Harald Henkel. Foto: Manfred Esser

Der CDU-Ortsverband Schildgen/Katterbach will das Zentrum Schildgens modernisieren und den Verkehrsfluss verbessern. Aber vor einer Umgestaltung müsse eine Anwohner-Beteiligung stehen, fordert CDU-Ratsherr Harald Henkel – und macht konkrete Vorschläge.

Für eine Modernisierung des Zentrums von Schildgen, die eine Verbesserung des „Verkehrsdurchflusses“ auf der Altenberger-Dom-Straße und damit eine Absenkung des Lärmpegels sowie von Umweltbelastungen einschließen muss, spricht sich der CDU-Ortsverband Schildgen/Katterbach aus.

„Wir haben uns intensiv mit den durch die Verwaltung in Auftrag gegebenen Ideen- und Lösungsansätzen von drei Ingenieurbüros  – ‚Spiekermann Consulting Engineers‘ aus Düsseldorf, der Dortmunder ‚Planersocietät‘ und ‚MWM‘ aus Aachen – zur Optimierung des Individualverkehrs in Schildgen auseinandergesetzt und ziehen daraus den Schluss, dass ein Königsweg bislang noch nicht gefunden wurde“, betont der Vorsitzende des Ortsverbandes, CDU-Stadtratsmitglied Harald Henkel.

Eine Umgehungsstraße als Problemlösung sei aus ökologischen Gründen ebenso „kaum vertretbar“ wie aus Kostengründen eine Untertunnelung. Henkel, der auch finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion ist, bemängelt zudem, dass in den vorliegenden Gutachten „die Anwohner und Gewerbetreibende nicht ausreichend eingebunden wurden“.  

Zur verkehrlichen Situation in Schildgen stellt der CDU-Ortsverband fest: Die Geschäfte und andere Einrichtungen an der Altenberger-Dom-Straße sowie am oberen Teil der Leverkusener Straße erfüllten wichtige Funktionen der Nahversorgung.

Vor diesem Hintergrund wirke es erschwerend, dass hier auch der Durchgangsverkehr nach Köln,  Leverkusen und zur Gemeinde Odenthal stattfinde. Besonders zu den werktäglichen Spitzenstunden überschreite das gesamte Verkehrsaufkommen deutlich die Obergrenzen der Belastbarkeit.

Diese Situation verlange weitere Detailplanungen, in denen verwertbare Vorschläge der drei  Gutachten aufzunehmen seien, unterstreicht Henkel.  Die Lösungsansätze der Aachener Planungsgruppe MWM kämen den eigenen Zielvorstellungen am nächsten.

Keine Einbahnstraße – Anhebung der Radwege

Der CDU-Ortsverband schlägt konkret vor:

Das Schildgener Ortszentrum sollte attraktiv umgestaltet werden, um dadurch die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Zugleich müsse der Erlebnischarakter des Zentrums gestärkt werden.

Die Abbiegeverkehre sollten verbessert werden; das gelte insbesondere für die Linksabbiegespur von der Altenberger-Dom-Straße in die Leverkusener Straße. In diesem Zusammenhang heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der CDU Schildgen/Katterbach wörtlich: „Keine  Einbahnstraße auf der Leverkusener Straße.“

Dagegen wird ein „kleiner Kreisverkehr“ im Bereich Altenberger-Dom-Straße/Schlebuscher Straße sehr positiv bewertet. 

Zum Thema „ruhender Verkehr“ plädiert der CDU-Ortsverband für eine Neuordnung des Parkens; hierzu sollte zunächst eine aussagefähige Studie mit genauen Erhebungen erstellt werden. In den Gutachten seien die Parkplätze an der Kirche und auf Kirchenland nicht erwähnt, „obwohl hier bereits Umgestaltungen angedacht sind“.

Um mehr Sicherheit für den Radverkehr zu erreichen, sei die „Anhebung der Fahrradwege zwingend notwendig“.

Bei der Straßenraumgestaltung sollten die Fußgängerwege so angelegt sein, dass sie von parkenden Fahrzeugen und vom Radverkehr nicht tangiert sind. Sowohl bei der Planung der Bürgersteige als auch bei der von Fußgänger-Querungen müssten die Notwendigkeiten für Senioren und Seniorinnen sowie  für Menschen mit Handicaps einbezogen werden. Ausdrücklich befürwortet der CDU-Ortsverband den Neubau einer Mobilitätsstation.

