So könnte die Altenberger-Dom-Straße umgewandelt werden. Foto: Screenshot Planersocietät

In einer „Verkehrsuntersuchung Schildgen” haben drei Büros Vorschläge erarbeitet und bewertet, wie die Überlastung des Stadtteils gelöst werden könnte. Tunnel und Umgehungsstraßen werden erwogen und abgelehnt; statt dessen stehen Radfahrer, Fußgänger und der ÖPNV im Zentrum der Vorschläge. Benno Nuding, Vorsitzender der Freien Wähler, sieht Forderungen der neuen Partei bestätigt. Und schlägt den Bogen zum FNP.

Hinweis der Redaktion: Die „Verkehrsuntersuchung Schildgen” steht bei der Sondersitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss am 30.07. auf der Tagesordnung; die umfangreichen Studien sind jetzt im Ratsinformationssystem veröffentlicht worden.

Benno Nuding, Vorsitzender der FWG

Benno Nuding ist Schildgener Bürger und 1. Vorsitzender der FWG-Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach, die bei der kommenden Kommunalwahl antritt. Als Initiator der Schildgener Bürgerinitiative zum Flächennutzungsplan ist er Kenner der dortigen Verkehrssituation und nimmt hier zu den in der kommenden Sitzung des Stadtplanungsausschuss vorgelegten Gutachten über die „Verkehrsuntersuchung Schildgen“ Stellung.

Drei Ingenieurbüros wurden beauftragt,  Lösungen zur Verbesserung des Verkehrs zu entwickeln. Die Vorschläge einschließlich des geschätzten Umsetzungszeitraum und der geschätzten Kosten werden im Rahmen der Ausschusssitzung vorgestellt und sind jetzt schon über das Ratsinformationssystem einsehbar.

Hilfreich und zukunfsorientiert

Die FWG hält die Gutachten grundsätzlich für hilfreich und zukunfsorientiert, auch wenn Details diskutiert werden müssen. Nicht das Auto wird in den Mittelpunkt der Untersuchungen gestellt, sondern es werden Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer gesucht und angeboten.

Dabei spielen Fußgänger und Radfahrer eine wesentliche Rolle. Positiv ist auch, dass verkehrstechnischen Großprojekten (Umgehungsstraße Schildgens durch Waldgebiete oder Untertunnelung der Ortsbesiedelung) am Ende eine Absage erteilt wird. Solche sind nach Ansicht der FWG völlig aus der Zeit gefallen und würden einmal mehr eine Umfahrung der A3 durch eine Ersatzschnellstraße durch Bergisch Gladbach provozieren.

Alle drei Büros bescheinigen eine überlastete Verkehrssituation in Schildgen mit z.T. völlig unzureichender Qualität der Geh- und Radwege. 

Das Büro Planersozietät untersuchte unterschiedliche Szenarien:

  • von einem Bau eines Umgehungstunnels (Kosten bis zu 100 Mio €, Umsetzung 15-25 Jahre)
  • über eine Änderung der Verkehrsregelung mit Ausweisung der Leverkusener Straße als Einbahnstraße (Kosten bis zu 2,5 Mio €, Umsetzung 3-5 Jahre)
  • bis zu einer Qualitätsoffensive im Radverkehr (Kosten bis zu 2, 5Mio €, Umsetzung  6 Monate bis 3 Jahre).

Den höchsten Empfehlungsgrad aller geprüften Maßnahmen erhält dabei eine Qualitätsoffensive im ÖPNV und im Radverkehr. Tunnel und Umgehungsstraße werden am Ende aufgrund der hohen Kosten, der anzunehmenden langen Planungs-und Bauzeiträume und der absehbaren Akzeptanzprobleme für kaum realistisch gehalten.

Für die Spiekermann GmbH ergeben sich aus der Ist-Analyse des Verkehrs folgende Ideen: Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h, Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV und Radverkehr), einen Wegfall des Linksabbiegefahrstreifens in die Leverkusener Straße und eine Umgestaltung des Straßenraumes zu Gunsten der Geh- und Radwege.

Das Büro MWM empfiehlt eine Umgestaltung des gesamten Untersuchungsabschnittes. Der Entwurf sieht eine Verbesserung der Radverkehrs- und Fußgängerführung vor. Ebenfalls wird die Anlage eines multifunktionalen Mittelstreifens im Ortszentrum mit Herabsenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h empfohlen.

Die Verkehrsuntersuchungen sind detailliert geschildert und gerade für Bürger aus Schildgen sehr interessant. Sie haben mehr Brisanz als es auf den ersten Blick aussieht.

Auswirkungen des FNP nicht berücksichtigt

In der Beschlussvorlage weist die Verwaltung darauf hin, dass in Schildgen Siedlungsentwicklungen im FNP geplant sind, die zusätzlichen Verkehr auf dem bereits überlasteten Netz induzieren können. Die FNP-Flächen sollen erst realisiert werden, wenn eine verkehrliche Verträglichkeit gewährleistet ist.

Dies wird aber in den drei Verkehrsuntersuchungen überhaupt nicht berücksichtigt. 

Alle drei Untersuchungen bescheinigen schon jetzt eine Überlastung der Hauptverkehrswege in Schildgen und weisen Ideen auf, wie der Ist-Zustand verbessert werden kann. Es ist überhaupt nicht Inhalt der Untersuchungen, welche zusätzlichen Verkehrsbelastungen durch die geplanten Wohngebiete entstehen und ob es möglich ist, diese durch irgendwelche Maßnahmen abzufangen.

Im Gegenteil. Wenn man die Gutachten liest muss man zu dem Schluss kommen, dass mit einigem Aufwand die aktuelle Belastung ins erträgliche Maß gebracht werden kann. Dies gilt nicht nur für den Verkehrsfluss sondern z.B. auch für die Lärmbelastung. Der zusätzliche Verkehr durch neue Wohnbaugebiete würde aber zu einer neuen Überlastung mit allen negativen Folgen führen.

Eine Verbesserung der Verkehrssituation in Schildgen ist dringend notwendig und die Gutachten weisen sinnvolle Maßnahmen auf, um dies zu erreichen. Die Untersuchungen können aber nicht die verkehrliche Verträglichkeit neuer Wohnbaugebiete gewährleisten.

Rückenwind für Nord-Süd-Radroute

Und dann ist noch ein weiterer Aspekt wichtig. Die FWG sieht sich in ihren Bemühungen gestärkt, durch planerisch und baulich schnell zu realisierende Maßnahmen die Verkehrssituation durch eine Stärkung des Radverkehrs zu verbessern. Die FWG Bergisch Gladbach hat bereits eine Nord-Süd Radroute vorgeschlagen, die mit den Schildgener Maßnahmen gut ergänzt werden würde.

Allerdings muss sie zügig verwirklicht werden, denn was helfen gute Radwege in Schildgen wenn die Weiterfahrt nach Bergisch Gladbach jenseits der Ortsgrenze mit mangelnder Sicherheit und fehlendem Komfort stattfindet. 

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34 Kommentare

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  1. Nun ja, ich wohne seit 1996 in Schildgen, Altenberger-Dom-Straße und kenne den Ort eigentlich nicht anders als so wie heute. Aber ob man mit Radfahrwegen Durchgangsverkehr von und zur Autobahn verringern kann?

  2. Lieber Herr Krell,

    ich glaube, da müssen sie sich mal bei unserem Bürgermeister beschweren.

