Erst wurde Personal abgezogen, dann wurde die KfZ-Zulassungsstelle geschlossen und später in kleinerer Form neu eröffnet. Im Ergebnis müssen Autobesitzer bis zu vier Wochen warten. Doch der Kreis arbeitet hart daran, die Warteliste zu verkürzen.

Der März und April sind jedes Jahr die Monate, in der die Zulassungsstelle des Kreises am stärksten belastet ist; zu den normalen An- und Ummeldungen kommen die Fahrer von Cabrios, Wohnmobilen und Motorräder hinzu. Und ausgerechnet in dieser Zeit hat Corona die Zulassungsstelle im Kreishaus hart getroffen.

„Wir haben eine Warteliste von drei bis vier Wochen, manchmal müssen die Kunden ein bis zwei Wochen auf einen Termin warten – das ist fürchterlich”, räumt Kreissprecherin Birgit Bär offen ein. Es gebe jetzt allerdings Hoffnung, den Rückstau nach und nach abzubauen.

Bär bittet um Verständnis, dass die Kreisverwaltung zu Beginn der Corona-Krise viel Personal abgezogen hat, um das Gesundheitsamt und den Krisenstab zu verstärken. Dann musste auch die Zulassungsstelle selbst schließen – weil die Abstandsregeln in den engen Warteräumen und vollen Großraumbüros nicht zu gewährleisten waren.

Ohne Terminvereinbarung geht nichts

Vor der Neueröffnung wurde die Zulassungsstelle ganz neu organisiert, neben einem kleinen, mit wenigen Mitarbeitern besetzten Frontoffice arbeiten inzwischen wieder mehr Kollegen im Hintergrund.

Nach wie vor steht vor einer Um- und Anmeldung eine Terminvereinbarung, telefonisch oder per Mail, sonst läuft nichts. 4000 Anfragen seien in den letzten Wochen eingegangen, berichtet die Sprecherin.

Service: Die Zulassungsstelle erreichen Sie am besten per Mail: zulassung@rbk-online.de. Oder per Telefon: 0 22 02 13 20 99. Alle Informationen, zum Beispiel welche Unterlagen Sie benötigen, finden Sie auf der Website der Zulassungsbehörde.

Im Moment müssen die Kunden selbst auf die Terminbestätigung lange warten, nun würden aber zwei weitere Kollegen alleine in diesem Bereich eingesetzt, damit alle Anfragen wieder innerhalb von zwei bis drei Tagen beantwortet werden können, sagt Bär.

Digitalisierung lässt auf sich warten

Wie rasch sich der Rückstau abarbeiten lässt, ist offen – denn der Andrang ist nach wie vor sehr hoch. Normalerweise bearbeite die Zulassungsstelle rund 100 Vorgänge pro Tag, im Moment seien es 180. Dabei sind auch die Mehrfachanmeldungen von Autohändlern und Dienstleistern, aber immerhin 50 bis 60 Termine wickele man pro Tag ab.

Von einer Digitalisierung der An- und Ummeldung träumen nicht nur die Kunden, sondern auch die Kreisverwaltung. Ein entsprechendes Programm des Bundesverkehrsministeriums werde schon seit einiger Zeit getestet, aber nach wie vor habe es Fehler und können nicht eingesetzt werden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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7 Kommentare

