Nach Gesprächen mit Bensberger Händlern, Restaurantbesitzern und weiteren Beteiligten fordert das Dreierbündnis um Frank Stein eine neue Flexibilität und ein stärkeres Miteinander in der Frage, wie „Aufenthaltsqualität“ in der Schlossstraße zu definieren ist. Konkret geht es Grünen, FDP und SPD um eine Neubewertung und den Stopp irreversibler Maßnahmen. Und damit nicht zuletzt um Bäume.

Eine gute Gestaltung trage dazu bei, „dass die Schlossstraße ihr Potenzial als Einkaufsort, Treffpunkt und Aufenthaltsbereich voll ausschöpfen kann“, so zitiert der Kölner Stadtanzeiger von wenigen Tagen die Verwaltungsvorlage, als er über den Gestaltungsleitfaden für die Anpassung der Gebäude an das neue Konzept der Bensberger Fußgängerzone berichtet, der nun unter Beteiligung der privaten Investoren und Gewerbetreibenden erarbeitet werden soll (die ja auch in erheblichem Maße finanziell an der Umgestaltung beteiligt werden.)

Das Dreierbündnis von SPD, FDP und Grünen mit ihrem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Frank Stein jedoch hält es nach ausführlichen Gesprächen mit der Bensberger Händlerschaft für angebracht, dass man VORHER gemeinsam wieder einen Schritt zurück macht, der jedoch keinen Rückschritt, sondern einen Fortschritt für die Aufenthaltsqualität in der Schlossstraße bedeutet.

Neue Rahmenbedingungen

Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, müssen auch getroffene Entscheidungen angepasst werden, muss sich auch die Politik bewegen.

Und es HAT sich etwas sehr Relevantes geändert: Der Game Changer heißt Corona. 

Geändert hat sich das Bewusstsein der Bürger für die Bedeutung einer begrünten Umgebung.

Geändert hat sich zudem die wirtschaftliche Situation vieler Einzelhändler durch die Abstandsregelungen und den Rückzug aus dem öffentlichen Raum und die dadurch beschleunigte Veränderung des Einkaufsverhaltens hin zum Onlinehandel. 

Zauberwort „Aufenthaltsqualität“

„Aufenthaltsqualität“ unserer Innenstädte ist noch mehr zum Zauberwort geworden als vorher – und das Verständnis davon naturnäher; zumal durch die Abstandsregelungen im Inneren der Gaststätten eine Aufwertung der Außengastronomie stattgefunden hat. 

Kurz und gut: Die Bensberger und die Gäste von außen sehen und erleben ihre Fußgängerzone mit neuen Augen. Das bedeutet: Auch die Entscheidungsträger der Stadt müssen lernen, sie mit neuen Augen zu sehen.

Prüfen, was noch zu ändern ist

Gute Politik unterscheidet das Machbare vom Unveränderlichen. Und genau dieses Kriterium legt nun das Dreierbündnis mit Frank Stein auch bezüglich des Bensberger Konzeptes an.

Niemand will alles wieder von vorne aufrollen – die Händler selber zu allerletzt. Jedoch DAS, was geändert werden kann, ohne dass wesentliche und notwendige Funktionen betroffen noch Verträge verletzt werden – DAS sollte neu auf den Prüfstand und mit einer neuen intensiven Kooperation der wirklich Betroffenen in Bensberg den neuen Bedürfnissen angepasst werden. 

Baumfällung noch einmal prüfen

Ganz konkret sind das auch und gerade die Bäume auf vor dem Sportgeschäft Haeger, die dem neuen Konzept zum Opfer fallen würden. Hier muss die Frage geprüft werden, ob es nicht sinnvoller ist, sie weiterhin ihren Schatten spenden zu lassen und diejenigen (und auch einige weitere in der Straße), denen man eine begrenzte Lebensdauer prophezeit, erst dann durch Neupflanzungen zu ersetzen, wenn sie wirklich am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind, sie sozusagen – sofern sie nicht einer beschlossenen Baumaßnahme im Wege stehen – „auf Bewährung“ stehen zu lassen.