    In der Beschlussvorlage zur Verkehrsuntersuchung Schildgen wird ein Zusammenhang mit dem 10-Punkte-Plan zum FNP von CDU und SPD hergestellt, die FDP wird aber nicht erwähnt.

    Ich glaube ihnen aber gerne, dass auch die FDP Schildgen sich um eine Verbesserung der Verkehrssituation Gedanken macht.

    Eine Radroute wird nicht alle Verkehrsprobleme lösen, aber die Situation entlasten und vor allem den Fahrradfahrern mehr Sicherheit geben.

    Die Dauer bis zur Umsetzung der Qualitätsoffensive im Radverkehr wird von den Planungsbüros auf 6 Monate bis 3 Jahre geschätzt.

    Eine Verlängerung der Linie 4, die noch nicht einmal in der Planung ist, dürfte sich über mehr als 20 Jahre hinziehen. Ich denke darauf sollten wir nicht warten.

  3. Lieber Herr Nuding,

    nur mit einer Nord-Süd Radroute werden wir die Verkehrsprobleme in Schildgen nicht lösen. Dazu bedarf es weiter gehender Projekte, wie die Verlängerung der Strassenbahnlinie 4 über Schildgen bis nach Odenthal. Nur wenn attraktive Mobilitätsangebote gemacht werden, werden wir die Menschen bewegen, vom Auto umzusteigen. Der Vorschlag der FWG ist viel zu eindimensional.
    Dass die FWG bei der Vorstellung der Ideen für Schildgen die politische Arbeit der FDP nicht erwähnt hat, entspricht nicht unserem Verständnis eines fairen Wahlkampfs.

  4. Düsing und Havermann widersprechen sich nicht wirklich.
    Schildgen scheint eben Ein Brennpunkt besagt „entgleisten“ Verkehrs (in GL).

    Und der „Ort“, wo sich alle Brennpunkte zumindest GL´s sozusagen in der Gesamtschau treffen (sollten), ist der hier auch von Vera Düsing erwähnte FNP.
    Für den gilt bzw. müsste zu Beginn des 21.Jhds. (!) gelten:

    „Es kann nur einen geben“ – Nämlich einen FNP, der u.a. die gegebene / zu erwartende / sich mit in Überlegung stehenden Absichten potentiell verbindende / aus ihnen folgende Verkehrssituation / -entwicklung zum integrierten und ggf. entscheidenden Bestandteil aller Projektionen macht.

    Es kann zu Beginn des 21.Jhds. (!) umgekehrt keine isoliert schweifenden Ausweisungen neuer Bauflächen mehr geben. Also á la: Erst ausweisen wie jeck, dann bauen was geht und hinterher ma´ gucken …

    Sprich der letzte Wortteil des FN-P (= Plan) ist spätestens heute wörtlich zu nehmen. Im Sinne von Planung, also Stadtplanung, will sagen Stadtentwicklung in einem übergreifenden Sinn – Wofür die jeweilige Stadt ein konkret erklärtes Entwicklungsziel resp. definiertes Leitbild braucht, in dessen Rahmen sich alle Planung dann sektoral aufeinander abgestimmt fügt.

    In GL wurde 2019 offiziell ein neuer FNP beschlossen – Mag jeder für sich beurtei-len, welche gesamtplanerischen Qualitätsmaßstäbe dabei (eben auch im Hinblick auf den Bereich Verkehrslage / -perspektiven) angelegt wurden …

    Die FWG ist aus guten Gründen genau v.d.H. entstanden und wird sich im Wahler-folgs-Fall genau dieses zentralen Themas hoffentlich erstrangig annehmen – Ideal-erweise und bei entsprechender Gunst der Gesamtverhältnisse vielleicht bis zur Aufstellung eines … – FlächenNutzungsPlans …

  5. Dass sich die FWG gefunden hat, halte auch ich für einen großen Vorteil für GL, das mal vorab.

    Sie mögen andere Stadtteile nebenbei erwähnt haben, aber der Fokus muss auf dem gesamten Verkehr in GL liegen und eben nicht nur auf Fuß- und Radverkehr in Schildgen, wie bei Herrn Nuding zu lesen ist. Genau das wurde nämlich den Initiativen in der Diskussion um den FNP vorgeworfen: Die kümmern sich nur um ihren eigenen Vorgarten. Ich wünsche mir eine Wählergemeinschaft, die sich nur der Bevölkerung verpflichtet fühlt, was die FWG leisten kann und will. Aber dann bitte die gesamte Verkehrsitution in GL betrachten und nicht einzelen Straßen oder Stadtteile.

  6. Herr Havermann, bei einem Artikel über die enorme Verkehrsbelastung in Schildgen kommentierte ich die Situation in Schildgen – das dürfte nachvollziehbar sein. Im übrigen sprach ich von „Verteilung“ des Verkehrs, der bisher überwiegend Schildgen tangiert und nicht davon, zugunsten Schildgen andere Stadtteile oder Städte in die Situation zu bringen, in der wir heute sind. Auch habe ich eine Lösung in Zusammenwirken mit Odenthal und Leverkusen angeregt.

    Wie dem auch sei – aus der Teilnahme am Bürgergespräch zum FNP weiß ich, dass die derzeitigen Kommunalpolitiker offenbar nicht an einer Verkehrsberuhigung, sondern mit nicht nachvollziehbaren Zahlen an einer „Urbanisierung“ durch Ausweisung neuer Gewerbe – und Wohngebiete interessiert sind.

    Deshalb ist es an der Zeit, dass eine neue Partei antritt, zunächst das Verkehrsproblem zu lösen und dann über neue Wohn- und Gewerbegebiete nachzudenken. Und dabei ist jedes Gedankenspiel und jeder Vorschlag überlegenswert und diskussionswürdig.

    Dass der Vorsitzende der FWG zufällig in Schildgen wohnt, ist doch sicher kein Nachteil, sondern hat vielleicht durch die täglichen Erfahrungen dazu geführt, dass er sich so entschlossen engagiert. Hut ab, kann ich nur sagen.

  7. Frau Düsing, was sagen Sie denn den Anrainern der Straßen, die der, wie Sie meinen, gemeine Autofahrer aufsucht, um seinem Drang, möglichst schnell – egal ob dann länger – weiter zukommen, fröhnt. Sie preferieren die Vebesserung der Verkehrssituation nur in Schildgen. Sind Ihnen die Probleme anderer Stadtteile egal, sollte es nicht um ganz Bergisch Gladbach gehen und die Nachbarregionen?

    Die Herren Ullmann und Eschbach machen in ihren Kommentaren sehr deutlich klar, dass es nicht nur um den Radweg vorm eigenen Haus gehen kann. Verkehrskonzepte haben weite Gebiete einzuplanen, bei uns von Herkenrath bis Schildgen, von Herrenstrunden bis Refrath. Leider gibt es in GL kein Verkehrskozept, man wurschtelt seit Jahrzehnten ohne Sinn und Verstand vor sich her und kommt dann, wenn es immer enger wird, auf solche Lösungen wie die Straße über den alten Bahndamm (in 25 Jahren befahrbar, wenn heute die Planung begänne), Radwegen auf Kölner und Buddestraße (große Gefahr für Radfahrer und Initiierung noch längerer Staus), Straßen mit Tempo 30 und einer Mittelspur, deren Sinn keinem aufgeht und im Zuge von Untersuchungen das Wegdividieren des Autoverkehrs oder gar dessen vollständiges Ignorieren.