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  1. Da Informationen über den Ablauf bei der Zulassungsstelle doch recht spärlich gesäht sind möchte ich hier etwas Licht ins Dunkel bringen.
    Bei Ankunft an den ehrfurchtsgebietenden Gebäuden des Kreishauses findet der interessierte Besucher rechts verborgen unter Dielen eine geheimnisvolle Tür. An dieser prangt ein Hinweis, dass man erst nach Aufforderung eintreten solle. Da die Tür nicht über eine Klingel verfügt und verschlossen ist scheint dieser Hinweis mehr Fragen aufzuwerfen als zu beantworten. Der kluge Besucher entschlüsselt dieses Rätsel jedoch schnell – er versteht, dass dies der Ort ist, an dem die Bittsteller sich Ihrem Schicksal zu ergeben haben und auf Aufruf zu Ihrem Termin zu warten haben. Sollte man ohne Termin vorsprechen wollen, so begibt man sich in große Gefahr und findet nur dann Einlass, wenn die Götter gnädig gestimmt sind (und man sehr nett zu den Mitarbeitern ist).
    Sollte man dann wirklich die Gunst der jungen helfenden Geister der Zulassungsstelle inne haben und zu seinem Termin aufgerufen werden, so wird man von der Last der ach so wichtigen Manuskripte und Dokumente, die zur Erfüllung der sehnlichen Wünsche benötigt werden, befreit. Nun wird einem die Ehre zu Teil die heiligen Hallen des Wartezimmers der Zulassungsstelle betreten zu dürfen. Darüber wird man natürlich nicht banal verbal informiert. Der würdige Besucher hat dies einfach zu wissen.
    Alsbald wird in den Tiefen der verbotenen Hallen über das Schicksal der hoffnungsvollen Bittsteller von den weisen Göttern der Zulassungsstelle entschieden. Die helfenden Geister der Zulassungsstelle erscheinen erneut und verkünden das Urteil.
    Falls einem die Ehre zu Teil werden sollte, dass die demütige Bitte des unwürdigen Selbst von den weisen Göttern der Zulassungsstelle wahrhaftig erhört wird, so erhält man ein Artefakt in Form einer Bezahlkarte. Jetzt gilt es, zum Dank an die Götter der Zulassungsstelle, einen Obulus zu entrichten. Hierfür ist an einen der beiden Kassenautomaten ehrfürchtig heranzutreten. Die Bezahlkarte ist dem Automaten auf der linken Seite als Opfer darzubieten, wonach zumindest die in Geld zu messende Schuld gegenüber der Götter mittels EC Karte beglichen werden darf.
    Bei ausreichender Ehrerbietung werden dem Bittsteller die sehnlichst erhofften Manuskripte ausgehändigt. Er hat nun voller Dankbarkeit von Dannen zu ziehen.

    Wohlandenn, viel Glück sein dem nächsten armen Tor beschieden, der die ehrgeizige Aufgabe eines Besuchs bei der Zulassungsstelle Bergisch Gladbach auf sich zu nehmen versucht.

  2. Da fragt man sich wie die Wirtschaft wieder ans laufen kommen soll, wenn die wichtigsten Voraussetzungen, für unsere Autoindustrie nicht funktionieren.
    Warum ein Auto kaufen, wenn ich es nicht anmelden kann?

  3. Ich habe jetzt nach einer Woche schriftlicher Anfrage am 8.Juni für den 3. August einen Termin bekommen. Meine Wut kann man nicht in Worte fassen. Hier läuft was absolut aus dem Ruder. Der Zustand verschlimmert sich ja von Zeit zu Zeit noch eher. Kein Plan und System. Aber das ist man ja langsam gewohnt.

  4. Heute musste mein Sohn erfahren, dass ‘frühestens’ Mitte Juli (2020) ein Termin für die Zulassung seines gerade gekauften PKWs vergeben werden kann!?
    Tut mir leid, aber dafür habe ich kein Verständnis!

  5. Komisch dass es in anderen Städten so viel besser klappt: Der Käufer meines alten Motorrades ist im Kreis Jülich nach zwei Wochen durch mit der Ummeldung. So lange musste ich warten, bis mir ein Termin für die Anmeldung in acht Wochen genannt wurde (Ende Juli).

  6. Leider ist die Terminsituation noch schlimmer………habe am 12.05. wegen Termin angefragt. Am 03.06.hat man mir einen Termin für den 14.07. genannt – mit dem freundlichen Hinweis, das wenn ich nicht bis morgen mittag 12 Uhr den Termin bestätigen würde, ich meinen Terminanspruch verlieren würde.
    Absolute Frechheit und katastrophal was hier abgeht!!!!

  7. Man sollte auch berücksichtigen, daß die Stadt Overath diesen Dienst für ihre Bürger aus Personal- und Zeitmangel eingestellt hat. Den Bürgern der Stadt Overath bleibt also auch keine Wahl.