderung des FNP notwendig. Auf keinen Fall dürfe die Rettung von Menschen und der Natur- und Klimaschutz gegeneinander ausgespielt werden.

Auch die FDP verweist auf die Dringlichkeit einer neuen, gut erreichbaren Feuerwache. Die Parteivorsitzende Anita Rick-Blunck und Fraktionschef Jörg Krell sehen aber auch „die Bedeutung der Bäume gerade im Vorfeld der Autobahn”. Um dieses Dilemma aufzulösen könne eine Machbarkeitsstudie helfen.

Bei den Grünen gibt es noch Diskussionsbedarf. Fraktionsvorsitzende Edeltraud Schundau lehnt den Standort ab, vor dem Hintergrund des Klimanotstands und des schlechten Zustands der Wälder. Es müsse andere Grundstücke geben, zum Beispiel am Haus Bockenberg oder im Gewerbegebiet Untereschbach.

Im Gegensatz dazu will die Ko-Vorsitzende der Grünen, Eva Gerhardus, den Standort nicht von vorne herein ausschließen. Statt dessen solle ein Vertreter der Feuerwehr in die Fraktion eingeladen werden, um das Vorhaben zu erläutern. Auch Gerhardus hält eine Machbarkeitsstudie für sinnvoll.

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