    Das alles ist lediglich Flickwerk, das große Ganze fehlt, die schnellen Verbesserungen gibt es nicht, die Anreize, Autofahrer auf den Drahtesel zu setzen, ebenfalls nicht. Aber weder die Verwalter, Planer noch die Politiker trauen sich, einen Finger in die Wunden zu legen und zu gestehen, dass die Verkehrspolitik in GL nur Stückwerk war und ist, niemand will den advocatus diaboli spielen, alle denken nur an die nächste Legislaturberiode und auf welche Art sie dort wieder mitspielen können.

  8. @Lothar Eschbach: The big view, aber so sieht´s aus, nur so kann´s gehen.

    Und je dichter es bei notwendigen Veränderungen an den jeweiligen „Mikrokosmos“, sprich einen konkreten, überschaubaren Lebens- / Wohn- / Verkehrsraum geht, desto wichtiger wohl das unmittelbare Einbinden der jeweils Betroffenen in das Auf- und Umsetzen entsprechender Maßnahmen.

    Überzeugung und, wenn´s top läuft: Begeisterung tragen weiter und länger als Verbot und Zwang.

    Denn Eschbach hat recht: Vom „Kleinen“ angefangen und ins´s „Große“ wachsend, ist in einem mehrdimensional synchronisierten (und dann „ganz großen“) Stufenplan „Verkehr / Mobilität der Zukunft“ gerade auch jeder Einzelne gefordert, „„sich in seinem Mobilitätsverhalten zu verändern““ (LE) – was aber nur funktionieren kann, wenn dem Einzelnen das auch (praktisch zumutbar!) ermöglicht wird.

    Vor dem Hintergrund finde ich den Ansatz der FWG vs. BBI vs. BI Schildgen interessant, eben auch, weil er sozusagen und ganz konkret vor Ort zu wurzeln scheint, zugleich klar eine Richtung markiert, damit zur Wahl stellt und sich dabei ganz unmittelbar an die Einzelnen wendet.

  9. Welche Flächen soll die Seilbahn(en) denn überqueren? Persönlich finde ich das System auch spannend, aber spätestens ab dem Punkt wo der erste private Garten überspannt wird, gründen sich Bürgerinitiativen und Klagen werden angestrebt. Eine Umsetzung ist dann unmöglich oder wird um Jahre zurückgeworfen.

    Ich bin persönlich ein großer Freund des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs (und nutze beides in Nicht-Corona-Zeiten vermutlich intensiver als jeder andere hier), aber auch bei diesen Systemen sollte man nicht nur die Vorteile betrachten.

  10. Wie ernsthaft, engagiert und mit guten Argumenten man bei gleichem Ziel um die beste Lösung ringen und streiten kann, das zeigt, wie vielschichtig die Herausforderung ist. Dabei ist es durchaus sehr hilfreich, die Gutachten zur Hand zu haben.
    Eine Lösung für den Individualverkehr Straße bietet kurzfristig nur ein geänderter modaler Split, also eine andere Verteilung des Individualverkehrs auf die vorhandenen Verkehrsträger/Verkehrsmittel oder der Verzicht auf Individualverkehr, wenn man keine neuen Straßen bauen möchte. Längerfristig bestehen zusätzliche Möglichkeiten durch Verbesserung der bestehenden Verkehrsträger/Verkehrssysteme und die Nutzung neuer Verkehrsträger/Verkehrssysteme.
    Das vorausgeschickt, ist bei einer Momentaufnahme rein aus Mobilitätssicht Corona ein Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch deshalb, weil der ÖPNV in Corona Zeiten nicht wirklich an Attraktivität gewonnen hat und ein Segen deshalb, weil als ein neuer „Verkehrsträger“ die Digitalisierung sich in einem Crash Kurs breit gemacht hat, Home Office als ein neuer Standard der Arbeitswelt.
    In Bezug auf den modalen Split ist es wichtig, bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern auf die „Trägheit des Systems“ zu achten. Wieviel Zeit wird benötigt, um im Ergebnis eine Verbesserung zu erreichen. Damit eine stabile Entscheidungsbasis geschaffen werden kann, ist im Vorfeld eine umfassende Recherche und Informationssammlung zu betreiben, was bei den vorliegenden Studien hoffentlich passiert ist, insbesondere im Hinblick auf die Verkehrsströme.
    Dann kommt der Masterplan für die Region und dann für die Stadt, wobei ein zoomen auf jeden Brennpunkt möglich sein sollte. Priorität sollte den Maßnahmen eingeräumt werden, die am ehesten geeignet sind schnell eine Verbesserung in der vorhandenen Situation in der Örtlichkeit herbeizuführen.
    Geschwindigkeitsreduktion, attraktive Radwege, Takterhöhung im ÖPNV bringen die schnellen Verbesserungen. Ausbau des ÖPNV Wegenetzes z.B. ist unter 25 Jahren kaum zu machen. Insofern ist es eben auch sehr wichtig in dieser Diskussion, zu differenzieren über den Zeitpunkt der Wirkung der Maßnahme. Ein Stufenplan hilft. Klar ist auch, dass eine Geschwindigkeitsreduktion für den Durchgangsverkehr als Zeitstrafe empfunden werden muss und er nach Umfahrungen sucht.
    Genauso sind aber auch Bonusregelungen in der jeweiligen „Reiskostenordnung“ eine gute Steuerungsmöglichkeit, ein E-Bike für jedes Familienmitglied könnte da schon ein Anreiz sein, auch beim Durchgangsverkehr im Nahbereich.
    Ganz besonders aber sollte der Blick auf dem Ausbau eines hochattraktiven ÖPNV liegen, in Qualität und Quantität, da bestehen viele Möglichkeiten der Verbesserung und auf dem Ausbau neuer Verkehrssystemen, wie der hier schon häufig genannten Seilbahnlösung. Eine Mobilität „on demand“ wird im Zuge der Digitalisierung und fortschreitender Automatisierung auch in den Blickpunkt rücken.
    In jedem Fall wird die Verbesserung Zeit erfordern und von jedem einzelnen die Bereitschaft, sich in seinem Mobilitätsverhalten zu verändern.

  11. Das Generalproblem eines vom Punkt X an entgleist / entgleisend motorisierten Individualverkehrs (+ eben parallel stattfindender Warenlogistik via Straße) kann weder in Schildgen noch in GL gelöst werden.

    Schildgen scheint dabei nun einer jener Brennpunkte zu sein, wo sich genau dieses Problem konkret vor Ort (weiteren) Platz schaffen will, den es nicht gibt …

    Diejenigen, die sich für Schildgen bzw. GL um die Übernahme politischer Verantwortung bemühen, können nur für ihren Beritt bzw. ihre Bewohner vs. Wähler Vorschläge für eine, wenn überhaupt, relative und begrenzte Entzerrung / Entspannung der Lage eben vor Ort machen.

    Und schon dabei kann es zur (oft auch noch paradoxen) Kollision widerstreitender Interessen kommen:
    Wenn sich z.B. der Wunsch nach verkehrsruhigem Wohnen und Stadtleben mit dem gleichzeitigem Anspruch verbindet, jederzeit staufrei in die, aus der oder quer durch die Stadt und dort zum (stets freien) Parkplatz direkt vor dem Lieblingsgeschäft zu kommen (Letzteres wäre so eine Bensberger „Spezialität“) …

    Was immer also vorgeschlagen wird, muss v.d.H. einer unveränderten Gesamtverkehrs-Lage zu (graduell skalierten) Lasten von Irgendwem gehen
    – Es allen zeitgleich recht zu machen, ist bei unveränderten Verkehrsquantitäten (auch -qualitäten) und auf begrenztem Platz physisch unmöglich.