Aufenthaltsqualität ist nicht an allen Tagen und zu allen Jahreszeiten das Gleiche: So muss im Winter weniger Raum für Außengastronomie freigehalten werden. An Markttagen fordern die Stände ihren Raum. Bei Straßenfesten ergeben sich wiederum andere Anforderungen. Die Feuerwehr braucht ihre Auffahrtflächen.

Das Konzept sieht einiges an flexibler Anpassung vor – und dieselbe Flexibilität zeigte sich nun in Gesprächen, die von unserer Seite mit der Verwaltung geführt wurden. Dass in Coronazeiten bereits Parkflächen für ein Mehr an Außengastronomie gestrichen wurden, zeigt beispielhaft diese flexible Anpassung an Notwendigkeiten. 

Flexible Anpassung, im Dialog

Wir, das Dreierbündnis aus SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen und allen voran Frank Stein selber (als Verantwortungsträger in der Verwaltung) meinen, es wäre an der Zeit, diese flexible Anpassung auch zu leben und ein neues Bündnis mit den Bensberger Händlern, Gewerbetreibenden und auch den Bürgern einzugehen.

Die weitere Detailplanung möge in engem Dialog erfolgen – begleitet von einer Evaluierung der Gesamtmaßnahme in regelmäßigen Abständen. Nicht zuletzt zum Schutz des Weihnachtsgeschäfts sollen die Bauarbeiten zügig vorangetrieben werden.

Späte Änderungen sind noch möglich

Wir haben uns davon überzeugt, dass spätere Änderungen in der Schlossstraße möglich sind, ohne rechtliche Schwierigkeiten zu bekommen. Das werden wir nutzen, um nach der Fertigstellung an auftretenden Schwachstellen der Planung zu arbeiten: So stehen beispielsweise just dort, wo im Sommer am dringendsten Schatten benötigt wird – auf den großen Platzflächen vor der Schlossgalerie und vor der Freitreppe – heute keine Bäume … es sind in der neuen Schlossstraße auch keine vorgesehen. DAS ist ein Ansatzpunkt für eine neue Flexibilität.

Spitzenvertreter des Ampelbündnisses genießen den Aufenthalt unter Bäumen

Wir, das Bündnis aus SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen fordern nun zusammen mit unserem Bürgermeisterkandidaten Frank Stein umgehend eine Neubewertung der Situation in der Bensberger Schlossstraße und einen Stopp faktenschaffender, irreversibler Maßnahmen. 

Die neue Schlossstraße muss jetzt zügig umgesetzt werden, völlig klar! Alles, was schon final beschlossen und jetzt in der Umsetzung/Ausschreibung etc. ist, wird dabei natürlich nicht in Frage gestellt. Alles andere muss sich einer kritischen Neubewertung stellen, vor allem auch wegen der dramatischen Corona-Auswirkungen auf den Einzelhandel.

Grüne FDP SPD

Die drei Parteien haben zur Kommunalwahl 2020 ein Ampel-Bündnis gegründet und treten mit einem gemeinsamen Kandidaten ab. Hier veröffentlichen sie ihre gemeinsamen Mitteilungen.

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22 Kommentare

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  1. Schau’n wir ‘mal …

    Das Ampelbündnis hat kurz vor der Wahl den Choral „neuen Denkens” zur Schloßstraße gesungen (auch wenn man vermuten darf, dass vor allem FDP, aber auch Teile der SPD nur unwillig stumme Mundbewegungen zum Grünen Gesang sehen ließen);

    der Stadtbaurat will wenig überraschend weder neu noch überhaupt … (siehe zum Grundverständnis immer auch Flächennutzungsplan) …;

    die CDU hat kurz vor der Wahl eine machtvolle Fanfare der (auch innerstädtischen) Bäume in und um GL hören lassen;

    es liegt davon abgesehen vollkommen klar,
    dass ein Abholzen gewachsenen Baumbestandes (ebenso wie das Anlegen / „Erhalten” von unbegrünt schattenfrei besonnten Stein- oder Betonmeeren in Innenstädten) unserer Tage völliger Irrsinn ist;

    und doch könnte genau das kommen (bzw. bleiben),
    nicht aus vernünftigen Gründen, sondern in „alternativlosem” Vollzug einer Mixtur aus Eitelkeit, Starsinn, Machtpoker, Politmechanik etc.

