Selten war die Freude über Kniebeugen, Ausfallschritte und Balance-Übungen so groß: Die Sportvereine schieben ihre Trainingsangebote wieder an. Die Beispiele des TV Refrath sowie des TUS Schildgen zeigen, wie die großen Sportvereine mit den Lockerungen in der Corona-Krise umgehen.

Vom Shutdown waren auch die Sportstätten betroffen. Doch mittlerweile ist Licht am Ende des Tunnes. Nach und nach öffnen die Sportstätten ihre Tore. Das Leben kehrt zurück in die Trainingsräume. Gleichwohl: Manche digitalen Angebote aus der Corona-Zeit werden künftig beibehalten. Sie haben sich bewährt. Einziger Wermutstropfen: Kontaktsport in der Halle ist derzeit noch nicht möglich.

TV Refrath: Sport mit Abstand

Das TV Refrath Fit & Aktiv Gesundheitsstudio öffnete bereits am 11. Mai. Allerdings wird derzeit nur nach vereinbarten Terminen gearbeitet. Das verlange den Mitgliedern viel ab, die Flexibilität sei neben der Gesunderhaltung oft einer der Hauptgründe für die Anmeldung im Studio, erklärt Sportdirektor Jakob Eberhardt gegenüber dem Bürgerportal. Die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sei selbstverständlich.

Große Freude über die Wiederaufnahme des Betriebs beim TV Refrath

Neben den Aktivitäten im vereinseigenen Studio sind erste Kursräume und die Halle Steinbreche seit ca. zwei Wochen wieder in der Benutzung.

„Die Bedingungen sind überall etwas speziell, Sport mit Abstand kannten wir ja bisher nicht“, erklärt Eberhardt, „es sind aber alle Trainerinnen und Trainer sensibilisiert und informiert wie bestimmte Dinge in diesen Zeiten laufen müssen“.

Es gibt Kinderangebote und Kindertanzen. Kontaktfreie Sportarten wie Badminton, Tischtennis haben bereits in kleinen Gruppen stattgefunden. Ab den kommenden Wochen werden in den Hallen Kippekausen, Mohnweg und Schwerfelstraße weitere Angebote dazu kommen. Die Halle Taubenstraße und die großen Hallen an der Saaler Mühle bleiben auch in der kommenden Woche noch geschlossen.

Kontaktsportarten wie Handball, Cheerleading oder Akrobatik seien nach den Verlautbarungen aus Düsseldorf jedoch weiterhin verboten, erklärt Eberhardt, ebenso wie einige Kindergruppen. Über die aktuellen Entwicklungen informiere die Homepage des Vereins.

TuS Schildgen: Outdoor-Angebote

Im nördlichen Stadteil sind seit knapp zwei Wochen viele Sportangebote wieder möglich – wenn auch aktuell noch häufig in ungewohnter Form und unter neuen Bedingungen mit strengen Auflagen.

Unter anderem ist in der Halle nur Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Teilnehmern unter Einhaltung der Abstandsregelungen erlaubt, heißt es beim TuS Schildgen.

Beim TuS Schildgen hat jeder Trainingsteilnehmer seinen Platz

Neben der TuS-eigenen Sporthalle, in der zurzeit Gymnastik, Fitnessstunden und Präventionskurs stattfinden, sind die Übungsleitungen kreativ geworden. So werden z.T. auch Outdoor-Angebote in den umliegenden Wäldern durchgeführt. Nach und nach konnten in den letzten Tagen auch in den städtischen Hallen der Sportbetrieb starten.

Allerdings sind sogenannte “Kontaktsportarten” weiterhin nur sehr eingeschränkt erlaubt, z.B. ab dem 30. Mai 2020 unter freiem Himmel und mit weiteren Einschränkungen. Das heißt für die TuS-Mitglieder weiterhin kein Korfballtraining, kein Basketball und weitere Manschaftssportarten im gewohnten Rahmen.

Fitness-Tipp: Am Pfingstmontag lädt der TuS Schildgen zu einer weiteren Outdoor-Trainingseinheit um 19:45 Uhr im Wald am Ende des Unterscheider Wegs in Schildgen ein. Anmeldung ist nicht notwendig. Mitglieder des TuS Schildgen sind frei, Nichtmitglieder zahlen 3,50 Euro.

Digitale Sportangebote

Auch wenn wähend des Shutdown der Sport in Hallen und Gruppen verboten war, aktiv konnten die Vereinsmitglieder dennoch bleiben. In der ca. zweimonatigen Pause wurde das „digitale Sporttreiben“ in vielen Gruppen vorangetrieben, erklärt der TV Refrath.