    Also bleibt nur der Mut, Prioritäten und mit ihnen ein Zeichen zu setzen, in welche Richtung es denn grds. gehen soll … Der Wähler kann und wird dann entscheiden.

    Der bereits von Rolf Havermann erwähnte Seilbahn-Vorschlag wäre hier sozusagen einer der größeren Würfe in größerem Zusammenhang, aber eben noch lokal bzw. translokal oder regional realisierbar.

    Etwas anderes ist mir noch aufgefallen: Nämlich wie groß (und teils unbekannt) bereits GL ist. Einige ausländische Städte sind mir vertrauter als … Schildgen. Schlimmer, meiner Erinnerung nach war ich noch nie bewusst dort, vielleicht irgendwann ´mal vorbei- oder durchgefahren oder auf einer Radtour die Peripherie gestreift …

    Will sagen: Wie dringend wäre ein gesamtstädtisches Verkehrsbild bzw. „Verkehrslage-Bewusstsein“ samt zukunftsfähigem Konzept von Schildgen bis Bensberg, von Lustheide bis Bärbroich … Z.B. im Rahmen eines FNP „2.5“ …

  12. Mir gefällt der Vorschlag mit der Tempo 30 Zone und Verengung der Fahrstreifen gut. Erfahrungsgemäß suchen Autofahrer den Weg, auf dem sie am schnellsten weiter kommen. Es geht ja nicht nur um den Verkehr aus Leverkusen, sondern in großer Anzahl um diejenigen Autofahrer, die bei Stau am Leverkusener Kreuz von der A1 kommend vorher in Burscheid abfahren und durch Odenthal, Schildgen, Dünnwald nach Köln fahren. Das können wir hier am Ortseingang Schildgen aus Richtung Odenthal sehr gut an den Kennzeichen sehen. Daher ist es nicht nur ein lokales Thema, sondern sollte in der gesamten Region umgeplant werden. Wird die Durchfahrt in Schildgen für Autofahrer unattraktiv, weil zeitraubend, nutzen sie vielleicht mehr die Bergische Landstrasse, Mülheimer / Berliner Strasse und der Verkehr verteilt sich besser. Im übrigen müssten zwingend die Fußgängerampel Altenberger Dom Strasse / Schlebuscherstrasse vorverlegt werden, damit man
    ( insbesondere Kinder ) nicht durch Rechtsabbieger Richtung Schlebusch gefährdet wird. Schließlich sollte die „ Rennstrecke“ zwischen Odenthal und Schildgen auf Tempo 50 gesetzt und überwacht werden. Auch dadurch würde der Weg durch Schildgen an Attraktivität verlieren. Ich glaube eher nicht, dass wir durch Maßnahmen erheblich mehr Autoverkehr aufs Fahrrad verlagern können. Das wäre nur dann sinnvoll, wenn das Verkehrsaufkommen in erster Linie durch Bürger aus Schildgen verursacht würde. Als Test hierzu könnte man zusätzlich zum Tempo 30 in Schildgen eine E-Bike Station einrichten und erfahren, wie es angenommen wird.

  13. Wir könnten jetzt noch tagelang hin un her schreiben. Fakt aber ist, dass Sie, Herr Dr. Nuding, ständig nur von Radfahrern und Fußgängern reden und schreiben, als gäbe es schon keinen Autoverkehr mehr. Wenn die dringend notwendigen Verbesserungen für Radfahrer in BGL – und nicht nur in Schildgen, wo Sie wohnen – realisiert werden sollen, dann doch wohl da, wo wenig Autos unterwegs sind. Die bisherigen Feigenblätter der Verwaltung, initiiert vom ADFC, auf der Kölner Staße in Bensberg und die Planung auf der Buddestraße dortselbst lassen am Willen der Planer, etwas für Radfahrer zu verbessern, zweifeln, wie schon oft berichtet. Dort sind andere Möglichkeiten für Radfahrer vorhanden, wurden aber ignoriert.

    Ich kenne die Verhältnisse in Schildgen vom Verlassen der A3 in Leverkusen, um durch Schildgen und Alt-Gladbach nach Bensberg zu kommen. Die Staus, die sich in der rush hour und bei Staus auf der A3 Richtung Köln bilden, werden Sie nicht mit besseren Wegen für Radfahrer und Fußgänger verringern. Zuerst muss ein großer Teil des motorisierten Individulaverkehrs von der Straße Aber wie? Mit breiten Radwegen, die Fahrbahnen schmählernd, mit Fußwegen, auf denen der geneigte Mensch nach BGL wandern kann?

    Wieder muss ich Seilbahnen ins Spiel bringen, die in Hinsicht auf Kosten, Umweltverträglichkeit, die Dauer der Errichtung und der jahrzehntelangen Wartung eine unvergleichliche Bilanz gegenüber allen neuen Radwegen und Straßen haben. Damit werden PKWs von der Straße geholt, die Umwelt wird sich erheblich verbessern, über zig Millionen-Kosten für Tunnel und vierspurige Entlastungsstraßen muss nicht mehr entschieden werden.

    Das wäre in m.E.eine Aufgabe für Ihre Gemeinschaft wie sie in Köln die kleinste Ratsgruppe mit Erfolg übernommen hat. Dort ist jetzt eine Machbarkeitsstudie unterwegs ist. Und Sie sollten keine Ressentiments pflegen, weil der Vorschlag von mir kommt!

  14. Guten Morgen Herr Nuding,

    aber das Problem ist doch der Durchgangsverkehr und nicht der Rad- und Fußgängerverkehr.
    Mit zusätzlichem Druck aus dem FNP wird das Problem noch größer.
    Entweder muss man den Durchgangsverkehr umleiten oder eben für einen schnelleren Abfluss sorgen.

    Wir müssen endlich davon wegkommen, alle Verkehrsformen in ein Band zu stopfen. Als Radfahrer und Autofahrer würde ich es begrüßen, dass wir Radfahrer Wege außerhalb der Standard-Autorouten erhalten, wo wir unfall- und emissionsfreier fahren können. Infrastruktur für Radfahrer (Wege, Brücken etc) ist jedenfalls günstiger als neue Straßen für PKW und LKW.

  15. Hallo Herr Havermann,

    Die drei Untersuchungen von unterschiedlichen Büros befürworten alle Maßnahmen zur Verbesserung des Rad- und Fussgängerverkehrs.

    Die Bildung eines Mittelstreifens ist nur eine Variante.

    Wichtig ist in erster Linie eine deutliche und durchgehende Verbreiterung der Rad- und Fussgängerwege.