    und, sicher, da hat Lothar Eschbach leider Recht, auch weil es eben Leute gibt, die den „Parkplatz” für das Grundelement der Zivilisation halten …

    Noch aber haben alle Beteiligten alles in der Hand,
    es besteht ein ungeheures Überraschungspotential,
    also im Sinne einer überraschend vernünftigen Revision im Horizont unserer Zeit

    — und das wäre ein starker Auftakt für die neue Ratsperiode, Signal der Glaubwürdigkeit für die Ampel und Zeichen einer sich erneuernden (á la „Wir haben verstanden“) CDU …

    Schau‘n wir ‘mal …

  2. Es steht zu befürchten, dass im vorauseilenden Gehorsam auf das demnächst herrschende Ampelbündnis, besonders mit Rücksicht auf die FDP, den kleinsten Ampelpartner im Bunde, der Spitzenbeamte Harald Flügge mit Hilfe der gesamten Verwaltung schon einmal Hand angelegt hat, diesmal flexibel. Es scheint so vielleicht etwas übereilt zu sein oder aber ein Provisorium vor dem Kommenden.
    Im Sinne der Ankündigung „Flexibilität zur Aufenthaltsqualität“ wurden auf der großen Freifläche vor der architektonisch gelungenen neuen Schlossberg Galerie zunächst nur vier (4) neue Parkplätze angelegt. Wenn man die Fläche sieht, es wäre ohne Mühe die doppelte Anzahl an Parkplätzen möglich gewesen. So sind die neuen Parkplätze, zusätzlich zu den 100 neuen Parkplätzen im noch kostenfreien Parkhaus der Galerie, sie sind geradezu ein Beitrag zur Aufenthaltsqualität, zumal zwischen der angrenzenden Außengastronomie immerhin noch der Fahrstreifen der Straße liegt.

    Wenn man dann die wirklich starke Aussage des Ampelbündnisses liest: „Aufenthaltsqualität“ unserer Innenstädte ist noch mehr zum Zauberwort geworden als vorher – und das Verständnis davon naturnäher; zumal durch die Abstandsregelungen im Inneren der Gaststätten eine Aufwertung der Außengastronomie stattgefunden hat.“, dann mag man sich kaum vorstellen, was das für die Fertigstellung der Schlossstraße zu bedeuten hat. Am Ende kann man sein Fahrzeug vielleicht sogar direkt am Tisch parken? Vielleicht sogar ein Pick-up-Window?

    Es ist ja auch zu lesen: „Gute Politik unterscheidet das Machbare vom Unveränderlichen.“, vielleicht ist hier ja auch nur das Machbare der Treiber. Obwohl die auch formulierte Ankündigung: “….… DAS neu auf den Prüfstand und mit einer neuen intensiven Kooperation der wirklich Betroffenen in Bensberg den neuen Bedürfnissen angepasst werden. „ das alles hört sich dann mit dem Schlusssatz so an: „ ….vor allem auch wegen der dramatischen Corona-Auswirkungen auf den Einzelhandel.“, als ob sich die Schlossstraße in einen Parkplatz wandeln würde.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffen viele Bürger – Unterschriften waren es über 2000 – die auch schon schriftlich ihre Vorschläge zur Aufenthaltsqualität, zu Bäumen, Beeten und Grün kundgetan haben, dass auch von den Händlern verstanden wird, dass der Umsatz zukünftig noch mehr mit der Aufenthaltsdauer korreliert und deshalb der Aufenthaltsqualität die höchste Priorität gehört. Was allerdings unter Aufenthaltsqualität verstanden wird, das scheint noch immer sehr diskussionswürdig, am Ende entscheiden es allerdings die Besucher und Kunden.