Am Ball bleiben

Die Optimierung der verkehrlichen Situation in Schildgen geht auf den sogenannten „10-Punkte- Plan“ zurück, den die Fraktionen  von CDU und SPD als Maßnahmenpaket im Zuge der Aufstellung des Flächennutzungsplans 2035 (FNP) im Rat vorgeschlagen hat und auch vom Stadtrat beschlossen wurde.

Der erste Punkt dieses Plans hat als Forderung die Verbesserung der verkehrlichen Situation in den Stadtgebieten zum Inhalt. Die darauf fußenden Stellungnahmen zu den vorliegenden Ideen- und Lösungsansätzen für Schildgen wurden von den drei Ingenieurbüros  erarbeitet.

Henkels Fazit: „Wir müssen in der Umgestaltung am Ball bleiben, dabei aber in den nächsten Planungsschritten die Anwohner und Geschäftsleute stärker mit einbeziehen.“

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10 Kommentare

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  1. Auch wenn es mir in den Fingern juckt, ein weiterer Kommentar erspare ich den Lesern. Nur dies: Ich freue mich, dass der eine oder andere Politiker und mancher private Kommentator ebenfalls dafür votiert, eine Gesamtlösung für den Verkehr in GL zu finden und nicht nur immer auf die armen Radfahrer zu zielen, die alles regeln sollen. Ebenso beginnt das Verkehrsaufkommen nicht am Ortsrand Schildgens und endet auch nicht am Ortsausgangsschild.

  2. Die ABD-Str. benötigt dringend mehr Verkehrsraum. Wie soll der geschaffen werden, wenn nicht durch durch den Entfall von ca. 20 (lt. KStA) Längsparkplätzen (zwischen Kempener und Leverkusener) ? Die Bebauung kann leider nicht weichen. Ich sehe ehrlich keine Alternative als Basis für alle weiteren Maßnahmen. Die Fußgänger*innen beschweren sich oft zu Recht über unsichere Verhältnisse auf den teils massiv engen Gehwegen. Behinderung durch Falschparker, fehlende Sichtachsen durch Längsparker, fehlende Querungsmöglichkeiten und auch regelwidrige Radfahrer. Letztere trauen sich (meist gut nachvollziehbar) nicht auf den schmalen “Schutzstreifen”. Eine Hochbordlösung – der CDU – ist in meinen Augen keine gute Alternative. Käme es doch dadurch weiterhin zu Konflikten mit den Zufußgehenden. Eine breite Spur auf der Fahrbahn – am besten baulich (protected bikelane) getrennt – sollte helfen. Vor allem bleibt der Radler dann für den KFZ Verkehr besser “sichtbar”. All das braucht aber Raum. Aber zurück zur Parksituation. Das Nebenstraßen-Parken ist bestimmt ein Thema. Auch glaube ich, dass es sich dabei vorwiegend um Beschäftigte handelt. Hier müsste neben der Einrichtung des Anwohnerparkens, auch eine Aufklärung (vielleicht über die IG Schildgen und die anliegenden Arbeitgeber) stattfinden. Mehr sichere und komfortable Abstellmöglichkeiten / Fahrradständer – zusätzlich zu Radwegen – würden zum Umstieg weiter motivieren. Hier denke ich vor allem an den öffentlichen Raum (aktuell gegen null) und nicht nur privat aufgestellte der Händler, die eine Nutzung teils auch als fragwürdig (z.B. Felgenkiller Stadtsparkasse) erscheinen lassen. Geschickt positioniert würden diese auch eine missbräuchliche Nutzung z.B. durch Falschparker verhindern.

  3. Hallo Herr Krell,
    warum soll denn in aller Welt der CDU-Ortsverband Schildgen/Katterbach die Ergebnisse seiner Beratungen nicht vor einer Sitzung des Stadtplanungsausschusses publizieren? Was stört Sie daran? Sicher ist es nur das übliche Bellen im Wahlkampf.