  16. Hallo Herr Dr. Nuding,
    zu Ihrem Nachtrag vom 14. Juli, 19:17.

    Sehen Sie allen Ernstes in der Version mit dem “multifunktionalen” (was ist damit an dieser Stelle gemeint?) Mittelstreifen, dessen positive Wirkung für eine Verkehrs-Entzerrung ich wahrscheinlich mangels Expertenwissen nicht erkenne, eine Lösung für die Probleme in Schildgen? Oder bei den anderen Vorschlägen, denen ebenfalls ein Konzept fehlt, motorisierten Individualverkehr wirklich von der Straße zu holen? Effizienter ÖPNV, wann, mit welchen Investitionen? Hat man die Verkehrsunternehmen mal gefragt, wie sie das stemmen wollen? Sie bemängeln selbst, dass in den Untersuchungen die Probleme, die der neue FNP in ein paar Jahren verursachen wird, überhaupt nicht bedacht sind. Die Untersuchungen vermitteln nach Ihrer Darstellung die Hoffnung, dass die “aktuelle” Belastung in Schildgen “ins erträgliche Maß gebracht werden kann”. Und was ist in 5 Jahren, dasselbe von vorne oder bis in alle Zukunft jährliche Untersuchungen, die auch nichts bringen?

    All diese Vorschläge sind viel zu kurz gegriffen, scheinen nur Feigenblatt-Wert zu besitzen und werden die Probleme in Schildgen keinesfalls auch nur annähernd verringern. Es sind keine wirklichen Anreize vorhanden, Autofahrer auf ihr Fahrzeug verzichten zu lassen, aber Sie versprechen den Schildgenern, dass sich, wenn die Vorschläge der Untersuchungen realisiert werden, eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Das ist reine Wahlpropaganda, und ich dachte schon, auf sowas könnte die FWG verzichten.

    Herr Kleinert,
    so ganz stimmt nicht Ihre Annahme, Seilbahnen wären nur gut, um Täler, Flüsse usw. zu überwinden. La Paz in Bolivien ist der beste Gegenbeweis. Dort verkehren inzwischen 12 (in Worten zwölf) Seilbahnlinien, um Menschen, die in der Höhe des internationalen Flugplatzes wohnen, zu ihren 2000 m tieferen Arbeistplätzen zu bringen. In Köln überlegt man, eine Zick-Zack-Seilbahn vom Kölner Süden über dem Rhein und seinen Brücken in den Norden mit den wichtigsten Stationen beidseits des Flusses zu errichten und/oder eine West/Ost-Bahn von Deutz nach Weiden zu bauen. Wie schon mehrfach von mir für andere Staustraßen angesprochen, könnte auch Schildgen von einer Seilbahn von Leverkusen bis BGL profitieren. Die sogenannten Experten müssten nur mal die Bretter vor dem Kopf wegnehmen und dieses Thema ersthaft durchspielen. Wie gesagt, in Köln ist man viel weiter, und die haben keine topografischen Leckerbissen.

  17. Hallo Herr Kleinert,
    zu ihrem Nachtrag vom 13. Juli 2020 um 17:51:

    Es wurde auch eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt, um erst einmal den Ist-Zustand festzustellen.
    Auf der Altenberger-Dom-Straße zwischen Leverkusener Str. und Kempener Straße, also im Zentrum von Schildgen besteht hauptsächlich Quell- und Zielverkehr, der Durchgangsverkehr ist eher gering.

    Natürlich ist der Durchgangsverkehr besonders der schweren LKW trotzdem ein Problem. Die Durchfahrt dürfte durch Tempo 30 etwas unattraktiver werden, das allein wird aber nicht reichen.
    Eine Zuflussdosierung durch Ampelanlagen müsste mit den Nachbarn abgestimmt werden, das dürfte schwierig werden. Leverkusen wird sich nicht freuen, wenn wir die Staus einfach vor das Grenzgebiet verschieben.

    Aber ich finde, man muss auch nicht immer alles negativ sehen. Die in den Gutachten genannten Vorschläge werden nicht alle Probleme beseitigen. Trotzdem wäre ich schon sehr froh, wenn diese Maßnahmen umgesetzt würden. Die Lebensqualität in Schildgen würde sich deutlich verbessern und Fahrradfahren wäre mit hoher Sicherheit und gutem Komfort möglich.

    ##### Hinweis ####

    Benno Nuding ist Vorsitzender und Spitzenkandidat der Freien Wähler Gemeinschaft bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  18. Auch ich stimme Herrn Havermann zu: Die eigentliche Frage ist, wie die Masse des ‘motorisierten Individualsverkehrs’ (zu deutsch: Autos) drastisch reduziert werden kann.
    Tatsächlich attraktive und sichere(!) Radwege wie die in der Planungsskizze dargestellten können dazu einen Beitrag leisten, sind aber sicher nicht alles.

    Seilbahnen sind prima, um Täler, Flüsse oder andere Hindernisse zu überwinden, für längere Strecken dagegen weniger geeignet. Eine Schnellbuslinie wäre prinzipiell interessant – aber solange die keine eigene Spur hat und wie alles Andere im Stau steht, ist der Zusatznutzen überschaubar. Bleibt die (sehr langwierige und kostenintensive, ja) Schienenlösung.

    Vor dem Problem zu kapitulieren und noch mehr Autoverkehr anzulocken, wie Herr Tritz-Floßdorf vorschlägt, scheint mir eher keine Lösung. Zumal es die Gefahren für alle anderen Verkehrsteilnehmenden noch vergrößern und das Zentrum von Schildgen noch ‘lebensfeindlicher’ machen würde.

    Seit Jahrzehnten werden immer mehr, immer größere und immer leistungsfähigere Straßen gebaut – wir sehen doch, wohin es uns geführt hat: Geradewegs in die Sackgasse des täglichen Verkehrskollaps’. Was ist in so einer Situation angebracht: ‘Vollgas geben’ – oder wenden?

    PS. Gute gebrauchte e-Bikes gibt es ab etwa 400 Euro. :-)

  19. Rolf Havermann hat wohl den entscheidenden Punkt in puncto „Verkehr“ getroffen:

    Das Aufrechterhalten der Idee (bzw. Zukunftsillusion) eines unverändert (oder noch expandierend) individuell automobilen Massenverkehrs (gleich, ob fossil oder „e“) bei simultan unverändertem (oder noch expandierendem) Last-/Transportverkehr via Straße, es führt anscheinend von einer Sackgasse in die nächste.

    An wahrstwörtlich verdichteten Brennpunkten wird das jetzt bereits dramatisch deutlich.

    Problem: Alle Systeme (samt entsprechender Interessen), von Arbeitswelt über Warenlogistik bis schlichter Gewohnheit, sind nach wie vor darauf gepolt. Von lebenswirklich belastbaren und zumutbaren Alternativen in der Breite wie Fläche nicht zu reden.
    Die muss es aber geben, wenn ein Umswitchen ohne sozusagen „verlagerte Katastrophen“ gelingen soll.

    Und apropos „Alternativen“: Die von Havermann hier angesprochene (und auch in anderen Zusammenhängen immer wieder diskutierte) Seilbahntechnologie mag dem ersten Blick vielleicht skuril vorkommen, aber sie könnte einer der notwendig „springenden Meilensteine“ für das Ansetzen neuer (Kombi-)Mobilitätsformen zumindest im lokalen Personenverkehr werden.