  3. Geneigte Leser und Mitbürger Bensbergs,
    wahrscheinlich gehöre ich nach Meinung vieler Entscheidungsträger zur Snobistischen Minderheit: mir macht es nämlich keinen Spaß, in der sog. neu gewonnen Corona-Aussengastronomie irgendetwas zu mir zu nehmen. Für mich ist es eine Zumutung an winzigen, wackligen Tischen zwischen parkenden und fahrenden Pkw, teilweise LKW , zu sitzen und dabei einen Genuss ans Getränken oder Speisen zu entwickeln….das Ganze zukünftig auch noch ohne Bäume oder jedwede Bepflanzung… na denn, guten Appetit und Prost Mahlzeit den Entscheidern!!

  4. So schnell platzt die kleinste Hoffnung (oder auch nur der eilfertig geweckte Anschein davon) …

    Tja, dann muss da wohl noch ‘mal kräftiger nach-gedacht, vor allem nachbewegt werden (denn die Baumfällerei in Bensberg-City ist und bleibt, um’s diesmal unverdient diplomatischer zu sagen: absolut verzichtbar …)

    — Also: Neuer Rat, neues „Glück“ …

    PS: Nach vielen Gesprächen, gelegenheitshalber zufällig und ohne repräsentativen Anspruch, bleibt übrigens das Gefühl, der Urnenwurf am 13.09. könnte noch einige Überraschungen bereit halten …

  5. Wollen ist aber nicht können. Die Lobby der “mehr Parkplätzebefürworter” hat sich durchgesetzt. Aber auch das wird nicht helfen, mehr Kunden in die Läden zu bringen. Der stationäre Einzelhandel steht vor einem gewalten “Artensterben”, ausgelöst durch den “Asteroideneinschlag” Onlinehandel.
    Damit die verbleibende Kundschaft jenseits des Rentenalters keine beschwerlichen Wege über “Berg und Tal” hat und auch noch aus dem Auto in den Laden fallen kann, sollen eben so viel Parkplätze wie möglich in der Schloßstraße entstehen. Das mit einer unattraktiven City ohne durchgehende Fussgängerzone das jüngere Publikum nach Bergisch Gladbach oder Köln gezogen wird, wird sich langfristig mit einem Ladensterben rächen. Da hilft auch keine Mini-Einkaufsgalerie mit REWE als Ankermieter und Läden wie Takko.

  6. In Köln und anderen Städten bekommt man Geld für mehr grün und in der Schlosstr. werden die Bäume gefällt .
    Da sollte man mal über die Stadtgrenze hinaus denken .

  7. Es ist aus meiner Sicht ziemlich arrogant, die Mitarbeiter der Stadt immer als unfähige Betonköpfe zu bezeichnen. Zu der Schlosstrasse gibt es nun mal extrem unterschiedliche Meinungen. Die Stadt kann es niemals allen recht machen, sie bemüht und bewegt sich aber, wie man am Brunnen sieht. Die Händler bleiben von Anfang an bei Ihrem Geschrei nach einer Autogerechten Schloßstraße – ohne Alternativlösungen auch nur seriös zu diskutieren

  8. Jedem, der Politik kennt, ist doch völlig klar, dass der Anstoß zu dieser Aktion niemals von der Politik kommen kann, sondern aus der Händlerschaft. Deren Beraterin kämpft auch verbissen um die Parkplätze. UND: Glaubt denn irgendjemand, dass die Schloßstraße in diesem Jahrzehnt !! fertig wird, wenn das alles wieder von vorne beginnt. Denn wenn man die Büchse der Pandora öffnet, fängt das niemand ein

  9. Das Ampelbündnis hat bisher vorsichtshalber nichts Konkretes (außer keine Bäume fällen) vorgelegt. Sonst würde man erkennen, dass es hauptsächlich um mehr Parkplätze geht. (Z.B. Im Winter gibt es doch keine Außen-Gastro, also kann man den Platz doch nutzen.