    Wenn ich den Stadt-Anzeiger-Beitrag vom 1.8. richtig lese und der Artikel die Ergebnisse der Sitzung korrekt wiedergibt, dann liegt der CDU-Ortsverband mit seiner präzisen Stellungnahme absolut richtig. Den Königsweg für Schildgen-Zentrum gibt es noch nicht. Der muss noch gefunden werden.
    Gruß: Josef Schlösser, CDU-Mitglied

  4. Ein „weiter so“, wie es die fast hoffnungslose Aussage der CDU suggeriert, kann es nicht geben. „Ein Königsweg für Schildgen nicht in Sicht“ so die CDU, das klingt für mich weder kreativ noch stimmungsaufhellend, eher wie immer in den letzten 50 Jahren. Mit dem „Bayer Bus“ Mitte der 60-iger von Overath kommend, über Bensberg, Gladbach, der Südring wurde gerade gebaut und wir im Bus wussten ganz genau wie weit der gehen sollte.

    Liebe CDU, der Königsweg für die ganze Stadt, für die Region bedeutet heute modaler Shift, modaler Shift, modaler Shift.

    Jetzt liebe CDU können Sie sogar schon bei der FDP nachlesen, was das bedeutet. Zitat Herr Krell: „Im Rahmen eines Gesamtkonzepts für den Verkehr in Bergisch Gladbach müssen wir zu Lösungen kommen, wie wir Mobilität von Bergisch Gladbach nach Leverkusen organisieren ebenso wie die Mobilität von Odenthal und Einzugsraum nach Köln. Die Lösung wird ganz neue ÖPNV Angebote erfordern, um Bürger, in diesem Fall viele Pendler, zu bewegen vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Sicher gehört auch eine Fahrradroute dazu, aber sie alleine wird die Probleme nicht lösen.“

    Hier scheint die FDP im Inkubator der Bündnis 90/Die Grünen gewesen zu sein, ihrem neuen Partner. Man konnte es schon erahnen bei der Blumenaktion am Schlossberg in Bensberg, Blumen statt Plakate, eine wirklich gute Idee. Wenn auch die Fahrradrouten noch etwas schwer über die Lippen gehen bei Herrn Krell, bei der FDP, das kommt noch, schließlich soll die Dreier-Partnerschaft ja über den Wahltermin hinaus halten.

    Wenn man dann die dringend erforderliche Geschwindigkeit aufnehmen will bei der Bewältigung des modalen Shifts, dann muss man sich zunächst die „Trägheit der Systeme“ klar machen. Wenn also Herr Krell davon spricht Zitat: „Die Lösung wird ganz neue ÖPNV Angebote erfordern, um Bürger, in diesem Fall viele Pendler, zu bewegen vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen“, dann muss einem klar sein, dass das unter einer Generation, also unter 25 Jahren nicht zu haben ist. Die Verlängerung einer KVB-Linie 1, 3, 18 oder yni dauert im Minimum 25 Jahre. Selbstverständlich gibt es auch im ÖPNV schneller wirkende Maßnahmen wie Taktverdichtung, Routenänderungen oder auch andere. Da kann man sich beim RBK einen update holen.

    Der schnelle Erfolg wird also davon abhängen, die sogenannten „low hanging fruits“ bei allen „Systemen“ anzugehen und die gute Vernetzung der Systeme zu fördern. Das bedeutet auch, dass die Attraktivität durch komfortable Angebote mit garantierter Pünktlichkeit, Sicherheit, Sauberkeit so gestaltet werden muss, dass die Umsteigewilligkeit gefördert wird. Mobilitätsstationen als „Verkehrsknotenpunkte“ für Bahn, Bus, Individualverkehr unterstützen diesen Weg und die Digitalisierung tut ein Übriges.

    Wenn nun der finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion bemängelt, Zitat: „dass in den vorliegenden Gutachten „die Anwohner und Gewerbetreibende nicht ausreichend eingebunden wurden“, dann reibe ich mir als Bürger mit hinreichender Erfahrung in Bürgerbeteiligungen in dieser Stadt erstaunt die Augen. Haben wir nicht das Primat der Politik? Gab es für die Studien keinen Beschluss der Gremien? Wer hat denn vergessen die Bürger zu beteiligen oder folgt man da dem Standard? Es bedeutet programmierte Zeitverzögerung.

    Wenn man Gas geben will bei einem solch schwierigen Thema, dann muss man sich anders aufstellen. Ein Bürgerbeteiligungsprozess ist unerlässlich für solche Vorhaben und scheint Gift zu sein für die CDU.