  20. Die sehr nachvollziehbaren Wünsche in Schildgen werden mit nicht zu verwirklichenden, teilweise aberwitzigen “Lösungen”konfrontiert, die niemandem helfen. Der lange Kommentar eines Ortsansässigen legt das überzeugend dar. Die ganzen Plnaspielchen können nicht helfen, weil sie nicht einen einzigen Vorschlag beinhalten, den motorisierten Individualverkehr wirklich von der Straße zu holen. Wie unten schon erwähnt, funktiniert der ÖPNV nicht in der Weise, die das Umsteigen schmackhaft machen würde. Radwege in Bergisch Gladbach erhöhen die Gefahr für Rad- und Autofahrer, die Topographie unserer Stadt läd außerdem nicht dazu ein, aufs Rad zu wechseln. Ich hörte neulich, dass man sich ja dann E-Bikes zulegen könne. Man stelle sich eine vierköpfige Familie vor. Mutter und Vater berufstätig, beide Kinden in der Schule. Die Investition für diese Familie in Elektrs-Fahrräder würde z.Zt. bei etwa 10.000,00 EUR landen, was für die meisten nicht tragbar oder uninteressant wäre. Was fehlt bei all den schönen, seit Jahren kursierenden, hochfliegenden Plänen ist die Motivations-Belebung bei der Bevölkerung, sich z.B. aufs Rad zu schwingen. Die 3 Büros scheinen mir die Situation nicht wirklich zu kennen, die Vorschläge der FWG zielen mit dem Nord-Süd-Radweg viel zu kurz. Etwas ändern wird nur der gemeinsamer Gang aller Stadtteile und Nachbargemeinden in eine Richting, zu dem sich bisher niemand aufgerufen fühlte, ihn zu beginnen. Vor 2 JAhren schon löste Herr Urbach den damaligen, erst kurz installierten runden Tisch zur Mobilität ohne Ersatz auf. Seit dem passiert in BGL nichts in dieser Richtung bis auf ein paar unsinnige Planungen, neue Radwege an unmöglichen Stellen zu erreichten.

    In Köln läuft eine Machbarkeitsstudie, Seilbahnen für die Entzerrung der Verkehrsprobleme zu errichten. Das würde auch BGL und Umgebung von vielen Problemen erlösen.

  21. Das Problem wird sich nicht wirklich lösen lassen, dafür ist es schon viel zu spät. Für die schon vor Jahrzehnten diskutierten Umgehungen ist der Platz längst weg.
    Tempo 30 ist schön, aber leider wird und kann es ja gar nicht ausreichend kontrolliert werden. Ich wohne in einer 30 Zone in Schildgen, die wird als Verbindung zwischen Aldi und Schlebuscher Str. von allen genutzt. Tempo 30 ist ein Wunschdenken. Nachfragen bei der Stadt werden mit Hinweis auf einen geringen Prozentsatz von Verstößen abgewiegelt. Wer dort oder auf dem Nittumer Weg lebt, kann von Verkehrsberuhigung nur träumen. Die Polizei sollte mal Sonntags ab Mittags sich auf der Altenberger Dom Str. Richtung Odenthal stellen, Haltestelle Brahmstr. Dann könnte man mal die Klappenauspufffahrer mit Ihren Sportautos und Rennmaschinenfahrer auf 2 Rädern aus den Verkehr ziehen.
    Und wer mit dem Fahrrad durch Schildgen fährt, ist schon fast Lebensmüde.

  22. Ich kenne die Verkehrssituation hier in Schildgen schon seit rund 50 Jahren. Schildgen ist seit Jahrzehnten Durchgangsort für den Verkehr von Bergisch Gladbach nach Leverkusen einerseits und für den Verkehr von Odenthal Richtung Köln andererseits. Die Problematik ist also alles andere als neu.

    Leider muss ich sagen, dass mich die Vorschläge der drei Büros überhaupt nicht
    überzeugen: Wer einen Tunnel oder eine Umgehungsstraße in Erwägung zieht möge sich doch einmal genauer anschauen, wie lange der Bau des Tunnels “An der Gohrsmühle” gedauert und welche enormen Kosten (einschließlich Folgekosten) dieser Bau bisher verschlungen hat. Solche Vorschläge sind bei der heutigen Haushaltslage schlicht unrealistisch.

    Die Ausweisung der Leverkusener Straße als Einbahnstraße begrenzt nicht den Verkehr durch den Ort, sondern verlagert ihn nur teilweise von der Leverkusener Straße auf die Schlebuscher Straße mit der Folge, das die Bewohner der Altenberger-Dom-Straße zwischen Leverkusener und Schlebuscher Straße stärker mit Verkehr belastet werden. Im Ortskern (zwischen Leverkusener und Kempener Straße) ändert sich nichts, da wälzt sich nach wie vor der ganze Verkehr durch.

    Eine “Qualitätsoffensive Radverkehr” oder “Qualitätsoffensive ÖPNV” hören sich auf den ersten Blick vielleicht attraktiv an, werden das Verkehrsproblem aber nicht lösen. Meiner Meinung nach ist der größte Teil des Verkehrs, der durch Schildgen fließt, kein”Nahverkehr”, sondern “Fernverkehr” – also Menschen, die entweder aus Richtung Bergisch Gladbach zur Autobahn A3 oder nach Leverkusen zur Arbeit wollen, oder Verkehr (einschließlich Güterverkehr), der von der Autobahn A3 kommt und Richtung Bergisch Gladbach, Bensberg 0der (bei Stau auf der A3) zur Autobahn A4 will.

    Der andere Teil des Verkehrs kommt aus Richtung des Bergischen Landes und will nach Köln. Dieser Fernverkehr macht m.E. den größten Teil das Verkehrs im Ort aus, und den wird man mit den genannten “Qualitätsoffensiven” nicht aus dem Ort verbannen können.

    Seit ich in den 1970ger Jahren nach Schildgen gezogen bin wird permanent und mit großem Eifer über die Verbesserung der ÖPNV-Anbindung diskutiert. Realisiert wurde bisher so gut wie nichts, es fahren immer noch die gleichen paar Wupsi-Busse herum wie vor 50 Jahren. Der Grund ist m.E. recht einfach: Der ÖPNV in Schildgen ist dermaßen unattraktiv, da setzt sich nur rein, wer sonst keine Alternative hat.

    Sicherlich, theoretisch ist ÖPNV eine supergute Lösung zum Personentransport, nur praktisch funktioniert er in Deutschland leider oft nicht. Man schaue sich vergleichsweise nur einmal Länder an, in denen ÖPNV wirklich gut funktioniert – wie Japan, Südkorea oder Taiwan: Da kommen Busse und Bahnen alle paar Minuten durch die Siedlungen und kosten nur ein Bruchteil dessen, was hier ein einfacher Fahrschein nach GL oder LEV kostet. Der ÖPNV dort ist blitzsauber und der Service des Personals grandios. Will man den ÖPNV in GL also tatsächlich attraktiv machen erfordert dies nicht nur etwas Kosmetik am Fahrplan, sondern millionenschwere Investitionen. Das ganze marode Wupsi-System müsste komplett auf den Kopf gestellt und auf ein Level gebracht werden, wie es z.B. in Japan, Taiwan oder vielen anderen Ländern der Welt schon seit Jahrzehnten üblich ist. Woher soll das Geld dazu kommen?

    Sorry, aber die übrigen Vorschläge wie “Tempo 30”, “Umgestaltung des Straßenraumes zu Geh- und Radwegen” oder (noch schlimmer) “multifunktionaler Mittelstreifen” halte ich für ziemlich kontraproduktiv, weil diese nur den Effekt haben werden, dass sich der Verkehr im Ort noch mehr staut.