  10. Da hat der Herr Schulze wohl Recht:

    Die offene Offerte des Ampelbundes ist immerhin mehr als ein schlicht schweigendes oder sichtlich genervtes Vollstrecken des fixierten „Masterplans der Master“ …

    Wobei abzuwarten bleibt, was nach der Wahl dann wirklich geschieht (davon abgesehen, dass immer noch völlig offen scheint, wie die ganze „Nummer“ am 13.09. ausläuft … Mögliche Überraschungen aller Arten inklusive …).

    Innerhalb des Ampelbundes wird zudem viel davon abhängen, wie sich das innere Kräfteverhältnis nach Urnenschluss präsentiert (oder wieviel „Große Kooperation“ da übrig bleibt …)…

    Und insofern gerade hier auch die stets mächtige Verwaltung eine gewichtige Rolle spielt, wird es nicht zuletzt darauf ankommen, wie ein künftiger BM, wer immer es denn werde, sich dazu positioniert bzw. dann aktiv einwirkend handelt …

    Zu wünschen ist GL jedenfalls ein nach der Wahl möglichst parteiunabhängig agierender Amtsketten-Träger, einer, der sich für entschlossen anzugehende Projekte die jeweils notwendigen Mehrheiten sucht und formt – Flankiert auch per intelligent wie effektiv organisierter Bürgerbeteiligung …

  11. Nur mal als Beispiel ein Auszug aus Frau Rick-Brunck Selbst-(Dar-)Vorstellung auf der Interpräsenz der FDP:
    “Ich berate mit meinen Erfahrungen aus Marketing und Vertrieb Einzelhändler und Händlerverbände dabei, wie sie sich in Zeiten des Online-Handels auf die neuen Herausforderungen erfolgreich einzustellen – und zwar so, dass ihnen die Kunden treu bleiben und sie ihre Stärken „auf die Straße bringen“ können.”

    Ganz klare Frage: welche Interessen vertritt Frau Rick-B. politisch, um sich nicht beruflich ins Abseits zu schießen?

  12. Den im Beitrag geschilderten Ansatz zur Gestaltung der Schlossstraße kann man nur nach besten Kräften unterstützen, selbst wenn die Beteiligung der Bürgerschaft im Text noch ein wenig zurückhaltend beschrieben ist.

    Eine neue, verbesserte Aufenthaltsqualität für die Kunden und Besucher, die Bewohner sowie die Händler/Gewerbetreibenden stand schließlich zu Beginn des Projektes einmal ganz oben auf der Prioritätenliste des Projektes, wurde dann aber mit zunehmender Konkretisierung der Planung nicht mehr verfolgt. Die Schlossstraße „ist doch kein Park“ war über Monate ein typischer Hinweis der Stadtverwaltung, wenn die Sprache auf dieses Thema kam.

    Die zahlreichen und z.T. monatelangen Bemühungen der Bürgerschaft – besonders intensiv in 2018/2019-, dies zu ändern, sind bis heute regelrecht vor die Wand gelaufen. Verbesserungsvorschläge wurden von der Stadtverwaltung kategorisch abgelehnt. Änderungen würden die finanzielle Förderung gefährden, so die sich stets wiederholende Drohung.

    Dies ist bis heute das „Killerargument“, dem selbst der Stadtrat bislang anscheinend nichts entgegen setzen wollte. Die betroffene Bürgerschaft wurde wortwörtlich „Rat-los“ zurückgelassen.
    Auch Herr Urbach (CDU) war nicht interessiert. Die ihm übergebenen mehr als 2.000 Unterschriften für den Erhalt der Bäume wurden beispielsweise ebenso wenig zur Kenntnis genommen wie die mehr als 1.000 Unterschriften zum Emilienbrunnen. Das Interesse der Stadtverwaltung an einer Beteiligung, an den konstruktiven Vorschlägen der Bürger*innen schien lediglich soweit vorhanden, wie für die öffentliche Förderung notwendig, nämlich bis Ende 2016.