In den Wettkampfabteilungen wurden oftmals Trainings mit den gängigen Videotools durchgeführt. Andere Abteilungen haben Youtube-Videos erstellt und den Gruppen zur Verfügung gestellt. Die Fitness- und Gesundheitskurse wurden live auf Facebook gestreamt oder ähnliches.

Sportlicher Youtube-Auftritt: Eine Auswahl der Übungsvideos des TV Refrath aus der Corona-Zeit

Ein weiteres Highlight war das Trainingstagebuch der Studiotrainer, die jeden Tag ein Video mit Übungen für die Mitglieder veröffentlicht haben. Nach 53 Videos war Schluss, allerdings sind die Trainings weiterhin auf der Homepage des Vereins oder auf dem TVR YouTube Kanal abrufbar.

Einige Dinge, die in der Coronapause entdeckt wurden, werden wohl auch im Nachhinein beibehalte, um keine Hallenzeiten für die Kernsportarten.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Sehr geehrte Verantwortliche der Turn- und Sportvereine in GL,

    die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilt zu Sport im Freien allgemein und Joggen im Besonderen mit:

    Einerseits wird das SARS-CoV-2-Virus im Freien je nach Luftbewegung und -feuchtigkeit relativ rasch verdünnt, andererseits wird beim Sport im Freien deutlich stärker aus- und eingeatmet (wie beim Singen), sodass die Luftaufnahme beim Sport größer ist.

    Deshalb sind die Empfehlungen für das Joggen noch nicht eindeutig. Der seitliche Abstand zwischen den Laufenden ist dabei mit 1,50 bis 2 Metern wahrscheinlich genügend.

    Wichtiger ist der Abstand HINTER einem Laufenden. Um zu verhindern, in der Atemwolke eines vor einem Laufenden zu joggen, wird zu einem Abstand von mindestens 10 Metern geraten:
    https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/corona-virus-das-wissen-wir/.

    Die Turnerschaft sorgt also mit ihrem Konzept für den Lauftreff Saaler Mühle – Abstand von mindestens 1,50 m zwischen den Läufern – nicht für den notwendigen Schutz.

    Gibt es andere Laufgruppen in GL, die das Ansteckungsrisiko mit einem guten Sicherheitskonzept minimieren?

    Freundliche Grüße,
    Anna E.

  2. Sehr geehrte Verantwortliche der Sportvereine in GL,

    ich muss dringend wieder Sport machen, bin nach den sehr weitgehenden Lockerungen in der jetzt geltenden Coronaschutzverordnung für NRW aber sehr verunsichert. Ich habe den Eindruck, dass jetzt zu viel erlaubt ist (aus vor allem wirtschaftlichen Gründen) und dass es aus medizinischer Sicht gefährlich wäre, all das zu tun, was jetzt erlaubt ist. So geht Vertrauen in die PolitikerInnen jetzt auch bei vernüftigen Menschen, die intelligent und gut informiert sind und sich trauen, eigenständig zu denken, verloren.

    Am ehesten kommt für mich kontaktfreier Sport im Freien (dort ist die Gefahr einer Ansteckung über Aerosole geringer) mit möglichst wenig anderen Personen und immer denselben anderen Personen in Frage, z.B. Joggen in einer festen kleinen Laufgruppe.

    Meine Frage an Sie:
    Welches Angebot haben Sie bereits oder wären Sie bereit zu konzipieren, damit Untrainierte sich mitten in der Pandemie einer Anfänger-Laufgruppe mit sicherem Gesundheitsschutzkonzept einschließlich sicherem Schutz vor einer Aerosolinfektion anschließen können?

    Der laut aktueller Coronaschutzverordnung NRW für den Aufenthalt mehrerer Personen im Freien vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern reicht zum Schutz vor einer Aerosolinfektion beim Joggen bei weitem nicht aus, dazu gab es ja eindeutige Studienergebnisse und Stellungnahmen mehrerer Virologen. Daher irritiert es mich, dass der Lauftreff Bensberg der Turnerschaft (an der Saaler Mühle) nur diesen viel zu geringen Abstand vorschreibt, Zitat: “Wir halten immer 1,5 m Abstand ein, auch beim Laufen” (siehe: http://www.lt-saaler-muehle.org).

    Ich bin sicherlich nicht die Einzige, die für die Dauer der Pandemie ausschließlich Sport im Freien machen will. Das Laufen bietet sich ja an, weil das auch bei Wind und Wetter sowie Kälte gut geht. Der TV Refrath bietet bisher leider gar keine Anfänger-Laufgruppe an.

    Es würde mich freuen, wenn Sie eine gute Nachricht für mich und Gleichgesinnte hätten :-)

    Anna E.