Neben Büchern und Ranzen gehört der Mund-Nasen-Schutz zur Grundausstattung für den Schulstart 2020/2021. Aber wie läuft die Einschulung? Was passiert beim Sportunterricht? Werden AGs angeboten oder Kassenfahrten durchgeführt? Wir haben uns bei verschiedenen Schultypen umgehört.

Anfang August hatte das Schulministerium die Eckdaten für den Schulstart vorgelegt. Jetzt haben die Schulen die Organisation vor Ort abgeschlossen – morgen öffnen die Tore für die Schüler, unter anderem für die i-Dötzchen.

Einschulung

In diesem Jahr wird der Schulstart für die Erstklässler nur in abgespeckter Form gewürdigt. Wie an der GGS An der Strunde: Hier sind lediglich das Kind plus zwei Begleiter/Eltern zur Einschulung zugelassen. Großeltern müssen leider draußen bleiben.

Es besteht Maskenpflicht. Die Einschulung findet gestaffelt nach den drei Klassen statt. Nach einer Begrüßung von 30 Minuten geht es direkt in die Klassen.

Maskenpflicht

Die Kinder profitieren mit dem Schulstart von der Rückkehr zu regelmäßigen Strukturen. Andererseits wird ihnen durch die Maskenpflicht einiges an Belastung abverlangt: Die Grundschulen, wie z.B. an der GGS Heidkamp, dürfen diese auf dem Schulgelände nur auf dem Sitzplatz in ihrer Klasse ablegen. Auf dem Gelände, in der Pause, in den Gängen – der Schutz muss getragen werden.

In der Sekundarstufe muss der Mund-Nasen-Schutz durchgehend getragen werden. Die Reaktionen sind gemischt. Felix Bertenrath, Leiter der Otto Hahn-Realschule, wird seitens der Eltern angehalten, dies im Rahmen der Remonstration (Einwendung eines Beamten gegen seinen Dienstherren) zu monieren. Er selbst hätte sich zwar vorstellen können, mit halben Klassen zu starten. Aber um alle Schüler:innen in die Schule zu bekommen sei das Tragen der Maske in Ordnung.

Ab morgen herrscht wieder Betrieb in den Schulen der Stadt

3.000 Masken von der Stadt

Ausnahmen vom Maskentragen könne man bei genügend Abstand z.B. bei Referaten der Schüler machen. “Ich habe es selbst getestet – es ist unangenehm, aber es bringt keine Einschränkungen mit sich”, erklärt Bertenrath.

Manche aus dem Kollegium würden sich Sorgen wegen der vollen Klassen machen, erklärt Katharina Blum, Leiterin des Berufskolleg Bergisch Gladbach. Die Maske sei nicht zuletzt wegen der Temperaturen ein Problem. Der Sprachunterricht zudem “ein ungelöstes Problem”.

Die Stadt hat nach Angaben ihres Sprechers Martin Rölen 3.000 Masken an die Schulen ausgegeben und unterstützt die Einrichtungen wie gehabt bei der Versorgung mit Desinfektionsmitteln. Wie zuvor könne jede Schule ihre Bestellung bei der Feuerwehr als zentrale Lager- und Verteilstelle aufgeben. Diese würde am darauffolgenden Tag durch GL Service ausgeliefert, erklärt Rölen auf Anfrage des Bürgerportals.

Zudem habe die Stadt das Rahmenhygienekonzept für die Schulen überarbeitet. Es umfasse nun auch die Maskenpflicht (für alle Schüler:innen, außer Primarstufe auf den Sitzplätzen) sowie die “Möglichkeit der Corona-Testung für alle an öffentlichen Schulen tätigen Personen bis zum 9. Oktober alle 14 Tage kostenlos und freiwillig”, heißt es bei der Stadt.

Unterrichtsorganisation

Schulbeginn ist für die von uns befragten Schulen für alle Schüler:innen zur gleichen Zeit. Dabei wird strikt im Klassenverband unterrichtet. Es gibt eine feste Sitzordnung, die Zugänge sind festgelegt, teils auch die Laufwege.

Sport soll möglichst im Freien stattfinden, wegen Gesangsverbot findet der Musikunterricht ohne gemeinschaftliches Singen statt. Religion wird konfessionsübergreifend im Klassenverband unterrichtet (GGS Heidkamp). Dort fallen auch die AGs aus.

An der Otto Hahn-Realschule werden AGs indes durchgeführt. Die Leiter:innen hätten Hygienekonzepte entwickelt, erklärt Felix Bertenrath, Tanz-AGs würden z.B. auf Körperkontakt verzichten.

Klassenfahrten

Noch keine Lösung scheint es, zumindest an der Otto Hahn-Realschule, für geplante Klassenfahrten in Deutschland zu geben. “Kolleg:innen hätten dabei ein komisches Gefühl”, erklärt Felix Bertenrath. Auch von Elternseite sei bei den anstehenden Elternabenden sicherlich damit zu rechnen, dass es Einwände gegen eine Durchführung geben werde. Die Realisation der Fahrten sei erlaubt, daher sei bei frühzeitig geplanten Fahrten auch nicht mit einer Erstattung der Stornokosten zu rechnen. Die Situation ist mithin zwiespältig.

Hitzefrei

Für Aufatmen dürfte jedoch die heutige Ankündigung von NRW-Schulministerium Yvonne Gebauer zur Hitzefrei-Regelung gesorgt haben. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte sie, dass die Regelung vorerst auch für Schüler:innen der Sekundarstufe II gelte. Bei den tropischen Temperaturen in NRW für Schüler:innen und Lehrer:innen sicherlich eine Erleichtung.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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