Fotos: Helga Niekammer

Mit einem ersten Spatenstich hat am Montag die Umgestaltung des sogenannten Stadtgartens in Bensberg begonnen. Aus den Wiesen am Vinzenz Pallotti Hospital soll eine bürgernahe Naherholungsfläche werden – ohne tiefe Eingriffe in die Natur.

Diese Wiesenflächen sind ein Ort mit langer Tradition, wo Generationen ihre Freizeit verbracht und die Natur genossen haben“, sagte Bürgermeister Lutz Urbach. Das Gelände solle eine Freizeitfläche bleiben, die entwickelt wird – aber sehr sorgsam und unter ökologischen Aspekten.

Die Aufwertung des Stadtgarten ist ein Schlüsselprojekt im Rahmen des Integrierten Handlungskonzept (InHK) Bensberg, das aus Städtebaufördermittel von Bund und Land zu 70 Prozent gefördert wird. Die Stadt muss knapp ein Drittel der geschätzten Gesamtkosten von rund 540.000 Euro tragen. Hinzu kommen die Unterhaltungskosten von rund 20.000 Euro pro Jahr.

Bürgermeister Lutz Urbach, Wolfgang Heimann (VPH), Alexander Nix (Landschaftsarchitekt), Volker Oberreuther, (Projektingenieur), Harald Flügge (Baurat), Wolfgang Honecker (Stadtplanungschef)

Dass es in Bergisch Gladbach überhaupt einen Stadtgarten gibt, war selbst für die Bensberger weitgehend unbekannt. Für diejenigen, die die Flächen schon immer für ihre Spaziergänge nutzten, waren es einfach die Wiesen am Vinzenz Pallotti Hospital (VPH). Dabei sind die ersten Gestaltungsideen für die 11,6 Hektar große Fläche zwischen VPH, Kardinal-Schulte-Haus, Klausenberg und Weyerhardt, mehr als 50 Jahre alt.

Einige Anwohner fürchten jetzt, das Projekt könne mit dem neuen Wegenetz zu tief in die Natur eingreifen und die Idylle vor ihrer Haustür beeinträchtigen. Mit dem neuen Freizeitangebot könnte womöglich Autoverkehr angelockt werden.

Christian Nollen (rechts) erläutert das Konzept

Dem hält die Stadt ein  Leitbild  der „sanften Naherholung“ entgegen. Die Eingriffe in Natur und Landschaft sollen so gering als möglich gehalten werden. Christian Nollen, Leiter von Stadtgrün, versteht das Projekt als Herzenangelegenheit. Im Gespräch mit den Anliegern versprach er: „Diese Anlage ist keine zweite Saaler Mühle.” Die Ausstattung sei anders gewählt: „Wir wollen nicht ganz Bergisch Gladbach hierhin einladen.”

„Wer den Schwester-Matthia-Weg bereits gegangen ist, der weiß, dass es sich mit dieser Grünfläche um einen einzigartigen Naturraum hier in Bensberg handelt”, betonte Bürgermeister Urbach. „Hier hat man die einmalige und wunderschöne Blickbeziehung zwischen dem Stadtkern von Bensberg und der Kölner Bucht“, unterstrich Urbach. Und weiter: „Natürlich könnte auch alles so naturnah bleiben, aber wir haben festgestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger solche Freiflächen auch nutzen möchten.”

Mit einem Fitness-Parcours, einer Boule-Bahn, einem Waldspielplatz und kleineren Spielflächen werde das Areal erlebbar gemacht. Auch ökologisch habe die neue Anlage etliches zu bieten, betont die Stadtverwaltung. So würden neue Bepflanzungen angelegt und der Anteil an Blühwiesen deutlich erhöht.

2017 gab es erste konkrete Gedanken, den Stadtgarten aufzuwerten. Vom Entwurf, der Beteiligung der Bürgerschaft, der Beplanung der Flächen bis hin zur fertigen Ausschreibung der Maßnahme vergingen zweieinhalb Jahre. Schon in diesem Sommer soll der Umbau abgeschlossen sein.

Für die anstehenden Arbeiten wurde ein lokaler Betrieb des Garten- und Landschaftsbaus beauftragt. „Dies gewährleistet einen reibungslosen Bauablauf und eine qualitativ hochwertige Arbeit“, sind sich die Experten Volker Oberreuther und Christian Nollen der Abteilung StadtGrün sicher.

Das Stadtgarten-Projekt wurde unter der Federführung von StadtGrün konzipiert und umgesetzt. Landschaftsarchitekt Alexander Nix hat die Pläne erstellt.

Wichtig ist den Akteuren die Kooperation mit den Anliegern. So entstand das Konzept für den Fitness-Parcours gemeinsam mit Physiotherapeut Frank Heimann. Der Mit-Geschäftsführer der Reha Training GmbH mit Sitz in Leverkusen arbeitet am Standort Vinzenz-Pallotti-Hospital.

Ein natürlich anmutender Spielplatz mit Spielepfad, Balancierstämmen und Klettermöglichkeiten wird im Waldrandbereich im Süden des Stadtgartens angelegt. Picknickbänke unter Gehölzgruppen werden zu einem Ort der Begegnung der unterschiedlichen Kulturen. Darüber hinaus gibt es Bestrebungen, einige Flächen durch Schaf-Beweidung zu pflegen.

Weitere Beiträge zum Thema:

Der Stadtgarten: Von Bensbergs Höhe ins Tal

.

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

Nehmen Sie an der Konversation teil

5 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich zahle doch Hundesteuer, also kann mein Fiffi auch kacken wo er will oder muss. Augen auf im Stadtgarten!!!

  2. Und ich hoffe doch sehr, dass die Hunde nach der Baumaßnahme wieder alles vollkacken können. Ist doch schließlich so schön, wenn man in einen Haufen tritt.

  3. Ich hoffe, dass unsere Hunde auch weiterhin laufen und miteinander spielen koennen

  4. Hallo Zusammen,

    „Die Stadt muss knapp ein Drittel der geschätzten Gesamtkosten von rund 540.000 Euro tragen. Hinzu kommen die Unterhaltungskosten von rund 20.000 Euro pro Jahr.“

    Es wäre schön, wenn sich jemand an diese Rechnung am Ende der Maßnahme erinnern könnte. Bisher wurden die Veranschlagten Summen selten eingehalten!!!

    Auf ein gutes Gelingen

  5. Wenn ich mich recht erinnere war der Hang auch eine schöne Rodelbahn. (Ist so lange her seit dem letzten Schnee ;-) )
    Ich hoffe das wurde berücksichtigt und ist auch nach der Umgestaltung noch möglich.