Gereon Wagener, Frank Stein und Judith Klaßen vor den Flaggen der Kampagne

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat sich in Bergisch Gladbach eine ganze Reihe von Organisationen zusammen getan, um den Fokus auf dieses weit verbreitete gesellschaftliche Problem zu lenken. Und um praktische Hilfe für Betroffene anzubieten. Initiatoren sind die Gleichstellungsbeauftragte und die BONO Direkthilfe.

Anlässlich des 25. Novembers, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, setzen mehrere Bergisch Gladbacher Organisationen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern. „Die Aktion 25.11. soll wachrütteln, anklagen, auffordern, informieren und sensibilisieren, damit wir alle uns gemeinschaftlich gegen Gewalt an Frauen und Kindern einsetzen,“ erklären Judith Klaßen, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach und Gereon Wagener, 2. Vorsitzender des BONO-Direkthilfe e.V., die gemeinsam die Aktion initiiert und vorbereitet haben.

Zusammen mit dem Deutschen Kinderschutzbund, der Mädchenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der Allgemeinen Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der Fachberatungsstelle gegen Sexualisierte Gewalt für den Rheinisch Bergischen Kreis sowie demKriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei haben sie die Aktion 25.11. ins Leben gerufen, um gemeinsam für die Rechte von Frauen und Kindern einzustehen.

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Hinweis der Redaktion: Alle beteiligten Organisationen finden sich auf einer gemeinsamen Website; von dort gelangt man zu zahlreichen Beratungs-, Gesprächs- und Hilfsangeboten.

Die Dringlichkeit der Aktion wird deutlich, wenn man bedenkt, dass selbst in Deutschland an fast jedem 3. Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet und alle 45 Minuten eine Frau Opfer von vollendeter und versuchter gefährlicher Körperverletzung durch Partnerschaftsgewalt wird.

„Frei leben ohne Gewalt“ – „Not for sale“

Bereits zum 40. Mal steht der 25. November als internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen im Fokus der Öffentlichkeit. Auch Judith Klaßen hat dieses Datum auf der Liste ihrer Aktivitäten. So werden an diesem Tag vor dem Historischen Rathaus in der Stadtmitte drei ganz besondere Fahnen gehisst:

Einmal von „Terre des femmes“ mit dem bundesweiten Slogan „Frei leben ohne Gewalt“. Das Thema der diesjährigen Aktion von terres des femmes lautet: Mein Herz gehört mir – gegen Zwangsverheiratung und Frühehen“.

Dazu passend die Fahne mit dem Aufruf „Not for Sale”. Die Fotokampagne der Menschenfotografin Lena Reiner wird für mehrere Wochen die großen Plakatwände im Stadtgebiet zieren. „Menschen sind keine Ware. Mädchen sind keine Ware. Und schon gar kein Sexpielzeug“, ist die Hauptaussage. 2019 fotografierte Lena Reiner auch Mädchen aus Bergisch Gladbach, die sich mit dem Schriftzug „Not for Sale“ abbilden ließen.

Die dritte Flagge zeigt die Logos der Veranstalter und Kooperationspartner*innen aus Bergisch Gladbach und dem Rheinisch-Bergischen Kreis, die sich im Vorfeld des Aktionstags mit diesen wichtigen Themen beschäftigt haben und die sich in der täglichen Arbeit mit Gewalt an Frauen und Kindern konfrontiert sehen. 

BONO Direkthilfe engagiert sich jetzt auch in Deutschland

Flankierend zu den drei Fahnen werden für mehrere Wochen auf 70 Plakatwänden und Mega Lights im gesamten Stadtgebiet großflächige Fotos der „Not for Sale Kampagne“ zu sehen sein, darunter auch das Motiv einer jungen Frau aus Bergisch Gladbach.

Die Idee zur Durchführung der „Not for Sale Kampagne“ in Bergisch Gladbach hatte die BONO-Direkthilfe, die sich seit letztem Jahr auch in Deutschland gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution engagiert. „Ursprünglich hatten wir einen Aktionstag zur Loverboy-Thematik geplant, der aufgrund der Coronasituation nun am 25.11.2021 stattfinden wird.“  erläutert Gereon Wagener.

Sonja Limbach gehört zu den jungen Frauen, die Lena Reiner fotografiert hatte.

Die Finanzierung der Kampagne wurde durch besonders günstige Konditionen der Firma Ströer sowie der Unterstützung durch Spenden anlässlich der JUVE-Awards 2020 ermöglicht.

„Ein deutliches Zeichen gegen Gewalt“

Bürgermeister Frank Stein unterstützt den Aktionstag 25.11. und begrüßt das Engagement in Bergisch Gladbach: „Ich finde es beeindruckend, dass sich die Aktionspartner*innen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen so organisiert haben. Bergisch Gladbach zeigt mit den Fahnen und der Plakataktion ‚Not for Sale‘ ein deutliches Zeichen gegen Gewalt.“

Das programm des rheinisch-bergischen Kreises

„Wichtig ist uns, am 25. November vor allem auch, jüngere Menschen anzusprechen. Daher die Plakataktion mit einem QR-Code. Dieser verlinkt auf eine gemeinsame Website, auf der alle Beteiligten sich und ihre Arbeit vorstellen“, beschreibt Judith Klaßen.

„Auch wenn die Flaggen und Plakate nicht mehr im Stadtbild zu sehen sind, gibt es eine Möglichkeit, sich langfristig und nachhaltig über die Kampagne sowie die Aktivitäten der Initiative zu informieren“, betont die Gleichstellungsbeauftragte.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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1 Kommentar

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  1. Wir haben die Plakate heute zum ersten mal in Berg.Gladbach gesehen. Tolle Idee, super umgesetzt und sehr wichtig! Danke an alle Mitwirkenden für das Engagement und die gelungene Umsetzung.
    Martina und Thomas Welchering, Köln