Kippekausen war immer eine Mustersiedlung – nicht zuletzt beim Parkplatz-Problem. Dafür gibt es in Kippekausen nun Lösungsideen, die erneut richtungsweisend sind.

Schon in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in der Kippekausen-Mustersiedlung zu wenig Platz für die stetig wachsende Zahl der stetig wachsenden Autos. Die Garagen sind nicht mitgewachsen. Stolze Karossen mussten fortan bei Wind und Wetter auf der Straße übernachten. Zu allem Überfluss kommt nun die Feuerwehr nicht mehr durch.

Den Vorschlag eines Betroffenen, künftig Löschfahrzeuge der Feuerwehr zu verschlanken statt Parkraum einzuschränken, finde ich genial. Ein Konjunkturprogramm für Feuerwehrfahrzeuge-Hersteller.

Um Aufnahmen aus dem All zu erschweren, sollten alle Garagenanlagen mit Geschütznetzen getarnt werden. Zumindest aber sollten die Garagendächer grün angestrichen werden.

Grün eingefärbter Asphalt für alle Parkplätze wäre darüberhinaus sowieso eine elegante Lösung für eine „lebenswerte“ Stadt. Das dürfte sogar den Besuchern der Außengastronomie in den Restaurants der Schlossstraße ein Wohlgefühl vermitteln. Denn Grün beruhigt.

Und im übrigen: Das Recht auf einen ausreichend geräumigen Parkplatz für jeden Deutschen muss im Grundgesetz verankert werden.

Fotohinweis: Screenshot Google Maps

Weitere Beiträge der Serie:

Ganz nebenbei: Ordnung muss sein

Ganz nebenbei … ein Dilemma am Radweg

Ganze nebenbei: Eine Stadt im Aufbruch

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Reiner Thor

ist ein freier bergischer Autor. Er widmet sich den kleinen und großen Themen, die vielen Menschen unter den Nägeln brennen: Pro bonum, contra malum. Parallel arbeitet er an einem großen Sittenroman seiner Heimatgemeinde. Hinter dem Pseudonym steckt (natürlich) Klaus Hansen.

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8 Kommentare

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  1. Herr Sütterlin, da pflichte ich Ihnen 100% bei. Das Konzept das Sie beschreiben gibt es allerdings bereits: kostenpflichtiges Anwohnerparken. Einige Städte in NRW machen es bereits, allerdings ist der Preisdurchschnitt in Deutschland (wer hätte das gedacht) lächerlich gering. Wenn wir z.B. Preise wie in einigen unserer Nachbarländer hätten, würde sich der/die ein oder andere vielleicht überlegen, ob das Auto nicht doch in die Garage passt – oder in die Einfahrt.

    Mehr dazu:
    https://www1.wdr.de/nachrichten/anwohnerparken-nrw-100.html

  2. Die Situation in Kippekausen ist tatsächlich beängstigend: Die Stadt kann die Abwehr von Schäden durch Feuer nicht mehr gewährleisten, die Feuerwehr kann Gefahrenstellen nicht mehr erreichen, weil die Entwicklung im Laufe der Zeit zu immer mehr und voluminöseren Fahrzeugen geführt hat, die im öffentlichen Raum abgestellt werden. Eine Situation wie in Kippekausen gibt es auch an vielen anderen Stellen in Refrath, und sie werden mehr und mehr. Es ist nicht nur ein Problem der Zahl der Autos, sondern auch deren Abmessungen, wie jeder schon in Parkhäusern und auf Parkplätzen erlebt haben dürfte. An einigen Stellen in Refrath hat die Stadt beim Neubau der Straßen den Gehweg auf etwa 15 cm Breite geschrumpft, so dass er nicht mehr als Gehweg benutzt werden kann.

