Wie sich die Lockerung der Corona-Regeln konkret hier vor Ort auswirken, ist am Donnerstag offen geblieben. Zunächst muss die Landesregierung eine neue Verordnung erlassen, die dann von Stadt und Kreis umgesetzt werden muss. Vor allem die Schulen warten dringend auf klare Hinweise.

Aktualisierung 23:00 Uhr: Spät am Abend hat das NRW-Bildungsministerium dann doch noch Hinweise an die Schulen verschickt. In dieser Mail wird ihnen aufgetragen, u.a. einen Hygieneplan sowie ein Raumnutzungskonzept zu erarbeiten und die Notbetreuung auszuweiten. Die Schulen sollen ab Montag auch „die psychosozialen und möglichen krisenhaften Aspekte“ im Blick behalten. Wir dokumentieren die Mail im Wortlaut:

Der ursprüngliche Beitrag: Die von  Bundes- und Landesregierungen beschlossenen Lockerungen werden im Moment in Landesrecht umgesetzt, konkret in eine Nachfolgeverordnung für die noch bis zum 19.4. gültige letzte Corona-Schutzverordnung, erklärt ein Sprecher der Stadt. Erst dann könne Bergisch Gladbach als Kommune eigene ordnungsrechtliche Maßnahmen ergreifen.

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Krisenstab der Stadt bereitet Entscheidungen vor

Ob und welche städtischen Einrichtungen (zum Teil) wieder geöffnet werden, darüber berate der städtische Krisenstab noch. Ergebnisse seien aber „in Kürze“ zu erwarten.

Mit Blick auf die Schulen wartet die Stadt auf landeseinheitliche Hygieneregelungen; die seien angekündigt worden. Ähnliche lauten die Auskünfte der Kreisverwaltung: erst wenn die Vorlage der Landesregierung da sei, werde sich zeigen, was die Kreis und was die Stadt übernehmen muss.

Die Kreisverwaltung verweist in Sachen Schulen auf eine Mitteilung des NRW-Schulministeriums von Mittwochabend, darüber hatten wir bereits heute früh berichtet. Die Details:

  • ab Montag beginnt eine Vorlaufzeit, in der sich die Schulen vorbereiten sollen,
  • ab Donnerstag (23.4.) öffnen die Schulen für prüfungsvorbereitende Maßnahmen und Unterricht, aber nur für Schüler:innen, für die in diesem Schuljahr Prüfungen für einen Abschluss anstehen, 
  • die Grundschulen starten am 4. Mai nur mit den 4. Klassen,
  • alle diese Schritte sollen unter Einhaltung klarer Hygienevorgaben und unter Sicherstellung des notwendigen Infektionsschutzes erfolgen.

Schulen müssen mehrgleisig fahren

Was das bedeutet, darüber zerbrechen sich jetzt die Schulleiter die Köpfe. Für die Otto-Hahn-Realschule berichtet Felix Bertenrath, dass seine Schule jetzt mehrgleisig fahren müssen.

Die Lehrer:innen stellen sich darauf ein, die Schüler:innen ab Montag im Home Schooling wieder mit Aufgaben und Material zu versorgen und per Mail, Telefon oder Videoschalte mit ihnen zu kommunzieren. Das funktioniere nur bedingt, weil nicht alle Lehrer:innen und alle Schüler:innen mit Computern, Druckern und Scannern ausgestattet seien.

Zweitens wird die Notbetreuung eines kleinen Teils der Schüler:innen fortgesetzt.

Hygiene, Abstand, Inklusion, Prüfungen: viele offene Fragen

Und drittens müssten die Schulleiter dafür sorgen, dass die Gebäude ab dem 23. April den neuen Hygienestandards und Abstandsregeln entsprechen – wie immer die auch aussehen werden.

Schließlich müssen die Schulen die anstehenden Prüfungen organisatorisch und inhaltlich vorbereiten. Bei den Gymnasien steht jetzt das Abitur an, aber auch auch die anderen Schulformen gehen auf Abschlussprüfungen zu.

Offen ist auch, wie die Schulen mit den Lehrer:innen und Schüler:innen umgehen, die zu den Risikogruppen gehören. Oder mit den Schüler:innen, die sonderpädagogischen Betreuungsbedarf haben.

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Redaktion

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2 Kommentare

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  1. Es kann doch nicht wahr sein, dass ein Schulleiter für die Hygienezustände in einer städt. Schule verantwortlich ist. Für Pflege und Unterhaltung der Sanitäranlagen ist m.E. der Hausmeister zuständig, Davon gibt es aber leider viel zu wenig. Eine weitere Voraussetzung ist aber natürlich, das die Toiletten auch in einem ordentlichen Zustand sind, wofür natürlich die Stadt zuständig ist.
    Aber auch die Schüler müssen mit dieser Sanitäranlage pfleglich umgehen. Letzteres ist aber eine Sache der Erziehung, welche die Kinder von zuhause mehr oder weniger genossen haben.

  2. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Hygienestandards in den Schulen umgesetzt werden sollen. Meine Tochter ist Schülerin der Grundschule Kippekausen. Die Sanitäranlagen dort sind seit Jahren eine Katastrophe und schon vor der aktuellen Situation immer wieder seitens der Eltern bei der Stadt angemahnt worden. Die meisten Kinder versuchen einen Toilettenbesuch innerhalb der Einrichtung zu vermeiden.
    Um hier überhaut einen halbwegs sinnvollen Hygienestandard zu erreichen, müssten diese erstmal saniert werden.