    Sollte es nun doch möglich sein -miteinander, wie im Beitrag gesagt- die Verbesserung der Aufenthaltsqualität gezielt in den Fokus zurückzuholen, wäre das der Mühe wert. Konstruktive, praktische Vorschläge dazu gibt es. Einige wurden im Beitrag bereits angesprochen. Attraktive Sitzgelegenheiten -zum Verweilen- und ein interessanter Spielplatz im Schatten(!) gehören sicherlich z.B. ebenfalls dazu, wie eine Entschärfung des geplanten Anlieferverkehrs vor der Schlossgalerie. Die Erwartung, dass die Parkplatzdiskussion noch einmal eröffnet wird (wie in den Kommentaren z.T. geäußert), habe ich nicht, insbesondere, da noch mehr Autos die Aufenthaltsqualität auf der Schlossstraße eher gefährden.

    Wie schon oft gesagt: Es geht um die Attraktivität des Zentrums von Bensberg für die nächsten Jahrzehnte. Auch aus dieser Sicht ist zu hoffen, dass der Ansatz des Bündnisses nicht nur ein Wahlkampfstrohfeuer ist, sondern Bestand hat.

  13. In diesen Kommentaren liegt manch Wahres:

    Zum Beispiel, dass eben nicht nur „die Politik“ (oder entsprechend betonierte Teile davon) für das geradezu kultische Anbeten „des Parkplatzes“ als Bedingung menschlicher Zivilisation oder mindestens innerstädischer Glückseligkeit verantwortlich zeichnen.

    Es gibt – und das vollkommen ironiefrei – tatsächlich ausgewachsene Leute, die in vollem Ernst glauben, eine in etwa 500 Meter durchmessende und reine Fußgängerzone (die es ja schon einmal über Jahre hinweg dort gab) würde Bensberg jetzt endgültig in´s Neolithikum zurückwerfen.

    Interessant dabei, dass wirklich intelligente, zudem raumnächste und dennoch die Innenstadt schonende Parkplatz-Lösungen, nämlich auf den sich rückseitig, also entlang der Steinstraße sehr begrenzt dekorativ hinziehenden Brachflächen, von teils denselben Leuten blockiert und boykottiert werden.

    Und der nächste Schritt, da haben die Vorschreiber wohl Recht, ist das autogerechte Ladengeschäft (als zweispuriger Rundkurs für unterschiedliche Einkaufsgeschwindigkeiten), denn als Maximum an Bewegung kann dem Kunden allenfalls das Ausstrecken des Armes zugemutet werden – Aber nicht mehr als dreiviertelweit, sonst kauft er künftig im Internationalen Netz …

  14. Frau Blunck: Herr Meier hat mit seinem Kommentar völlig recht. Die Händler wollten schon immer, dass die Kunden in den Laden fahren können. Von wegen Aufenthaltsqualität!! Die Kunden sollen kommen, kaufen und wieder fahren. Und das schnell! Um Gottes Willen nicht „aufhalten“ in der teuren Schloßstraße. Ihre Art von Wahlkampf führt dazu, dass wir Sie nicht wählen. B. Mittelbarer

  15. Das >Zauberwort „Aufenthaltsqualität“< gab es schon vor Corona. Leider ist der Zauber zugunsten der Händler (die hätten gerne, dass die Kunden idealerweise direkt in den Laden fahren können) verloren gegangen!

    Und jetzt muss die Corona-Krise wieder für alles herhalten. Ich sehe hier eher die Politik-Krise verantwortlich für die fehlende Aufenthaltsqualität in der Bensberger Fussgängerzone. Fußgängerzone? Nein, dass ist sie schon länger nicht mehr. Eher eine Durchgangsstraße und Parkplatz. Da hat man keine Lust zu verweilen!