    Meiner bescheidenen Meinung nach müsste man vielmehr genau das Gegenteil machen, nämlich dafür sorgen, dass der Verkehr schneller abfließen kann und nicht ständig den Ort verstopft. Der Wegfall des Linksabbiegerstreifens in der Leverkusener Straße wäre vielleicht ein theoretischer Ansatz, da die Linksabbieger (auch) eine Ursache für die Stau auf der Leverkusener Straße sind. Aber wo sollen die Linksabbieger dann hin? Der Vorschlag scheint mir recht wenig durchdacht.

    Analysiert man also nüchtern die Situation, dann muss man wohl leider zu dem Schluss kommen, dass man den Durchgangsverkehr in Schildgen vielleicht etwas erschweren, aber wohl kaum nennenswert wird beseitigen oder reduzieren können.

    Was vielleicht helfen könnte wäre, den Durchgangsverkehr zumindest erträglicher zu machen. Dazu könnte man zum Beispiel die Vorfahrtsregelung ändern, nämlich dergestalt, dass die Leverkusener Straße, die Altenberger-Dom-Straße (zwischen Leverkusener und Kempener Straße) und die Kempener Straße eine gemeinsame Vorfahrtstraße bilden und die bisherigen Ampeln auf dieser Strecke abgeschafft werden, so dass der Verkehr von Leverkusen nach Bergisch Gladbach (oder umgekehrt), der m.E. größer ist als der vom Bergischen Land in Richtung Köln, auf dieser Strecke einfacher abfließen kann und nicht im Ort stecken bleibt (für Fußgänger alle paar Meter Zebrastreifen).

    Mein persönlicher Eindruck ist: Der Verkehrsstau in und um den Ortskern von Schildgen ist durch die drei Ampelanlagen (1. Kreuzung Leverkusener/Altenberger-Dom, 2. Fußgängerampel Schlagbaumweg 3. Kreuzung Altenberger-Dom/Kempener) im wesentlichen “hausgemacht”. Ihr praktischer Nutzen besteht eigentlich nur darin, den Verkehr großflächig zum Stillstand zu bringen. Wem hilft das? Den Autofahrern nicht und den Anwohnern erst recht nicht. Aber den Anwohnern wäre ja vielleicht schon ein wenig geholfen, wenn die Autos schnell weg sind. Erinnert sich noch jemand an die Ampelanlage am Nittumer Weg? Seitdem die weg ist ist dort auch kein Stau mehr.

    Der neuralgische Punkt ist sicherlich die Kreuzung Leverkusener / Altenberger-Dom-Straße, weil dort der Fernverkehr Bergisches Land Richtung Köln einerseits und quer dazu der Verkehr Bergisch Gladbach Richtung Leverkusen andererseits aufeinander treffen. Diese Situation müsste m.E. mal von echten Verkehrsexperten mit Hilfe von entsprechenden Simulationswerkzeugen (z.B. Eclipse Sumo oder so) untersucht werden, möglicherweise kann hier ja eine moderne, intelligente LSA helfen, die nur ein Bruchteil dessen kosten würde, was der Bau eines “multifunktionalen Mittelstreifens” verschlingen würde.

    Meine persönliche Empfehlung wäre daher: Vergesst die von den Büros vorgeschlagenen uralten Standard-Lösungen, die sich schon seit Jahren nicht bewährt haben (Horror-Beispiel: Leverkusen-Wiesdorf, da kann man das Scheitern dieser Planer live und in voller Schönheit bewundern), und setzt stattdessen auf moderne Künstliche Intelligenz zur adaptiven Verkehrssteuerung.

    Warum macht man Schildgen nicht einfach zu einem deutschlandweiten Vorreiter für hochintelligente adaptive Verkehrsleitsysteme? Eine solche Lösung erscheint mir jedenfalls erheblich zukunftsträchtiger zu sein als Beton und bunte Mittelstreifen.

    Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass die Vorschläge der Büros einen sehr unausgegorenen und wenig durchdachten Eindruck machen – und Zeithorizonte von 5 bis 10 Jahren für Planung und Umsetzung helfen hier im Ort niemandem. Vielleicht sollte man es erst einmal mit einfachen, schnell umzusetzenden Maßnahmen versuchen: Vorfahrt ändern, eine intelligente Verkehrssteuerung einbauen und prüfen, ob es was nützt. Wenn es nichts bringt kann man ja wieder rückgängig machen und über andere Maßnahmen nachdenken.

  23. Tag Zusammen, ich habe einen Vorschlag vor einigen Wochen an H. Lutz Urbach geschrieben der jetzt wohl beim Verkehrsausschuss liegt. Keine lkws mehr ab muelheimetstr lev sondern durch schildgen und dann am ehemaligen haus pohl links abbiegen richtung leverkusen ueber den ostring richtung autobahn.ni

  24. Die Belastung der Leverkusener Straße ist sicher ein ganz wesentlicher Teil der Problematik. Zu berücksichtigen ist jedoch auch die Kreuzung Schlebuscher Straße / Altenberger-Dom-Straße. Hier überbieten sich tagtäglich PKW, LKW und Motorräder im Hinblick auf die Dezibel-Zahl beim Beschleunigen der Fahrzeuge in beide Richtungen (Leverkusen und Odenthal). Es ist ein Höllenlärm und nicht auszuhalten.

  25. Hallo Herr Nuding,
    so begrüßenswert ich ‘Taktverdichtung, Mobilstationen und sichere Fahrradabstellplätze’ auch finde – das sind doch (lange überfällige) kosmetische Maßnahmen, die nichts am Grundproblem Schildgens ändern: dem extremen Durchgangsverkehr. Wie werden wir den los?
    Ihre Antworten auf diese Kernfrage würden mich sehr interessieren! Ihre Nord-Süd-Fahrradroute hilft da jedenfalls bestimmt nicht weiter…

    Dass die FDP (nach Aussage von Herrn Krell) die Erstellung der Gutachten beantragt hat, über die wir jetzt diskutieren, sollten Sie schon anerkennen. Und nein, ich bin bestimmt kein FDP-Anhänger.

  26. Ich frage mich, wo ich bei all diesen Vorschlägen die LKW finde die täglich durch unser Dorf rollen. Lösen die sich in Luft auf? Das Bildchen ist wirklich nett, nur leider sehr weit von der Realität entfernt, so breit ist die Straße gar nicht um diese Idee realisieren zu können. Was bitte soll mit dem Duchgangsverkehr geschehen?

  27. Es hätte ja auch erstaunt, wenn die FDP mal nicht auf irgendeinen Zug aufgesprungen wäre. Als ehemaliger Pressesprecher von BBI-GL (die am 06.12.2016 erstmals zusammenkam) kann ich bestätigen, dass die Verkehrssituation bereits 2 Jahre vorher Thema in der Bürgerinitiative Schildgen war. Also, Herr Krell, Abbitte leisten und sich gleichzeitig von einer “zügigen Umsetzung eines Verkehrskonzepts für Schildgen” verabschieden. Das ist nur ein nicht einlösbares Wahlversprechen wie so viele vorher aus Ihrer Partei, ob kommunal, im Land oder im Bund. Die derzeitige Situation der FDP mit, wenns gut geht, 5% im Bund, macht das deutlich. Was würde Sie denn mit den umliegenden Stadtteilen und Straßen machen, wenn es der FDP tatsächlich gelänge, in Schildgen etwas zu bewegen? Müssen dann alle Ihren Phantasien folgen oder wurde das noch nicht betrachtet?