    Das Zitat: „Die FDP wird erst einmal die Beratungen im Ausschuss abwarten und dann Stellung beziehen. Grundsätzlich ist für uns klar, dass bei der Verkehrssituation in Schildgen in größeren Zusammenhängen gedacht werden muss“, das macht Hoffnung, da scheint etwas verstanden worden zu sein, wenn auch bei der FDP zur Bürgerbeteiligung noch Nachhilbedarf besteht. Allerdings darf das Denken „in größeren Zusammenhängen“ nicht zu weiteren Verzögerungen führen, keine neuen Lernkurven bei bekannten Problemen, kein „weiter so“.

  5. Die CDU redet bereits vor der Sitzung des Stadtplanung- und Entwicklungsausschusses morgen, 30. Juli, die Vorschläge der drei Büros klein und führt Bewertungen von Einzelmassnahmen durch. Die FDP wird erst einmal die Beratungen im Ausschuss abwarten und dann Stellung beziehen. Grundsätzlich ist für uns klar, dass bei der Verkehrssituation in Schildgen in grösseren Zusammenhängen gedacht werden muss. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts für den Verkehr in Bergisch Gladbach müssen wir zu Lösungen kommen, wie wir Mobilität von Bergisch Gladbach nach Leverkusen organisieren ebenso wie die Mobilität von Odenthal und Einzugsraum nach Köln. Die Lösung wird ganz neue ÖPNV Angebote erfordern, um Bürger, in diesem Fall viele Pendler, zu bewegen vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Sicher gehört auch eine Fahrradroute dazu, aber sie alleine wird die Probleme nicht lösen.

  6. Wer jahrelang bei den Themen Verkehrssicherheit, Luftverschmutzung und der gesundheitsgefährdenden Lärmbelastung in Schildgen wegschaut ist für mich unwählbar. Verzögerungstaktik auf Kosten der Anwohner.

  7. Die “Anhebung der Fahrradwege” auf Gehwehniveau ist eine sehr schlechte Idee! Es sind Konflikte mit dem Fußverkehr zu erwarten. Eine solche Verkehrsführung ist nicht nicht die erste Wahl, sie verbraucht auch am meisten der verfügbaren Straßenbreite. Die vom Aachener Büro MWM vorgeschlagene Radwegbreite von 1,60 m ist natürlich ein Witz, weit unter den Mindestmaßen der ERA. Radwege sollen ein Überholen ermöglichen, auch bei Lastenrädern oder mit Anhängern.

    Leider beachten auch die anderen Planungsbüros nicht die gesetzlichen vorgeschriebenen Regelbreiten der ERA, wenn auch nicht so extrem wie das Aachener Büro.

  8. Die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen ist natürlich die wichtigste Aufgabe. Es kann aber für den Radverkehr nicht das einzige Ziel der Verkehrsplanung sein.

    Viel mehr muss auch die Attraktivität des Radverkehrs erhöht werden. Eine Lösung der Verkehrsprobleme wird nur möglich sein, wenn zunehmend Autofahrer aufs Rad umsteigen.
    Die Verkehrsuntersuchungen haben gezeigt, dass gerade auf der Altenberger Dom Straße sehr viel Binnenverkehr stattfindet. Viele Fahrten könnten mit dem Rad erfolgen.

    Jetzt erst einmal eine neue Studie in Auftrag zu geben, die die Parksituation untersucht, wird nur wieder Zeit kosten. Die bisherigen Verantwortlichen in Bergisch Gladbach waren ein Meister darin, ein Gutachten nach dem anderen in Auftrag zu geben, von dem nachher kaum etwas umgesetzt wird (Lärmaktionsplan, Mobilitätskonzept…).

    Sinnvoller wäre es, schnellstmöglich nach der Kommunalwahl mit der Gesamtplanung zu beginnen, dabei sollten auch übergeordnete Pläne wie die von der FWG vorgeschlagene Nord-Süd Radroute (https://in-gl.de/2020/06/12/fwg-schlaegt-nord-sued-route-fuer-radler-vor/) und auf Kreisebene die Radtangente Rösrath – Bergisch Gladbach – Leverkusen mit in die Planung einbezogen werden.

    Im Rahmen der Planung eine Bürgerbeteiligung vorzusehen ist begrüßenswert.