Hans Peter Müller kennt in Refrath jede Ecke, viele Orte sind ihm wichtig. Sein Lieblingsort ist allerdings die Alte Kirche St. Johann Baptist – mit der ihn eine lange Geschichte verbindet und die mehr ist als „nur” eine Taufkirche. Dies ist der erste Teil einer Serie, machen Sie mit!

Bis ich mit 14 in Lehre kam war ich auch an Wochentagen regelmäßig Ministrant. Es war üblich, dass wir Jungen (Mädchen waren noch nicht zugelassen) in der Frühmesse dienten oder zu Beerdigungen aus dem Unterricht gerufen wurden.

Messen in der Alten Kirche waren für mich schon damals etwas Besonderes. Dabei wusste ich da noch nicht viel über das Alter der Kirche und den Wert der Fresken. Aber meine Fragen haben Pfarrer Knoche bewogen, mir eines Tages die Kopien zweier Bilder zu schenken: das älteste Bild der „Taufkirche“ und das älteste Bild der neuen Pfarrkirche, die in der Nachfolge der alten auch St. Johann Baptist genannt worden war.

Die Alte Kirche Sankt Johann Baptist in Refrath. Foto: Thomas Merkenich

Seit ich mich mit Refraths Ortsgeschichte und insbesondere der der Alten Kirche befasse, kämpfe ich gegen den Begriff „Taufkirche“. Dazu habe ich für das Buch „Alte Kirche St. Johann Baptist“ einen Beitrag geschrieben (siehe Dokumentation unten).

Lange haben Männer und Frauen des Bürger- und Heimatvereins den alten Kirchhof gepflegt und immer wieder die alten Grabkreuze restaurieren lassen. Der Kirchhof war zu einem kleinen Park geworden. 2010 haben wir begonnen, die teilweise zerfallene 127 Meter lange Mauer zu erneuern. Daran arbeiten Männer aus der Nachbarschaft immer noch.

Hinweis der Redaktion: Unter dem Stichwort #Lieblingsorte in GL stellen wir Ort in der Stadt vor, die für die Autoren eine besondere Bedeutung haben. Das ist subjektiv, bringt aber den Lesern Orte nahe, die sonst vielleicht nicht die Beachtung finden, die sie verdienen. Und wir lernen unsere Stadt noch ein wenig besser kennen. Haben Sie einen Lieblingsort, den Sie gerne beschreiben möchten? Dann schreiben Sie uns bitte per Mail an redaktion@in-gl.de.

Nun wird das historische Eingangstor an der Straße „Stachelsgut“ wieder erneuert.  Von dort kamen die Leichenzüge zum alten Kirchhof, der bis 1872 der einzige in Refrath war. Pfarrer Dolman hatte das Tor nach dem Orkan von 1898 zumauern lassen, weil sich schon „Gesindel“ in der Ruine herumtrieb. Er war am Wiederaufbau der Alten Kirche nicht interessiert, der erfolgte erst unter seinem Nachfolger Dechant Schmitz.

Der neue Zugang soll dazu führen, die Turmtür nach über hundert Jahren wieder tagsüber geöffnet zu lassen. Allerdings bedarf es dazu innen einiger Änderungen, um sicher zu stellen, dass niemand ins Chor gelangt, der die Fresken beschädigen könnte. Leider war die Nordtür schon einmal besprayt.

Der Kirchhof sieht zur Zeit traurig aus, Grabkreuze müssen wieder gereinigt und Pflanzungen erneuert werden. Die heißen Sommer und die Baumaßnahmen haben ihre Spuren hinterlassen.

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Hans Peter Müller

ist Lehrer im Ruhestand und war lange Jahre Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Refrath. Als Heimatforscher und Autor arbeitet er die Geschichte des Ortsteils auf.

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2 Kommentare

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  1. Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2009, als die alte Kirche in Refrath, im Volksmund Taufkirche genannt, restauriert wurde. Ich hatte damals die Gelegenheit Fotos zu machen, auch vo den Arbeiten der Restauratoren Stefan Gloßner und Thomas Sieverding. Auf der Seite Bensberg im Blick sind einige der Szenen festgehalten.

  2. Und schon wieder was gelernt. :)
    Dieser Tage verwirrte mich der Name “St. Johann Baptist” für die alte Kirche. “Das stimmt doch nicht, das ist doch die große Kirche in Refrath.” Nun weiß ich, dass auch die Kleine gemeint sein kann.
    Die will ich mir auch schon seit ein paar Jahren mal ansehen, bin aber bisher nicht bis dorthin vorgedrungen. Wäre was für die weniger sonnigen Tage dieses Sommers.