Auf dem Friedhof in Refrath liegen gefallene Soldaten, bei Bombenangriffen Getötete und wahrscheinlich auch Opfer der Gestapo. Ein Blick zurück in die Gründungsgeschichte des Erinnerungsortes.

In den ersten Nachkriegsjahren hatte es wiederholt Bitten von Angehörigen der Gefallenen gegeben, diesen eine würdige gemeinsame Ruhestätte zu schaffen. 1948 informierte die Stadt Bensberg die Angehörigen über die Absicht, auch in Refrath einen Ehrenfriedhof anzulegen.

Der Heimatverein Bensberg, dem damals die Refrather noch als Unterabteilung angehörten, spendete 666 DM aus dem Erlös eines Benefizkonzertes. Für die Gedenksteine lagen verschiedene Kostenvoranschläge zur Auswahl vor. Den Zuschlag dafür erhielt die Refrather Fa. Richerzhagen. Überdies trat die Refrather Abteilung des Heimatvereins dafür ein, ein Ehrenmal zu errichten.

Am 15.5.1950 rief ihr Vorsitzender Karl Schmidt die Refrather Vereine zusammen. Es wurde beschlossen, zu diesem Zweck eine Sammlung durchzuführen. Bereits am 3.3.1950 hatte der Rat der Stadt Bensberg entschieden, auch sechs Gefallene des Ersten Weltkrieges und den an der Alten Kirche erschossenen Johann Will mit dem Einverständnis der Angehörigen auf den neuen Ehrenfriedhof umzubetten.

Als es ans Bezahlen ging, gab es Streit, wer das Ehrenmal in Auftrag gegeben habe. Die Rechnung der Fa. Richerzhagen für die Steinmetzarbeiten vom 23.8.1950 belief sich auf 5000 DM. Die Stadt zahlte zunächst 1650 DM, die Vereine 1800 DM. Nach wiederholten Mahnungen der Fa. Richerzhagen zahlte die Stadt nochmals 1000 DM, der Heimatverein 200. Zu guter letzt übernahm der Volksbund der Kriegsgräberfürsorge die Restsumme.

Nach Fertigstellung stellte sich heraus, dass zwei Gefallene vergessen worden waren (Josef Broemser + 25.5.45 und Hans Niedenhoff + 24.12.44). Ihre Namen wurden nachträglich in die Gedächtnistafel aufgenommen.

Es gibt insgesamt 40 Grabsteine mit den Namen der Gefallenen bzw. bei Bombenangriffen Getöteten, darunter sechs aus dem Ersten Weltkrieg und drei Frauen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die bronzenen Schrifttafeln zeigen die Namen von 233 Gefallenen an, darunter 11 Frauen. Die meisten der auf den Tafeln aufgeführten Gefallenen wurden in den Rückzugsgefechten 1944/45 getötet. Ihre Gräber liegen u.a. in Russland, Frankreich Italien und auf dem Balkan.

Strittig war die Umbettung der „Gestapo-Opfer“. Erhalten geblieben ist die Lageskizze der ersten Beerdigung der Gestapo-Opfer von Peter Werheit. Ob die Toten tatsächlich umgebettet wurden, ist unklar. Kein Stein oder Schild auf dem Ehrenfriedhof weist auf die Unbekannten hin. Eine Nachfrage beim Friedhofsamt führte zu keinem Ergebnis.

Hans Peter Müller

ist Lehrer im Ruhestand und war lange Jahre Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Refrath. Als Heimatforscher und Autor arbeitet er die Geschichte des Ortsteils auf.

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