    Eine Lösung ist nicht zu erwarten, solange die Autoindustrie und der Handel die Gemeindeverwaltungen vor sich hertreiben. Eine politische Lösung, die erforderlich wäre, ist nicht in Sicht. Dabei liegen die Lösungen auf der Hand: z.B. die Besteuerung der Grundfläche der Autos! Heutige Autos haben -unter Berücksichtigung des Platzbedarfes für das Ein- und Aussteigen- eine Breite von ca. 2,5 m. Die Länge der Autos ist bei 5 m angekommen. Eine Wohnung in Refrath kostet monatlich etwa 11 €/qm (Stand 2018). Die Bewohner sind also bereit, im Jahr 1650 € für ein Zimmer von 12,5 qm auszugeben. Dieser Betrag wäre als Miete für die Inanspruchnahme einer aus Steuermitteln finanzierten Abstellfläche von 12,5 qm durchaus angemessen, zumal diese Fläche beleuchtet ist und von den Ordnungskräften bewacht wird. (Ein Abstellplatz hinter der VHS in Bergisch Gladbach auf grobem Schotter kostet 5 €/Tag, also mehr als 1500 €/Jahr).

    Aber das Auto ist in Deutschland eine „heilige Kuh“, bevor es zu sinnvollen Lösungen kommt, müssen erst Häuser abbrennen, müssen erst Überschwemmungen geschehen, weil zunehmend breitere Straßen die Landschaft versiegeln, etc.

    Aber wer sich ein voluminöses Auto anschafft, hat auch Anspruch darauf, sich möglichst lange darin aufzuhalten, er oder sie sollten sich also nicht über Staus beklagen, sondern sie genießen.

    Lothar Sütterlin

  3. Großartig – und da sage noch einer, die kommentarschreibenden Wutbürger (ohne -innen, denn meist sind es Männer) hätten keine konstruktiven Lösungen anzubieten!

    Ergänzend möchte ich anmerken, dass auf dem Satellitenbild völlig unnötige Bürgersteige zu sehen sind. Wer braucht die denn bitte angesichts der dramatischen Parkraumkrise?
    Weiter unten (warum ist das Bild da wohl abgeschnitten…?) befinden sich Spielplätze. Spielplätze für lärmende, chaotische Kinder! Für so einen Quatsch wird der Platz verschwendet, der für unsere schönen Autos so dringend fehlt! Wer spielen will, soll gefälligst ins Internet gehen und GTA zocken!

  4. nicht alle Gemeinden haben einen so vollen Geldsack sich einen neuen Feuwehrfuhrpark zu leisten.Gl sicher auch nicht

  5. betroffen oder nicht betroffen Garagen leerräumen und Auto einparken.Dann würde auch dem Gesetz genüge getan.außerdem wer eine Garage hat und sein Auto draussen parkt benötigt die Garage nicht also abreißn kein Problem.

  6. Rainer Thor, Sie haben mal wieder ins Schwarze getroffen…..beim Anblick dieser riesigen, wuchtigen Feuerwehrfahrzeuge habe ich, ganz unabhängig vom Thema “Kippekausen” schon sehr oft gedacht……”viel zu goß und viel zu breit, so geht das nicht weiter”….endlich kommt die Sache ins Rollen……man ,man, man…..liebe Leute….bekommt ihr eigentlich noch mit, was ihr da so von Euch gebt???? Was für Luxusprobleme……..Garagen??????? Ein Häuschen für die 4 Räder und etwas Blech drumherum….dafür diese Aktion….da muß man erst einmal drauf kommen….bei der Auswahl bzw Konstruktion der neuen FW Fahrzeuge möchte ich selbstverständlich, als gelernte KFZ Konstruktuerin, meine Hilfe anbieten

  7. Da muss man nicht “Betroffener” sein um festzustellen, dass er Recht hat.

    Die Forderung nach Anschaffung kleinerer Feuerwehrfahrzeuge zu Lasten der Allgemeinheit und Förderung des Umsatzes beiden Herstellern, finde auch ich unverschämt.

    Die Idee die Garagen abzureißen und durch ein Parkdeck zu ersetzen finde ich hingegen (zunächst) nicht schlecht. ABER als Nicht-Betroffener kann ich nachvollziehen, dass sich nicht sonderlich Begüterten (unabhängig vom Alter) die finanzielle Belastung scheuen.

  8. Reiner Thor scheint wohl nicht betroffen zu sein, sonst würde er wohl intelligentere Kommentare schreiben, die tatsächlich zu einer Lösung führen könnten! Das hilft jedenfalls nicht weiter!