  16. Interessant, wie die Ampel nun alles in Frage stellt, was die letzten Monate und Jahre fröhlich und meist ohne Diskussion mitentschieden wurde.

    Nicht nur bei Schlossstraße, auch bei anderen Dingen wird der Eindruck erweckt, als hätte die CDU alles alleine entschieden. Größtenteils, so zumindest der Eindruck der Berichterstattung, sind es nur die kleinen Fraktionen, die mal contra geben, ansonsten war es eine recht einheitliche scharz-rot-grüne Soße.

    Und plötzlich soll alles anders sein mit gleichen Köpfen? Stein bisher farblos in seiner Funktion, Waldschmidt meist inhaltsleer und blass, Grün in eigenen Anträgen über das Ziel hinaus schießend und Krell vom goldenen Sportwagen zum Ökoheini :D

    In 3 Monaten ist das ganze Schauspiel schon wieder vergessen und es geht weiter wie bisher.

  17. Der Glockenschlag des 13.09. wird immer vernehmlicher und löst auf allen Seiten die unterschiedlichsten Bewegungen aus …

    Die sind manchmal erstaunlich, stets interessant und können im besten Fall sogar vorteilhafte Wirkungen haben

    — wie evt. in diesem Fall einer konstruktiv-kritischen Überprüfung einiger eh‘ sehr fragwürdig gewesenen und von vielen Bensbergern lange genug monierten „Bausteinen” der großen Schloßstraßen-Renovierung.

    Ob die nun hier ampelnde Ankündigung, „irreversible Maßnahmen” vor ihrer finalen Exekution zumindest noch einmal und in vielstimmigem „Dialog” überprüfen zu wollen, ausreicht, um wahlstimmendes Vertrauen einzuwerben,

    und wie ggf. die Konkurrenz (probably not amused about that) noch darauf reagiert, bleibt abzuwarten.

    Wie auch immer — Hauptsache, die potentiellen Fehlentscheidungen werden ebensowenig gefällt als die (ohnehin schon gezählten) Bäume!

    PS: Apropos 13.09. – Heute befiel mich für ein paar Weilen der ebenso unvermittelte wie konkret grundlose Eindruck, dass hinter all den bisher „vordergründigen” Themen und klingenden Scharmützeln die eigentliche „Überraschung” ganz anderer Art noch wartet …

    Aber das mag daran liegen, dass zumindest ich immer noch keinerlei Gefühl für die politische Stimmung in den Tiefen GL’s habe (fast schon etwas unheimlich) …

  18. Hallo Herr Mittelbauer,

    Bei genauerem Hinschauen stellt man fest: Wir haben ausdrücklich erklärt, dass mitnichten „alles wieder von vorne anfangen“ soll! Im Gegenteil: Das Jahrzehnte-Projekt Schloßstraße jetzt zügig zu einem guten Ende zu bringen, ist unser aller erklärtes Ziel. Ich muss das jetzt nicht „aufwärmen“, unser ausführlicher Text spricht für sich. Und wir HABEN ausführlich mit „den Bürgern“ gesprochen! Gerade an den letzten Wochenenden konnten wir neuerlich an unseren Info-Ständen in der Bensberger Schloßstraße viele Gespräche führen. Deren Ansichten und Bedenken sind in unsere Position eingeflossen. Im Übrigen haben wir „die Händler“ als durchaus dialogbereit kennengelernt; wir sehen keinen Anlass für „Front-Stellungen“. – Worin – fragen wir uns – kann nun das Interesse begründet liegen, einen neuen Ansatz der Flexibilität und des Dialogs mit allen Beteiligten rundheraus abzulehnen?!

    Anita Rick-Blunck, FDP-Vorsitzende

  19. Jetzt soll also wieder von vorne anfangen, nur weil Herr Stein den Standpunkt der Händler übernommen hat, die bisher schon gegen alles waren. Mit den Bürgern hat das Bündnis lt eigener Aussage nicht gesprochen