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Nach Angaben einer neuen Elterninitiative läuft auch das neue Anmeldeverfahren für die Grundschule nicht rund, in Refrath fehlten im nächsten Schuljahr mehr als ein Dutzend Plätze. Daher fordert sie per Petition den Ausbau der GGS Kippekausen – noch in diesem Jahr. 

Per Petition macht die Interessensgemeinschaft „Ausreichend Schulplätze für Refrath“ darauf aufmerksam, dass es nicht nur beim Offenen Ganztag (OGS), sondern auch in den immerhin sechs Schulen für Grundschulkinder in Refrath zum Schuljahr 2020/21 nicht genügend Plätze gibt.

Die Stadtverwaltung hatte auf das Defizit mit einer zentralen Vergabe der Plätze in Refrath und inzwischen auch Bensberg reagiert, aber auch das laufe nicht rund. Damit sollte das Chaos der Vorjahre verhindert werden, als Eltern ihre Kinder teilweise an mehreren Schulen gleichzeitig angemeldet hatten.

Schon im August 2019 wurden die Eltern der zukünftigen Erstklässlern angeschrieben und um die Nennung von drei Wunschschulen gebeten. Auf dieser Basis wurden die Kinder auf die Schulen verteilt und zentral von der Stadt informiert.

Dennoch sei die Vergabe „mehr als unbefriedigend” verlaufen, kritisiert die Initiative. Mehrere Familien hätten jetzt „nach bereits erfolgter Anmeldung” an der GGS Kippekausen wieder Absagen bekommen haben. Warum, das habe die Stadt nicht transparent erklärt.

„13 Kinder abgeschoben”

Die Vermutung der Initiative: „Der Stadt sind wohl 13 Kinder durchgegangen, die nahe der GGS Kippekausen wohnen und jetzt nachträglich auf Grund der Wohnortsnähe zu der Schule auch noch aufgenommen werden müssen.” Nun würden „die überschüssigen Refrather Erstklässler einfach nach Bensberg abgeschoben, ohne das Verteilungsverfahren erneut aufzurollen”.

Für die betroffenen Kinder führe das zu Schulwegen von bis zu fünf Kilometern; auf Strecken, die per Bus nur mit mehrmaligem Umsteigen zu bewältigen seien.

Das stellt sich aus Sicht der Verwaltung jedoch anders dar. Zum einen seien es nach aktueller Kenntnis der Schulverwaltung nicht 13, sondern drei Kinder aus Refrath, die entgegen ihres Erstwunsches in Bensberg eingeschult werden. Zwei davon hätte die GGS Bensberg immerhin noch als Drittwunsch angegeben.

Verfahren läuft bis Ende März

Zudem sei das Anmeldeverfahren noch gar nicht abgeschlossen. Es laufe bis Ende März, erst dann können die Schulen die formalen Aufnahmebescheide verschicken. Mitgeteilt worden seien im vorgezogenen Verfahren eben nur vorläufige Zuteilungen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass diese nicht als Zusagen zu verstehen seien, betont der zuständige Fachbereichsleiter Dettlef Rockenberg.

Allerdings: Im vergangenen Herbst hatte die Stadt angekündigt, mit dem Bescheid sollten die Eltern bereits ab Oktober „sehr früh Planungssicherheit” bekommen – was offenbar nicht funktioniert hat.

Zur Erklärung der aktuellen Neu-Verteilung führt Rockenberg an, dass sich die Zahl der Kinder im Laufe des Verfahrens, das ja bereits im August beginnt, verändere. Vor allem durch Zuzüge, wie auch in diesem Fall. Einzelne Eltern würden auch nachträglich Wünsche äußern.

Erst vor kurzem, so die Stadt, sei bei einem der regelmäßigen Treffen zwischen Stadt, der Schulaufsicht beim Kreis und den Grundschulen intern festgelegt worden, wieviele Schüler die einzelne Schule aufnehmen kann.

Unabhängig davon konstatiert die Elterninitiative eine Überbelastung der Schulen in Refrath und Bensberg, die durch die Umverteilungen nicht gelöst werde.

Zum Beispiel die GGS Kippekausen: eigentlich eine einzügige Schule mit einer festgelegten Klassengröße von 26 Schülern. Somit könne die Schule rechnerisch 104 Schüler aufnehmen, faktisch werde sie jedoch als 1,75-zügige Schule – mit 159 Schülern.

Daher hat sie eine Petition gestartet, mit der „rasche Interims-Lösungen” sowie ein transparentes, nachvollziehbares und korrekt im Vorfeld kommuniziertes Auswahlverfahren mit gleichen Kriterien für alle Schüler” gefordert werden.

Eine weitere Klasse in Kippekausen?

Konkret verlangt die Initiative, dass eine weitere Eingangsklasse an der GGS Kippekausen eingerichtet wird, in eigens dafür aufgestellten Containern.

Eine Option, über die auch die Schulverwaltung nachgedacht hat. Allerdings habe sich bei dem letzten Treffen von Stadt, Schulaufsicht und Schulen gezeigt, dass das „mit Blick auf Baugenehmigungsverfahren, technischer Herrichtung und Beschaffung faktisch kaum machbar“. Daher gehe die Verwaltung nach wie vor von einer Eingangsklasse im Sommer aus.

Nach wie vor arbeitet die Verwaltung an einem Integrierten Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplan für die Jahre 2019 bis 2025. In einem ersten Schritt wird im kommenden Jahr die GGS Bensberg abgerissen und komplett neu gebaut. Für die Bauzeit ziehen die Schüler in Container um.

Hier finden Sie die Onlinepetition

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Redaktion

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