Das NCG will trotz der Lockerungen bei der Maskenpflicht im Unterricht an einer freiwilligen Nutzung festhalten

Seit Anfang September gilt im Schulunterricht keine Maskenpflicht mehr. Die Abschaffung trifft nicht überall auf Verständnis. Das Kollegium des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) plädiert nach intensiven Debatten für eine freiwillige Maskennutzung an der Schule und erklärt die Hintergründe für diesen Schritt.

Aus den Medien war es schon bekannt, die Schule hatte jedoch noch keine Nachricht vom Ministerium: Die Maskenpflicht an Schulen im Unterricht sollte in Nordrhein-Westfahlen zum 1. September 2020 auslaufen. So war es vom Ministerium beschlossen.

Am 30. August in den Pausen und nach dem Unterricht kam es zu Diskussionen im Lehrerzimmer des NCG: „Wie sollen wir diesen Schritt den Schülern vermitteln?“, „Wie passt diese Entscheidung zur Aussage unserer Bundeskanzlerin zur Maskenpflicht und Mindestabstand?“ und vor allem: „Wie steht es um unsere Gesundheit?“.

Die Verunsicherung in der Lehrerschaft war groß, manchmal fiel der Satz „Ich bin irritiert“. Natürlich wünscht sich das gesamte Kollegium sowohl für sich selbst als auch für die Schüler:innen möglichst bald wieder ohne Maske miteinander arbeiten zu können, aber der Zeitpunkt kam doch überraschend. Ein großer Teil des Kollegiums ging von einer Verlängerung der Maskenpflicht aus.

Aufgrund der Sanierungsarbeiten am NCG findet der Unterricht teils in beengten Containern ohne ausreichnd Abstand statt

Potentielle Superspreader?

Lehrer:innen sind zwar keine Pandemie-Experten, aber die Vorstellung täglich mit ca. 150 Schüler:innen auf engstem Raum zu verbringen und dabei potenziellen Virus-Trägern ohne Maske gegenüber zu stehen – oder selber ein potentieller Superspreader zu sein – war für einige ausgesprochen befremdlich.

In den Medien wurde und wird noch immer von den Experten die 1,5 Meter-Regel oder alternativ die Mund-Nase-Bedeckung (MNB) propagiert. Warum sollte das plötzlich im Klassenraum nicht mehr gelten?

Auch bei sehr vielen Schüler:innen hörte man immer wieder sehr kritische Töne, warum ausgerechnet im Freien auf dem Schulhof bei 1,5 Meter Abstand die Maske getragen werden muss und gleichzeitig im Raum bei 40 cm Abstand die Maske abgezogen werden soll. Die Belüftung ist am NCG bei Baulärm und Unterricht in den kleinen Containern übrigens nicht immer optimal möglich.

Die Verunsicherung im Lehrerzimmer wurde immer deutlicher. Daher entschied sich der Lehrerrat im Sinne der Lehrergesundheit, die Schulleitung um Rat zu fragen und darum zu bitten, die MNB im Unterricht am NCG weiterhin zu tragen.

Gemeinsame Stellungnahme

Dies wurde den Schüler:innen relativ spontan über TEAMS mitgeteilt. Die Schulleitung hat mit den Vorsitzenden des Lehrerrates, der Schulpflegschaft und den Schülersprechern gemeinsam eine Stellungnahme verfasst, in der die Schüler:innen dringend gebeten werden die MNB im Unterricht weiterhin freiwillig zu tragen. Ziel ist es insbesondere Risikopersonen zu schützen und den Präsenzunterricht sicherzustellen. Rückmeldungen zeigen auch, dass eine überwältigende Mehrheit der Schülerschaft das ähnlich sieht!

Zur Entlastung der Schüler:innen sollen jedoch maskenfreie Auszeiten in verschiedenen Situationen eingeplant werden. Der Appell an Lehrer:innen und Schüler:innen wirbt eindringlich um Verständnis:

Zugegeben, man hätte sich mehr Diskussion und Abstimmung im Vorfeld zwischen Lehrern, Eltern und Schülern gewünscht. Das geht uns allen so! Aber wir waren wirklich irritiert, dass die Maskenpflicht im Unterricht so schnell wieder abgeschafft wurde, obwohl die meisten sich damit arrangiert hatten und somit der Schutz gewährleistet war. Wir bitten alle Beteiligten für Verständnis, dass wir in der Situation der Verunsicherung zu dieser Entscheidung gekommen sind und hoffen auf Ihre Unterstützung.

NCG

ist das Nicolaus Cusanus Gymnasium an der Reuterstraße in Hebborn. Mehr Infos auf der Website: ncg-online.de

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