  28. Hallo Herr Krell,

    wie sie vielleicht wissen kamen die „Gründungsmitglieder“ der FWG Bergisch Gladbach aus den Reihen der Bürgerinitiative Schildgen.
    Wir haben seit 2016 auf die desolaten Verkehrsverhältnisse aufmerksam gemacht, sie können das heute noch auf der Homepage der BI Schildgen nachlesen.

    Dass der FDP Vorschläge zur Verkehrssituation in Schildgen seitens der FWG nicht bekannt sind erstaunt wirklich. Wir haben eine Nord-Süd-Radroute vorgeschlagen haben, die auch Schildgen einschließt. Das war hier im Bürgerportal mehrfach Thema.

    Nächsten Samstag fahren wir die Strecke ab. https://in-gl.de/2020/07/07/fwg-laedt-ein-die-nord-sued-fahrradroute-zu-erfahren-und-zu-erproben/

    Kommen sie doch einfach mit, dann können sie sich ein Bild machen.

    ##### Hinweis ####

    Benno Nuding ist Vorsitzender und Spitzenkandidat der Freien Wähler Gemeinschaft bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  29. Solange es kein ÖPNV Verbindung von Leverkusen über die Autobahnbrücke nach Köln gibt sind viele Pendler auf ihr Auto angewiesen und müssen halt ( leider ) durch Schildgen fahren . Ich wundere mich nur das dies scheinbar noch nicht gecheckt wurde .

  30. Die FDP freut sich sehr, dass zur prekären Verkehrssituation im Ortskern von Schildgen endlich diskussionswürdige Vorschläge auf dem Tisch liegen. Die Ideen der drei Gutachten gehen in die richtige Richtung. Aufbauend auf den Vorschlägen können jetzt Politik und Verwaltung in Diskussion mit den Schildgener Bürgern an die Entwicklung eines schlüssigen Konzepts gehen.

    Die Gutachten sind auf Anträge der FDP von 2016 und 2018 im Infrastrukturausschuss (AUKIV) erstellt worden. Den Anträgen waren lange Diskussionen mit der Verkehrsinitiative Schildgen vorausgegangen. Die Vertreter der FWG haben sich in diese Gespräche nicht eingebracht. Forderungen oder gar Vorschläge zur Verkehrssituation in Schildgen seitens der FWG sind uns nicht bekannt. So erstaunt es schon, dass die FWG nun diese Initiative zur der Ihrigen macht.

    Die FDP wird sich nun für die Erstellung und vor allem zügige Umsetzung eines Verkehrskonzeptes für Schildgen einsetzen.

    ##### Hinweis ####

    Jörg Krell ist Vorsitzender und Spitzenkandidat der FDP bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  31. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Vorschläge sogenannte Experten für sinnvoll erachten,wenn es um die Verkehrs-Entzerrung auf bestimmten Straßen oder in Ortschaften geht. Die Grafik, wie eine neue Altenberger-Dom-Straße aussehen könnte, stellt m.E. absolutes Wunschdenken dar, was frühestens in 20 Jahren oder mehr realisiert werden könnte. Dann nämlich, wenn tatsächlich so starke Anreize geschaffen sind, dass viele Menschen ihr Auto in der Garage lassen und den Weg von und zur Arbeit nicht über den motorisiertebn Individualverkehr abwickeln. Der Traum vom Leben ohne Auto wird ein solcher bleiben, der nur noch in einem elektrifizierten PWK zu sitzen, ebenfalls, weil auf weit absehbare Zeit die Menge an Strom kaum zu produzieren ist und die Batterien die Resourcen dieser Erde schnell aufgebraucht haben werden und dazu ein riesiges Entsorgungsproblem darstellen.

    Womit soll denn nun der Autofahrer, der in schöner Regelmäßigkeit die Abfahrt Leverkusen auf den A3 nutzt, um den Staus Richtung Köln aus dem Weg zu fahren, dazu gebracht werden, dies nicht zu tun, und Schildgen auf seinem Weg nach BGL nicht weiter zuzustopfen? Das wird durch die neu ausgewiesenen Wohngebiete im neuen FNP weiter verschärft, wenn auch erst in ein paar Jahren. Bis dahin wird kaum ein Entwurf wie der obige Linderung schaffen, weil durch utopische nette Zeichnungen wurde noch nie ein Verlekrsproblem gelöst.

    Abhilfe könnte eine Seilnahn schaffen, die von der Abfahrt Leverkusen über mehrere Stationen bis nach BGL führen könnte. Schnell errichtet, preiswerter als jede Straße, umweltfreudnlich wie kaum ein anderes Verkehrsmittel kann sie etliche 1000 Menschen pro Stunde bewegen, die dann alle nicht mehr durch Schildgen fahren würden. An den jeweiligen Endpunkten müssten dann Elektrobusse zur Verfügung stehen, die die Seilbahnfahrer weiterbringen.

    Wie gesagt, Entzerrung oder Beruhigung der heutige Problematik mit den vorgestellten Mitteln sehe ich erst in Jahrzehnten. Es wird heute keine realistische Möglichkeit für Pendler angeboten, andere Verkehrsmittel dem Auto vorzuziehen. Auch nicht mit Tempo-30-Zonen und Radwegen, die nur sehr wenig zu lindern in der Lage sind.

  32. Hallo Herr Kleinert,

    der ÖPNV soll durch eine Taktverdichtung gefördert werden und durch Mobilstationen. Es gibt viele Straßen in Schildgen, die weiter als die optimalen 300m von den ÖPNV-Haltestellen entfernt sind. Ein extremes Beispiel ist Kalmünten mit fast 2km bis zur nächsten Haltestelle. Bisher gibt es kaum sichere Fahrradabstellplätze und die meisten Haltestellen haben keinen überdachten Wartebereich. Hier läßt sich noch einiges verbessern.

    ##### Hinweis ####

    Benno Nuding ist Vorsitzender und Spitzenkandidat der Freien Wähler Gemeinschaft bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  33. Liebes gl Team wurden bei der Planung auch das zusärzliche Verkehrsaufkommen durch die Bautätigkeit in Odenthal Mitte berücksichtigt ? Odenthal wird hier ein Problem generieren.
    Eine schöne Woche

  34. Hallo Herr Nuding,
    diesmal kann ich Ihnen weitestgehend zustimmen: Es ist erfreulich, wenn sich Gutachten zur Verkehrssituation und möglichen Verbesserungen vom völlig anachronistischen Fokus auf das (private) Auto lösen und stattdessen effiziente und nachhaltige Verkehrsarten in den Mittelpunkt stellen.

    Unklar ist mir, wie die ‘Stärkung des ÖPNV’ aussehen soll. Schildgen leidet extrem unter dem starken Durchgangsverkehr und wird dadurch zum ‘Straßendorf’ degradiert. Zwar können wir davon ausgehen, dass bessere Radwege, mehr Busse, Diesel-Fahrverbote und mehr Home Office das etwas reduzieren.

    Eine wirklich nachhaltige Entspannung der Verkehrslage wird es aber erst geben, wenn endlich die lang ersehnte Straßenbahn über Schildgen nach Odenthal kommt. Der Einfluss Bergisch Gladbachs darauf ist sehr begrenzt, zumindest aber sollte die Stadt die Trasse sichern, Bedarf anmelden und ggf. eine entsprechende Studie in Auftrag geben.